Von Tony Major und Sebastian Sachs, Frankfurt
Eine Investorenkonferenz bei der Deutschen Bank hat Aufregung um die Vorabveröffentlichung kursbewegender Informationen durch Dax-Unternehmen ausgelöst. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) prüft, ob es Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen die Publikationsregeln aufnimmt.
Bei der Konferenz präsentieren sich seit Mittwoch in Frankfurt zahlreiche im Dax 100 vertretene Unternehmen - darunter Allianz, SAP, Metro oder Commerzbank - vor handverlesenen internationalen Analysten und Fondsmanagern.
Einige Firmen sollen dabei auch Gewinn- und Umsatzprognosen gegeben haben. Das BAWe prüft, ob diese Zahlen durch Ad- hoc-Meldungen hätten veröffentlicht und damit allen Aktionären zugänglich gemacht werden müssen. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob eine offizielle Ermittlung eingeleitet werde.
Börsenaufsicht prüft Verstöße
Börsenhändler äußerten sich empört, dass nur ein kleiner Kreis Informationen erhalten habe, die die Aktienkurse bewegt hätten. Nach den Regeln müssen Unternehmen Informationen, die einen "signifikanten Einfluss" auf den Aktienkurs haben könnten, "ad hoc", also sofort, veröffentlichen. Als "signifikant" gilt meist eine Kursbewegung um fünf Prozent.
ei einigen Unternehmen, die an der Konferenz teilnahmen, waren deutliche Kursbewegungen zu beobachten. Am Donnerstag kletterte die Epcos-Aktie zeitweise um mehr als sechs Prozent, nachdem der Finanzchef bei der Konferenz eine kräftige Umsatzsteigerung für das zweite Quartal in Aussicht gestellt hatte. Die Aktien der Commerzbank legten über drei Prozent zu. Ein Vorstandsmitglied hatte Prognosen über die Vorsteuergewinne abgegeben, die über den Analystenerwartungen lagen.
Die Deutsche Post reagierte auf die Konferenz am Donnerstag mit der vorgezogenen Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2001. Konzernchef Klaus Zumwinkel habe an der Konferenz teilgenommen. Deshalb habe die Post die Zahlen zeitgleich per Fax verschickt.
Metro nannte bei der Konferenz nach Informationen der FTD Umsatzzahlen. Ein Metro-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen könne sich zum Umsatz öffentlich derzeit nicht äußern.
Lufthansa und Allianz wiesen Spekulationen zurück, sie hätten bei der Konferenz kursbewegende Zahlen bekannt gegeben. Die Commerzbank räumte ein, ihre Gewinnprognose für 2002 sei noch nicht bekannt gewesen.
Die Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, Reinhild Keitel, sprach von einem "unbefriedigenden Zustand" und forderte, "dass Investorenkonferenzen zeitgleich im Internet zugänglich gemacht werden sollen". Es bestehe immer die Gefahr, dass auf diesen Konferenzen auf Nachfrage "das eine oder andere mitgeteilt wird, was so in der Ad-hoc-Mitteilung nicht drinsteht".
© 2002 Financial Times Deutschland
Eine Investorenkonferenz bei der Deutschen Bank hat Aufregung um die Vorabveröffentlichung kursbewegender Informationen durch Dax-Unternehmen ausgelöst. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) prüft, ob es Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen die Publikationsregeln aufnimmt.
Bei der Konferenz präsentieren sich seit Mittwoch in Frankfurt zahlreiche im Dax 100 vertretene Unternehmen - darunter Allianz, SAP, Metro oder Commerzbank - vor handverlesenen internationalen Analysten und Fondsmanagern.
Einige Firmen sollen dabei auch Gewinn- und Umsatzprognosen gegeben haben. Das BAWe prüft, ob diese Zahlen durch Ad- hoc-Meldungen hätten veröffentlicht und damit allen Aktionären zugänglich gemacht werden müssen. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob eine offizielle Ermittlung eingeleitet werde.
Börsenaufsicht prüft Verstöße
Börsenhändler äußerten sich empört, dass nur ein kleiner Kreis Informationen erhalten habe, die die Aktienkurse bewegt hätten. Nach den Regeln müssen Unternehmen Informationen, die einen "signifikanten Einfluss" auf den Aktienkurs haben könnten, "ad hoc", also sofort, veröffentlichen. Als "signifikant" gilt meist eine Kursbewegung um fünf Prozent.
ei einigen Unternehmen, die an der Konferenz teilnahmen, waren deutliche Kursbewegungen zu beobachten. Am Donnerstag kletterte die Epcos-Aktie zeitweise um mehr als sechs Prozent, nachdem der Finanzchef bei der Konferenz eine kräftige Umsatzsteigerung für das zweite Quartal in Aussicht gestellt hatte. Die Aktien der Commerzbank legten über drei Prozent zu. Ein Vorstandsmitglied hatte Prognosen über die Vorsteuergewinne abgegeben, die über den Analystenerwartungen lagen.
Die Deutsche Post reagierte auf die Konferenz am Donnerstag mit der vorgezogenen Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen für 2001. Konzernchef Klaus Zumwinkel habe an der Konferenz teilgenommen. Deshalb habe die Post die Zahlen zeitgleich per Fax verschickt.
Metro nannte bei der Konferenz nach Informationen der FTD Umsatzzahlen. Ein Metro-Sprecher sagte auf Anfrage, das Unternehmen könne sich zum Umsatz öffentlich derzeit nicht äußern.
Lufthansa und Allianz wiesen Spekulationen zurück, sie hätten bei der Konferenz kursbewegende Zahlen bekannt gegeben. Die Commerzbank räumte ein, ihre Gewinnprognose für 2002 sei noch nicht bekannt gewesen.
Die Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, Reinhild Keitel, sprach von einem "unbefriedigenden Zustand" und forderte, "dass Investorenkonferenzen zeitgleich im Internet zugänglich gemacht werden sollen". Es bestehe immer die Gefahr, dass auf diesen Konferenzen auf Nachfrage "das eine oder andere mitgeteilt wird, was so in der Ad-hoc-Mitteilung nicht drinsteht".
© 2002 Financial Times Deutschland