"Autoindustrie hat Direktzugang zum Kanzleramt"
Die Bundesregierung gehe beim Diesel-Thema sehr halbherzig vor, sagte Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, im Dlf. Deutschland habe die schlechteste Luft in ganz Europa. Damit sich das ändere, müssten Politiker Entscheidungen treffen. Momentan mache die Industrie der Politik die Vorgaben.
Wir haben mal nachgemessen in unserem Emissionskontrollinstitut, und haben uns insbesondere angeschaut, wie sind die Abgaswerte im Winter, im Winterhalbjahr. Und da mussten wir uns wirklich wundern, dass sie da sogar höher sind als vor den Softwareupdates. Das heißt, im Sommer haben wir eine leichte Verbesserung, im Winter sogar eine Verschlechterung der Werte. Das ist nicht das, was wir brauchen. Wir müssen um 90 Prozent die Werte bei diesen Betrugsdieseln runterbringen. Das geht nur durch technische Nachrüstungen.
Resch: Durch Hardwareupdates. In den USA ist das ja auch durchgesetzt worden.
Also in den USA Hardwareupdates ! ...das erste mal das ich das lese ! dacht es mir aber ..
Resch: Diese Fahrzeuge wurden alle zugelassen, ohne dass man angegeben hat, dass Abschalteinrichtungen an Bord sind. Es gibt einen Gutachter, Professor Führ, der führt die Untersuchung für die Untersuchungskommission im Bundestag eben festgestellt hat, dass damit - durch diese Nichtangabe der Betrugseinrichtungen die Rechtsgrundlage schon gegeben ist. Die Fahrzeuge haben eigentlich alle keine Zulassung mehr. Und wenn die Bundesregierung wollte, könnte sie das relativ einfach auch rechtlich durchsetzen. Die haben einfach ein anderes Problem: Frankreich hat beispielsweise von seiner Industrie 18,3 Milliarden Euro Strafe gefordert. Deutschland wagt es nicht, die bei uns auch vorgeschriebenen 5.000 Euro pro Betrugsfahrzeug zu verlangen. Wir haben keinen Euro Bußgeld bis jetzt verfügt gegenüber der Industrie, und die EU macht ein Vertragsverletzungsverfahren, seit anderthalb Jahren übrigens schon, weil sich Deutschland weigert, seine Industrie unter Strafe zu ...
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