Und: Auch ich war mir damals, 2008 und 2011, keiner Schuld bewußt, als ich rausflog. Aber so ist das: Erst kommt der Rauswurf, dann die Freiheit der Gedanken. Oder wie bei uns beiden - umgekehrt.
Egal. Herzlich willkommen hier. 8)
meine Frage an L war nicht ganz ernstgemeint und zielte auf den kleinen logischen Widerspruch, einerseits einen komplett manipulierten Markt zu unterstellen und andererseits mit akribischer fundamentaler und technischer Analyse einen exakten Entry bzw Exit bestimmen zu wollen...
Ja, mit weiteren Schreckensmeldungen und höheren Schuldensalden ist zu rechnen - genauso wie mit dem Gegenteil. Und ?
Nein, die grösste Gefahr für Shorts geht von ihrer Masse aus...
Aktionen von Notenbanken gehen als ein Kausalfaktor unter anderen in die Kursfindung ein. IdR werden diese Aktionen vom Markt antizipiert, weshalb ich von einer untergeordneten Wirkung ausgehe...
Dass Märkte allein deshalb anziehen, weil in Tendern oder sonstigem QEs Liquidität bereit gestellt wird halte ich für eine falsche Vorstellung. 1. Weil es keinen Mangel an Liquidität gibt und 2. weil niemand in absehbare Verlustrisiken investiert, egal wieviel Liquidität abgreifbar ist...
Genau dies bestätigt Japan: Die Möglichkeiten von Zentralbanken und konjunkturpolitischen Massnahmen, den Markt zu beeinflussen, sind begrenzt. ..
Genau dies bestätigen die Einlagen bei der EZB. Geld wird gedruckt, aber nicht verteilt - und stattdessen lieber in negative Renditen investiert, wenn es denn so kommt...
Genau das ist die bullische Indikation: Die (primären) Märkte halte sich robust auf historisch hohem Niveau, obwohl die expliziten wie impliziten Versuche der Beeinflussung (und auch der Manipulation, die natürlich immer mit am Tisch sitzt) weitestgehend wirkungslos verpuffen. ..
Ja, die hohen Volumina, die sideline bei womöglich negativen Renditen parken, bilden den theoretischen Treibsatz eines zukünftigen Bullmarkets...In dem Maße, wie Kurse (weiter) steigen, sollte dies Option eingelöst werden (denn erst steigende Kurse lösen Kaufdruck aus)...
Ja, die Liquiditätsreserven antizipieren den Worst Case. Allein schon deshalb wird er nicht eintreten...
Im Kapitalismus gibt es keine übergeordnete Instanz, welche ' Probleme' löst. Die löst der Markt immer noch selbst. Die übergeordneten instanzen sind allerdings, wie schon gesagt, Mitspieler dabei..
Long oder short - wer gegen den Markt oder in meiner Sicht gegen die Marktpsychologie spekuliert, verliert...
Crack up Boom - persönlich glaube ich nicht daran. Ob da was dran ist, kann sich nur retro rausstellen...In Japan gab es jedenfalls keinen Crack up Boom. Auch keine dramatische rezessive Entwicklung, sondern eine Stagnation auf hohem Niveau. Ungefähr das, was uns hier%2
Du bist viel zu schlau, um an der Börse dauerhaft Gewinne zu generieren:-)
Nein, Spaß beiseite und mal ganz im Ernst:
Die Intelligenz der Börse und ihrer Teilnehmer wird m.E. maßlos überschätzt.
Man versucht oftmals, auf intelligente Art und Weise zu eruieren, worauf die Kurse reagieren bzw. was sie negieren.
Aber die Wahrheit ist viel simpler (und dennoch zu komplex, um sie hier in einem Posting darzustellen).
Ergo (ganz kurz und grob): Für den "Kleinanleger" (= besser: die Privatperson) bleiben nur zwei erfolgversprechende Varianten:
Entweder er investiert nur auf relativen Niedrigständen und verkauft auf relativen Höchstständen. Diese Sorte kauft nur bei unter 4.000 und verkauft bei über 7.000 Punkten im Dax.
Die Personen, die eine derartige Vorgehensweise rigoros handhaben, sind sehr konservativ in ihren Entscheidungen, in aller Regel sehr vermögend und haben null Ahnung von der Börse, verdienen aber dennoch ihr Geld, da sie Ausdauer (= Kapital und Geduld) besitzen, es einfach bis zu einem gewissen Punkt laufen lassen und sich dabei (ausschließlich) an der historischen Preiskurve orientieren. Wieso und weshalb es jenseits genannter Marken (noch) steigen oder fallen sollte, wissen sie nicht bzw. es interessiert sie auch nicht.
Sie wissen nur: Ich bin aktuell in einem Markt unterwegs, der sich auf relativen Höchst- bzw. Tiefstständen bewegt. Mehr brauchen sie auch nicht zu wissen, um ihre Entscheidung zu treffen.
Fazit: Diese Jungs verdienen eine Schweinegeld an der Börse, obwohl sie strenggenommen überhaupt keine Ahnung haben und für ihr Investment auch kaum Zeit aufwenden. Aber ihr Vorteil: Geld, Disziplin ,Geduld im Überfluss und den unbedingten Drang, (egal auf welchen Märkten auch immer) nur auf (relativ) günstigem Niveau zu kaufen.
Genau dies sind die Leute, die - mehr oder weniger unwissentlich - auch an der Börse über allem stehen, da sie - blauäugig - auf Tiefständen kaufen und - ignorant - auf Hochständen verkaufen.
Sie sind die wahren Profiteure, obwohl sie - bis auf wenige Dogmen, die sie leiten - keine Ahnung haben. Aber durch ihre Vorgehensweise beweisen genau diese Leute, warum sie im Laufe ihres Lebens überdurchschnittlich erfolgreich waren: Das Große und Ganze im Blick zu behalten und sich nicht in die Niederungen bzw. Abgründe kleinkarierter Aufgeregtheiten zu verlieren.
Der Rest sind die Daytrader etc. pp, die ständig an sich arbeiten, viel Zeit aufwenden und über die Jahre den Markt (inklusive Signalen, Chartmustern etc. pp) bis ins Detail kennenlernen.
Ihre Ausgangslage ist eine völlig andere: Sie haben nicht derart viel Geld zur Verfügung, um wie o. g. Personen zu agieren, sondern müssen aus ihren begrenzten Mitteln in relativ kurzer Zeit höchstmöglichen Profit schlagen.
D.h., diese Jungs kennen die Börse aus dem Eff-Eff, verfolgen den täglichen Pulsschlag der Börse, verlieren aber dennoch zu (mindestestens) 90%.
Warum?
Dafür gibt es unzählige Gründe.
An erster Stelle würde ich jedoch mangelndes Kapital und mangelnde Geduld setzen, sowie den weiteren Umstand, dass ganz kurzfristig die Börse von Kräften beinflusst wird, die man durchaus als kriminell Kreise bezeichnen könnte.
Konkret: Es ist doch absurd, wenn man die Emis für unfähig halten würde, sich untereinander über die gegenwärtige Anzahl von Call/Put-Optionen (insbesondere bei den beliebten KO-Zertis) auszutauschen.
Hat doch jeder Emittent ein eminentes, kurzfristiges Interesse daran (auch wenn sie eigentlich nur am Spread verdienen).
Von daher: Finger weg von kurzfristigen (engen) KO-Zertis, denn eure Kontrahenten wissen genau, worauf wann kurzfristig gesetzt wird und werden ihr möglichstes tun, die Mainstream-Erwartung zu konterkarieren, was ihnen - ganz kurzfristig - auch ohne weitereres möglich ist.
Damit wäre zugleich auch ein weiterer Grund geliefert, warum so viele Daytrader (mit engen KO-Zertis) über den Jordan gehen, obwohl sie eigentlich "richtig" gedacht haben, aber diese Entwicklung setzt eben erst unmittelbar nach dem Knock-Out ein. :-)
Lasst mal die Bären-Jungs in Ruhe.
Sind zwar keine qualifizierten Day-Trader, haben aber in der Vergangenheit - mittel- bis langfristig - schon äußerst brauchbare Analysen gebracht.
Bin zwar persönlich kein Freund von derartigen Analysen - da sie mir kurzfristig kein Geld bringen und sich besser als Kontraindikator nutzen lassen - , muss aber dennoch zugestehen, dass sie auf der mittel-bis langfristigen Ebene die Probleme und Schlagzeilen oftmals quasi vorweggenommen haben.
Insofern: Leben und leben lassen.
ich glaub wirklich nicht, dass der Verweis auf erreichte Punkte sprich Performance eines Trades irgendeine Aussagefähigkeit hat. Was man vielleicht sinnvoll vergleichen könnte wäre die Gesamtperformance über Jahre....
Der antizyklische Ansatz setzt voraus, dass Wirtschaft und Börse in Zyklen verlaufen. 'Krise' liest der Antizykliker als Normalzustand, der auf das Platzen einer Blase folgt und der die nächste Blase - auf höherem Niveau - vorbereitet. Insofern ist ein AZ grundsätzlich und übergeordnet Bulle...
Wer die Ariva-Historie kennt weiss, dass Zap / Metro ziemlich genau dieses antizyklische Denken repräsentiert. Dass er Krisen + Baissephasen nicht 'schönredet', sondern aktiv an diesen teilgenommen hat - auch massgeblich im BT. Was er jedoch nicht gemacht hat war, den Krisen eine terminale Qualität zuzuordnen, nur um dann von 'Verschwörung' zu faseln, wenn der Markt sich nicht an die bittere Diagnose hält. ...
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„Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“
K Adenauer, 1948
„Ein Tag wird kommen, wo die Waffen Euch aus den Händen fallen werden! Ein Tag wird kommen, wo ein Krieg zwischen Paris und London, zwischen Petersburg und Berlin, zwischen Wien und Turin ebenso absurd schiene wie zwischen Rouen und Amiens, zwischen Boston und Philadelphia. ..
Ein Tag wird kommen, wo es keine anderen Schlachtfelder mehr geben wird als die Märkte, die sich dem Handel öffnen und der Geist der sich den Ideen öffnet. ...
Ein Tag wird kommen, wo zwei immense Gruppen, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Vereinigten Staaten von Europa, die einen gegenüber den anderen, sich die Hand über das Meer reichen, ihre Produkte, ihren Handel, ihre Industrie, ihre Kunst und ihre Ideen austauschen. An diesem Tag wird man sehen, wie die Menschen die Erde urbar machen, die Wüsten besiedeln, die Schöpfung unter den Augen des Schöpfers weiterentwickeln und wie sie zum Wohle aller diese beiden unendlichen Kräfte miteinander verbinden: die Brüderlichkeit der Menschen und die Wirkkraft Gottes. Und dieser Tag, zu dem wird es keine 400 Jahre brauchen, denn wir leben in einer schnelllebigen Zeit.“
V. Hugo 1848
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