Börse Online - Berichte über MLP von eigenem Redakteurs-Team
München, 05. Aug (Reuters) - Das Münchener Anlegermagazin "Börse Online" hat eingeräumt, seine Serie kritischer Berichte über den Finanzdienstleister MLP unter einem Decknamen veröffentlicht zu haben.
Der stellvertretende Chefredakteur Gereon Kruse sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend, hinter dem Namen "Felix Schulz-Lohmann", mit dem die Berichte gezeichnet sind, verberge sich ein Team von angestellten Redakteuren. "Börse Online" schütze damit seine Mitarbeiter, die in anderen Fällen bereits massiv bedroht worden seien. Der Geschäftsführer der Kleinaktionärs-Vereinigung SdK, Markus Straub, sei nicht unter ihnen: "Herr Straub hat an den Artikeln nicht mitgewirkt." Die SdK habe aber Informationen beigesteuert.
Kruse reagierte auf eine Strafanzeige der Wiesbadener Rechtsanwältin Heidrun Jakobs, die einen Redakteur des Magazins und Straub wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung bei der Münchener Staatsanwaltschaft angezeigt hat. "Möglicherweise handelt es sich dabei um ein und die selbe Person", sagte Jakobs Reuters. Straub habe eingeräumt, unter Pseudonym für das Magazin geschrieben zu haben. Die SdK klagt mit anderen Aktionären gegen eine Kapitalerhöhung bei MLP, der sie zunächst zugestimmt hatte.
Kruse sagte, Straub sei Teil eines anderen Autorenteams, das unter dem Sammelnamen "Werner Schmitt" über den Grauen Kapitalmarkt berichtet und ebenfalls Drohungen erhalten habe. Im Impressum von "Börse Online" sind Schmitt und Schulz-Lohmann als "Freie Autoren" aufgeführt. Die Autorin der Berichte über den Telematik-Dienstleister Comroad, die im Frühjahr auf die Spur einer groß angelegten Bilanzfälschung geführt hatte, habe sogar Morddrohungen erhalten, begründete Kruse die jüngsten Vorsichtsmaßnahmen.
"Börse Online" wirft MLP in mehreren Berichten seit Mai eine trickreiche Bilanzierung vor, mit der das Unternehmen den Gewinn angeblich künstlich aufgebläht habe. MLP hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und dies unter anderem durch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young untermauert. Das Magazin habe sich bei seinen Recherchen in Sachen MLP auch Materials der SdK bedient, sagte Kruse. "Die SdK hat eine Menge Informationen beigesteuert." Über Börse Online sei eine Flut von Leserbriefen hereingebrochen. Zu keinem anderen Thema habe man mehr Briefe erhalten. "Da wünschen uns auch einige zur Hölle", sagte er.
Anwältin Jakobs vermutet Insidergeschäfte oder den Versuch einer feindlichen Übernahme von MLP hinter der Veröffentlichung. "Da wird so eine Schlammschlacht betrieben, da muss was gemacht werden", empörte sie sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sei sei selbst MLP-Aktionärin und -Kundin, habe mit dem Unternehmen aber sonst nichts zu tun.
München, 05. Aug (Reuters) - Das Münchener Anlegermagazin "Börse Online" hat eingeräumt, seine Serie kritischer Berichte über den Finanzdienstleister MLP unter einem Decknamen veröffentlicht zu haben.
Der stellvertretende Chefredakteur Gereon Kruse sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Montagabend, hinter dem Namen "Felix Schulz-Lohmann", mit dem die Berichte gezeichnet sind, verberge sich ein Team von angestellten Redakteuren. "Börse Online" schütze damit seine Mitarbeiter, die in anderen Fällen bereits massiv bedroht worden seien. Der Geschäftsführer der Kleinaktionärs-Vereinigung SdK, Markus Straub, sei nicht unter ihnen: "Herr Straub hat an den Artikeln nicht mitgewirkt." Die SdK habe aber Informationen beigesteuert.
Kruse reagierte auf eine Strafanzeige der Wiesbadener Rechtsanwältin Heidrun Jakobs, die einen Redakteur des Magazins und Straub wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung bei der Münchener Staatsanwaltschaft angezeigt hat. "Möglicherweise handelt es sich dabei um ein und die selbe Person", sagte Jakobs Reuters. Straub habe eingeräumt, unter Pseudonym für das Magazin geschrieben zu haben. Die SdK klagt mit anderen Aktionären gegen eine Kapitalerhöhung bei MLP, der sie zunächst zugestimmt hatte.
Kruse sagte, Straub sei Teil eines anderen Autorenteams, das unter dem Sammelnamen "Werner Schmitt" über den Grauen Kapitalmarkt berichtet und ebenfalls Drohungen erhalten habe. Im Impressum von "Börse Online" sind Schmitt und Schulz-Lohmann als "Freie Autoren" aufgeführt. Die Autorin der Berichte über den Telematik-Dienstleister Comroad, die im Frühjahr auf die Spur einer groß angelegten Bilanzfälschung geführt hatte, habe sogar Morddrohungen erhalten, begründete Kruse die jüngsten Vorsichtsmaßnahmen.
"Börse Online" wirft MLP in mehreren Berichten seit Mai eine trickreiche Bilanzierung vor, mit der das Unternehmen den Gewinn angeblich künstlich aufgebläht habe. MLP hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen und dies unter anderem durch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young untermauert. Das Magazin habe sich bei seinen Recherchen in Sachen MLP auch Materials der SdK bedient, sagte Kruse. "Die SdK hat eine Menge Informationen beigesteuert." Über Börse Online sei eine Flut von Leserbriefen hereingebrochen. Zu keinem anderen Thema habe man mehr Briefe erhalten. "Da wünschen uns auch einige zur Hölle", sagte er.
Anwältin Jakobs vermutet Insidergeschäfte oder den Versuch einer feindlichen Übernahme von MLP hinter der Veröffentlichung. "Da wird so eine Schlammschlacht betrieben, da muss was gemacht werden", empörte sie sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Sei sei selbst MLP-Aktionärin und -Kundin, habe mit dem Unternehmen aber sonst nichts zu tun.