Analystenstimmen zum Filmgeschäft
Filmriss oder Film ab?
von Hinrich von Haaren
Kaum zu glauben, aber die deutsche Filmindustrie wird in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von bisher 14,8% wohl ein Rekordjahr hinlegen. Seinen Teil dazu beigetragen hat natürlich der ungeheure Erfolg der Constantin Film-Produktion "Der Schuh des Manitu", der allein im August an die 18 Mio. Zuschauer in die Kinos lockte und den Monat damit zum stärksten in 10 Jahren machte. Auch "Mädchen, Mädchen" (ebenfalls Constantin) sowie "Das Experiment" und "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" von Senator Film trugen dazu bei, dass in diesem Jahr die Zelluloid-Ernte so reich ausfallen soll.
HSCB Trinkhaus Burckhardt geht davon aus, dass die Zuschauerzahl 2001 auf 171 Mio. ansteigen wird, wobei der Anteil deutscher Filme rund 15% beträgt. Bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von € 5,50 errechnen die Analysten eine Gesamtsumme von € 940 Mio., was wiederum einen Anstieg von 14% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Mit den anstehenden Starts von "Harry Potter" und "Herr der Ringe" im vierten Quartal könnten sich diese Zahlen noch weiter nach oben schieben.
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Die letzte Woche vorgelegten Quartalszahlen konnten die Analysten größtenteils überzeugen. Die DZ-Bank empfiehlt International Media
(IM) zum Kauf, obwohl die Umsatzentwicklung leicht unter den Erwartungen der Analysten lag. Diese weisen jedoch darauf hin, dass sich das Ergebnis mit dem Start von "K-19" in den USA noch verbessern könnte. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Erfüllung des Ertragszieles von € 355 Mio. und EBIT von € 47,5 Mio. ist die Produktionsfreigabe für "Terminator 3", mit der IM die Finanzierungsstrukturierungsgebühr vereinnahmen kann, die bei einem Budget von € 150 Mio. nicht unwesentlich sein wird.
Ebenfalls schätzt die DZ-Bank die bilanzielle Situation des Unternehmens als sehr solide ein. IM habe liquide Mittel von über € 150 Mio. sowie eine Nettoliquidität von € 64 Mio. und damit ein "ausreichendes Polster" hieß es. Die Analysten sind der Ansicht, der Filmproduzent befinde sich auf einem guten Entwicklungspfad und habe ein interessantes Geschäftsmodell mit überschaubarem Risiko. Zwar sei der Wert mit einem KGV von 14,4 nicht ganz billig, in der Branche aber eine der besten Optionen.
Insgesamt sind die Empfehlungen für IM sehr positiv. Zum Kauf werden die Titel von ABN AMRO, Credit Lyonnais, Credit Suisse und Merrill Lynch empfohlen. Morgan Stanley gibt sogar ein "Strong Buy" ab. Goldman Sachs bewertet IM aber mit "Market Underperformer".
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Vor vier Wochen hat Bernd Eichingers Constantin Film
eine Gewinnwarnung herausgegeben, die schon ein Vorgefühl für die Zahlen des dritten Quartals gab (Umsatz: € 85 Mio., EBIT € 3,6 Mio.). Das höhere EBIT resultiert aus dem Manitu-Erfolg.
HSBC sieht den Aufschub von neun Filmen auf nächstes Jahr allerdings nur als einen Grund für die Gewinnwarnung und die Reduzierung des EBIT von € 9,2 Mio. in die Region zwischen € 2-5 Mio. Die Fremdfilme von Hyde Park, Mandalay Pictures und amerikanische Produktionen wie "One Night at McCool's" haben an den Kinokassen nur Verluste eingespielt. Diese konnten zwar teilweise durch den "Schuh des Manitu" ausgeglichen werden, doch war 2001 im Ganzen wesentlich schwächer als das vorausgegangene Jahr, als Constantin mit "Sleepy Hollow" und "The Sixth Sense" große Erfolge in die Kinos bringen konnte. Das vierte Quartal dürfte bei dem Unternehmen wohl durch Abschreibungen auf das Filmvermögen nach der US-GAAP-Vorschrift dominiert werden.
HSBC empfiehlt die Eichinger-Aktie zum Kauf, die DZ-Bank rät "Akkumulieren", vor allem aufgrund des Erfolgs von "Der Schuh des Manitu". Allerdings bemerken die Analysten, dass dieses Jahr Constantins hohe Abhängigkeit von großen Kinoerfolgen deutlich gemacht habe. Das ist vielleicht auch der Grund, warum die Empfehlungen für das Unternehmen insgesamt eher lauwarm ausfallen. Credit Lyonnais empfiehlt die Titel mit "Hinzufügen", SES Research mit Market Performer, ein "Reduzieren" kommt von der Berenberg Bank und Merrill Lynch. Letztere sind der Ansicht, dass Unternehmen operiere auf einem sehr hohen Kostenlevel.
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Überzeugter sind die Analysten da bei Senator Entertainment
,das sich im Oktober nach einem Joint Venture mit dem ehemaligen Chef von Columbia-TriStar Mark Canton, umstrukturiert hat. Sehr zum Wohlwollen der Börsenbeobachter. Mit diesem Schritt ist es Senator gelungen, das internationale Geschäft in seinem eigenen Unternehmen zu konzentrieren.
Weiterhin konnten die Kosten durch den Schritt erheblich gesenkt werden und Senator habe nun freie Hand bei der Auswahl von Produzenten und Vertreibern für seine Filme, was sich wiederum positiv auf die Verhandlungsposition und Kostenstruktur des Unternehmens auswirken wird, so die Analysten bei HSBC. Sie sind der Ansicht, dass Senator aus der Umstrukturierung gestärkt und flexibler hervorgegangen ist. Auch arbeite das Unternehmen nun effizienter. HSBC empfiehlt Senator zum Kauf, eine Empfehlung, der sich auch Merrill Lynch und Metzler anschließen. SES Research und WestLB bewerten die Senatoren mit "Outperform", vorsichtiger sind dagegen die Deutsche Bank ("Underperform") und ABN AMRO ("Sell").
von Hinrich von Haaren
Kaum zu glauben, aber die deutsche Filmindustrie wird in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von bisher 14,8% wohl ein Rekordjahr hinlegen. Seinen Teil dazu beigetragen hat natürlich der ungeheure Erfolg der Constantin Film-Produktion "Der Schuh des Manitu", der allein im August an die 18 Mio. Zuschauer in die Kinos lockte und den Monat damit zum stärksten in 10 Jahren machte. Auch "Mädchen, Mädchen" (ebenfalls Constantin) sowie "Das Experiment" und "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" von Senator Film trugen dazu bei, dass in diesem Jahr die Zelluloid-Ernte so reich ausfallen soll.
HSCB Trinkhaus Burckhardt geht davon aus, dass die Zuschauerzahl 2001 auf 171 Mio. ansteigen wird, wobei der Anteil deutscher Filme rund 15% beträgt. Bei einem durchschnittlichen Eintrittspreis von € 5,50 errechnen die Analysten eine Gesamtsumme von € 940 Mio., was wiederum einen Anstieg von 14% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Mit den anstehenden Starts von "Harry Potter" und "Herr der Ringe" im vierten Quartal könnten sich diese Zahlen noch weiter nach oben schieben.
International Media - Bester Wert der Branche

Die letzte Woche vorgelegten Quartalszahlen konnten die Analysten größtenteils überzeugen. Die DZ-Bank empfiehlt International Media
(IM) zum Kauf, obwohl die Umsatzentwicklung leicht unter den Erwartungen der Analysten lag. Diese weisen jedoch darauf hin, dass sich das Ergebnis mit dem Start von "K-19" in den USA noch verbessern könnte. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Erfüllung des Ertragszieles von € 355 Mio. und EBIT von € 47,5 Mio. ist die Produktionsfreigabe für "Terminator 3", mit der IM die Finanzierungsstrukturierungsgebühr vereinnahmen kann, die bei einem Budget von € 150 Mio. nicht unwesentlich sein wird.Ebenfalls schätzt die DZ-Bank die bilanzielle Situation des Unternehmens als sehr solide ein. IM habe liquide Mittel von über € 150 Mio. sowie eine Nettoliquidität von € 64 Mio. und damit ein "ausreichendes Polster" hieß es. Die Analysten sind der Ansicht, der Filmproduzent befinde sich auf einem guten Entwicklungspfad und habe ein interessantes Geschäftsmodell mit überschaubarem Risiko. Zwar sei der Wert mit einem KGV von 14,4 nicht ganz billig, in der Branche aber eine der besten Optionen.
Insgesamt sind die Empfehlungen für IM sehr positiv. Zum Kauf werden die Titel von ABN AMRO, Credit Lyonnais, Credit Suisse und Merrill Lynch empfohlen. Morgan Stanley gibt sogar ein "Strong Buy" ab. Goldman Sachs bewertet IM aber mit "Market Underperformer".
Constantin Film - Hohe Abhängigkeit von großen Erfolgen

Vor vier Wochen hat Bernd Eichingers Constantin Film
eine Gewinnwarnung herausgegeben, die schon ein Vorgefühl für die Zahlen des dritten Quartals gab (Umsatz: € 85 Mio., EBIT € 3,6 Mio.). Das höhere EBIT resultiert aus dem Manitu-Erfolg.HSBC sieht den Aufschub von neun Filmen auf nächstes Jahr allerdings nur als einen Grund für die Gewinnwarnung und die Reduzierung des EBIT von € 9,2 Mio. in die Region zwischen € 2-5 Mio. Die Fremdfilme von Hyde Park, Mandalay Pictures und amerikanische Produktionen wie "One Night at McCool's" haben an den Kinokassen nur Verluste eingespielt. Diese konnten zwar teilweise durch den "Schuh des Manitu" ausgeglichen werden, doch war 2001 im Ganzen wesentlich schwächer als das vorausgegangene Jahr, als Constantin mit "Sleepy Hollow" und "The Sixth Sense" große Erfolge in die Kinos bringen konnte. Das vierte Quartal dürfte bei dem Unternehmen wohl durch Abschreibungen auf das Filmvermögen nach der US-GAAP-Vorschrift dominiert werden.
HSBC empfiehlt die Eichinger-Aktie zum Kauf, die DZ-Bank rät "Akkumulieren", vor allem aufgrund des Erfolgs von "Der Schuh des Manitu". Allerdings bemerken die Analysten, dass dieses Jahr Constantins hohe Abhängigkeit von großen Kinoerfolgen deutlich gemacht habe. Das ist vielleicht auch der Grund, warum die Empfehlungen für das Unternehmen insgesamt eher lauwarm ausfallen. Credit Lyonnais empfiehlt die Titel mit "Hinzufügen", SES Research mit Market Performer, ein "Reduzieren" kommt von der Berenberg Bank und Merrill Lynch. Letztere sind der Ansicht, dass Unternehmen operiere auf einem sehr hohen Kostenlevel.
Senator - Erfolgreiche Umstrukturierung

Überzeugter sind die Analysten da bei Senator Entertainment
,das sich im Oktober nach einem Joint Venture mit dem ehemaligen Chef von Columbia-TriStar Mark Canton, umstrukturiert hat. Sehr zum Wohlwollen der Börsenbeobachter. Mit diesem Schritt ist es Senator gelungen, das internationale Geschäft in seinem eigenen Unternehmen zu konzentrieren. Weiterhin konnten die Kosten durch den Schritt erheblich gesenkt werden und Senator habe nun freie Hand bei der Auswahl von Produzenten und Vertreibern für seine Filme, was sich wiederum positiv auf die Verhandlungsposition und Kostenstruktur des Unternehmens auswirken wird, so die Analysten bei HSBC. Sie sind der Ansicht, dass Senator aus der Umstrukturierung gestärkt und flexibler hervorgegangen ist. Auch arbeite das Unternehmen nun effizienter. HSBC empfiehlt Senator zum Kauf, eine Empfehlung, der sich auch Merrill Lynch und Metzler anschließen. SES Research und WestLB bewerten die Senatoren mit "Outperform", vorsichtiger sind dagegen die Deutsche Bank ("Underperform") und ABN AMRO ("Sell").