Bereinigung in der Fondsbranche


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Bereinigung in der Fondsbranche

 
24.03.03 20:58
Meag würde gerne Activest kaufen

Die Meag, Vermögensverwalter von Münchener Rück und Ergo, würde die Schwäche von Konjunktur und Kapitalmärkten gerne für eine Akquisition nutzen. "Jetzt ist die Zeit zu kaufen", sagte Geschäftsführer Thomas Kabisch dieser Zeitung.

Voraussetzung sei, daß die Meag dadurch einen Vertrieb für ihre Publikumsfonds hinzubekäme. Dort ist die Meag bisher weitgehend auf die Versicherungsvertreter der Ergo-Gruppe angewiesen. Doch von diesen verkaufen bisher nur 7,5 Prozent überhaupt auch Publikumsfonds, bis 2005 wird ein Anteil von 20 Prozent angepeilt.

Dabei verfüge die Meag über eine gute Produktion, sagte Kabisch: Drei Viertel ihrer Fonds sind von Standard & Poor's mit der Bestnote fünf Sterne bewertet, und von der Reuters-Agentur Lipper wurde die Meag wie im Vorjahr als bester Manager festverzinslicher Wertpapiere für alle in Deutschland zugelassenen Fonds ausgezeichnet.

Zukauf nicht ganz oben auf der Prioritätenliste

"Wenn wir jemanden fänden, der zu uns paßt und einen guten Vertrieb hat, würde ich Gespräche führen", sagte Kabisch. So könnte er sich die Akquisition der Activest, der Publikumsfondsgesellschaft der Hypo-Vereinsbank (HVB), vorstellen. "Wenn das des Weges käme, würden wir es prüfen." Verhandelt werde derzeit aber nicht.

Ein Zukauf stehe auch nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. "Es gibt viele Fusionen, die Wert vernichtet haben." Als die Münchener Rück vor gut eineinhalb Jahren ihren Anteil an der HVB auf 25,7 Prozent aufgestockt hatte, war zunächst eine Zusammenarbeit in der Vermögensverwaltung geprüft worden. Daraus wurde jedoch nichts, da sich der damalige HVB-Vorstandssprecher Albrecht Schmidt gegen eine Einbringung der Activest in die Meag gewehrt haben soll, wie es damals hieß.


Inzwischen hat sich die finanzielle Situation der HVB verschärft, so daß deren neuer Chef Dieter Rampl "keine heiligen Kühe" mehr sieht. Doch ist auch die Münchener Rück nach Analysteneinschätzung mittlerweile knapp bei Kasse.

Publikumsfondsgeschäft wächst nur langsam

Durch die Vertriebsprobleme, aber auch durch die Börsenschwäche ist die Meag mit dem Anfang 2000 angekündigten Ausbau des Publikumsfondsgeschäfts weit hinter den Plänen zurückgeblieben. Ihr Marktanteil stieg seither nur von 0,4 auf 0,9 Prozent. Das Fondsvolumen hat sich nur leicht von 1,6 Milliarden Ende 1999 auf 1,73 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erhöht.

Das Nettomittelaufkommen halbierte sich von 269 Millionen im Jahr 1999 bis 2001 auf 133 Millionen Euro (2001). Anfang 2000 hatte Kabisch noch gesagt, man strebe ein jährliches Wachstum von 50 Prozent an. Mitte 2001 wurde der Geschäftsführer der zuständigen Kapitalanlagegesellschaft (KAG) ausgewechselt.

2002 wuchs das Nettoaufkommen wieder, um 53 Prozent auf 198 Millionen Euro. Damit blieb man abermals hinter der im April 2002 genannten Zielmarke von 300 Millionen Euro zurück. In den ersten zwei Monaten 2003 stieg der Nettomittelzufluß auf 45 (32) Millionen Euro.

Keine Angaben zur Ertragslage

Angesichts der schwachen Börsen meinte Kabisch trotzdem, "wir haben uns relativ gut gehalten". Für Produktwerbung will die Meag weiter kein Geld ausgeben. "Ein Markenauftritt kostet im Jahr 15 bis 20 Millionen Euro."

In der zunehmenden Spezialisierung der gesamten Branche sieht sich die Meag als Vermögensverwalter (Asset Manager). Während die Meag bei Publikumsfonds noch ein sehr kleiner Spieler ist, liegt sie bei Spezialfonds mit einem Fondsvermögen von 25,9 (29,9) Milliarden Euro auf Platz sechs vor der Commerzbank. Davon wird allerdings der größte Teil für Konzerngesellschaften verwaltet. Der Anteil externer Anleger soll 2003 von 1,0 auf 1,3 Milliarden Euro steigen.

Zur Ertragslage 2002 wollte sich Kabisch nicht äußern. 2001 habe die KAG Gewinn erwirtschaftet. Die gesamte Meag, zu der noch die Verwaltung der Direktanlagen der Münchener Rück und von Immobilien zählt, habe ausgeglichen abgeschnitten. Insgesamt beschäftigt die Meag 600 Mitarbeiter, davon 170 in der KAG.

So long,
Calexa
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