Bin Laden wollte Nuklearmaterial


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mothy:

Bin Laden wollte Nuklearmaterial

 
15.10.01 14:45
Die Terror-Organisation El Kaida wollte nach Informationen des ARD-Magazins "Report Mainz" mit Hilfe der russischen Mafia waffenfähiges Nuklearmaterial beschaffen. Der Standford-Rüstungskontrollexperte Friedrich Steinhäusler sagte dem Magazin: "Es ist uns bekannt, dass es sehr konkrete Versuche gegeben hat, seitens El Kaida über Mittelsmänner und Vertreter des organisierten russischen Verbrechens an nukleares Material heranzukommen." Chef von El Kaida ist der Top-Terrorist und mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von New York und Washington, Osama bin Laden

Mehrere Kilogramm in Prag sichergestellt
Die Gespräche über den Kauf von Nuklearmaterial dürften nach Darstellung Steinhäuslers in Europa stattgefunden haben. Die Verhandlungen würden auch von europäischen Sicherheitsdiensten untersucht. Dem Experten zufolge seien in Prag mehrere Kilogramm hochangereichertes Uran aus Russland sichergestellt worden, berichtet "Report Mainz". Die aufgeflogene Bande habe mit Mittelsmännern aus Weißrussland, Tschechien, Deutschland und Russland gearbeitet.

Sechs Angebote auf dem Schwarzmarkt
Nach Informationen von "Report Mainz" wurde auf dem internationalen Schwarzmarkt seit 1999 nachweislich sechs Mal nuklearwaffenfähiges Material angeboten. Es müsse aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Das gehe aus einem internen Dossier der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) hervor, das "Report Mainz" vorliegt.

Waffenfähiges Material beschlagnahmt

Demnach seien seit 1999 zwei Proben hochangereichertes Uran und vier Proben Plutonium beschlagnahmt worden. Das Material sei in allen sechs Fällen geeignet zum Bau von Kernwaffen gewesen. Die Proben seien vor dem Kauf sichergestellt worden, und zwar in Bulgarien, Kirgisien, Lettland, Griechenland und zwei Mal in diesem Jahr in Georgien.

Kein ausreichender Schutz
Steinhäusler sagte "Report Mainz", nukleares Material sei ungenügend gegen Diebstahl gesichert. Die Stanford-Wissenschaftler hätten 1997 insgesamt 19 Staaten befragt, ob sie ausreichende Vorkehrungen getroffen haben, um nukleares Material gegen Diebstahl zu sichern. Steinhäusler: "Von den 19 haben uns nur elf mitgeteilt, dass sie tatsächlich solche Vorkehrungen in ihrem eigenen nationalen Bereich getroffen haben. Ich würde sagen, dass hier ein enormes Defizit im Sicherheitsbewusstsein besteht."


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