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Hendricks will mehr als Updates
"Das reicht nicht aus" - Bundesumweltministerin Hendricks hält ein Software-Update für Dieselautos für unzureichend und verlangt von der Autoindustrie eine Nachbesserung der Motoren-Hardware. Sie bekommt nun Unterstützung vom Bundesumweltamt.
Ein Update der Steuerelektronik von Dieselmotoren reicht nach Ansicht von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nicht aus zur Verbesserung der Luftqualität. "Nachbesserungen mit Software-Updates werden nicht ausreichen, um die notwendigen Reduzierungen zu erreichen", sagte die SPD-Politikerin. Die Maßnahmen des Dieselgipfels vor zwei Wochen könnten nur ein erster Schritt sein, um die Luftqualität zu verbessern.
Hendricks stützt ihre Aussagen auf eine Einschätzungen des Bundesumweltamtes zu den Folgen der Sofortmaßnahmen, die beim Dieselgipfel vereinbart worden waren. Den Einschätzungen zufolge bleibt die Luft in fast 70 deutschen Städten wohl auch nach Umsetzung der beim Dieselgipfel beschlossenen Schritte schmutziger als erlaubt.
Geringe Effekte
Software-Updates für eine bessere Abgasreinigung und Umtauschprämien für ältere Diesel senken nach Berechnungen des Umweltbundesamts die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickoxid um bis zu sechs Prozent. Das reiche aber nur in etwa 20 betroffenen Städten, um die Stickoxid-Werte unter die Marke von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel zu drücken, teilte das Umweltministerium mit.
Damit drohen weiterhin Diesel-Fahrverbote. Bei seinen Berechnungen ging das Umweltbundesamt laut Mitteilung davon aus, dass zwischen 3,5 und fünf Millionen Besitzer neuerer Diesel der Abgasnormen Euro 5 und 6 das freiwillige Update an der Motorsoftware vornehmen lassen. Die Experten rechneten mit einer Minderung des Stickoxid-Ausstoßes zwischen 15 und 25 Prozent durch die Updates. Die Wirkung der Umtauschprämien für Besitzer älterer Diesel, die sich neue Modelle zulegen, schätzen die Experten auf null bis zwei Prozent.
"Deutlich höher wäre die Wirkung, wenn die Prämie nur für den Kauf sehr sauberer Fahrzeuge eingesetzt würde", hieß es in der Mitteilung. Prämien gibt es derzeit auch für neue Euro-6-Diesel, die im Alltagsgebrauch deutlich schmutziger sind als im Labor.