Wie viele Jobs kann uns die Corona-Krise kosten?
von: Johannes C. BOckenheimer
veröffentlicht am
23.03.2020 - 16:16 Uhr
Seit Tagen stehen in den Fabriken die Bänder still, Büros bleiben verwaist und Läden geschlossen. Fest steht deshalb: Das Coronavirus gefährdet nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Wirtschaft.
Wie groß diese Gefahr ist, hat jetzt das Münchner Ifo-Institut ausgerechnet.
Und es ist eine Horror-Rechnung geworden: Die Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass die Krise Deutschland mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten könnte. Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft demnach um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte.
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Die düstere Prognose: Die Krise werde zu Produktionsausfällen von Hunderten Milliarden Euro führen, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit „in die Höhe schnellen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten“, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut mit.
Und: Je länger der Wirtschaftsstillstand dauert, desto höher fallen auch die Kosten aus, warnen die Forscher. Für einen zweimonatigen Teilstillstand der Wirtschaft errechnet das Institut Kosten zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Bei drei Monaten sind es demnach 354 bis 729 Milliarden.
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Ifo-Präsident Clemens Fuest: „Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist.“
Sechs Millionen Menschen droht Kurzarbeit
„Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen“, betont Fuest. „Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.“ Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein.
Man brauche deshalb Strategien, wie die Produktion wieder aufgenommen und die Epidemie gleichzeitig weiter eingedämmt werden könne.
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Um die Folgen der Corona-Krise zumindest etwas abzufedern, hat die Bundesregierung am Montag ein umfangreiches Notpaket verabschiedet, mit dem eine Pleitewelle unter den deutschen Firmen verhindert werden soll.
So will die GroKo allein bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um kleine Firmen und Solo-Selbständige mit Zuschüssen durch die Krise zu helfen.
Das Geld soll dabei schnell und unbürokratisch fließen, versprach Wirtschaftsminister Peter Altmaier (61, CDU) am Montag. Den Zeitraum zur Bewilligung setzt der Minister sehr gering an: „Wenn es nach mir geht, geht das in ein, zwei Tagen.“
Darüber hinaus sollen über einen Stabilisierungsfonds Großunternehmen mit Kapital gestärkt werden können, der Staat soll sich notfalls wie in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren auch an Unternehmen beteiligen können.
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