Anshu Jain ein Wunderkind oder nur ein


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Anshu Jain ein Wunderkind oder nur ein

 
14.11.05 19:04

Scharlatan im Nadelstreifen.

 

HANDELSBLATT, Montag, 14. November 2005, 15:30 Uhr

Machtvoller ChefhändlerAnshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695
Der starke Mann hinter AckermannAnshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695
Von M. Maisch, C. Potthoff und F. SchönauerAnshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695
Sonntags steht Anshu Jain gerne auf dem Cricketplatz, zusammen mit zehn Kollegen aus der Firma – genauso viele wie bei einem Fußballspiel. Doch damit sind die Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Sportarten auch schon aufgezählt. Weiße Hosen mit Bügelfalte gegen heruntergerollte Stutzen und blutige Schienbeine, Spiele die bis zu fünf Tage dauern statt 90 Minuten – ein Kulturkampf, den Jain bereits gewonnen hat.Anshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695
Anshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695ad22.vhb.de/pshb?fn=relhbi&sfn=cn_load_bin&id=1139034" style="max-width:560px" align=left vspace=20 border=0>Anshu Jain ein Wunderkind oder nur ein 2225695
Ein erfolgreiches Duo: Jain (r.) sorgt für die Gewinnem, die Ackermann präsentiert. Fotomontage: Handelsblatt (Fotos: dpa)

FRANKFURT/LONDON. Der Cricket-Fan leitet den Wertpapierhandel der Deutschen Bank. Es ist daher wohl kein Zufall, dass Deutschlands mächtigstes Finanzhaus nicht Jürgen Klinsmanns Fußball-Nationalelf sponsert, sondern seine Pfunde lieber für Lord’s Cricket Ground in London ausgibt, Heimat des traditionsreichen Marylebone Cricket Clubs und heilige Stätte des für Kontinentaleuropäer so rätselhaften Sports.

Cricket statt Fußball – das ist ganz nach dem Geschmack von Jain, dem Wunderkind der Deutschen Bank. Und wenn es darum geht, die empfindliche Investmentbanker-Seele bei Laune zu halten, sie zu pflegen und zu streicheln, reichen dicke Boni eben nicht aus. Für viele ist Jain der wichtigste Mann im Konzern, vielleicht sogar wichtiger als Vorstandschef Josef Ackermann. Schließlich erwirtschaften die Investmentbanker in schöner Regelmäßigkeit zwei Drittel der Erträge, und der Löwenanteil geht auf das Konto von Jains Truppe, die die Deutsche Bank im Handel mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Rohstoffen zur Nummer eins in der Welt gemacht hat.

Wenn Ackermann am Ende dieses Jahres alle Kritiker Lügen strafen wird und verkünden darf, dass er sein großes Ziel, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent, tatsächlich erreicht hat, dann weiß der Schweizer, wem er als Erstem zu danken hat: Jain.

Es sind vor allem die Erfolge des 42-jährigen Briten mit indischen Wurzeln, die für aufgeräumte Stimmung in den silberglänzenden Zwillingstürmen an der Frankfurter Taunusanlage sorgen. Die Gewinne sprudeln munter, die Deutsche Bank hat Ackermann, und Ackermann hat Jain. Die Welt könnte so schön sein – wenn da nicht der Bundesgerichtshof wäre.

Am 21. Dezember entscheiden die Richter in Karlsruhe, ob der Mannesmann-Prozess noch einmal aufgerollt wird oder die Freisprüche von Sommer 2004 gerechtfertigt waren. Die Revisionsverhandlung im Oktober nährte den Verdacht, dass das Horrorszenario der Deutschen Bank Wirklichkeit werden könnte: Alles zurück auf Los, der Prozess beginnt von vorne. Ackermann, muss sich noch einmal monatelang wegen Untreue verantworten.

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Nach außen hin verschanzt sich die Bank hinter einem Wall aus Zweckoptimismus: „Das ist doch nur eines von vielen möglichen Szenarien. Ackermann bleibt.“ Doch intern bröckelt die Moral: „Keiner weiß, wie das ausgeht“, sagt ein ranghoher Manager. „Wenn Ackermann merkt, dass er der Bank schadet, wird er gehen.“ Das glauben auch Vertraute: „Einen zweiten Prozess wird er sich und seiner Familie nicht zumuten.“ Zu viel Substanz hat der erste Prozess über die millionenschweren Abfindungen für Mannesmann-Manager nach der Übernahme durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone gekostet. Die 33 Verhandlungstage in 22 Wochen haben tiefe Wunden hinterlassen.

Eine vertrackte Lage – für Aufsichtsratschef Rolf Breuer bahnt sich ein fast schon tragischer Konflikt an. Eigentlich braucht die Bank Ackermann nötiger denn je. Wer sonst soll die mächtigen Investmentbanker bei der Stange halten? Doch spätestens bei einer Verurteilung würde die Finanzaufsicht die Reißleine ziehen.

Wer könnte Ackermanns Job übernehmen? Jain? Lange Zeit liefen in der Bank Wetten, ob der Chefhändler eines Tages nach Frankfurt umzieht. Immerhin hat der Mann seine Machtbasis systematisch ausgebaut: „Ohne Jain geht gar nichts“, meint ein Frankfurter Deutsch-Banker. „Leider“, fügt ein anderer hinzu, der die Rolle Jains mit der von Franz Josef Strauß in der deutschen Politik vergleicht: „Mir ist egal, wer unter mir als Vorstandschef arbeitet.“ Das sei Jains Haltung.

Wer ist der Mann, der Freund wie Feind so viel Respekt abnötigt? Jain spielt gerne, und er spielt, um zu gewinnen. Auf dem Cricketplatz gilt er als der mit Abstand Ehrgeizigste. Aber er zeigt auch Teamgeist: Gerne holt der Handelschef seine Mitspieler mit dem eigenen Auto vor der Haustür ab – ganz unabhängig vom Rang in der Bank. Im Gespräch wirkt Jain zurückhaltend, fast schüchtern, doch das täuscht.

Aus den rund um den Globus verstreuten Handelssälen der Deutschen hat er ein wahres „Flow Monster“ geschaffen, wie die Konkurrrenten fast schon ehrfurchtsvoll eingestehen – eine reibungslos funktionierende Maschine, die riesige Mengen von Handelsaufträgen hoch effizient abarbeitet. Selbst im zweiten Quartal, als die Wettbewerber unter die Räder kamen, verdiente die Deutsche im Handel gutes Geld. Und im dritten Quartal schaufelte Jains Monster Rekorderträge von 2,9 Milliarden Euro in die Bank.

Dagegen fällt auch Michael Cohrs, der zweite mächtige Mann in London, ab, der für Übernahmen und Wertpapierplatzierungen zuständig ist und das Investment-Banking gemeinsam mit Jain leitet.

Doch tatsächlich hat sich Jain schon vor geraumer Zeit aus dem Rennen um den Spitzenposten verabschiedet. Das liegt zum einen an der Finanzaufsicht, die fordert, dass der Chef eines deutschen Geldhauses die Landessprache fließend spricht. Aber es gibt noch weitere Gründe, die gegen Jain sprechen: „Für das ganze Hickhack in Deutschland rund um Entlassungen und Abzocker in Nadelstreifen hat Jain null Verständnis“, sagt ein Kollege. Als Vorstandschef müsste er zudem sein Gehalt offen legen, das Insider auf das Fünffache der Summe schätzen, die sein oberster Chef verdient.

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In Kreisen der Deutschen Bank ist daher vor allem eines klar: Sollte die unendliche Geschichte rund um den Mannesmann-Prozess Ackermann doch noch den Arbeitsplatz kosten, muss sich der Nachfolger den Respekt von Jain verdienen.

Wenn also nicht der Brite Ackermanns Job übernimmt, wer dann? Luftlinie ist die kleine Bankfiliale nur ein paar Kilometer von den Zwillingstürmen an der Taunusanlage entfernt – doch für die Mitarbeiter scheint die Zentrale mit ihren Intrigen und Ränkespielen Lichtjahre weit weg zu liegen. „Ob Ackermann geht, ist uns eigentlich schnuppe“, sagt ein Betriebsrat. „Der schwebt so wie der Papst weit über allem.“ Der Einzige, der hier zählt, ist Privatkundenchef Rainer Neske. Der 41-Jährige mit der hohen Stirn hat seinen Bereich innerhalb weniger Jahre auf Vordermann gebracht und sich damit Respekt verschafft. Aber: „Neske ist noch zu unerfahren, in fünf Jahren vielleicht“, heißt es in der Bank.

Dann vielleicht Jürgen Fitschen? Vor einem Jahr inthronisierte Ackermann den Hamburger als deutsches Aushängeschild. „Extrem loyal, extrem solide, aber am Ende zu leichtgewichtig, den fressen die Investmentbanker“, lautet das Urteil eines internationalen Headhunters. Sein Fazit: „Ackermann hat es versäumt, einen Nachfolger aufzubauen, intern gibt es weit und breit keinen Kandidaten.“

Für Aufsichtsratschef Breuer sei das eine äußerst delikate Situation, erzählt ein Insider. „Der Aufsichtsrat steht hinter Ackermann, aber der Chefaufseher muss an seine Verantwortung gegenüber den Aktionären denken.“ Im Klartext heißt das: Breuer streckt seine Fühler sehr vorsichtig aus, um mögliche Nachfolger zu identifizieren. Angesprochen wurde noch niemand, das wäre zu heikel.

In einem Punkt sind sich die Experten einig: Von den bereits in der Öffentlichkeit herumgereichten Favoriten wird keiner Ackermanns Nachfolger. Thomas Fischer, Chef der WestLB? Der unkonventionelle Banker, der gerne Cowboystiefel zum Maßanzug trägt, hatte die Deutsche Bank nach einem verlorenen Machtkampf mit Ackermann verlassen. „Fischer könnte es, aber er will nicht“, meint ein Headhunter. Dasselbe gilt für Paul Achleitner, Finanzvorstand der Allianz und ehemaliger Deutschland-Chef von Goldman Sachs. „Achleitner fühlt sich pudelwohl in München.“ Und Heinz-Joachim Neubürger, Finanzchef von Siemens: „Viel zu früh in die Öffentlichkeit geraten, deshalb verbrannt.“

Aber allererste Priorität hat ohnehin die Rettung Ackermanns, schließlich scheint sich seine Strategie des ungebremsten Wachstums im Investment-Banking auszuzahlen. Und es gibt es ja noch immer den Paragrafen 153 a der Strafprozessordnung. Ackermann könnte eine Art Ablasshandel mit den Strafverfolgern abschließen. Der Schweizer akzeptiert Auflagen, die den Schaden wieder gutmachen, zum Beispiel eine Geldzahlung für gemeinnützige Zwecke. Im Gegenzug wird das Verfahren eingestellt, Ackermann gilt auch nicht als vorbestraft. Seine Verteidiger geben sich bedeckt: „Über unsere Strategie entscheiden wir nach dem 21. Dezember.“ Doch in der Bank heißt es, ein Deal sei eine realistische Option, sollte es tatsächlich zur Neuauflage des Prozesses kommen.

Und falls Ackermann doch gehen muss? Ein hochrangiger Investmentbanker hat für seinen Nachfolger bereits einen guten Rat parat: „Als Erstes muss er Anshu Jain an die Luft setzen, um zu zeigen, wer Herr im Haus ist.“

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sacrifice:

Der 100-Millionen-Euro-Mann

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02.11.06 14:13
Der 100-Millionen-Euro-MannAnshu Jain02. April 2004 Anshu Jain wird zuweilen nachgesagt, er sei arrogant. Der Vorwurf kommt vor allem von seinen Neidern. Und davon hat der Inder, der die Abteilung Global Markets bei der Deutschen Bank leitet, weiß Gott mehr als genug. Global Markets, das ist jene Abteilung, die weltweit für das Geschäft mit Zinsprodukten, Devisen, Derivaten und Rohstoffen verantwortlich ist. Arrogant ist Jain beileibe nicht. Im Gegenteil, er hat überhaupt nichts von der überheblichen Schnoddrigkeit, die manchen Investmentbanker auszeichnet.Jain hat gelernt, mit Anfeindungen zu leben. Kein Wunder, der Inder, der in diesem Jahr gerade einmal 41 Jahre alt wird, ist eine Legende. Global Markets die wichtigste Ertragssäule der Deutschen Bank. Allein im Handel mit Zinsprodukten hat seine Abteilung mehr als 6 Milliarden Euro Ertrag erwirtschaftet. Das sind knapp 30 Prozent der gesamten Erträge der Bank im vergangenen Jahr.Ohne Jains 2850 Investmenterbanker, die er an 39 Standorten rund um den Globus beschäftigt, wäre die Bank international ein Niemand. Jain herrscht damit über eine der effizientesten und größten Transaktionsmaschinen im weltweiten Kapitalmarktgeschäft. Tag für Tag laufen Regierungsanleihen im Volumen von 90 Milliarden über Jains Orderbücher und Devisenprodukte im Volumen von 260 Milliarden Euro.Keine andere Bank ist bei der Emissionen von Euro-Anleihen erfolgreicher: 27,7 Milliarden Euro begab die Deutsche Bank laut der Finanzagentur Thomson Financial im ersten Quartal. Damit haben Jains Leute einen Marktanteil von 8,3 Prozent geschafft und - was fast mehr zählt - besser abgeschnitten als der große Rivale Citigroup, der auf 6,8 Prozent Marktanteil kommt. Bei internationalen Anleihen, gleich in welcher Währung, hat sich Global Markets hinter die Citigroup auf Rang zwei vorgearbeitet, noch vor Morgan Stanley, Merrill Lynch, JP Morgan oder Goldman Sachs.Den Erfolg hart erarbeitetDiesen Erfolg hat sich Jain hart erarbeitet. Die Leute mögen es, die Deutsche Bank zu hassen, entgegnet er dann schon mal. Wenn schon nicht Zuneigung, so hat sich Jain in den neun Jahren, die er bei der Deutschen Bank arbeitet, Bewunderung und Respekt verschafft. 1995 verließ er mit seinem Mentor Edson Mitchell Merrill Lynch und ging zur Deutschen Bank.Diese Personalien markierten den vielleicht tiefsten Einschnitt in der jüngeren Geschichte von Deutschlands größtem Kreditinstitut. Es war der Abschied von einer mehr als hundertjährigen Tradition als Universalbank und die unwiderrufliche Hinwendung zum Investmentbanking angelsächsischer Prägung. Es war ein Kulturbruch, den die Bank bis heute noch nicht ganz überwunden hat.Damals, erinnert sich Jain, zählte die Deutsche Bank im weltweiten Zinsgeschäft wenig. Die amerikanischen Investmentbanken schienen uneinholbar vorn. In den ersten Jahren ist er um die Welt gereist, hat Investmentbanker eingestellt, bei anderen Banken abgeworben, Teams geformt. Es war harte Aufbauarbeit. Mitchells Tod bei einem Flugzeugabsturz an Weihnachten 2000 brachte eine weitere Bewährungsprobe. Viele in der Branche trauten es Jain nicht zu, den Bereich ohne die große Leitfigur des Kapitalmarktgeschäfts in der Deutschen Bank zusammenzuhalten.Es ist ihm gelungen. Intellektuell brillant und zur Not unnachgiebig hart, hat er seine Abteilung im Griff. Spricht ein Teamleiter den Satz "Anshu möchte gern, daß...", weiß jeder im Handelssaal, daß Jain keine Widerrede mehr dulden wird. Vor allem seine Fähigkeit, langfristige Entwicklungen im Kapitalmarktgeschäft früh zu erkennen und aus diesen Trends neue Marktchancen abzuleiten, hat ihm Respekt in der Bank und in der Branche verschafft. Seinen außergewöhnlichen Intellekt bewies er früh: In Indien aufgewachsen, verschafften seine Eltern ihm die Möglichkeit, in den Vereinigten Staaten zu studieren. Er ging nach Amherst, einem der angesehensten Colleges in Amerika. Anschließend legte er ein MBA ab und begann seine Karriere an Wall Street. Später wechselte er nach London. Dort lebt er mit seiner Frau und den beiden Kindern, die einen amerikanischen Paß haben.Heute merkt er nicht ohne Stolz an, daß viele seiner Mitarbeiter schon seit acht Jahren und mehr bei der Deutschen Bank arbeiten. Schon wegen dieser langjährigen Treue ärgert es ihn, wenn er und seine Gefolgsleute als "Söldner" bezeichnet werden. Natürlich ist er Spitzenverdiener. Angeblich hat er im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Euro verdient. Das wäre vier Mal mehr als der gesamte Konzernvorstand zusammen verdient und etwa das Zehnfache des Gehalts von Vorstandssprecher Josef Ackermann. Allerdings hängt der weitaus größte Teil seines Verdienstes von seinem Erfolg ab und ist zudem in Aktien der Deutschen Bank gebunden, die er erst nach mehreren Jahren verkaufen kann. Wie viel er genau verdient, weiß niemand. Er muß, anders als die Vorstände, sein Gehalt nicht offen legen. Trotz seines komfortablen Gehalts nimmt er für sich in Anspruch, nicht allein wegen des Geldes zu arbeiten. Das müßte er auch nicht mehr. Es reize ihn, das Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank aufzubauen. Das bescheinigen auch seine Mitarbeiter.Die Phase des Aufbaus erklärt er für abgeschlossen. Nun, sagt er, will er diese Basis ausbauen. Er wolle näher an die Kunden herankommen, sagt er, engere Geschäftsbeziehungen zu ihnen aufbauen, der bevorzugte Ansprechpartner für die Vorstands- und Finanzchefs der großen Unternehmen werden. Das wird nicht ohne Brüche gehen. Nachdem Jain jahrelang eingestellt hat, wird er nun auch kritischer durch die Reihen gehen und jene zum Gehen bewegen müssen, die nicht genügend Leistung bringen. Denn die Gesetze im Investmentbanking sind einfach: Wer der Bank viel Geld bringt, kann selbst enorm verdienen. Wer "underperformt", muß gehen. Jain führt Global Markets mit eiserner Hand. Anders wäre er nicht respektiert. In dieser Beziehung hat das Investmentbanking etwas von der Schlichtheit militärischer Führungsstrukturen.Oft wurde Jain vorgeworfen, er konzentriere sich zu sehr auf das internationale Geschäft und vernachlässige den Heimatmarkt. Doch heute hat Deutschland für den Investmentbanker höchste Priorität. In keinem anderen Land sei er so häufig bei Kunden vor Ort wie in Deutschland. Die Deutsche Bank sei die Nummer eins in Deutschland, verweist Jain auf die diversen Ranglisten, die in der Branche kursieren. Aber Nummer eins zu sein, sei ihm nicht genug.CHRISTIAN VON HILLER
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