Börsen am Morgen: Erholung bei ruhigem Handel


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Börsen am Morgen: Erholung bei ruhigem Handel

 
22.05.01 10:12
Börsen am Morgen: Erholung bei ruhigem Handel

Die deutschen Börsen sind am Dienstag freundlich in den Handel gestartet. Dank der guten US-Vorgaben lagen Epcos-Aktien auf der Gewinnerseite.

Der Dax notierte am Morgen mit 0,15 Prozent im Plus bei 6259 Punkten. Die 70 Nebenwerte im MDax verbesserten sich um 0,27 Prozent auf 4752 Punkte. Die Blue Chips im Nemax 50 konnten dank der guten US-Vorgaben um 1,65 Prozent auf 1891 Punkte zulegen, der Nemax All Share verbesserte sich um 1,18 Prozent auf 1904 Punkte.

"So wie es aussieht, werden heute die Technologiewerte den Markt nach oben ziehen", sagte ein Händler und verwies dabei auf die US-Technologiebörse Nasdaq, die den Vortageshandel mit einem Plus von knapp fünf Prozent beendet hatte. Insgesamt werde am Dienstag sowie für den Rest der Woche ein ruhiger Handel erwartet, da sich viele Marktteilnehmer auf Grund des Feiertages am Donnerstag Urlaub genommen hätten, sagten Händler.


Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im April nach Einschätzung von Volkswirten vor allem wegen der Wachstumsverlangsamung in den USA weiter eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland werde deshalb weiter sinken, hieß es. Einige Experten fürchten, dass die Stimmung in den nächsten Monaten sogar schlechter werden könnte als nach der Asienkrise vor zwei Jahren. Erst für die Sommermonate rechnen die Analysten mit steigendem Optimismus bei den Geschäftsleuten.



Epcos auf der Gewinnerseite


Zu den Gewinnern gehörten nach dem Handelsauftakt Epcos (plus 2,51 Prozent auf 78 Euro). Die Papiere von BMW gaben hingegen mit einem Minus von 0,95 Prozent auf 40,71 Euro am stärksten nach. Am Neuen Markt legten Gedys mit 32,42 Prozent auf 2,80 Euro am stärksten zu, Pandatel verbuchten mit 19,87 Prozent auf 16,90 Euro den größten Abschlag. Am Donnerstag nach Börsenschluss hatte der Spezialist für optische Übertragungstechnologie einen Ergebnis- und Umsatzrückgang im ersten Quartal 2001 gemeldet. Außerdem könne das ursprünglich geplante Umsatzwachstum von 27,4 Prozent für 2001 wegen der Marktschwäche für Netzinfrastruktur nicht gehalten werden.


Im Blickpunkt der Börsianer dürften die Papiere der HypoVereinsbank (minus 0,73 Prozent auf 58,30 Euro) stehen. Einen Tag nach Bekanntgabe der Quartalszahlen lädt die Bank die Aktionäre nach München zur Hauptversammlung ein. In den ersten drei Monaten hatte die Bank den Gewinn nach eigenen Angaben trotz der Börsenflaute deutlich auf 509 Mio. Euro gesteigert. Der Zuwachs hing im wesentlichen mit der Integration der vor rund einem halben Jahr übernommenen Bank Austria zusammen. Zudem profitierte die Bank von einem Erlös in Höhe von 370 Mio. Euro aus dem Verkauf eines Tochterunternehmens.


Der Maschinenbauer MAN (minus 0,85 Prozent auf 28,19 Euro) und der im MDax notierte Kosmetikhersteller Wella (plus 5,16 Prozent auf 49,95 Euro) haben am Morgen ihre Zahlen für das erste Quartal bekannt gegeben.



Personalabbau bei der Post


Ebenfalls im Rampenlicht könnten die Papiere der Deutschen Post (minus 0,48 Prozent auf 18,71 Euro) stehen. Nach Informationen der Financial Times Deutschland will der Konzern bis zum Jahr 2004 rund 7500 Arbeitsplätze abzubauen. Das Unternehmen hoffe, mit dem Personalschnitt jährlich knapp über 100 Mio. Euro einsparen zu können.


Im Mittelpunkt des Handels am Neuen Markt werden nach Händlerangaben die Papiere von Medion stehen, die 1,88 Prozent auf 108,49 Euro zulegten. Der Elektronikhändler und Dienstleister hatte am Morgen bekannt gegeben, Umsatz und Überschuss im ersten Quartal 2001 gesteigert zu haben. Der Umsatz sei auf 478,5 Mio. Euro nach 340,8 Mio. Euro im Vorjahresquartal gestiegen.


Ebenfalls fester werden nach Händlerangaben die Papiere des Logistikdienstleisters D.Logistics tendieren. Die Titel stiegen um 2,58 Prozent auf 31,80 Euro. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, in den ersten drei Monaten 2001 bei deutlich höherem Umsatz ein Vorsteuerergebnis (Ebit) von 6,852 Mio. Euro nach 1,004 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet zu haben.



Tokio schließt schwächer


Die US-Börsen haben am Montag Kursgewinne verbucht. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,32 Prozent auf 11.338 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index stieg um 4,85 Prozent auf 2306 Zähler.


Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag schwächer geschlossen. Nachdem der Nikkei-Index für 225 führende Werte in Reaktion auf die positive Vorgabe der US-Technologiebörse Nasdaq im überwiegenden Handelsverlauf fester tendiert hatte, gab das fernöstliche Börsenbarometer zum Handelsschluss wieder nach. Am Ende notierte der Index ein Minus von 0,6 Prozent und ging mit 14.091 Zählern aus dem Markt.


Der Euro hat am Dienstagmorgen schwächer tendiert. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 0,8751 4. Der Dollar kostete 2,2353 DM. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8754 $ festgesetzt. Der Euro nähere sich der psychologisch wichtigen Marke von 0,8750 $, sagte der Analyst Toshikazu Shimamura von North Pacific Bank. Sollte er unter diese Marke fallen, könnten sich die Marktteilnehmer auf eine mögliche Intervention durch die EZB einstellen.




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