Selbst wenn sich Mario Monti durchsetzt, sind die Aussichten auf purzelnde Preise gering.
Hamburg - Jean-Martin Folz, Vorsitzender der European Automobile Manufacturers Association und gleichzeitig Konzernchef von PSA Peugeot Citroen, macht den Autokonzernen Mut und verpasst den Konsumenten einen Dämpfer: Selbst wenn es bei den jüngst von der EU-Kommission vorgelegten neuen Vertriebsregeln bliebe, würde sich an den Preisen kaum etwas ändern, sagte er dem "Wall Street Journal" (Donnerstagausgabe).
Milberg fällt Schröder in den Rücken
Während Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Bestandsschutz für deutsche Kfz-Händler und Autokonzerne durchsetzen will, kommen aus München ganz andere Töne. BMW-Chef Milberg, zurzeit in der Gunst des Volkes deutlich vor Schröder, sieht keinen Grund für eine Sonderbehandlung der "Kanzler-Branche". ...mehr
Die Preisunterschiede in Europa würden sich angleichen, dabei aber in erster Linie steigen. Dänische und griechische Händler etwa setzten ihre Preise um 10 bis 15 Prozent herauf. Die Preise in Deutschland würden leicht nach unten angepasst.
In der Autoindustrie herrsche bereits ein starker Wettkampf, die Realpreise sind über Jahre stetig gefallen. Die Hersteller hätten laut Folz wenig Spielraum, die Preise zu senken.
"Auf keinen Fall werden die Preise einbrechen", sagt auch Sybille Kujath vom Europäischen Verbraucher Zentrum gegenüber manager-magazin.de. Bei der Neuregelung der auslaufenden Gruppenfreistellungsverordnung werde das "Pferd von hinten aufgezäumt". Entscheidend seien in den EU-Ländern nicht die unterschiedlichen Preise der Autos, sondern die unterschiedliche Höhe der Steuern.
Wer beispielsweise in Dänemark einen Neuwagen zulässt, müsse bis zu 180 Prozent Luxussteuer bezahlen. Hinzu kämen 25 Prozent Mehrwertsteuer. "Bei diesen Steuern müssen in Dänemark die Preise für Autos niedrig sein."
Positiv allerdings beurteilt sie, dass die Verbraucher nach den Monti-Regeln nicht mehr dazu verpflichtet sind, Originalersatzteile zu kaufen. Dadurch könnten bis zu 30 Prozent gespart werden. Auch gegen den Verkauf von Autos in Supermärkten hätte sie nichts einzuwenden: "Schließlich kann der Kunde selbst entscheiden, wo er sich am besten beraten fühlt."
Hamburg - Jean-Martin Folz, Vorsitzender der European Automobile Manufacturers Association und gleichzeitig Konzernchef von PSA Peugeot Citroen, macht den Autokonzernen Mut und verpasst den Konsumenten einen Dämpfer: Selbst wenn es bei den jüngst von der EU-Kommission vorgelegten neuen Vertriebsregeln bliebe, würde sich an den Preisen kaum etwas ändern, sagte er dem "Wall Street Journal" (Donnerstagausgabe).
Milberg fällt Schröder in den Rücken
Während Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Bestandsschutz für deutsche Kfz-Händler und Autokonzerne durchsetzen will, kommen aus München ganz andere Töne. BMW-Chef Milberg, zurzeit in der Gunst des Volkes deutlich vor Schröder, sieht keinen Grund für eine Sonderbehandlung der "Kanzler-Branche". ...mehr
Die Preisunterschiede in Europa würden sich angleichen, dabei aber in erster Linie steigen. Dänische und griechische Händler etwa setzten ihre Preise um 10 bis 15 Prozent herauf. Die Preise in Deutschland würden leicht nach unten angepasst.
In der Autoindustrie herrsche bereits ein starker Wettkampf, die Realpreise sind über Jahre stetig gefallen. Die Hersteller hätten laut Folz wenig Spielraum, die Preise zu senken.
"Auf keinen Fall werden die Preise einbrechen", sagt auch Sybille Kujath vom Europäischen Verbraucher Zentrum gegenüber manager-magazin.de. Bei der Neuregelung der auslaufenden Gruppenfreistellungsverordnung werde das "Pferd von hinten aufgezäumt". Entscheidend seien in den EU-Ländern nicht die unterschiedlichen Preise der Autos, sondern die unterschiedliche Höhe der Steuern.
Wer beispielsweise in Dänemark einen Neuwagen zulässt, müsse bis zu 180 Prozent Luxussteuer bezahlen. Hinzu kämen 25 Prozent Mehrwertsteuer. "Bei diesen Steuern müssen in Dänemark die Preise für Autos niedrig sein."
Positiv allerdings beurteilt sie, dass die Verbraucher nach den Monti-Regeln nicht mehr dazu verpflichtet sind, Originalersatzteile zu kaufen. Dadurch könnten bis zu 30 Prozent gespart werden. Auch gegen den Verkauf von Autos in Supermärkten hätte sie nichts einzuwenden: "Schließlich kann der Kunde selbst entscheiden, wo er sich am besten beraten fühlt."