"Bin Laden könnte schuldig sein"
Ein Taliban-Minister hat erstmals von der Möglichkeit gesprochen, Osama Bin Laden könne für die Terroranschläge verantwortlich sein. Aber für eine Auslieferung seien Beweise nötig, sagte Informationsminister Qudrutullah Jama.
Kabul/Islamabad - "Wer auch immer für diese Angriffe verantwortlich ist, Osama oder nicht, wir werden nicht seine Partei ergreifen", sagte Jamal. Diese Einschätzung habe er auch den nach Pakistan zurückgekehrten Delegierten mitgeteilt.
Die Unterhändler der Taliban und Pakistans hatten über eine Auslieferung Bin Ladens beraten. Eine Übereinkunft sei noch nicht erzielt worden, hieß es aus pakistanischen Delegationskreisen. Die Taliban hätten als Bedingungen unter anderem die internationale Anerkennung ihres Regimes in Afghanistan gefordert sowie die Aufhebung der Uno-Sanktionen gegen das Land.
Nach Aussage eines afghanischen Regierungsbeamten der Taliban sind zwischenzeitlich rund 300 islamische Geistliche in Kabul eingetroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Insgesamt werden rund 700 Geistliche erwartet. Man hoffe, die Beratungen am späten Nachmittag aufnehmen zu können. Am Mittwoch soll dann über eine eventuelle Auslieferung entschieden werden.
Drohgebärden der Taliban
Die Taliban-Regierung dementierte inzwischen Berichte, wonach die Taliban einen "Heiligen Krieg" gegen die USA ausgerufen hätten, berichtete die private afghanische Nachrichtenagentur AIP. Nur wenn die USA Afghanistan angreifen sollten, würden die Afghanen einen "Heiligen Krieg" wie seinerzeit gegen die Sowjetunion führen, so die Regierung.
Fernsehberichten zufolge begannen unterdessen Hunderte von Flüchtlingen, aus der Stadt Kandahar zu fliehen. Am Montag hatten bereits Tausende Kabul verlassen. Pakistan reagierte inzwischen auf den Flüchtlingsstrom und schloss seine Grenzen. Zuvor hatte auch der Iran seine gemeinsame Grenze mit Afghanistan geschlossen. Pufferzonen sind eingerichtet, wo die Flüchtlinge aufgefangen werden sollen und die sie nicht verlassen dürfen. Nur dort soll ihnen Nothilfe gewährt werden.
Am Montag hatte der iranische Außenminister Kamal Charrasi mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan telefoniert und ihn vor einer humanitären Katastrophe gewarnt, sollten die USA überstürzt militärisch agieren. Iran beherbergt bereits über zwei Millionen afghanische Flüchtlinge.
Uno hofft auf Vereinbarung für Flüchtlinge
Vor einem möglichen Militärschlag auf Afghanistan hofft das Uno-Flüchtlingskommissariat, Vereinbarungen mit den Nachbarländern treffen zu können. Der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Ruud Lubbers, berichtete am Montag in New York von Bemühungen, den Iran und Pakistan zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge zu gewinnen.
Käme es zu einem Abkommen, müsste die internationale Gemeinschaft zumindest die finanzielle Last mit den beiden Gastgeberländern teilen, sagte Lubbers nach einer Unterredung mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Anschließend wollte er zu Gesprächen mit der amerikanischen Regierung nach Washington weiter reisen. Schon jetzt hielten sich knapp vier Millionen Afghanen außerhalb ihres Landes auf.
Das Taliban-Regime in Afghanistan hat nach Angaben des pakistanischen Militärs am Montag 20.000 bis 25.000 Soldaten am Khyber-Pass nahe der Grenze zu Pakistan stationiert. Russische Raketen von Typ Scud und weitere schwere Waffen seien in Stellung gebracht worden.
Wie ein Armeeoffizier am Montag im Militärstützpunkt am Khyber-Pass 200 Kilometer westlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad weiter mitteilte, habe auch Pakistan seine Truppen an der 1400 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan verstärkt. Bislang habe es keine Feuergefechte gegeben, fügte er hinzu.
Die radikal-islamische Taliban-Regierung in Afghanistan soll dem aus Saudi-Arabien stammenden Islamisten Osama Bin Laden Unterschlupf gewähren. Die USA haben Vergeltung gegen jeden angekündigt, der Terrorgruppen unterstützt. Afghanistan gilt daher aus Sicht der USA als Hauptangriffsziel. Pakistan sagte den USA inzwischen Unterstützung bei einem Militärschlag zu.
Ein Taliban-Minister hat erstmals von der Möglichkeit gesprochen, Osama Bin Laden könne für die Terroranschläge verantwortlich sein. Aber für eine Auslieferung seien Beweise nötig, sagte Informationsminister Qudrutullah Jama.
Kabul/Islamabad - "Wer auch immer für diese Angriffe verantwortlich ist, Osama oder nicht, wir werden nicht seine Partei ergreifen", sagte Jamal. Diese Einschätzung habe er auch den nach Pakistan zurückgekehrten Delegierten mitgeteilt.
Die Unterhändler der Taliban und Pakistans hatten über eine Auslieferung Bin Ladens beraten. Eine Übereinkunft sei noch nicht erzielt worden, hieß es aus pakistanischen Delegationskreisen. Die Taliban hätten als Bedingungen unter anderem die internationale Anerkennung ihres Regimes in Afghanistan gefordert sowie die Aufhebung der Uno-Sanktionen gegen das Land.
Nach Aussage eines afghanischen Regierungsbeamten der Taliban sind zwischenzeitlich rund 300 islamische Geistliche in Kabul eingetroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Insgesamt werden rund 700 Geistliche erwartet. Man hoffe, die Beratungen am späten Nachmittag aufnehmen zu können. Am Mittwoch soll dann über eine eventuelle Auslieferung entschieden werden.
Drohgebärden der Taliban
Die Taliban-Regierung dementierte inzwischen Berichte, wonach die Taliban einen "Heiligen Krieg" gegen die USA ausgerufen hätten, berichtete die private afghanische Nachrichtenagentur AIP. Nur wenn die USA Afghanistan angreifen sollten, würden die Afghanen einen "Heiligen Krieg" wie seinerzeit gegen die Sowjetunion führen, so die Regierung.
Fernsehberichten zufolge begannen unterdessen Hunderte von Flüchtlingen, aus der Stadt Kandahar zu fliehen. Am Montag hatten bereits Tausende Kabul verlassen. Pakistan reagierte inzwischen auf den Flüchtlingsstrom und schloss seine Grenzen. Zuvor hatte auch der Iran seine gemeinsame Grenze mit Afghanistan geschlossen. Pufferzonen sind eingerichtet, wo die Flüchtlinge aufgefangen werden sollen und die sie nicht verlassen dürfen. Nur dort soll ihnen Nothilfe gewährt werden.
Am Montag hatte der iranische Außenminister Kamal Charrasi mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan telefoniert und ihn vor einer humanitären Katastrophe gewarnt, sollten die USA überstürzt militärisch agieren. Iran beherbergt bereits über zwei Millionen afghanische Flüchtlinge.
Uno hofft auf Vereinbarung für Flüchtlinge
Vor einem möglichen Militärschlag auf Afghanistan hofft das Uno-Flüchtlingskommissariat, Vereinbarungen mit den Nachbarländern treffen zu können. Der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Ruud Lubbers, berichtete am Montag in New York von Bemühungen, den Iran und Pakistan zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge zu gewinnen.
Käme es zu einem Abkommen, müsste die internationale Gemeinschaft zumindest die finanzielle Last mit den beiden Gastgeberländern teilen, sagte Lubbers nach einer Unterredung mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Anschließend wollte er zu Gesprächen mit der amerikanischen Regierung nach Washington weiter reisen. Schon jetzt hielten sich knapp vier Millionen Afghanen außerhalb ihres Landes auf.
Das Taliban-Regime in Afghanistan hat nach Angaben des pakistanischen Militärs am Montag 20.000 bis 25.000 Soldaten am Khyber-Pass nahe der Grenze zu Pakistan stationiert. Russische Raketen von Typ Scud und weitere schwere Waffen seien in Stellung gebracht worden.
Wie ein Armeeoffizier am Montag im Militärstützpunkt am Khyber-Pass 200 Kilometer westlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad weiter mitteilte, habe auch Pakistan seine Truppen an der 1400 Kilometer langen Grenze zu Afghanistan verstärkt. Bislang habe es keine Feuergefechte gegeben, fügte er hinzu.
Die radikal-islamische Taliban-Regierung in Afghanistan soll dem aus Saudi-Arabien stammenden Islamisten Osama Bin Laden Unterschlupf gewähren. Die USA haben Vergeltung gegen jeden angekündigt, der Terrorgruppen unterstützt. Afghanistan gilt daher aus Sicht der USA als Hauptangriffsziel. Pakistan sagte den USA inzwischen Unterstützung bei einem Militärschlag zu.