Ich finde es sehr schwierig, eine Einordnung der Jahreszahlen vorzunehmen, da einige gewichtige Sonderfaktoren Einfluss genommen haben.
Operativ lief das Geschäftsjahr zufriedenstellend, die Erlöse wurden knapp gehalten, bei korrigierten Werten sogar leicht gesteigert. Wobei sich natürlich die Frage stellt, inwieweit korrigierte Werte anzusetzen sind, wenn jedes Jahr die gleichen Sondereffekte, z. B. Währungsverhältnisse, sich wiederholen.
Der Anteil der NGP´s an den Erlösen ist weiter gewachsen, wobei ich mir in den letzten paar Jahren einen deutlich schnelleren Anstieg hätte vorstellen können. Die illegalen Einfuhren spielen da natürlich eine entscheidende Rolle. Die Hoffnung bleibt, dass insbesondere in den USA der Kampf gegen diese Produkte deutlich intensiver (und erfolgreicher!) geführt wird als bisher.
Positiv ist sicherlich, dass man die Zielmarke für das Leverage von 2,0 - 2,5 beinahe erreicht hat, das sollte für 2026 absolut möglich sein und würde finanzielle Spielräume für Aktionärswohltaten eröffnen.
Der free cash-flow ist markant gesunken, aber da spielen die Sonderfaktoren eine erhebliche Rolle, insbesondere die nicht ganz günstige Einigung in Kanada. Andererseits ist das Damoklesschwert damit beseitigt, wenn es sich auch noch viele Jahre auswirken wird. Bis substanzielle Erträge aus Kanada kommen, haben wir alle einen langen, weißen Bart.
Auch die Teilverkäufe von ITC bzw. der Hotelbeteiligung spielen als Einmaleffekte in den free cash-flow hinein.
Kommen wir zu dem für die Aktionäre vielleicht wichtigsten Punkt, der Ausschüttung an die Aktionäre. Erneut wird die Dividende angehoben, um 2 % auf 2,4504 GBP oder 0,6126 GBP im Quartal. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von etwa 5,6 %. Und das Versprechen der stetig steigenden Dividende wurde wiederholt.
Auch das ARP wird ausgeweitet auf 1,3 MRD GBP. Nimmt man Dividende und ARP zusammen, so ergibt sich eine Rendite von 7 % bei einem aktuellen Kurs von 44 GBP. Der Kurs von BAT ist in der jüngeren Vergangenheit einfach sehr gut gelaufen, so dass es meiner Ansicht nach an Aufwärtsfantasie mangelt.
Schaut man sich im Vergleich IMB an, so kommt man dort zu einem Ausschüttungswert von etwa 10,5 %. Das ist bei IMB insbesondere durch das massive ARP getrieben, welches im Verhältnis zur Marktkapitalisierung etwa viermal so hoch ist wie bei BAT.
Auf diesem Kursniveau ist BAT für mich zwar noch eine knappe Halteposition, aber eigentlich kein Kauf mehr. Entsprechend habe ich meine Position in BAT in der letzten Zeit etwa halbiert, während ich IMB unverändert belassen habe. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach nähert sich der Goldrausch bei Tabakaktien nach fünf ziemlich goldenen Jahren langsam seinem Ende. Die Dividenden können noch steigen, aber das Kurspotential ist mehr oder minder ausgeschöpft. Wie gesagt, eine rein persönliche Meinung.