Wir können die energetische Dimension nicht überprüfen, aber wenn sie stimmen, ist dieser Stromverbrauch aberwitzig. Der Autor des Artikels, Philippe Stalder, zitiert den Kryptoanalysten Alex de Vries, der den jährlichen Energieverbrauch der oben genannten „Mineure“ auf 24 Terawattstunden schätzt, was etwa dem jährlichen Energieverbrauch von Nigeria entspricht, einem Land mit immerhin 186 Millionen Einwohnern. Hört sich das eher theoretisch an, verblüfft eine andere Darstellung: bei rund 300.000 Bitcoin-Transaktionen, die täglich getätigt werden, verbraucht jede einzelne so viel Strom wie ein ganzes Einfamilienhaus in einer Woche. Im Vergleich zu herkömmlichen digitalen Zahlungssystemen benötigt Bitcoin pro Transaktion 45-mal so viel Energie. So etwas lohnt natürlich nur bei den oben genannten astronomischen Preisen. Und zu diesem Aspekt passt dann auch die in meiner letzten Mail zum Thema zitierte Meinung des für Zahlungssysteme zuständigen Vorstands der Deutschen Bundesbank, Carl-Ludwig Thiele (Jahrgang 1953): „Derzeit sind Bitcoins hauptsächlich Spekulationsobjekt mit einer geringen Bedeutung im Zahlungsverkehr. Während weltweit lediglich 350 Tausend Bitcoin-Transaktionen abgewickelt werden, werden allein in Deutschland mehr als 75 Millionen unbare Zahlungen pro Tag verarbeitet.“ Wenn das die Relation ist, könnten dann wohl bei einer Umstellung auf Bitcoin alle Kraftwerke dieser Erde nur noch für den Zahlungsverkehr arbeiten.
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