Asiens Wachstumszug verliert an Tempo


Thema
abonnieren
Beiträge: 2
Zugriffe: 309 / Heute: 2
EinsamerSam.:

Asiens Wachstumszug verliert an Tempo

 
29.11.04 11:26
Sinkender Dollar, steigende US-Zinsen und hoher Ölpreis

Asiens Wachstumszug verliert an Tempo

Hohe Ölpreise, der sinkende Dollar und steigende Zinsen in den USA werden die hohen Wachstumsraten Asiens im kommenden Jahr abbremsen. „Wir rechnen für 2005 mit einem Zinsniveau in den USA von etwa drei Prozent“, sagt der Chefökonom der Asiatische Entwicklungsbank (ADB), Ifzal Ali, dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Das wirke sich negativ auf den Konsum und die Investitionen in der Boomregion aus. Er forderte die betroffenen Länder auf, Konsequenzen zu ziehen – etwa durch die Flexibilisierung ihrer Wechselkurse. Trotz der Abschwächung liegen die Wachstumsraten Asiens aber nach wie vor deutlich über denen aller EU-Staaten.

Die ADB geht von einem Ölpreisniveau von 36 bis 38 pro Barrel Brent-Rohöl 2005 aus. „Der Ölpreisanstieg ist keine zyklische, sondern eine strukturelle Veränderung. Die Preise bleiben hoch,“ sagte Ali. Trotz der steigenden Ölpreise werde die Region Asien-Pazifik 2004 mit durchschnittlich 7,2 Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt die höchste Wachstumsrate seit der Finanzkrise 1997/98 ausweisen. „Das ist wesentlich besser als wir noch vor sechs Monaten erwartet hatten“, sagt Ali. Allerdings gibt es erhebliche regionale Differenzen. Die ADB rechnet im kommenden Jahr für China mit acht bis 8,5 Prozent Wachstum.

Aus asiatischer Sicht ergibt sich für 2005 ein wenig erfreuliches globales Szenario. Asien könne sich den Risiken eines weiter fallenden Dollars kaum entziehen, sagte der ADB-Ökonom. Eine Ausweitung des Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits der USA könne entscheidend zur Verwundbarkeit der Weltwirtschaft beitragen, vor allem weil Japan und die EU auf eine mögliche Abschwächung der Konjunktur in den USA sehr empfindlich reagieren dürften. Es sei aber in niemandes Interesse, wenn die notwendige Korrektur der Doppeldefiziten in den USA einen scharfen Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in den USA auslösen würde.

Die ADB nimmt daher die asiatischen Währungspolitiker, vor allem in Peking, deutlich in die Pflicht „Wir müssen für eine globale weiche Landung sorgen. Es wird allmählich Zeit, dass asiatische Staaten mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Wechselkursmechanismen zeigen.“ Die nicht an den Dollar gekoppelten Währungen Asiens haben in den vergangenen Monaten bereits nominale Aufwertungen von neun bis zwölf Prozent erlebt. Ali befürchtet, dass sich dieser Prozess „erheblich beschleunigen“ werde, wenn China den Renminbi höher bewertet.

Peking hat bereits durchblicken lassen, dass es seine Währung vom Dollar lösen und an einen internationalen Währungskorb binden könnte, will sich einem Diktat der USA aber nicht beugen. Die ADB geht im Fall währungspolitischer Maßnahmen von größeren Korrekturen aus. „Wenn die chinesischen Behörden mehr Flexibilität zulassen, werden sie es wohl nicht bei marginalen Änderungen belassen,“ sagt Ali voraus. Nach Ansicht der ADB sei eine deutliche Aufwertung durchaus im Interesse Asiens. Sie könne eine Entlastung bei den Ölpreisen und einen geringeren Inflationsdruck bewirken. Die meisten asiatischen Staaten hängen stark von Ölimporten ab. Südkorea ist beispielsweise der viertgrößte Ölimporteur der Welt. Auch China, Indien und Thailand haben mit steigenden Preisen auf Grund der Ölimporte zu kämpfen. Die Analysten von Consensus Economics in Großbritannien, die regelmäßige Konjunktureinschätzungen auf Basis von 130 regionalen Bankenanalysen veröffentlichen, gehen allerdings von einem sich leicht abschwächenden Inflationsdruck 2005 aus.

Da das Wachstum in Asien immer weniger von Exporten und dafür stärker von der Binnennachfrage getrieben werde, sei der Dämpfungseffekt einer Aufwertung begrenzt, warnt die ADB. In den Staaten Südostasiens und Südasiens trägt die inländische Nachfrage, belebt auch von einer regen Investitionstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe, inzwischen bis zu 80 Prozent zum nationalen Wachstum bei. Die Phase des exportgestützten Wachstums in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts werde sich nicht wiederholen.

Begünstigt werde die Abkoppelung von der Nachfrage in den USA, Japan und der EU auch durch die wachsende Vernetzung durch regionale und bilaterale Freihandelsverträge. „Asien ist heute in der Lage, wesentlich mehr Widerstand gegenüber globalen Turbulenzen zu leisten als noch vor wenigen Jahren.“ Die ADB rechnet mittelfristig mit durchschnittlichen Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent für die Region. Bis zum Jahr 2020 werde Chinas gesamtwirtschaftliche Leistung auf das heutige Niveau Japans wachsen und Indien die Größe Chinas erreichen.

Quelle: handelsblatt.com

...be invested
Der Einsame Samariter

Asiens Wachstumszug verliert an Tempo 1724409
Antworten
EinsamerSam.:

Immobilienboom treibt Börse Hongkong

 
03.12.04 13:42
Anleger spekulieren auf Aufwertung des Renminbis

Immobilienboom treibt Börse Hongkong

HONGKONG. Jim Walker lobt Hongkongs Börse in den Himmel. Der bei Credit Lyonnais Securities Asia für die Exkolonie zuständige Ökonom sagt dem Hang-Seng-Index rosige Zeiten voraus. 20 000 Punkte soll er bis 2006 mindestens erreichen. Das wären fast 50 Prozent mehr als zur Schlussglocke gestern. Da erreichte das Börsenbarometer der 6,5-Millionen-Metrople nach einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent satte 14 067 Zähler. Walker wird in der Region ernst genommen. Gerade hat ihn das Magazin Asiamoney zum elften Mal in Folge als besten regionalen Volkswirt ausgezeichnet. Und es scheint, als wolle Hongkongs Börse das tun, was Walker prognostiziert. Getrieben wird der Hang Seng von einem halben Dutzend Faktoren: Dazu zählen unter anderem eine kräftig wachsenden Wirtschaft ebenso wie der wieder erwachende Boom bei Immobilien. Folge: Die Anleger stürzen sich auf Hongkongs Aktien, als gäbe es bald keine mehr.

Die traditionelle Übergewichtung des Immobiliensektors im Stadtstaat gilt als der stärkste Treibriemen bei diesem Höhenflug. Bester Wert zu Wochenbeginn war wieder der vom Li-Ka-Shing, der reichste Mann Asiens, gesteuerte Mischkonzern Hutchison Whampoa, dessen Aktien 4,6 Prozent zulegten. Hutchison profitiert von Gerüchten, wonach Li-Ka-Shing mit Pekings Regierung Gespräche über den Verkauf seiner 35 Prozent Anteile an Husky Energy führen soll. „Das ist etwas, was den Hutchison-Gewinn nach oben treiben wird“, skizziert der Fondsmanager Tim Leung bei IG Investment Management in Hongkong die Phantasien am Markt.

Der Hang-Seng-Immobilien-Subindex erweist sich mit einem Plus von 11 Prozent seit September als momentanes Zugpferd der Börse. Verkäufe von Immobilien nahmen in Hongkong in den ersten zehn Monaten des Jahres um 80 Prozent zu. Die Preise für Wohnungen schossen laut CB Richard Ellis, dem weltweit größten Immobilienbroker, um 26 Prozent nach oben. „Das ist die wirtschaftliche Wiederbelebung“, sagt die Fondsmanagerin Elizabeth Soon bei Standard Life Investments Asia in Anspielung auf den kräftigen Zuwachs von Hongkongs BIP im dritten Quartal um 7,2 Prozent.

Doch nur im Schlepptau des Immobilienbooms wäre der Hang Seng nicht so hoch geklettert. „Unsere Wirtschaft hat die Kurve gekriegt und befindet sich in einer breit angelegten Erholung“, sagt Finanzsekretär Henry Tang. Die Hong Kong General Chamber of Commerce belegte dies vergangene Woche mit einer Umfrage unter knapp 300 Firmen, von denen zwei Drittel erwarten, dass die Wirtschaft der Stadt auch im kommenden Jahr drei bis sieben Prozent zulegen wird. Beim Blick nach vorn taucht in Hongkong auch immer klarer das 2,9-Milliarden-Dollar-Projekt Disneyland auf, das 2005 die Tore öffnen wird und im ersten Jahr fünf Millionen Touristen anziehen soll. Disney hat zum Bau von 10 000 zusätzlichen Hotelzimmern in der Stadt geführt. Schon in diesem Jahr kommen 50 Prozent mehr Touristen vom chinesischen Festland als 2003 – nicht zuletzt, um einzukaufen.

Der Börse, sagt die Analystin Denise Yam bei Morgan Stanley in Hongkong, hilft auch die gute Liquidität, die dank des sinkenden US-Dollars und dank zunehmender Gerüchte über eine baldige Aufwertung des chinesischen Renminbi rasant anschwillt. Für japanische Anleger scheint diese Erwartung besonders attraktiv zu sein. „Das ist die letzte Chance, vor der Aufwertung einzusteigen“, frohlockt etwa der japanische Bauunternehmer Yuko Shirohata in Yokohama. In den ersten neun Monaten des Jahres haben Japans Anleger für 669 Mrd. Yen Aktien in Hongkong gekauft, doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. „Die wissen, dass Schanghai viel Ähnlichkeit mit Tokio hat und fühlen sich sicher bei solchen Investments“, begründet Toru Suzukage bei Toyo Securities die spekulative Welle.

Quelle: handelsblatt.com

...be invested
Der Einsame Samariter

Asiens Wachstumszug verliert an Tempo 1730481
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--