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Bauer: Logistische und technische Herausforderung
Schrobenhausen (mpy) Es könnte der größte Einzelauftrag in der Bauer-Geschichte werden: die Sanierung des Mosul-Damms im Irak. Wie am Freitag berichtet, wurde diese Woche in Bagdad ein Vorvertrag für den 1,9-Milliarden-Euro-Auftrag unterschrieben, der über einen Zeitraum von voraussichtlich sechs Jahren abgearbeitet werden soll. Die Dimensionen können selbst Vorstandsvorsitzenden Thomas Bauer noch überraschen.
„Ich habe noch nie von einem solchen Auftrag im Bereich des Spezialtiefbaus gehört“, berichtete er auf SZ-Anfrage, „das ist eine absolute Ausnahme und so etwas wird es wahrscheinlich in den nächsten 20 Jahren nicht noch einmal geben.“ Das enorme Volumen ergebe sich aus den Dimensionen des Damms, der 3,6 Kilometer lang und bis zu 250 Metern tief ist.
Wie kommt man an einen solchen Auftrag? „Es gibt nur eine Handvoll Unternehmen, die so etwas können, das ist ja kein geheimes Projekt“, erklärte Bauer auf Anfrage. Seit vielen Jahren werde schon darüber gesprochen, und seit vielen Jahren werde schon versucht, den Damm mit Zement zu befestigen. „Dieses Problem muss man irgendwann grundsätzlich angehen“, sagt Bauer, und genau danach sieht es jetzt aus
Für die Bauer AG, die zurzeit pro Jahr gut 1,3 Milliarden Euro umsetzt, wäre das neben der technischen auch eine strukturelle Herausforderung. „Man muss eine eigenständige Organisationseinheit für diese sechs Jahre aufbauen, man muss sich um Logistik, um alle möglichen Themen bis zu Versicherungsfragen kümmern“, bestätigt Bauer. Im Prinzip seien die Herausforderungen bekannt, es sei halt alles viel größer, die Wand müsse auf eine Tiefe von 250 Meter gebracht werden, „das ist der Berliner Fernsehturm – nach unten“, erklärt der Konzernchef.
Logistisch sei ein Projekt dieser Dimension durchaus zu lösen. „Wir haben bei uns ja die Möglichkeit, Mitarbeiter aus Malaysia, aus Indonesien, aus Ägypten und aus vielen anderen Ländern für so ein Projekt zusammenzuholen“, berichtet Bauer. Weitere werde man einstellen müssen.
Und wie stehen die Chancen, dass aus dem Vorvertrag auch tatsächlich ein Auftrag wird? Dazu Bauer: „Die Chance ist sehr groß.“
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Der Link dazu:
www.donaukurier.de/lokales/schrobenhausen/...ng;art603,2503389