dabei dürfte im Moment eine sehr spannende Zeit anstehen und die besten Jahre für Aumann dürften meiner Meinung nach noch kommen. Das Jahr 2024 hat gemäß Meldung KBA in der abgelaufenen Woche mit etwas mehr als 33 TBEVs im Dezember in Deutschland gar nicht so schlecht geschlossen. Aufgrund möglicher Verschiebungen ins Jahr 2025 (Stichwort Verschärfung der CO2 Flottengrenzwerte) hatte ich für Dezember und auch schon die Monate davor mit niedrigeren Zahlen gerechnet. Aufs ganze Jahr 2024 lag der BEV-Anteil an neuzugelassenen PKWs in Deutschland bei 13,6 %, nach 18,4 % im Jahr davor. In der EU-27 liegt der BEV-Anteil kumuliert per Ende Novemer 2024 bei 13,4 % gemäß Meldung von ACEA vor 3 Wochen (Vergleichszeitraum Vorjahr 14,2 %).
Für das gerade begonnene Jahr 2025 wird nach diversen Schätzungen mit einem BEV-Anteil von im Schnitt 25 % in der EU gerechnet. Die Range geht von einem Anteil von 22 % bis zu 28 % aus, siehe Beitrag Heise. Diese Einschätzungen teile ich, persönliche rechne ich auch mit einem Anstieg des BEV-Anteils deutlich in den 20er%-Bereich. D.h. die Zahlen an produzierten und verkauften BEVs werden hier in Europa deutlich in die Höhe gehen. Leider ist nicht bekannt, welche Produktionskapazitäten (2oder 3-Schichtbetrieb) Aumann‘s Kunden bzgl BEVs aktuell bereits vorhalten. Hier bewegen wir uns im spekulativen Bereich. Abschätzend würde ich sagen, dass dies auf alle bezogen sich vllt in einer Größenordnung von 25 - 28 % bewegen dürfte. Für BMW würde ich vllt auch 30 % BEV oder leicht darüber unterstellen. Im Umkehrschluss heißt das, dass für Aumann‘s Kunden noch einiges an Investitionsvolumen (und damit Umsatzpotential für Aumann) die nächsten 8 - 10 Jahre ansteht, bis sämtliche Produktionskapazitäten auf 100 % BEV umgerüstet sind. Konservativ geschätzt würde ich sagen, dass hier eine Größenordnung von 3 - 4 Mrd € Umsatzpotential allein für Aumann anstehen dürften (Basisannahme: zusammengenommen verteidigen Aumann‘s Kunden die derzeitigen Verkaufsvolumina trotz verstärktem Konkurrenzdruck aus China).
„ Prognose 2025: Elektroautos vor einem Boom - dank fallender Preise
Verschärfte CO₂-Flottengrenzwerten und drastisch verfallenden Batteriepreise könnten 2025 zu einem deutlich steigenden Marktanteil von Elektroautos führen...
… Prognosen von 22 bis 28 Prozent Marktanteil
Für die Prognose des Anteils der Elektroautos in der Europäischen Union gibt es unterschiedliche Szenarien. Ein bewusst pessimistisches Rechenmodell hat der International Council on Clean Transportaion (ICCT) gewählt: Sollte es absolut keinen Fortschritt bei Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybriden geben, müssten 28 Prozent der Neuwagen elektrisch fahren. Am anderen Ende der Prognoseskala ist Schmidt Automotive Research, die von 22,2 Prozent ausgehen. Überschlägig ist das also rund ein Viertel.“…
Weiter habe ich diese Woche einen interessanten Kommentar im HB gelesen, leider Abo.
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/...-01/100098890.htmlAuszugsweise: Dort ist zu lesen, dass die OEMs „nicht umhin kommen werden, gemeinsam mit Zulieferern und Maschinenbauern in Europa in eine eigene Batteriezellenindustrie zu investieren. Der Weg dorthin wird brutal und gigantisch teuer.“ … es gibt keine Alternative zum Aufbau einer europäischen Produktion. … Denn die Batterie ist in der Welt der Elektromobilität das, was der Motor in der Welt der Verbrennungsmotoren ist. Sich ausschließlich auf chinesische Zulieferer zu verlassen, ist der falsche Weg. Eine derart eklatante Abhängigkeit bei der zentralsten Komponente eines Elektroautos ist keine Strategie, sondern ein großes Risiko.“ Ich teile diese Auffassung. Und hier liegen gerade jede Menge Chancen hinsichtlich zusätzlicher Umsatzpotentiale für Aumann.
„Auch bei BMW und Mercedes ist die Lage kritisch. Alle deutschen Hersteller mussten im vergangenen Jahr Gewinnwarnungen herausgeben. Bei Mercedes könnten sogar die mittelfristigen Ziele von bis zu 14 Prozent Umsatzrendite ins Wanken geratenH+.
Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, muss die Automobilindustrie schonungslos radikale Maßnahmen ergreifen. Denn die Branche befindet sich in der paradoxen Situation, dass sie trotz milliardenschwerer Investitionen immer noch unter einem Investitionsstau leidet. Es wurde in den letzten Jahren nicht zu wenig, sondern falsch investiert. Die Milliarden sind verpufft.
Northvolt-Krise hin oder her, die Hersteller werden nicht umhinkommen, gemeinsam mit Zulieferern und Maschinenbauern in Europa in eine eigene Batteriezellenindustrie zu investieren. Der Weg dorthin wird brutal und gigantisch teuer.
Denn in China überschwemmen vom Staat mit Subventionen hochgepäppelte Unternehmen den Markt mit Batteriezellen und lassen die Zellpreise purzeln. Aber es gibt keine Alternative zum Aufbau einer europäischen Produktion.
Unverzichtbares Batterie-Know-How
Denn die Batterie ist in der Welt der Elektromobilität das, was der Motor in der Welt der Verbrennungsmotoren ist. Sich ausschließlich auf chinesische Zulieferer zu verlassen, ist der falsche Weg. Eine derart eklatante Abhängigkeit bei der zentralsten Komponente eines Elektroautos ist keine Strategie, sondern ein großes Risiko.
Bei der Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge müssen die Hersteller erkennen, dass sie nicht zu Softwarekonzernen werden. Aber sie können sich die Fähigkeiten aneignen, die es ihnen ermöglichen, bei der Entwicklung im Fahrzeug mitzureden und ihre eigenen digitalen Funktionen zu entwickeln, anstatt am Ende alles von den Technologiekonzernen zu kaufen.
Investitionen statt Dividenden
Um die Finanzierung der beschleunigten Transformation müssen sich die Hersteller keine Sorgen machen. Denn egal, welche Regierung in Deutschland gewählt wird, sie wird bereit sein, die Automobilindustrie mit Steuergeldern zu unterstützen.
Und die Hersteller? Sie könnten auf eine ganz verrückte Idee kommen, die den Quandts, Porsches und Piëchs, den wohlhabenden Familien hinter den Autobauern, wie ein Sakrileg vorkommen müsste. Statt die Reichen mit Dividenden noch reicher zu machen, könnten sie jeden Cent in die eigene Zukunft investieren.
Sonst müssen sich die Aktionäre in einigen Jahren den Vorwurf der Leichenfledderei gefallen lassen.“
Unter Berücksichtigung all dem Geschriebenen bin ich für 2025 nicht so pessimistisch. Ich kann mir vorstellen, auf Basis des aufgezeigten, dass die OEMs gezwungen sein werden, relativ schnell den Fuss von der Investitionsbremse zu nehmen. Der AE dürfte / müsste im Jahresverlauf wieder deutlich zunehmen. Der AB ist per Ende Q3 nahe 250 Mio. €, der zum Ende Q4 weiter reduziert sein dürfte, aber noch über 200 Mio. € liegen müsste. Für 2025 rechne ich mit Umsätzen von rd. 300 Mio. €.
Es bleibt sehr spannend. Hoffentlich werden seitens Aumann die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen. Ich denke hier besonders an mögliche Zukäufe.
Schlusskurs von Freitag auf Xetra: 10,78 € (- 3,58 %)
Verschärfte CO₂-Flottengrenzwerten und drastisch verfallenden Batteriepreise könnten 2025 zu einem deutlich steigenden Marktanteil von Elektroautos führen.