Der Aufschwung der Weltwirtschaft steht unmittelbar bevor
Kieler Ökonomen erwarten kräftiges Produktionswachstum / ZEW-Konjunkturerwartungen abermals besser
dfb. FRANKFURT, 19. März. Der Aufschwung der Weltwirtschaft steht nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) unmittelbar bevor. Die konjunkturelle Talsohle der Weltwirtschaft sei im Winterhalbjahr 2001/2002 durchschritten worden. Der Konjunkturaufschwung in den Industrieländern werde zunächst vor allem von der Erholung der amerikanischen Wirtschaft geprägt, heißt es in der neuen Prognose der Kieler Ökonomen für die Weltwirtschaft und Deutschland. In der vergangenen Woche hatte das IfW seine Prognose für den Euro-Raum vorgestellt.
Die Erholung in Amerika strahlt dem Institut zufolge auf die übrigen Industrieländer aus, und zwar nicht nur über einen verstärkten Export in die Vereinigten Staaten. Bedeutsam seien für die Binnennachfrage auch ein besseres Konjunkturklima und eine bessere Stimmung an den Finanzmärkten. Die aktuellen Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bestätigen diese Sicht. Die mehr als 300 befragten Analysten schätzen die Konjunkturaussichten für Deutschland im März abermals deutlich besser ein. Das Index liegt wieder auf dem Stand von Juli 2000.
Das IfW veranschlagt das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 2,7 Prozent, nach 2,2 Prozent im Jahr 2001. Im kommenden Jahr erwarten die Konjunkturforscher eine Wachstumsbeschleunigung auf 4,1 Prozent. Die amerikanische Wirtschaft werde infolge der sehr expansiven Geldpolitik und deutlicher finanzpolitischer Impulse in den kommenden Monaten kräftig wachsen. Die Produktion sei schon im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Die Vereinigten Staaten würden in diesem Jahr um 2,3 und im kommenden Jahr um 4 Prozent (2001: 1,2 Prozent) wachsen. Aufgrund der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft werde Deutschland sein Wachstum von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auf 1,2 Prozent in diesem Jahr steigern. Bis Ende des Jahres bleibe die Auslandsnachfrage hoch. Im Verlauf des Jahres 2003 verliere der Aufschwung dann wieder an Fahrt, im Jahresdurchschnitt werde die Wirtschaft dennoch kräftig um 2,7 Prozent wachsen.
Auch in den anderen Industrieländern werde sich die Produktionszunahme 2003 allmählich abflachen. Die wichtigen Impulse von der expansiven Geldpolitik und vom niedrigen Ölpreis liefen aus. Die Geldpolitik dürfte vom Sommer an auf einen konjunkturneutralen Kurs gebracht werden. Die Kieler Ökonomen rechnen in ihrer Prognose mit einem allmählich steigenden Ölpreis auf etwa 25 Dollar je Faß bis Ende 2003.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2002, Nr. 67 / Seite 15
Kieler Ökonomen erwarten kräftiges Produktionswachstum / ZEW-Konjunkturerwartungen abermals besser
dfb. FRANKFURT, 19. März. Der Aufschwung der Weltwirtschaft steht nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) unmittelbar bevor. Die konjunkturelle Talsohle der Weltwirtschaft sei im Winterhalbjahr 2001/2002 durchschritten worden. Der Konjunkturaufschwung in den Industrieländern werde zunächst vor allem von der Erholung der amerikanischen Wirtschaft geprägt, heißt es in der neuen Prognose der Kieler Ökonomen für die Weltwirtschaft und Deutschland. In der vergangenen Woche hatte das IfW seine Prognose für den Euro-Raum vorgestellt.
Die Erholung in Amerika strahlt dem Institut zufolge auf die übrigen Industrieländer aus, und zwar nicht nur über einen verstärkten Export in die Vereinigten Staaten. Bedeutsam seien für die Binnennachfrage auch ein besseres Konjunkturklima und eine bessere Stimmung an den Finanzmärkten. Die aktuellen Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bestätigen diese Sicht. Die mehr als 300 befragten Analysten schätzen die Konjunkturaussichten für Deutschland im März abermals deutlich besser ein. Das Index liegt wieder auf dem Stand von Juli 2000.
Das IfW veranschlagt das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 2,7 Prozent, nach 2,2 Prozent im Jahr 2001. Im kommenden Jahr erwarten die Konjunkturforscher eine Wachstumsbeschleunigung auf 4,1 Prozent. Die amerikanische Wirtschaft werde infolge der sehr expansiven Geldpolitik und deutlicher finanzpolitischer Impulse in den kommenden Monaten kräftig wachsen. Die Produktion sei schon im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Die Vereinigten Staaten würden in diesem Jahr um 2,3 und im kommenden Jahr um 4 Prozent (2001: 1,2 Prozent) wachsen. Aufgrund der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft werde Deutschland sein Wachstum von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr auf 1,2 Prozent in diesem Jahr steigern. Bis Ende des Jahres bleibe die Auslandsnachfrage hoch. Im Verlauf des Jahres 2003 verliere der Aufschwung dann wieder an Fahrt, im Jahresdurchschnitt werde die Wirtschaft dennoch kräftig um 2,7 Prozent wachsen.
Auch in den anderen Industrieländern werde sich die Produktionszunahme 2003 allmählich abflachen. Die wichtigen Impulse von der expansiven Geldpolitik und vom niedrigen Ölpreis liefen aus. Die Geldpolitik dürfte vom Sommer an auf einen konjunkturneutralen Kurs gebracht werden. Die Kieler Ökonomen rechnen in ihrer Prognose mit einem allmählich steigenden Ölpreis auf etwa 25 Dollar je Faß bis Ende 2003.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2002, Nr. 67 / Seite 15