Anklage gegen Enron-Boss Skilling fast fertig


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Anklage gegen Enron-Boss Skilling fast fertig

 
13.02.04 17:50
 
BILANZSKANDAL

Anklage gegen Enron-Boss Skilling fast fertig



Nach der spektakulären Pleite des Energiehändlers Enron haben die Staatsanwälte bisher nur den Finanzvorstand und Manager aus der zweiten und dritten Reihe angeklagt, nicht aber die Ex-Chefs Jeff Skilling und Ken Lay. Jetzt soll die Anklage gegen Skilling unmittelbar bevor stehen.

Houston - Die Bundesstaatsanwaltschaft werde noch in diesem Monat eine strafrechtliche Anklage gegen Skilling erheben, meldete die Nachrichtenagentur AP. Womöglich werde die Anklage sogar schon in der kommenden Woche erhoben. Mit Skilling, 50, würde erstmals einer der Hauptverantwortlichen beim texanischen Energiehändler angeklagt, der Ende 2001 nach massiven Bilanzfälschungen in den Bankrott gestürzt war.
Auch der "Houston Chronicle" meldete in seiner Online-Ausgabe, dass die Ermittler ihre Anklageschrift vervollständigen und die Anklage demnächst öffentlich machen werden. Wie viele und welche Vergehen Skilling genau vorgeworfen werden war zunächst unklar.

Wenn Finanzvorstände singen

Skilling wurde offenbar von Andrew Fastow schwer belastet, dem früheren Finanzvorstand des Konzerns. Fastow war im Oktober 2002 der erste Vorstand des Konzerns, gegen den ein Verfahren eingeleitet wurde. Im vergangenen Monat hatte er sich in zwei Anklagepunkten schuldig bekannt. Ihm droht nun eine zehnjährige Haftstrafe. Bisher sind im Zusammenhang mit dem Enron-Kollaps 27 Personen angeklagt worden. Davon haben sich außer Fastow und seiner Frau Lea noch sieben weitere schuldig bekannt.

Den Staatsanwälten war es bisher nicht gelungen, belastendes Material zu finden, das eine Anklage gegen Firmengründer Kenneth Lay sowie Skilling rechtfertigen würde. Skillings Anwalt Bruce Hiler teilte am Freitag erneut mit, eine Anklage gegen seinen Mandanten sei nicht gerechtfertigt. Skilling habe sich bei seiner Arbeit nicht anders verhalten als andere Spitzenmanager und sich stets auf das Urteil seiner Rechtsexperten verlassen.

Skilling war von 1997 bis Februar 2001 Hauptgeschäftsführer (COO) bei Enron. Danach übernahm er von Lay das Amt des Chief Executive Officer (CEO). Nach nur sechs Monaten trat er unerwartet zurück und nannte "persönliche Gründe" dafür. Vier Monate später stellte Enron Konkursantrag. Der Konzern hatte Schulden in Partnerfirmen versteckt und fiktive Profite verbucht. Vor dem US-Kongress sagte Skilling aus, Enron sei bei seinem Ausscheiden finanziell gesund gewesen.




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