BÖRSE am MITTAG


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BÖRSE am MITTAG

 
30.01.02 12:45
Dax fällt wieder unter 5000-Punkte-Marke

Wie Blei liegen gegen Mittag die schlechten Nachrichten aus den USA auf den Kursen in Frankfurt. Technologiewerte bauen ihre Verluste aus, allen voran SAP und Deutsche Telekom. Bankentitel kommen auf keinen grünen Zweig.

Frankfurt am Main - Das Bild an den deutschen Aktienmärkten hat sich zur Mittagszeit kaum aufgehellt. Gedrückt durch die schlechten Vorgaben aus New York gaben die Aktienindizes weiter nach. Der Dax fiel gegen 11.40 Uhr unter die Marke von 5000 Punkten und stand mit 1,9 Prozent im Minus. Die Wachstumswerte im Nemax 50 rutschten mit 2,5 Prozent auf 1123 Punkte ab.  

Finanztitel gehörten fortgesetzt zu den größten Verlierern im Dax. Bankenwerte in den USA waren am Vortag angesichts der Befürchtung, dass auf Grund von neuen Unternehmenspleiten weitere Kredite platzen könnten, stark unter Druck geraten.

HypoVereinsbank  , Deutsche Bank  und Commerzbank  gaben zuletzt zwischen 2,30 und 2,90 Prozent ab. Bei der Deutschen Bank, die mit Querelen im Topmanagement zu kämpfen hat, erwarten Analysten für die morgige Bilanzpressekonferenz schwache Zahlen.

Die T-Aktie nähert sich der 16-Euro-Marke. Gerüchte über das Platzen des Liberty-Deals und eine mögliche Pleite von Worldcom belasteten weiterhin. SAP  verzeichneten Verluste von drei Prozent und waren schwächster Wert im Dax. Epcos  rutschten um 2,73 Prozent auf 45,61 Euro ab. Infineon  und Siemens  präsentierten sich ein beziehungsweise zwei Prozent leichter.

Papiere von RWE  konnten ihre Verluste mit minus 0,90 Prozent auf 42,61 Euro niedrig halten. Vertreter der RWE Gas AG (Dortmund) haben mit Vertretern der tschechischen Privatisierungsbehörde FNM einen Kaufvertrag über das tschechische Unternehmen Transgas unterzeichnet. Bei der größten Privatisierung in der Geschichte Tschechiens übernimmt RWE für 4,1 Milliarden Euro 97 Prozent des bisherigen Staatsunternehmens sowie jeweils bis zu 58 Prozent der acht regionalen Gasversorgungsunternehmen. Sollten die Kartellämter beider Länder zustimmen, würde RWE gemessen an der Anzahl der Endkunden europaweit zum fünftgrößten Gasunternehmen aufsteigen.

Aktien von BMW  notierten in einem schwachen Umfeld nahezu unverändert auf knapp 41 Euro. Die Analysten von UBS Warburg haben die Aktie am Mittwoch zum Kauf empfohlen, sehen das Kursziel bei 45 Euro. BMW sei ein "Topautomobilwert", schrieben die Analysten. BMW hatte in dieser Woche von Rekordzahlen für das Jahr 2001 berichtet und einen positiven Ausblick abgegeben.

DaimlerChrysler  gaben 0,70 Prozent auf 47,17 Euro ab. UBS Warburg hatte die Aktie mit "Reduzieren" bestätigt. Überraschend ist allerdings das Kursziel, das die Analysten mit 32 Euro angeben.

Das IT-Beratungshaus SAP System  hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis verbessert. Die Börse belohnte dies zunächst mit Kursaufschlägen, gegen Mittag rutschte der Titel allerdings mit 0,80 Prozent auf 22,91 Euro in die Verlustzone. Nach vorläufigen Zahlen habe das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Jahr 2000 um 44 Prozent gesteigert, hieß es. SAP SI habe damit das selbstgesteckte Wachstumsziel von 22 bis 27 Prozent übertroffen.

Neuer Markt: Ixos profitiert von Prognose-Anhebung

Zunächst hatten die Anleger auf eine Nachricht aus dem Haus Lambda Physik  reagiert. Dann allerdings kletterte die Aktie des Laserherstellers auf plus 1,33 Prozent bei 15,20 Euro. Lambda hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2002 einen Verlust von einer Million Euro eingefahren. Für das aktuelle Gesamtjahr geht das Unternehmen dennoch von einem positiven Ergebnis aus, hieß es.

Der Vorstand der Ixos Software  AG hebt nach eigenen Angaben die Ergebnis-Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 an. Der Wert kletterte zuletzt um rund sieben Prozent auf 7,17 Euro und war damit Spitzenreiter im Nemax 50.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll demnach um 20 Prozent zulegen, die bisherige Prognose lag bei einem Zuwachs von fünf Prozent. Ixos rechne in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2001/2002 mit einer guten Nachfrage nach Lizenzprodukten sowie mit einer Erhöhung der Wartungs- und Dienstleistungsumsätze. Das Nach-Steuer-Ergebnis werde durch die Ausschöpfung von Verlustvorträgen im Geschäftsjahr 2001/2002 überproportional wachsen.

Die Aktien des luxemburgischen Telekommunikationsausrüsters Carrier 1  haben am Mittwoch einen Teil ihrer Verluste vom Vortag wieder aufholen können. Händler nannten die Kursbewegung eine "technische Gegenreaktion" und warnten angesichts der niedrigen Umsätze davor, die Erholung überzubewerten. Bis 11.30 Uhr legte die Aktie knapp sechs Prozent auf schlappe 1,10 Euro zu.

"Bei Carrier 1 wird jeden Tag eine neue Spekulation getrieben", sagte ein Händler in Frankfurt. Erst am Dienstag hatte die Aktie mit einem Minus von über elf Prozent die Verliererliste im Nemax 50 angeführt.

Die vorbörslichen Barometer in New York standen leicht im Minus. Von der US-Notenbank, die heute ihre zweitägige Sitzung beenden wird, dürfen die Märkte indes wenig Hilfe erhoffen. Marktbeobachter erwarten, dass der Offenmarktausschuss der Fed gegen 20.15 Uhr (MEZ) eine Zinssenkung ablehnen wird. Die Investoren wollen endlich gute Unternehmensnachrichten hören. Deshalb dürften auch die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (MEZ, 14.30 Uhr) für das vierte Quartal eher nachrangig sein.

Um so mehr werden die Investoren dann auf den Mediengiganten AOL Time Warner schauen, der gegen 15 Uhr (MEZ) seine Zahlen für das vierte Quartal vorlegen wird.
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