Amerikas Zahlen sind seit langem falsch


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AlanG.:

Amerikas Zahlen sind seit langem falsch

 
05.01.05 10:49
vernünftiger Beitrag aus dem M.-Magazin

www.manager-magazin.de/koepfe/mzsg/0,2828,184295,00.html
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Pichel:

ach? hast du das noch nicht geahnt? ;-)

 
05.01.05 10:50

Amerikas Zahlen sind seit langem falsch 1764053

Gruß Pichel

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Depothalbierer:

Das macht doch nichts, das meeerkt doch

 
05.01.05 11:00
keeeeeiiiner!

bevor nicht die 11 oder gar 11,5 t im dow geknackt sind, wird sich niemand daran stören, oder?

vielleicht gibt es ja 2005 den mega-aufschwung.
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jgfreeman:

Kann mir mal jemand sagen

 
05.01.05 13:46
warum es "FALSCH" ist

a) eigenerstellte Software zu aktivieren
b) extreme Produktverbesserungen (Computertechnik) adjustiert einzurechnen

Ich sage nicht, dass es richtig ist - aber falsch ist es auch nicht. In den USA geht man hier schlicht einen anderen Weg.

Hätte man früher für die Berechnung eines komplexen Rechenmodells IT im Wert von $50,000 gebraucht und heute braucht man dafür nur IT im Wert von $2,000 - dann wäre nach "deutscher Logik" das BIP um $48,000 gesunken. Ist das logisch? Man kann drüber streiten!

Und wenn ein Unternehmen statt Maschinen eben Software herstellt, so kann man auch drüber streiten, ob die Maschine jetzt zu 100% gebucht wird und Software zu 0%. Warum nicht beides gleichbehandeln?

Da die USA technologisch und wirtschaftlich einige Jahre voraus sind, passen sie ihre Sichtweise auch entsprechend früher an. Und in der Bilanzierung zieht man hier dann vielleicht nach (wie bei der Ablösung des HGB).

Geradezu grotesk wird der Artikel dann, indem er wieder so ne conspiracy herbeizaubern will. Als ob alle Analysten keine Ahnung von den "Rechentricks" hätten oder alle zusammen dichthalten, damit der Dow nicht abstürzt...

Spätestens bei solchen Gedankengängen disqualifiziert sich der Schreiber ein Stückweit selbst, obwohl er ja doch einen seriösen Hintergrund zu haben scheint (St.Gallen).

:-?

Genauso gut hätte er sich auch drüber aufregen können, dass deutsches Zahlenwerk zu vorsichtig erstellt wird. Nur warum tut er´s nicht?

Grüßle,JG

www.chart-me.de  
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lumpensamml.:

Es geht ja nur um die Interpretation

 
05.01.05 14:14
Seit Jahren gibt es in den USA aus den geschilderten Gründen höhere BIP- und Produktivitätssteigerungen. Läßt man diese Bilanzkosmetik weg, bleibt nach meinem Wissensstand unterm Strich fast kein Vorteil mehr ggü. Deutschland z.B.

Die augenscheinlich höheren Wachstumsraten führten aber mitunter dazu, dass nach Amerika mehr Kapital geflossen ist (wahrscheinlich der Hauptgrund für alles). Insofern wäre es nur gerecht, wenn sich auch der Rest der Welt dieser Systematik bediente.

Das wiederum wäre der nächste Schritt zum wirtschaftlichen Utopia. Nur weil einer seine Bilanzen fälscht, machen es alle anderen auch. Es ist zumindest fragwürdig, ob das der Weg in eine stabile wirtschaftliche Zukunft sein soll.

Zum Thema selbst: Ich bin zwar kein Buchhaltungsexperte, aber es kommt mir schon spanisch vor, wenn Unternehmen nicht verkaufte Eigenbedarfssoftware als Umsatz verbuchen (wenn ich es richtig verstanden habe). Für den deutschen Schraubenhersteller hieße dies, dass er die selbst gebauten Montagevorrichtungen und die CNC Steuerungssoftware seiner Produktionsmaschinen als Umsatz verbucht. Nicht gerade einleuchtend.

Das zweite Beispiel ist für mich genauso hanebüchen. Mit der Begründung der Produktivitätsfortschritte und des Rationalisierungseffektes werden IT-Produkte höher verbucht als der wirkliche Umsatz. Setzte man den gleichen Maßstab auch in Deutschland an, müßten alle Produkte, die im Laufe der letzten Jahre billiger und/oder leistungsfähiger wurden und z.T. der Rationalisierung dienen, höher verbucht werden. M.E. wäre das kein geringer Teil der hier produzierten Güter.

Langfristig können diese Tricks keinen Bestand haben, das ist meine Meinung. Irgendwann schlagen Mathematik und Markt zurück, und diesen Gesetzen muß sich letztendlich auch die amerikanische Buchhaltung beugen, Kosmetik hin oder her.
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DarkKnight:

Auf den Fidschi-Inseln waren ja

 
05.01.05 14:39
auch lange Zeit Muscheln ein echter Werträger und Währung. Und bei den Indianern Glasperlen. Und bei uns im Mittelalter Salz.

Wer kräht heute noch danach? Solange alle daran glauben, klappt's auch mit dem Einkaufen und Tauschen.
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Bärentatze:

@lumpensammler

 
05.01.05 14:43
Aktivierung eigenerstellter Software heißt, Aufwand in der GuV wird weniger, dadurch erhöht sich der Gewinn. Durch die Abscheibung über Jahre wird der Aufwand auf die Jahre der Nutzung verteilt. Hat also nichts mit Umsatz zu tun, wurde mM auch nicht genannt.
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Bärentatze:

Frage an jgfreemann

 
05.01.05 14:46
Was heißt eigentlich BIP? Ich dachte das wäre der Wert aller umgesetzen Waren und Dienstleistungen.
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lumpensamml.:

Bärentatze

 
05.01.05 15:08
Danke, wenn sich's nur um die Abschreibung von SW handelt, dürfte es ja o.k. sein.
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Bärentatze:

Beispiel

 
05.01.05 15:45
Kosten für Erstellung der Software 50.000 EUR. Bei einer Abschreibung auf 5 Jahre ist das Ergebnis im ersten Jahr um 40.000 EUR höher. In den folgenden 4 Jahren jeweils 10.000 EUR niedriger.

Für BIP habe ich folgenden Link de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt
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jgfreeman:

@bärentatze

 
05.01.05 17:04
Die Frage nach dem BIP ist nicht so trivial, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Genau das wollte ich eigentlich kurz andeuten, dass es eben oft kein (richtig/falsch) gibt - genau wie in vielen Bilanzierungsfragen.

Man stelle sich mal eine Wirtschaft vor, die nur aus zwei Dörfern besteht. Dorf "Deutsch" besitzt anfangs 10.000 Goldmünzen. Dorf "USA" stellt nur einfache Geräte her (1.000 Stücke), verkauft diese an Dorf "Deutsch" für 10 Goldmünzen je Stück, welches damit 10.000 Äpfel anbaut und 5.000 davon für 2 Goldmünzen je Stück an das Dorf "USA" verkauft.

Das gute Klima lässt die Äpfel im zweiten Jahr um +100% im Gewicht zulegen. Es reicht nun 5.000 Äpfel zu ernten und Dorf "Deutsch" verkauft 2.500 für nun 4 Goldmünzen je Stück an Dorf "USA". Die Apfelpreisinflation lag also bei 100%.

Wie hoch sind die BIP´s im ersten Jahr? Und sind diese im zweiten gefallen?

Ich sag nur... Man kann sich drüber streiten ;-)



Grüße,
JG
www.chart-me.de  
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