BASF: Kurssturz nach schlechter Prognose


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vanSee:

BASF: Kurssturz nach schlechter Prognose

 
21.06.01 14:20
BASF: Kurssturz nach schlechter Prognose

Für den Chemieriese BASF wird es schwer seine Ertragsziele zu erreichen. Für das zweite Quartal sieht das Unternehmen dunkle Wolken aufziehen.

Weltweit will das Unternehmen zehn Standorte schließen und zusätzlich 14 andere Anlagen stilllegen, teilte die BASF am Donnerstag mit. Damit sollten Kapazitäten vom Markt genommen werden. Außerdem werde das Investitionsprogramm um ein Fünftel verringert. Wegen der schwächeren Konjunktur in Europa und USA sowie hoher Rohstoffkosten rechnet der Chemiekonzern nicht mit einem Ergebnisanstieg im zweiten Quartal 2001. Auch das mittelfristige Ertragsziel sei "nur mit größten Anstrengungen" zu erreichen, sagte der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Strube. Ende April hatte BASF für den Zeitraum noch einen "deutlichen Anstieg" des operativen Ergebnisses in Aussicht gestellt.

Der Aktienkurs des Chemieunternehmens brach in den ersten Minuten nach Börsenstart ein. Mit einem Verlust von über 5 Prozent auf 42,60 Euro gehörte BASF zu den großen Verlieren im Dax. Die Gewinnwarnung hat aber nach Einschätzung von Christian Schmidt, Aktienhändler bei der Helaba, nicht die Bedeutung für den Gesamtmarkt wie die hohe Verlustprognose von Infineon am Mittwoch.


"Mit diesen Maßnahmen passen wir unser Geschäft dem deutlich langsameren weltweiten Wachstum an", sagte Strube. "Wir wollen jedoch an unserem ehrgeizigen, mittelfristigen Ertragsziel festhalten und für die Jahre 2000 bis 2002 unsere Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen um durchschnittlich mindestens zehn Prozent steigern." Er forderte die Führungskräfte auf, das Maßnahmenpaket zügig umzusetzen. Mit einem Umsatz von rund 36 Mrd. Euro und 103.000 Mitarbeitern im Jahr 2000 ist die BASF eines der weltweit führenden Chemieunternehmen.

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Kleines Gehei.:

Nun schon wieder bei 43,80€, das nenne ich ...

 
21.06.01 17:32
... einen beachtlichen Kursverlauf. BASF ist für mein Depot ein Langfristengagement. Trotzdem hätte ich beinahe heute verkauft. Doch dies zeigt wieder, man muss seinen Strategien treu bleiben und darf sich nicht immer dem Tagesgeschäft unterwerfen. Was interessiert mich der Buchstand von BASF heute, verkaufen möchte ich erst in ein paar Jahren. Konsequenz ist oft wichtiger im Börsenleben als Reaktionsschnelle. Doch warum BAYER einen größeren Verlust aufzuzeigen hat und dabei gar nicht so exportabhängig ist, das bleibt mir ein ...

Kleines Geheimnis!
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vanSee:

Es ist noch zu früh für BASF

 
22.06.01 09:51
Es ist noch zu früh für BASF

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Zykliker wie BASF wissen um die Wechselfälle in ihren Büchern. So überraschend kommt die Gewinnwarnung der Ludwigshafener daher nicht.

Die mittelfristige Gewinnvorgabe - im Schnitt plus zehn Prozent von 2000 bis 2002 - bleibt immer noch drin. Nach plus 15 Prozent im Vorjahr kann sich BASF ein Wachstum von nur fünf Prozent in diesem Jahr leisten, wenn es im nächsten wieder zehn Prozent werden. Kosteneinsparungen müssen es richten, wenn die Nachfrage ausfällt. Die Nachfrage darf aber nicht übermäßig schwächeln, sonst war das nicht die letzte Warnung. BASF geht trotz interner Revisionen immer noch davon aus, dass Westeuropa 2,3 Prozent wachsen wird. Daran glaubt außer der EZB und der Bundesregierung niemand mehr. Und die US-Konjunktur mag sich in diesem Jahr stabilisieren, aber wenn sie 2002 nicht anspringt, werden die Ziele ebenfalls nicht zu erreichen sein.

Gleichzeitig will das Management mittelfristig seine Investitionen auf die Höhe der Abschreibungen verringern. Das begrenzt zwar das Wachstum auf den technischen Fortschritt. Aber die großen Projekte dürften ohnehin gelaufen sein, BASF ist global bereits gut aufgestellt. Gibt es keine wertsteigernden Investitionen mehr, ist es das Beste, das Geld den Aktionären zurückzugeben. BASF ist mit Aktienrückkäufen eifrig dabei.


Dass sich BASF neben VW gegen liberalere Übernahmeregeln in der EU gewehrt hat, könnte eine kräftige Unterbewertung signalisieren. Die ergibt sich wohl nur, wenn man den Wert aller Einzelteile zusammenzählt. Das ist auch die Angst des Managements: von einer schlagkräftigen Investorengruppe aufkauft zu werden, die den Konzern filetiert - das Öl- und Gasgeschäft an Big Oil, die Agrosparte an Bayer, die Chemie als reiner Wert an die Börse. Derartige Investorenträume werden sich dank der Schröderschen Interventionen nicht vor 2006 realisieren lassen.


Steigen die diesjährigen Gewinne nur um fünf Prozent, kostet BASF bereits das 17,6fache des Gewinns. Das ist nicht wenig für ein Chemieunternehmen, das im Schnitt der vergangenen zehn Jahre nur das 15,6fache wert war. Die Risikoprämie hat sich indes verringert. Das Unternehmen hat es besser als die Wettbewerber geschafft, die Gewinnschwankungen deutlich zu reduzieren. Vom Konjunkturgipfel 1989 bis zum Tief 1993 fielen die Gewinne noch um 74 Prozent. Davon ist keine Rede mehr. Für sich genommen ermöglicht das höhere Multiplikatoren. Dennoch dürfte die Aktie erst wieder laufen, wenn sich die weltweiten Konjunktursorgen verringern. Und auf längere Sicht gehört BASF in jedes gut diversifizierte Depot.



Hennes & Mauritz


Die Klamotten sind billig, die Aktie ist teuer. Nach dem Kurssprung am Donnerstag von rund siebzehn Prozent bei H&M gilt letzteres erst recht. Die positiven Zahlen scheinen die Kritiker Lügen zu strafen. Der Gewinnanstieg im ersten Halbjahr lag mit 18 Prozent fast dreimal so hoch wie die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Aber H&M hat von einer Reihe von Sondereffekten profitiert.


Die dürften sich so kaum wiederholen. Im zweiten Quartal hat H&M weltweit 43 neue Geschäfte eröffnet. Allein in den USA hat sich die Zahl der Läden von zehn auf 21 mehr als verdoppelt. Hinzu kamen erhebliche Währungseffekte. Dollar und Euro haben in den vergangenen Monaten gegenüber der schwedischen Krone stark zugelegt. Das hat zehn Prozentpunkte des Umsatzzuwachses von 31 Prozent im zweiten Quartal ausgemacht. Auf der Kostenseite hat H&M gleichzeitig kräftig gekürzt. So konnten die Schweden den Aufwand für die Eröffnung der neuen Geschäfte mehr als ausgleichen.


Die Analysten dürften ihre Schätzungen anheben. Aber selbst wenn Umsatz- und Gewinnprognosen um zehn Prozent steigen würden, notiert H&M für 2002 immer noch mit dem dreifachen Umsatz und dem 35fachen Gewinn. Für einen Bekleidungshändler ist das zu viel. Die US-Kette The Gap ist ähnlich international aufgestellt wie H&M und notiert mit dem 26fachen des fürs kommende Geschäftsjahr erwarteten Gewinns.


In der hohen Bewertung von H&M steckt die Hoffnung, dass das Unternehmen weiter so rasant expandiert wie in den vergangenen Jahren. Das aber wird schwer. Bisher ist H&M vor allem in seinen Kernmärkten Schweden und Deutschland stark gewachsen. Hier wird es jetzt nur noch langsam vorangehen, zudem bleibt der deutsche Bekleidungsmarkt schwach. Der US-Markt wiederum ist stärker umkämpft, es gibt mehr große Bekleidungsketten und der Preiswettbewerb ist schärfer. Vor 2003 werden die US-Läden keinen Gewinn abwerfen und selbst dann wird ihr Gewinnbeitrag relativ gesehen zum Umsatz kleiner sein als der in Europa.


H&M hat die Wahl: Das Unternehmen kann sein Expansionstempo drosseln, um die Kosten im Griff zu behalten. Oder es steigert den Umsatz munter weiter, macht sich aber die Gewinnmarge kaputt. Beides ist schlecht für die Aktie.



© 2001 Financial Times Deutschland
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