Man muss bei diversen Standorten und verschiedenen Bereichen durchaus differenzieren und strategisch denken.
BioNTech geht in vielen Bereichen einen mMn sehr klugen und vorausschauenden Weg. Besonders Verwaltung und Forschung dürften dabei die beiden größten Kostenpunkte sein.
Verwaltung:
BioNTech hat trotz weltweiter Expansion von Standorten, Studien und riesigen Geldreserven zuletzt bis zu 1350 Stellen weltweit abgebaut.
Man spart also selbst dort noch wo man es theoretisch nicht unbedingt müsste, schließlich wird man mehr Menschen benötigen, wenn man diverse Produkte erst einmal am Markt hat und das Geld wäre auf jeden Fall da. Trotzdem spart man das ein. Das spricht für mich ganz klar für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Kapital.
Forschung:
BioNTech wählt den Weg der größten Chancen. Ein herkömmliches Unternehmen beginnt eine große Studie und buttert dann in großer Hoffnung sehr viel Geld dort rein und stellt eventuell am Ende erst fest, dass man hätte anders anfangen müssen.
Dann ist das Geld weg, man fängt neu an und verliert mit Pech noch das Rennen an die Konkurrenz.
BioNTech startet Studien gleich mit mehreren Armen in verschiedenen Kombinationen. Dann sammelt man die Daten, schaut was am meisten Erfolg verspricht und führt dann lediglich die erfolgreichsten weiter.
Das hat für den nicht groß informierten Marktbeobachter und die Medien zu Folge, dass BioNTech viele Studien abbricht und wird somit als erneuter Fehlschlag negativ bewertet.
In Wirklichkeit ist dieser Weg aber der zu der größten Chance einer Zulassung der erfolgreichsten Kombination am Ende.
Was die vielen Standorte angeht, da ist der Hintergrund strategisch.
Die einen dienen zur nahen Forschung mit diversen Partnern wie Universitäten, während man bei anderen die Produktion direkt vor Ort anstrebt.
Wo geht ein Forscher an einer renommierten Universität mit einer Idee als erstes hin um eine Kooperation zu suchen? Bei BioNTech drei Blocks weiter, oder schreibt er stattdessen Emails an anonyme Vertreter in anderen Kontinenten?
Und wo gibt eine Regierung Aufträge hin, an eine Stelle vor Ort, die Arbeitsplätze schafft, Wählerstimmen sichert und die Produktion sichert ohne dass man sich selbst um Logistik, Versand und diverse geopolitische Probleme kümmern muss, oder bestellt man die zwei Kontinente weiter in der Hoffnung es kommt pünktlich per Frachter über die Weltmeere an?