Bescherung für Optionsschein-Trader


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Dr.Dieter:

Bescherung für Optionsschein-Trader

 
18.12.05 18:51

Bescherung für Optionsschein-Trader

VWD startet unabhängige Plattform für den außerbörslichen Limit-Handel mit Derivaten

von Ralf Andress

Berlin - Schon eine Woche vor Heilig Abend finden Freunde des spekulativen Derivate-Handels eine vorweihnachtliche Überraschung unterm Tannenbaum. Seit Donnerstag dürfen sich Anleger darauf freuen, bei Optionsscheinen und Zertifikaten in Zukunft verstärkt auch im außerbörslichen Handel mit Orderlimiten arbeiten zu können. Bislang war das nur bei vereinzelten Brokern und da auch nur mit Papieren ausgewählter Emittenten möglich. Etwa bei Cortal Consors, wo seit dem Frühjahr beim Direkthandel mit der BNP Paribas limitierte Kauf- und Verkaufsaufträge erteilt werden können.

Der Vorstoß brachte der BNP bei den diesjährigen Zertifikate-Awards auch eine Nominierung in der Kategorie für die Innovation des Jahres. Daß der Sprung aufs Treppchen den Franzosen verwährt blieb, lag vielleicht auch an der von der BNP zurückgewiesenen Kritik, die Händler der Bank könnten Einblick in die Orderbücher haben, weil das Limit-System, ebenso wie das eigentliche Handelssystem im selben Haus betrieben werden. Allein die theoretische Möglichkeit von Manipulationen oder zumindest entsprechender Vorwürfe, hat andere Banken bislang vor vergleichbaren Angeboten zurückschrecken lassen.

Trotzdem kommt jetzt wieder neue Bewegung ins außerbörsliche Geschäft mit Finanzderivaten. Gemeinsam mit der österreichischen Brokerjet hat nun auch die Citigroup ein börsenunabhängiges Limit-System gestartet. Nicht ohne zu betonen, daß das Orderbuch nur Brokerjet und Mitarbeitern des Handelssystems "cat-ls" zugänglich ist, nicht aber den Händlern der Citigroup selbst. An dem bereits bei der BNP aufgetreten Grundproblem ändert dies allerdings nichts, da es sich letzten Endes auch hierbei um ein vom Emittenten selbst betriebenen Abwicklungssystem handelt.

Frei von jedweden Manipulations-Spekulationen dürfte hingegen die ebenfalls gerade neu präsentierte Handelsplattform der VWD Transaction-Solutions sein, die sich als externer und neutraler Betreiber genau zwischen Brokern und Emittenten plazieren. Die Aussichten, mit diesem Angebot nennenswerte Anteile des Derivategeschäfts auf die Plattform umzulenken sind nicht schlecht und dementsprechend zuversichtlich sind auch die Prognosen der Betreibergesellschaft, die in drei Jahren rund 30 Prozent des Handels mit Derivaten von etablierten Börsenplätzen in Stuttgart und Frankfurt abziehen will.

Ob dies gelingt dürfte vor allem davon abhängen, ob VWD eine möglichst große Zahl von Partnern in das Handelssystem einbinden kann. Den Auftakt machen Cortal Consors auf Seiten der Intermediäre und der Emittent HSBC Trinkaus & Burkhardt. In Kürze sollen Brokerjet und der Sparkassen-Broker, sowie die Société Générale, Lang & Schwarz und die HypoVereinsbank hinzukommen. Das ist für den Anfang respektabel, bislang fehlen aber die tatsächlich großen Adressen im Optionsschein- und Zertifikatehandel, wie ABN Amro, die Deutsche Bank, die Citigroup oder die Commerzbank.

Neben "normalen" Limit- und Stop-Loss-Orders will VWD auf der neuen Plattform auch sogenannte "Trailing Stopps" anbieten. Bei dieser speziellen Order-Form wird ein der Stop-Kurs bei steigenden Kursen automatisch nachgezogen. Dabei bestimmt der Anleger vorab in welchem Abstand (prozentual oder absolut) sein Stop-Loss-Limit dem aktuellen Kurs des Papiers folgen soll. Wird die Absicherung bei einem anfänglichen Zertifikats-Kurs von 100 Euro zum Beispiel bei 90 Euro plaziert und festgelegt, daß der Abstand immer zehn Prozent betragen soll, dann zieht das System die Limitgrenze bei einem Kursanstieg auf 105 Euro automatisch auf 94,50 Euro nach oben.

Als weitere Innovation sollen Anleger demnächst die Möglichkeit haben Entweder-Oder-Aufträge abzugeben. So kann gleichzeitig eine Verkaufsorder und ein Stop-Limit plaziert werden, was vor allem bei kurzfristigen Spekulationen sinnvoll sein kann. Zur Ausführung kommt dann immer die Order, deren Bedingung zuerst erfüllt ist.

Artikel erschienen am Sa, 17. Dezember 2005

 

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