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Automobil-Zulieferer: Zukunftsstandort China
Von Saskia Weber
Der Automobilmarkt in China wächst weiter. Bis 2019 dürften sich die Absatzzahlen in etwa verdoppelt haben. Mittelfristig wird auch der Export steigen, langfristig werden deutsche Zulieferer jedoch vor allem von einem Standort in China profitieren.
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Der Automobilmarkt in China wächst weiter. Langfristig werden vor allem Zulieferer mit einem Standort vor Ort profitieren.
bunders/ sxc.hu
Der Automobilmarkt in China wächst weiter. Langfristig werden vor allem Zulieferer mit einem Standort vor Ort profitieren.
Nur 37 von 1000 Chinesen besitzen derzeit ein Auto. Diese Zahl deutet das enorme Wachstumspotential des Automobilmarktes in China an. Bereits 2019 dürfte sich der Absatz von Personenwagen im Vergleich zum vergangenen Jahr nahezu verdoppelt haben. Rund 27,7 Millionen Neuwagen werden dann in China verkauft werden, in diesem Jahr sind es voraussichtlich 18,1 Millionen. Dies geht aus einer im August veröffentlichten Studie von PwC hervor. Die Studie betrachtet auch die Entwicklung des Marktes für deutsche Zulieferer-Unternehmen. Hier sind die Erwartungen ebenfalls positiv, jedoch mit einigen Herausforderungen verbunden. So werden auch deutsche Zulieferer verstärkt vor Ort in China produzieren müssen und dabei vor allem Innovationen in den Bereichen Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Optimierung der Kraftstoffeffizienz bieten müssen.
Umsatz-Plus für Zulieferer
Die Zahlen lesen sich positiv für deutsche Automobil-Zulieferer: 68,4 Milliarden Euro Umsatz haben deutsche Automobil-Zulieferer 2012 gemacht, rund 7 Milliarden Euro mehr als noch 2010. Im Gegensatz zu den Automobilherstellern verbuchen die deutschen Zulieferer dabei einen Großteil ihrer Umsätze im Inland. Nur rund ein Drittel der Umsätze entfallen auf das Ausland. Dieses Verhältnis wird sich laut der PwC-Studie auch mittelfristig nicht verändern. Sowohl der Vertrieb im Inland als auch im Ausland hat sich tendenziell verbessert: Die Umsätze haben sich im Vergleich zu 1995 jeweils verdoppelt. Einen Großteil ihrer Auslands-Umsätze machen die deutschen Zulieferer dabei in China. „Im vergangenen Jahr wurden Teile und Zubehör im Wert von rund 7,7 Milliarden Euro nach China exportiert“, sagt Benjamin Leipold, Asien- und Pazifik-Experte beim der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Das seien 30 Prozent mehr als im Vorjahr, betont er. Auch insgesamt bewertet er die Entwicklung positiv und sagt voraus, dass der Export deutscher Automobil-Zulieferer nach China weiter steigen werde.
Standorte in China
Die Studie betont außerdem die Lokalisierung der deutschen Auto-Hersteller vor Ort. In den kommenden Jahren ist zu erwarten, dass sich diese noch mehr auf ihre Fertigung in Asien konzentrieren. Eine Herausforderung für Zulieferer, die viele allerdings schon erkannt haben. „In den letzten zwei Jahren ist die Anzahl der Standorte deutscher Zulieferer in China um ein Drittel gestiegen. Da ist ein klarer Trend zu erkennen“, erklärt Leipold. Doch auch für in Deutschland ansässige Zulieferer sieht er dies nicht unbedingt negativ: „Zumindest mittelfristig werden die Hersteller auch teilweise weiter aus Deutschland exportieren. Es gibt einige Produkte die der chinesische Markt nicht bietet.“
Herausforderungen für Zulieferer
Die Studie sieht die größten Herausforderungen für Zulieferer im Drang des Automobilmarktes nach Neuerungen. Wer hier mithalten möchte, muss Innovationen bieten. Vor allem im Bereich Sicherheit, Umweltverträglichkeit und Optimierung der Kraftstoffeffizienz sieht die Studie hier Potential für Zulieferer-Unternehmen. Der Wettbewerbsdruck werde ebenfalls weiter steigen. Dies bestätigt auch Leipold. Die deutschen Zulieferer sieht er jedoch gut gewappnet:„Die Automobilindustrie in China ist aktuell nicht so stark wie die deutsche.“
Der Markt in China gilt als der größte Automobilmarkt weltweit. 2019 wird er laut Studie in etwa genauso groß sein wie die Absatzmärkte der Vereinigten Staaten und Westeuropas zusammen.
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