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Bayer hält US-Klagen für aussichtslos


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DER KOPIERER:

Bayer hält US-Klagen für aussichtslos

 
14.08.01 08:15
Bayer hält US-Klagen für aussichtslos
Von Cordula Eubel, Düsseldorf

Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider nahm am Montag öffentlich Stellung zum Rückruf seines Cholesterinsenkers Lipobay. Dem Unternehmen seien weltweit 52 Todesfälle bekannt, die in Verbindung gebracht werden mit der Einnahme des Lipobay-Wirkstoffs Cerivastatin.

Fünf Tote seien in Deutschland gemeldet, sagte Pharmachef David Ebsworth auf einer Pressekonferenz in Leverkusen. Die Zahl der Todesfälle könne sich durch Nachmeldungen noch erhöhen. Ebsworth betonte jedoch, der ursächliche Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments und den Todesfällen sei schwer nachzuweisen.

Schneider sagte, wenn der Einsatz des Medikaments Lipobay zu gesundheitlichen Schäden geführt haben sollte, bedaure er dies außerordentlich. Schadensersatzklagen aus den USA hält das Unternehmen allerdings für unberechtigt. Schneider sagte, daher würden auch keine bilanziellen Vorsorgen in Form von Rückstellungen getroffen. "Wir sind überzeugt, dass wir uns in unangreifbarer Position befinden." Der Konzern habe so schnell wie möglich gehandelt, es liege kein individuelles Fehlverhalten oder schuldhaftes Handeln vor.



Mit Höchstdosis eingesetzt


Gerade in Kombination mit einem weiteren cholesterinsenkenden Wirkstoff, dem in den USA häufig verschriebenem Gemfibrozil, könne bei Patienten Muskelschwäche auftreten, die bisweilen zum Tod führe, sagte Ebsworth. Bayer habe daher im Juni 2001 in einem Schreiben an Ärzte nochmals empfohlen, die Medikamente nicht gleichzeitig zu verordnen. Zudem sei Lipobay mitunter entgegen der Hinweise auf dem Beipackzettel zu Beginn einer Behandlung mit der Höchstdosis eingesetzt worden.


Der Konzern könne nicht ausschließen, dass einige Ärzte an ihrer bisherigen Verschreibungspraxis festhielten. Deshalb habe sich der Pharmahersteller am vergangenen Mittwoch entschlossen, das Medikament weltweit bis auf Japan vom Markt zu nehmen. Vorangegangen waren Anfang August beratende Gespräche mit der amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA). Ebsworth betonte, das Unternehmen habe das Medikament freiwillig vom Markt genommen, nicht erst auf Druck der FDA. In Japan habe man auf den Vermarktungsstopp verzichtet, weil dort weder Gemfribrozil erhältlich sei noch hohe Lipobay-Dosierungen.



Angeschlagenes Image


Der Bayer-Chef rechnet nicht damit, dass das umstrittene Medikament wieder auf den Markt gebracht wird. Allein durch das angeschlagene Image sei es schwierig, den Produktnamen Lipobay zu revitalisieren.


Das Bundesgesundheitsministerium will am Donnerstag einen Prüfbericht vorlegen, der mögliche Fehler bei der Zulassung und Bewertung von Lipobay aufdecken soll. Eine Ministeriumssprecherin sagte, sollten sich Schwachstellen zeigen, würde dagegen auf nationaler und internationaler Ebene vorgegangen. Die Behörde hatte die Analyse nach Bekanntwerden der Rücknahme durch Bayer beim Bundesinstitut für Arzneimittel in Bonn in Auftrag gegeben.


Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca überlegt unterdessen, zusätzliche Sicherheitstests für sein nächstes Jahr am Markt erwartetes Konkurrenzmedikament Crestor durchzuführen, wenn die zuständigen Gesundheitsbehörden dies für nötig hielten. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen sei allerdings weiterhin zuversichtlich, das Medikament wie geplant 2002 auf den Markt bringen zu können.

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DER KOPIERER:

Bayer prüft seine Pharmastrategie

 
14.08.01 08:17
Bayer prüft seine Pharmastrategie
Von Cordula Eubel, Düsseldorf

Der Bayer-Konzern hat nach dem Rückzug seines Cholesterin-Senkers Lipobay weitere Einschnitte angekündigt. Auch eine Fusion der Pharmasparte mit einem anderen Unternehmen ist laut Bayer nicht mehr ausgeschlossen.

Nach dem Debakel um das Cholesterin-Mittel Lipobay/Baycol stellt der Bayer-Konzern seine Pharmasparte auf den Prüfstand. Das Unternehmen sei zu engen Kooperationen mit Konkurrenten bereit, sagte Vorstandschef Manfred Schneider am Montag in Leverkusen. Er schloss dabei erstmals nicht aus, dass Bayer auf die unternehmerische Führung beispielsweise bei einem Joint Venture verzichten könnte.

Auch ein Verkauf der Pharmasparte gehöre zu den theoretischen Möglichkeiten, die der Konzern prüfen werde. Schneider selbst schließt dies jedoch aus heutiger Sicht aus. Der Bayer-Chef sagte allerdings, dass bereits zwei renommierte Pharmaunternehmen ihr Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet hätten. Die Namen der Interessenten wollte er jedoch nicht nennen.



Möglicher Partner Roche


Branchenanalysten brachten das Schweizer Pharmaunternehmen Roche als möglichen Partner für die Leverkusener ins Gespräch. "Im Bereich Diagnostika sind beide Konzerne stark und würden gut zusammenpassen", sagte Pharma-Analyst Ludger Mues vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Andreas Theisen von WestLB Panmure erklärte: "Roche hatte schon einmal großes Interesse an Bayer." Aber auch amerikanische Pharmakonzerne könnten sich für Bayer als Vertriebsplattform in Europa interessieren.


Ein Konzept für die künftige Konzernstrategie von Bayer soll in wenigen Wochen vorliegen. Bislang hatte das Unternehmen stets ausgeschlossen, in einer Kooperation eine Minderheitenposition einzunehmen. Selbst eine Fusion unter Gleichen war für Schneider undenkbar. Mit der veränderten Strategie reagiert das Unternehmen auf den Rückruf des Arzneimittels Baycol, das in Deutschland unter dem Markennamen Lipobay vertrieben wurde.


Nach Bayer-Angaben sind weltweit inzwischen 52 Todesfälle bekannt, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Einnahme des Cholesterin senkenden Mittels stehen, fünf davon in Deutschland. Die Zahl könne sich durch Nachmeldungen noch erhöhen, sagte Bayer-Pharmachef David Ebsworth. Möglichen Schadensersatzklagen in den USA wurden am Montag keine Erfolgsaussichten eingeräumt.


Mit Lipobay verliert Bayer sein wachstumsstärkstes Medikament. Im ersten Halbjahr hatte es ein Umsatzplus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. In diesem Jahr sollte der Cholesterinsenker 1 Mrd. Euro Umsatz bringen. Die Rücknahme wird das operative Ergebnis 2001 mit 600 bis 650 Mio. Euro belasten. Die schlechte Nachricht ließ den Kurs der Aktie vorige Woche um gut 17 Prozent einbrechen. Der Ausfall sei nicht ohne weiteres zu verkraften, sagte Schneider. Auch vier neue Medikamente, die in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Markt kämen, könnten ihn nicht kompensieren.



Weitere Ergebniseinbußen


Technische Probleme bei der Produktion des Blutgerinnungsmittels Kogenate werden laut Finanzvorstand Werner Wenning dieses Jahr zu weiteren Ergebniseinbußen in Höhe von rund 350 Mio. Euro führen. "Zwei unserer Grundpfeiler im Pharmageschäft brechen zumindest zeitweilig weg", sagte Schneider. Die Aktionäre müssten sich auf eine geringere Dividende einstellen.


Schneider räumte außerdem ein, dass das Unternehmen wegen des Lipobay-Debakels über zusätzliche Entlassungen nachdenke. Bisher war vorgesehen, im Rahmen eines Programms zur Kostensenkung bis 2005 insgesamt 5000 Arbeitsplätze abzubauen; davon seien jedoch bereits 1000 Stellenkürzungen realisiert.


Eine "existenzielle Gefahr" für Bayer sieht Schneider aber nicht. Nun zeige sich - seiner Meinung nach - die Stärke der Vier-Säulen-Strategie. Neben der Sparte Gesundheit umfasst sie die Gebiete Landwirtschaft, Chemie und Polymere. Doch das Geschäft mit Polymeren lahmt auf Grund der schlechten Konjunktur derzeit ganz gehörig.



Börsengang nicht gefährdet


Den für den 26. September geplanten Börsengang an der Wall Street in den USA stellt das Unternehmen nicht in Frage. Auch die Übernahme des Agrarchemie-Unternehmens Aventis CropScience, Tochter des Pharmakonzerns Aventis, sieht Schneider nicht gefährdet. Der Vertrag werde in Kürze unterzeichnet, sobald die internen Gremien bei dem Straßburger Unternehmen ihre Zustimmung gegeben hätten.


Laut Finanzvorstand Wenning hat Bayer einen Kaufpreis zwischen 7 und 7,5 Mrd. Euro geboten. Die Übernahme werde in den nächsten Jahren zu Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 500 Mio. Euro führen. Dem stünden jedoch Synergien im Umfang von 500 Mio. Euro pro Jahr gegenüber.

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lackilu:

wer Bayer abschreibt,macht einen grossen Fehler!!!

 
14.08.01 08:52
bei diesen Kursen,sollte man eher über den Einstieg nachdenken,denn es dauert nicht lange,dann spricht,"leider keine ""Sau mehr über die Vorkommnisse.also rein in Bayer.
schönen Tag
mfg
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