"Sie spielen auf die Theorie an, der zufolge mit der Geldpolitik der Zentralbanken ein altes System substituiert wird, das eigentlich nicht mehr funktioniert – anstatt eine Marktbereinigung zuzulassen?"
"Ich glaube, viele Menschen haben Angst vor einer solchen Situation. Wenn wir das System scheitern lassen und in ein anderes System wechseln, tapsen wir damit ins Ungewisse. Dann bekommen wir etwas, was wir nicht kennen. Und aktuell geht es uns doch eigentlich gut, könnte man meinen. Wir leben im Wirtschaftswachstum, im Überfluss – was wollen wir mehr? Wir können vielleicht erkennen, dass wir ein Problem mit unserem Klima haben, aber ansonsten ist doch alles super (lacht). Die Forderung, es müsse sich etwas ändern, wird dann oft an die Politik adressiert. Das erlebe ich als Ambivalenz, weil vielfach nicht verstanden wird, dass das, was gefordert wird, Teil des Problems ist und dass die Politik diese Probleme nicht lösen kann. Eigentlich können wir das Problem nur selbst lösen, indem wir mündig handeln."