Seit Jahren gibt es in den USA aus den geschilderten Gründen höhere BIP- und Produktivitätssteigerungen. Läßt man diese Bilanzkosmetik weg, bleibt nach meinem Wissensstand unterm Strich fast kein Vorteil mehr ggü. Deutschland z.B.
Die augenscheinlich höheren Wachstumsraten führten aber mitunter dazu, dass nach Amerika mehr Kapital geflossen ist (wahrscheinlich der Hauptgrund für alles). Insofern wäre es nur gerecht, wenn sich auch der Rest der Welt dieser Systematik bediente.
Das wiederum wäre der nächste Schritt zum wirtschaftlichen Utopia. Nur weil einer seine Bilanzen fälscht, machen es alle anderen auch. Es ist zumindest fragwürdig, ob das der Weg in eine stabile wirtschaftliche Zukunft sein soll.
Zum Thema selbst: Ich bin zwar kein Buchhaltungsexperte, aber es kommt mir schon spanisch vor, wenn Unternehmen nicht verkaufte Eigenbedarfssoftware als Umsatz verbuchen (wenn ich es richtig verstanden habe). Für den deutschen Schraubenhersteller hieße dies, dass er die selbst gebauten Montagevorrichtungen und die CNC Steuerungssoftware seiner Produktionsmaschinen als Umsatz verbucht. Nicht gerade einleuchtend.
Das zweite Beispiel ist für mich genauso hanebüchen. Mit der Begründung der Produktivitätsfortschritte und des Rationalisierungseffektes werden IT-Produkte höher verbucht als der wirkliche Umsatz. Setzte man den gleichen Maßstab auch in Deutschland an, müßten alle Produkte, die im Laufe der letzten Jahre billiger und/oder leistungsfähiger wurden und z.T. der Rationalisierung dienen, höher verbucht werden. M.E. wäre das kein geringer Teil der hier produzierten Güter.
Langfristig können diese Tricks keinen Bestand haben, das ist meine Meinung. Irgendwann schlagen Mathematik und Markt zurück, und diesen Gesetzen muß sich letztendlich auch die amerikanische Buchhaltung beugen, Kosmetik hin oder her.