Au Backe Deutsches BIP


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Au Backe Deutsches BIP

 
14.08.03 15:08
14.08.03 ROUNDUP 2: Deutsches BIP auch im 2. Quartal geschrumpft - Formell in Rezession
 



WIESBADEN (dpa-AFX) - Das erneute Schrumpfen der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal 2003 hat die Angst vor einer Rezession abermals entfacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres real um 0,1 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit. Im Jahresvergleich fiel die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent. Der zweite BIP-Rückgang in Folge fachte die Diskussion darüber an, ob bereits von einer Rezession zu sprechen sei. Für das Gesamtjahr wird mit einer erhofften Erholung im zweiten Halbjahr nur mit einer Stagnation oder einem leichten Wachstum von bis zu 0,2 Prozent gerechnet.

Formell betrachtet ist die Bundesrepublik in eine Mini-Rezession gerutscht. Nach amerikanischer Definition gilt dies bei zwei Minusquartalen hintereinander. Bereits im ersten Vierteljahr 2003 mit einem Rückgang von 0,2 Prozent und im Schlussquartal 2002 mit einer roten Null hatte es leichte Rückschläge gegeben.

'LÄHMENDE STAGNATION'

Die meisten Volkswirte jedoch halten den Begriff Rezession für falsch, um Deutschlands Situation richtig zu beschreiben. Denn die BIP-Zahlen lagen nur äußerst knapp unter der Null-Linie. Die Commerzbank sieht erst bei Minusraten ab zwei Prozent eine Rezession. Deutschland stecke also vielmehr in einer lähmenden Stagnation, die bereits mehr als drei Jahre andauert, wird argumentiert.

Im Vergleich zu den letzten Rezessionsjahren 1993 und 1982 steht Deutschland auf jeden Fall deutlich besser da. Damals gab es viel deutlichere Rückgänge bei der Kapazitätsauslastung der Industrie. Zudem mehren sich die Zeichen, dass es in der zweiten Jahreshälfte wieder aufwärts geht. Die sich abzeichnenden Trippelschritte nach oben werden die Wirtschaft aber insgesamt in diesem Jahr kaum voranbringen. Eine Wachstumsrate von allenfalls 0,2 Prozent gilt als wahrscheinlich.

EXPORT BELASTET BIP

Der erneute Rückschlag im zweiten Quartal ist allein auf außenwirtschaftliche Faktoren zurückzuführen. Die Exporte litten unter dem starken Euro, den Ausfällen in der Autoproduktion wegen der ostdeutschen Metallerstreiks und der schwachen Weltkonjunktur. Daher fiel der Rückgang der Ausfuhren weit stärker aus als die Abnahme der Importe. Der dadurch entstehende negative Außenbeitrag bremste die Konjunktur.

Bei den Einfuhren trat eine Gegenbewegung zum ersten Quartal ein, als infolge des damals drohenden Irakkrieges die Ölimporte nach oben schnellten. Der Rückgang im zweiten Vierteljahr wäre aber weitaus stärker ausgefallen, hätte der Euro-Höhenflug nicht die Importe im Vergleich zu heimischen Produkten günstiger gemacht.

KONSUM OHNE DYNAMIK

Der negativen Entwicklung im Außenhandel konnte die leichte Erhöhung der inländischen Nachfrage nichts entgegen setzen. Hier dämpften die Nachwehen des Irakkrieges und die steigende Arbeitslosigkeit. Der private Konsum blieb trotz leichter Besserung ohne Dynamik. Auch die Investitionen der Unternehmen kamen nicht in Gang. Die Bauwirtschaft steckte weiter in der Krise.

Der starke Rückgang des BIP von 0,6 Prozent im Jahresvergleich war jedoch überzeichnet. Im zweiten Vierteljahr 2003 gab es einen Arbeitstag weniger. Dies herausgerechnet hätte es nur einen Rückgang von 0,2 Prozent gegeben./sto/DP/js

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