Der Dax dürfte schwächer tendieren
22. Jan. 2002 Für den Dax besteht wenig Fantasie
Nach den teilweise enttäuschenden Unternehmensergebnissen der vergangenen Woche stehen in der aktuellen Woche weitere Quartalsergebnisse an. Nach den verhaltenen Ausblicken von Infineon und Nokia am Montag verbreitet sich auch in Fernost Skepsis in der Branche. Damit scheint die Fantasie für Kursgewinne erst einmal entwichen zu sein. Einer vorbörslichen vwd Umfrage unter acht Marktteilnehmern zufolge steht der Dax um 20.00 Uhr bei 5.063 Punkten nach 5.070 Punkten zum Handelsschluss am Montag. Dabei gehen drei der Befragten von steigenden, einer von unveränderten und vier von fallenden Kursen aus. Die Bandbreite der Schätzungen liegt zwischen 5.020 und 5.100 Punkten.
Bund-Future tendiert seitwärts
Die Wirtschaftsskepsis nimmt wieder zu. Davon dürften die Anleihen grundsätzlich profitieren. Sollten die Börsen stärker unter Druck geraten, könnten die Rentenmärkte davon profitieren. Die Eröffnung des Handels verläuft allerdings unspektakulär. Der Bund-Future geht mit einem Minus von zehn Stellen mit 108,56 Prozent in den Tag.
Euro in Europa kaum verändert, Yen schwächt sich weiter ab
Kaum verändert zeigt sich der Euro am Dienstag im europäischen Handel. Am Morgen werden 0,8831 Dollar genannt nach 0,8835 Dollar am Vorabend in New York. Der US-Dollar notiert zum Yen mit 133,73 Yen nach 132,55 Yen. Nach einer Bemerkung des amerikanischen Finanzministers Paul O'Neill, der Markt solle über den richtigen Kurs des Yen entscheiden, kam der Yen weiter unter Druck und glitt auf ein neues Drei-Jahres-Tief ab. Denn diese Äusserung wird von den Maktteilnehmern als ein Freibrief für eine weitere Abwertung interpretiert.
Aktien Tokio schließen schwach
Mit einem Verlust von 2,23 Prozent auf 10.050,98 Zähler geht der Nikkei in Tokio am Dienstag aus dem Handel. Im Handelsverlauf hatte die Erleichtung über den Abschluss eines Rettungspakets für Daiei noch für etwas Unterstüzung gesorgt. Aber dann dominierten die Kursverluste. Neben den Banken, die auf Grund der zunehmenden Skepsis der Rating-Agentur Moody's unter Druck standen, verloren vor allem die Chip-Werte. Sie hatten einmal unter den Nachrichten zu leiden, die von der deutschen Infineon kamen, aber auch darunter, dass die Mitglieder des Industrieverbandes mit einem Umsatzrückgang von sieben Prozent im laufenden Jahre rechnen. Unter den Banken fielen Mizuho Holdings um 3,9 Prozent auf 273.000 Yen, Mitsubishi Tokyo Financial büßten 2,3 Prozent auf 811.000 Yen und UFJ Holdings verloren 3,2 Prozent auf 274.000 Yen. Im Chipbereich erwischte es vor allem Advantest mit einem Verlust von 3,5 Prozent auf 6.890 Yen, Tokyo Electron gaben 3,7 Prozent auf 6.310 Yen nach und Canon verloren 3,5 Prozent auf 4.200 Yen.
Aktien Hongkong am Mittag sehr schwach
Sehr schwach tendiert die Börse in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit). Bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Hang-Seng-Index 1,6 Prozent bzw 179,78 Punkte auf 10.820,47. Die Umsätze seien mit 2,91 Millionen Dollar insgesamt gering, zudem fehle wegen des US-Feiertags am Vortag eine Richtungsvorgabe, heißt es. Zu den den größten Verlierern gehören China Mobile und China Unicom, die gemeinsam 43 Prozent der Index-Verluste ausmachen. Beide leiden unter Bedenken im Zusammenhang mit regulatorischen Maßnahmen, heißt es. Ein Händler von BNP Paribas sieht den Markt für den Rest der Sitzung in einer Spanne zwischen 10.700 und 11.000 Punkten.
Wall Street geschlossen
Die amerikanischen Finanzmärkte waren am Montag auf Grund eines Feiertages geschlossen.
US-Anleihen - ohne Handel
Die amerikanischen Finanzmärkte waren am Montag auf Grund eines Feiertages geschlossen.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg
Medienschau
Unternehmensnachrichten
Sanofi-Synthelabo arbeitet mit IDM zusammen
Die französische Pharmagruppe Sanofi-Synthelabo hat eine Vereinbarung mit dem ebenfalls französischen Biotech-Unternehmen Immuno-Designed Molecules (IDM) im Wert von 600 Millionen Euro geschlossen. Dabei geht es um die Entwicklung und Kommerzialisierung von 20 Krebsmedikamenten. (FT, S.15)
Mannheimer: Steigerung des Jahresüberschusses um 50 Prozent
Der Jahresüberschuss der Mannheimer Holding liegt mit etwa 30,3 Millionen Euro voraussichtlich um 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf dieser Grundlage will die Obergesellschaft des Mannheimer Konzerns ihre Ausschüttung an die Aktionäre deutlich anheben: Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung sollen für das Geschäftsjahr 2001 eine Dividende von 2,00 (i.V. 1,50) Euro und ein Bonus von 0,50 (i.V. 0,50) Euro gezahlt werden. (Ad-hoc)
AMB plant Ausschluss von Minderheitsaktionären bei ihren Tochtergesellschaften
Die AMB Generali Holding sowie die nachfolgend genannten Gesellschaften der AMB-Gruppe teilen mit, dass sie auf Basis der am 22. Dezember 2001 verkündeten Änderung des Aktiengesetzes den Grundsatzbeschluss gefasst haben, den Ausschluss von Minderheitsaktionären der Gesellschaften Aachener und Münchener Lebensversicherung, Aachener und Münchener Versicherung, THURINGIA Versicherung und Volksfürsorge Holding herbeizuführen. Gleiches gilt für die nicht börsennotierten Gesellschaften Deutsche Bausparkasse Badenia und Central Krankenversicherung. Die Höhe der Barabfindungen wird veröffentlicht, sobald diese endgültig feststehen. (Ad-hoc)
Lufthansa rechnet mit Verlust
Die Deutsche Lufthansa hat nach eigener Einschätzung im Jahr 2001 einen Verlust erzielt und wird im laufenden Jahr nur einen geringen Gewinn erzielen. (CNBC)
Kmart will Gläubigerschutz beantragen
Kmart will angeblich noch am Dienstag Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Konkursrechts beantragen. Wie das “Wall Street Journal“ (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Kreise schreibt, hat der Aufsichtsrat des Einzelhandelskonzerns diese Entscheidung am Montagabend gefällt. Am Montag war die prekäre Situation auch für Käufer offensichtlich geworden, da der Hauptlieferant von Kmart, Fleming, seine Lieferungen eingestellt hatte. Kmart habe eine bereits fällige wöchentliche Zahlung von 78 Millionen Dollar nicht geleistet, lautete die Begründung für den Lieferstopp.
Ein Antrag nach Chapter 11 würde Kmart dem WSJ zufolge die Möglichkeit geben, verlustbringende Geschäfte zu schließen und ihre Schulden von 4,7 Milliarden Dollar zu restrukturieren. Kmart besitzt zurzeit ungefähr 2.100 Geschäfte in den USA. Kreisen zufolge versucht der in Zahlungsschwierigkeiten geratene Einzelhändler, mit seinen Gläubigern eine Übereinkunft zu erzielen, die ihm eine Finanzierung von zwei Milliarden Dollar sichern würde. Zu den Gläubigern gehören unter anderem J.P. Morgan Chase & Co, FleetBoston Financial Corp und General Electric Co. (vwd)
Nomura mit halbiertem Gewinn
Der Gewinn der Nomura Securities hat sich im driten Quartal halbiert. Das Nettoeinkommen fiel von 36,6 Milliarden Yen auf 17,3 Milliarden. (Bloomberg)
Niedrigere Verkaufszahlen belasten Vögele-Konzernergebnis 2001
Ein unerwartet niedriger Absatz im Geschäftsjahr 2001 hat das Konzernergebnis und die Bilanz der Charles Vögele Holding belastet. Der schweizerische Einzelhändler teilte am Dienstag mit, dass das Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft deutlich unter den Vorjahreswerten liegen werde. Zudem prüfe das Unternehmen Bewertungsfragen, hieß es weiter. Vögele steigerte ihren konsolidierten Bruttoumsatz im Berichtsjahr um 16 Prozent auf 1,86 Milliarden Franken. Im Vorjahr lag das Wachstum bei 19,6 Prozent. Der konsolidierte Nettoumsatz stieg um 15,3 Prozent auf 1,63 Milliarden Franken. (vwd)
Weyerhaeuser übernimmt Willamette für 55,50 Dollar je Aktie
Weyerhaeuser kauft Willamette Industries für 55,50 Dollar je Aktie oder 6,1 Milliarden Dollar. Am Montagabend machte Willamette diese Entscheidung öffentlich, schränkte allerdings ein, dass die Akquisition noch der offiziellen Bestätigung des Aufsichtsrats bedürfe. Dieser soll noch im Januar tagen. Damit endet ein 14 Monate währender Übernahmestreit, in dessen Verlauf Weyerhaeuser ihr Gebot für den Konkurrenten von 48 Dollar je Aktie schrittweise auf 55,50 Dollar erhöht hatte.
Selbst für Branchenkenner kam die Entscheidung überraschend, denn im vergangenen Monat hatte Weyerhaeuser mitgeteilt, sie werde ihre Offerte von damals 55,00 Dollar je Anteilsschein nicht mehr aufbessern. (vwd)
Wirtschaftsnachrichten
Moody's reduziert die Einschätzung japanischer Banken
Die internationale Rating-Agentur Moody's hat ihre Einschätzung für die großen japanischen Banken von stabil auf negtiv verändert. Das ist ein neues Zeichen für die zunehmende internationale Sorge über die stabilität des japanischen Bankensystems. (WSJE, S.1)
Frühindikatoren November nach unten revidiert
Der japanische Index der Frühindikatoren ist vom Cabinett Office für November auf 20,0 revidiert worden nach zunächst veranschlagten 25,0 Punkten. Der Index der gleichlaufenden Indikatoren wurde am Dienstag auf 10,0 festgesetzt verglichen mit vorläufig berechneten 11,1 Punkten. Der nachlaufende Index wurde bei 33,3 Punkten belassen.(vwd)
Konjunkturwende in den USA - aber nur schwaches Wachstum
Die Konjunkturwende in den USA steht kurz bevor. Der Aufschwung wird aber schwach ausfallen, wenn sich der Kongress in Washington nicht doch noch auf ein Konjunkturpaket einigt, sagte Janet Yellen, ehemalige Clinton-Beraterin. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 14)
Milliardenrisiken durch neue Umwelt-Haftung
Auf Unternehmen und Mitgliedstaaten der EU kommen Milliardenrisiken durch neue Haftungsvorschriften für Umweltschäden zu. Das lässt der Vorschlag für eine EU-Regelung zur Vermeidung und Beseitigung von Umweltschäden erwarten, den die Europäische Kommission an diesem Mittwoch vorlegen will. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 13)
Wahlpolitische Manöver um ostdeutsche Bombardier-Werke
Der kanadische Konzern Bombardier beteiligt sich durch aktive Suche nach neuen Investoren und Gespräche mit Politikern daran, die Arbeitsplätze an den Standorten Ammendorf und Vetschau zu erhalten. Mitte November hatte die deutsche Bombardier Transportation GmbH agekündigt, 1.000 Beschäftigte entlassen zu wollen. (Handelsblatt, S.13)
Gruß
Happy End