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Fips17:

Aufgepasst sehr sehr interessanter Artikel !!!!!!!

 
23.05.01 14:09
22.05.2001: Zukunftstrends (Teil 5/5): Kursgewinne mit der nächsten Wirtschaftsgroßmacht!
Die nächste Globalisierungswelle wird erneut in Asien eröffnet: Mit dem weltweit schnellsten Wirtschaftswachstum zerstört China das in den 80er Jahren geprägte Modell der mächtigen Triade.


Der Tod der Triade

„Nicht das Engagement in allen Ländern der Welt garantiert den Erfolg, sondern die Konzentration auf die Triade USA, Japan, Europäische Gemeinschaft.“ Dies ist der Klappentext eines Wirtschaftsbestsellers, der 1985 erschien und von Dr. Kenichi Ohmae, einem der Direktoren der weltweit hoch angesehenen Unternehmensberatung McKinsey & Company Inc., geschrieben wurde. Ich entdeckte das Buch, das mein Interesse durch den ausgefallenen Titel „Macht der Triade“ auf sich zog, beim Durchstöbern der Regale einer großen Universitätsbibliothek und musste fast zwangsläufig an den Kursverlauf des Nikkei 225-Index von 1990 bis heute denken, als ich den Band wieder in die Reihe der vielen, in den achtziger Jahren erschienenen Bücher stellte, die Japan als das Schlaraffenland der Wirtschaft anpriesen.


Der Inhalt des Buches hatte mich gereizt: Das Kapitel Zehn der „Macht der Triade“ befasste sich mit dem Thema, das eigentlich Gegenstand dieses Artikels werden sollte: „Die Rolle der Schwellenländer“. Ohmae predigt seinen Lesern, die vornehmlich der Zielgruppe der Entscheidungsträger und Topmanager entstammen dürften, lediglich die Absatzmärkte USA, Europa und Japan zu adressieren und erklärt im angesprochenen Kapitel, dass die Schwellenländer höchstens als Produktionsstandorte geeignet seien.

Den Inhalt des Buches möchte ich an dieser Stelle nicht weiter evaluieren. Der Aufstieg Japans und seine Integration in die Triade war letztendlich die zweite Welle eines der ältesten Trends der Menschheit: Der Trend zur Globalisierung. Weltweit sind sich Ökonomen einig: Die dritte Welle dieses Trends rollt nun.



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Ein deutsches Beispiel: VW und DaimlerChrysler

Im Zusammenhang mit den Managementtheorien Ohmaes braucht man als Anleger, der am deutschen Aktienmarkt interessiert ist, nicht lange nach einer passenden Gegenüberstellung zu suchen. Jürgen Schrempp, der Vorstandsvorsitzende des sogenannten Weltkonzerns DaimlerChrysler, ist vermutlich einer der Manager, die noch auf die Theorie Ohmaes bauen: Die Triade wird hier seit einiger Zeit mustergültig abgedeckt. Chrysler – Mercedes – Mitsubishi ist die Antwort Schrempps auf die Forderung, die Märkte der Triade zu bedienen. Sein Konkurrent Ferdinand Piëch hingegen, der den Wolfsburger VW-Konzern lenkt, baut - entgegen der Ohmae-Theorie - auf die Besetzung der Emerging Markets und visiert hier vor allem als Schwerpunkte die Märkte Osteuropa, China und Lateinamerika an. Welcher Strategie die Banken und Fondsmanager zuletzt den Vorrang gaben, entnehmen Sie am einfachsten den gegensätzlichen Kursdiagrammen der beiden Autobauer.



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Jede Zeit hat ihre Favoriten

Nichts geht über diese Börsengrundregel: Steigende Aktien und Märkte gibt es immer. Doch auch Anleger blieben zuletzt auf die Triade fixiert. Nach der Russland- und Asienkrise 1997 sind die Investoren aus fast allen Schwellenländermärkten der Welt rausgegangen. Die vier asiatischen Tiger, die einst als große Hightech-Hoffnungen gehandelt wurden, werden kaum noch von Anlegern verfolgt. Und Probleme in Argentinien haben in diesem Jahr auch verstärkt ausländische Investoren aus den südamerikanischen Börsen vertrieben. Schade, denn in den Märkten der Triade wird derzeit einfach kaum Geld verdient. Ein Blick auf Papiere aus China zeigt, an welcher Börse in diesem Jahr Sektkorken knallen. Der Index A der Shanghai Stock Exchange, also der chinesische Blue-Chip-Index, legte trotz des Einbruchs anderer Weltbörsen seit dem März 2000 von knapp über 2000 Punkten auf heute 2275 Punkte zu. Wer dabei auf den richtigen Investmentexperten setzte, machte sogar mehr als 20 %. So brachte zum Beispiel der zuletzt zum Stichtag 31.03.2001 bilanzierte Fonds HSBC GIF Chinese Equity, der ausschließlich in China anlegt, innerhalb von 12 Monaten einen Ertrag von 26 %. Dabei war die Volatilität des Index zuletzt recht gering. Als Hauptgründe für ein Desinteresse heimischer Anleger an diesem exotischen Markt gelten die politischen Risiken, die das totalitäre Regime in China erzeuge. Doch überraschender Weise verhielten sich chinesische Aktien auch während des jüngsten Spionageflugzeug-Problems zwischen den USA und China sehr ruhig.


China - Das zweite Japan?

Nach Schätzungen amerikanischer Investmentbanken, wie Salomon Smith Barney oder Morgan Stanley Dean Witter, wird die chinesische Volkswirtschaft in diesem Jahrzehnt jährliche Wachstumsraten von 5 % bis 10 % erzielen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) bestätigte in einer Pressekonferenz zum weltweiten Wirtschaftsausblick am 26. April 2001, dass die Volkswirtschaften von Indien und China nicht durch ein schwächer als erwartetes Weltwirtschafswachstum eingebremst werden könnten. Während der IWF die Prognose für das weltweite Wachstum in 2001 deutlich von 4,2 % auf 3,2 % zurücknehmen musste und als Hauptgründe hierfür eine stagnierende Erholung in Japan, moderates Wachstum in Europa und einen Wachstumseinbruch in den USA herausstrich, hielt man die Prognosen für Indien und China aufrecht. Michael Mussa, der Direktor des Forschungsinstitutes des IWF, der die Zahlen vorstellte, nannte China und Indien „wichtige Ausnahmen“ und sprach von einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum in diesen Ländern, die hierbei Vorteile aus einer „relativ gesehenen höheren Isolation von der Weltwirtschaft“ ziehen. Für 2001 rechnet der IWF für beide Länder mit einem Wirtschaftswachstum von 6 % bis 6,5 %.

Bei genauerem Hinsehen erkennt man Parallelen zum Japan-Boom in den siebziger Jahren: Der sogenannte Protektionismus hatte die japanische Wirtschaft damals groß gemacht. Der Markteintritt ausländischer Auto- und Elektronikkonzerne war durch zolltechnische und bürokratische Erschwernisse lange hinausgezögert worden. Diese Wirtschaftspolitik legte die Basis für den kometenhaften Aufstieg des Sony-Konzerns unter der japanischen Managementlegende Akio Morita, aber auch das Fundament für die Macht des Konkurrenten Matsushita und die Autokonzerne. Der Protektionismus brach als System erst in den 90er Jahren auf Druck der USA zusammen und wurde von einer langsamen Marktöffnung gefolgt. Heute verfolgt vor allem China den Protektionismus. An der Ostküste des Landes sind riesige Wirtschaftszentren entstanden: Nach Angaben der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung e.V., die eine Studie der Corporate Resource Group zitiert, gehören die chinesischen Millionenstädte Shanghai, Peking, Guangzhou, Hong Kong und Dalian im Hinblick auf die Lebenshaltungskosten mittlerweile zu den zehn teuersten Städten der Welt. Die Wirtschaft floriert in China und der fast sichere Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) könnte dem Reich der Mitte weitere ungeahnte Wachstumsimpulse geben. Während die Triade am wirtschaftlichen Keuchhusten zu ersticken droht, entsteht aus dem Zentrum eines ursprünglich kommunistischen Systems eine neue Hochburg der Weltwirtschaft. Dementsprechend attraktiv sind die Aktien der Unternehmen, die sich hier verstärkt engagieren.


HSBC – Die sichere Bank im Kampf um China

Das „konservative“ China-Investment Nummer Eins ist auch nach den jüngsten Fusionsgerüchten sicher weiterhin die Aktie der Hong Kong & Shanghai Banking Corporation (HSBC). Das Unternehmen ist in London ansässig und setzt seinen Fokus, wie man dem Namen bereits entnehmen kann, vor allem auf Asien und China. Doch Analysten sind sich mittlerweile sicher, dass das Traditionsunternehmen, das auch am deutschen Markt durch die Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt vertreten ist, die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch übernehmen will. Dies hatte den Aktienkurs in den vergangenen Tagen stark nach unten getrieben, da befürchtet wird, dass HSBC für die nach Marktkapitalisierung um ein Drittel kleinere Merrill Lynch zu viel bezahlen werde. Die beiden Unternehmen unterhalten seit diesem Jahr ein Joint Venture im Investmentbereich. Die Fusionsgerüchte waren nach der Genehmigung einer Kapitalerhöhung durch die Aktionäre im März, die 24 Mrd. USD in die HSBC-Kassen spülen könnte, aufgekommen. Merrill Lynch-Vorstandsvorsitzender David Komansky hatte durch die Feststellung, dass eine solche Fusion Sinn machte, die Diskussion vor wenigen Tagen neu entfacht. Dass dieses Vorhaben vernünftig wäre, bestätigen Investmentexperten rund um den Globus. Dennoch müsse der Preis stimmen.

Nach dem jüngsten Kursknick sollte die teuere Durchführung eines solchen Schrittes weitgehend eingepreist sein. Das entstehende Unternehmen würde immerhin zu einem der größten Finanzgiganten der Welt aufsteigen, und Größe gilt als marktentscheidender Faktor, um im weltweiten Kampf um Investmentbank-Kunden bestehen zu können. Vor allem im Bereich „Mergers & Akquisitions“ (M & A) würden die Weltmarktführer Goldman Sachs und Morgan Stanley Dean Witter unter erheblichen Wettbewerbsdruck kommen. Klar ist, dass HSBC nach einer eventuellen Fusion mit Merrill nicht den Fokus auf China verlieren würde. Erst am 16. Mai meldete HSBC die Übernahme von 53 % des führenden taiwanesischen Vermögensverwalters China Securities Investment Trust Corp. Kostenpunkt: 103 Mio. USD. Einlagen per 31. März 2001: 3 Mrd. USD. HSBC betonte gleichzeitig die Absicht, China Securities später vollständig übernehmen zu wollen. Auch in Indien wird nun aufgerüstet. Bis zum April 2002 soll innerhalb von nur 12 Monaten die Belegschaft im zweit bevölkerungsreichsten Land der Welt von 3.000 auf 6.000 Mitarbeiter gesteigert werden. Nach einer Fusion mit Merrill Lynch könnte HSBC zur internationalen Drehscheibe für kontinental übergreifende Finanztransaktionen werden.

Mit einem deutlich unter den Erwartungen ausfallenden Ergebnis für 2000 enttäuschte HSBC zuletzt. Das Unternehmen verdiente 51 Britische Pence (umgerechnet 0,82 Euro) je Aktie und blieb damit unter den Erwartungen. Im laufenden Jahr werden von den Analysten der Deutschen Bank 58 Pence (rund 0,93 Euro) pro Aktie erwartet und in 2002 sehen die Experten einen weiteren Anstieg des Gewinns je Anteilschein auf 63 Pence (etwa 1,01 Euro). Damit ist HSBC mit einem 2001er KGV von 15 beim aktuellen Londoner Aktienkurs von 890 Pence (ca. 14,40 Euro) bewertet. Die aktuelle Marktkapitalisierung des Finanzinstituts beträgt somit knapp unter 80 Mrd. Pfund (ca. 130 Mrd. Euro). Angesichts einer langfristig gesehen überragenden Marktpositionierung in Asien und einer aktuell dem europäischen Bankendurchschnitt entsprechenden Aktienbewertung kann das Papier von langfristigen Anlegern im Bereich zwischen 800 und 850 Pence aufgesammelt werden.




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Fazit

Zum Abschluss der fünfteiligen Zukunftsserie komme ich noch einmal auf das Buch „Die Macht der Triade“ zurück. Diese Lektüre ist meiner Ansicht nach ein Kind der grenzenlosen Japan-Euphorie und doch ein Werk eines Autors, der sich getraut hat, aus den Entwicklungen der Vergangenheit und Gegenwart auf die Zukunft zu schließen. Auch wenn einige Thesen des Buches schon nach dem unerwarteten Zusammenbruch des Ostblocks, der neue Märkte öffnete, keine Gültigkeit mehr hatten, so waren die Ansichten dennoch 1985 wohl durchdacht und gut belegt worden. Die Beschäftigung mit der Zukunft lohnt sich, unabhängig davon, ob die Ihnen in diesen fünf Folgen vorgestellten Prognosen so sensationell zutreffen, wie einige der sogenannten Megatrends, die John Naisbitt 1982 vorhersah. Denn allein das Nachvollziehen und Entwickeln von Zukunftsszenarien ermöglicht Ihnen, diese zu bewerten. Und mit solchen Schätzungen werden Sie als Anleger täglich konfrontiert: Erst vor wenigen Tagen flatterte mir wieder eine sogenannte „Morning Note“ eines großen amerikanischen Investmenthauses in mein e-Mail-Postfach. Darin entwarf ein Analyst die Ergebnisreihe für ein großes Unternehmen des Neuen Marktes bis zum Jahr 2005. Und das bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma genau! Leider werden vermutlich wesentlich mehr Leser die Prognosen der WFS oder des Prof. Halal für unglaubwürdig und unsinnig befunden, als die Berechnungen einiger Bankanalysten. Psychologisch übrigens ein klares Phänomen. Die Dinge, mit denen der Mensch täglich konfrontiert wird, die hinterfragt er nicht. Dem Neuen hingegen bringt er die gesunde Portion Skepsis noch entgegen. Wir, hier in Salzburg, umschreiben das Phänomen mit dem Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“.
Der Grad zwischen gesunder Skepsis und ihrer krankhaften Ausartung dürfte vermutlich unbestimmbar und recht schmal sein. Ich wünsche Ihnen als Anleger das Maß, das hierfür notwendig wäre und schließe mit dem Verweis darauf, dass die vorgestellten Unternehmen deshalb eher aus dem konservativer als gewohnten Investmentbereich entnommen waren, weil auch ich selbst den vorgestellten Trends und Analysen eine gewisse Skepsis entgegenbringe und somit die Risiken beim „Setzen“ auf diese möglichst gering halten möchte. Dass Investitionen in Zukunftstrends nichts für kurzfristige Trader sind, sondern lediglich für Anleger mit mehrjährigem Investitionshorizont, ist auch klar.

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Hier der Link damit ihr euch auch die Charts ansehen könnt  -  mich freuts nämlich grad nicht

www.finanznachrichten.de/berichte/news.asp?s=berichte&id=218239



mfg Fips17
Antworten
patznjeschniki:

@Fips17: SEHR interessant!!!

 
27.05.01 16:39
Wo bekomme ich Infos zu chinesischen Unternehmen und welche Branchen und Unternehmen Chinas favourisierst du?

Ich hab den gelesen und will in China investieren, aber in welche Werte oder Branchen???

Patzi
Antworten
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