12:45 Uhr CET Pfizer Zahlen Q1 2023 (siehe auch earningswhispers & marketscreener).
Pfizer Zitat Ausblick/Guidance und Q1-Umsatz:
13,5 Mrd USD Umsatz gemeinsam mit BioNTech 2023 - also folglich auch für BioNTech steigende Umsatzprognose für das Jahr 2023.
3.064 Millionen Umsatz gemeinsam mit BioNTech im Q1 2023.
Also erwartungsgemäß in Q1 weniger als Vorjahr, aber C19-Geschäft und -Gewinne laufen weiter.
Und dann 15:00 Uhr Q1 2023 Earnings Call. Aus den C19-Zahlen von Pfizer kann man teilweise Rückschlüsse auf die BioNTech-Zahlen (am Montag) ziehen und auch die Präsentationsfolien und die Statements und Antworten im Call können für die BioNTech-Analyse strategische sowie taktische Relevanz haben.
Es ist absehbar, dass die C19-Einnahmen im Vergleich zu den Höchstständen zwar deutlich sinken, aber dass durch Bevorratung und Verfallsdaten sowie Daueraufträge (EU usw.) weiterhin Milliardengewinne durch C19 erwirtschaftet werden. C19 ist keineswegs verschwunden. Es werden sich auch weiterhin besonders vorsichtige und gefährdete Menschen impfen lassen. Wie auch bei Grippe gilt: Falls wieder eine gefährliche Variante/Mutation entsteht, steigt die Nachfrage nach Impfungen an. Die Staaten müssen proaktiv bevorraten, alleine schon zur Vorsorge und Beruhigung. Auch wenn C19 seinen Schrecken großteils verliert, läuft das Geschäft mit C19-Impfstoffen durchaus weiter, sodass BioNTech seine Pipeline-Ausgaben bezahlt bekommt und weiter erhebliche zusätzliche Gewinne erwirtschaftet. Dies sollte man am besten als 24 Mrd. Euro Cash plus DCF (letzteres sehr wichtig!) modellieren.
@Vermeer: Mehr als die Hälfte von dem was Du schreibst ist richtig. Der Vergleich Moderna, Curevac usw., also der "Peergroup" der ähnlichen Unternehmen und der Pharma-Unternehmen allgemein ist neben DCF eine weitere sehr gute Methode. BioNTech hat deutlich mehr Marktanteil, mehr Umsatz, mehr Gewinn und deutlich positivere Quartalsprognosen im Vergleich zu Moderna.
Und naja, zu Curevac hatte ich frühzeitig (rechtzeitig) geschrieben und gewarnt als der Kurs noch bei rund 100 Euro stand. Um zu entscheiden "wie man rechnen kann" helfen mir. Eindringlich hatte ich wegen meiner Berechnungen nochmals nochmals gewarnt, dass der Impfstoff die Erwartungen nicht erfüllen kann und wird, bereits als dies am Markt noch weitgehend unbekannt war.
Quelle: siehe zum Beispiel Curevac-Forum 27.05.21 01:44 Uhr
https://www.ariva.de/forum/...ter-einstieg-570730?page=95#jumppos2393https://www.ariva.de/forum/...ter-einstieg-570730?page=95#jumppos2385https://www.ariva.de/forum/...er-einstieg-570730?page=106#jumppos2667... und rechtzeitig, dass der Curevac-Impfstoff schwache Ergebnisse haben wird.
https://www.ariva.de/forum/...er-einstieg-570730?page=106#jumppos2669Bei Curevac sieht man wieviel eine schwächere Pipeline am Markt noch bepreist wird, auch wenn Curevac es fachlich und organisatorisch seit Jahren nicht schafft Produkte auf den Markt zu bringen und wenn Curevac sehr absehbar das Geld ausgeht, für zukünftige Geschäfte.
Und inhaltlich ist BioNTech erkennbar breiter aufgestellt als nur der mRNA-Werkzeugkasten. Bei "CELL & GENE THERAPIES", bei "ANTIBODIES" und bei "SMALL MOLECULES" ist BioNTech viel stärker aufgestellt als Moderna und ebenfalls bei den zuarbeitenden Technologien und Partnerschaften (z. B. KI, Forschungskooperationen, Produktionskooperationen und internationaler Vertrieb über Partnerschaften).
Zieht man bei Moderna vom "Unternehmenspreis" (Marktkapitalisierung) den Cashbestand ab, wie ist deren Pipeline am Markt bepreist? Die Moderna-Pipeline ist "hunderttausende" Prozent höher bepreist als jene von BioNTech!
Das "Praxishandbuch der Unternehmensbewertung" von Peemöller (Herausgeber, akt. 8. erweiterte Auflage 2023) kann ich sehr empfehlen insbesondere zu den Methoden der Diskontierung. Grundlage dabei ist, dass der Euro, den ein Unternehmen heute hat mehr wert ist als die Euro-Erträge aus der Pipeline, also aus zukünftigen Zahlungsströmen (die "Cash Flows"). Auf über 1800 Seiten werden umfassend Methoden beschrieben wie der aktuelle Unternehmenswert berechnet werden kann. Die von mir weiter oben vorgeschlagene DCF-Methode ist international anerkannt bei Wirtschaftsprüfern, bei Wirtschaftsanwälten und Gerichten sowie bei Analysten und institutionellen Investoren. Mit mehreren davon habe ich mich in dem letzten Jahren dazu ausgetauscht. Zum Cash kommen die zukünftigen Überschüsse dazu. Zusätzlich ist "Das Ganze mehr als die Summe seiner Teile" in einem erfolgreichen Unternehmen. Aber ich lerne immer gerne dazu. Dass man aber den bereits eingenommenen Cashbestand stattdessen für den aktuellen Unternehmenswert abdiskontieren müsste, das wäre mir neu. In den hunderten Seiten Peemöller habe ich dies nicht gefunden und ich bitte @Vermeer um fachliche Quellen diesbezüglich.
Normalerweise bringt der Cashbestand regelmäßige Finanzerträge.
Ein Beispiel aus meiner beruflichen Vergangenheit:
https://www.fr.de/wirtschaft/...e-bank-elektroabteilung-11589388.htmlDer Vergleich mit BioNTech zeigt:
"Es ist leichter ein effizientes Unternehmen groß zu machen, als ein großes Unternehmen effizient zu machen"
Und zusätzlich zu den Finanzerträgen ermöglicht die Finanzausstattung große Vorteile in der taktischen und strategischen Unternehmensführung. Früher mussten die BioNTech-Manager zeitlich und inhaltlich großen Auswand betreiben, um in Finanzierungsrunden neue Investoren zu finden, welche die nötigsten Finanzmittel zur Geschäftsentwicklung bereitstellen. Strategische Zukäufe waren viel schwieriger zu finanzieren, wenn Chancen oft plötzlich auftreten. Taktisch kann das Management viel leichter über Investitionen entscheiden, welche schneller Erträge beisteuern. Besser optimierte und parallele viel breitere Forschung und Entwicklung ist möglich. Die Aussichten der Pipeline wurden deutlich gestärkt im Vergleich zur Zeit vor Covid, als BioNTech ohne dieses Cash mit 9,6 Mrd Euro über den Aktienkurs bepreist wurde.
Ein guter Unternehmer ist davon gekennzeichnet, dass er besonders gut in Chancen investiert und er weiss, was er wann mit Cash anfangen kann. Dazu könnte ich leicht sehr viel mehr schreiben, aber das würde hier wohl zu weit führen.