es kommt zyklisch zu Inflation - dies um so eher und um so mehr, je sorgenloser die Erwartungshaltung ist. Es handelt sich um das 'normalste auf der Welt'..
Dass Aktien gekauft werden aufgrund von inflationserwartungen kann sein, muss aber nicht...
'Teuer' ist in Bezug auf Aktien ein Kriterium, welches sich stets erst retro herausstellt....
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Nee, erst wenn in der Bild-Zeitung auf S.1 ein großer Aufmacher nach dem Motto erscheint:
"Börse außer Rand und Band. Mariechen Müller und der Börsenexperte Bernd Förtsch erzählen Ihnen auf S.2, wie sie aus 1000 Euro eine ansehnliches Vermögen an der Börse erwirtschaften können". ;-)
(Mal ganz im Ernst: Kurzfristig dürfte langsam eine Konsolidierung angesagt sein. Nach unten ist derzeit aber noch sehr viel Luft, ohne den gegenwärtigen Trend ernsthaft zu gefährden).
Doch, es werden gegenwärtig Aktien - auch - aufgrund diverser Inflationsängste gekauft.
Geh mal zu Veranstaltungen von Sparkasse, Deutsche Bank etc.pp.
Dort werden den Leuten Inflations- und (subtiler) Währungsängste vermittelt und es wird versucht, ihnen deutlich zu machen, wie wichtig es ist, sich durch Beteiligung an "Produktivkapital" vor Entwertung durch Inflation etc. zu schützen (die z.T. recht ansehnlichen Dividenden mal ganz Außen vor gelassen).
Ferner wird ihnen vor Augen geführt, dass für die nächsten 1-2 Jahre auf dem Zinssektor keinerlei Besserung zu erwarten ist.
Noch mehr Immobilien kaufen?
Noch mehr Geld in lächerliche Renditen abwerfende Staatsanleihen oder Festgeldanlagen investieren?
Und als wäre all dies noch nicht genug, wird auch noch die Sicherheit des Euros - subtil - in Frage gestellt, während Gold im selben Atemzug als "unseriöse" Alternative verteufelt wird (einfaches an die Wand werfen der gegenwärtige Chartkurve etc. hilft).
Tja, was sollen die armen Schweine da machen?
Ich kann sie verstehen.
Und am Ende kommt dann noch ein "Rechtsexperte" und erklärt der versammelten Zuhörerschaft, was ein "Währungsschnitt" eigentlich bedeutet.
Davon hat auch hier keiner einer Ahnung, eben weil er nicht für möglich hält, zu was für - abstrus anmutenden - Dingen der eigene Staat in solch einem Fall eigentlich ermächtigt ist.
Erspare mir aber derartige Ausführungen, da mir eh keiner glauben würde.
Insofern noch einmal: Wer durch solche Veranstaltungen marschiert ist und überflüssiges Geld hat, der ordert im Regelfall am nächsten Tag bei seiner Hausbank Aktien :-)
Was richtig ist: Eine Menge Luft nach unten existiert tatsächlich, ohne den gegenwärtigen Trend zu gefährden (Konsolidierungen sind gesund und unabdingbar).
Richtig ist ebenfalls, dass die Bankenkurse im historischen Vergleich auf dem gegenwärtigen Niveau der Indizes recht günstig bewertet sind.
Ebenfalls richtig ist: Es gibt derzeit temporäre Ruhe an der EU-Schuldenspektakel-Front.
Was die Multis anbetrifft: Sie lechzen - wie immer - nach Rendite, haben gegenwärtig aber kaum Alternativen (vor allem die dt. Lebensversicherer mit ihren Problemen der Garantieverzinsung zahlreicher Altverträge) und Herr Obama wäre im Wahljahr über steigende Aktienkurse sicherlich auch nicht unerfreut (Besuch von Geithner bei Schäuble auf Sylt etc. pp).
Fazit: Anschnallen und einfach mal schauen.
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