was war ALNO mal vor Sie zur AG umgewandelt wurden......ja ja traurig .....tausende angestellte was ist übrig geblieben und wieder massiver Personalabau....
- Alno-Chef Max
Müller hat bei der Hauptversammlung
der Aktionäre am Dienstag in
Pfullendorf den weiteren Kurs des
Küchenmöbelherstellers vorgegeben.
Demnach setzt das Unternehmen
vor allem auf Wachstum im
Ausland. Außerdem sollen Produktion
und Verwaltung zentralisiert werden.
Müller kündigte „massive Personaleinsparungen“
an. Wie diese
aussehen sollen, blieb trotz mehrfacher
Nachfragen allerdings offen.
Neben einem Vertreter der Deutschen
Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz
meldete sich lediglich
ein Aktionär zu Wort: „Ich verstehe
Sie ja, aber glauben kann ich Ihnen
nichts mehr“, sagte Dietrich Kutz zu
Max Müller. Der Aktionär warf dem
Vorstandsvorsitzenden unerfüllte
Versprechungen, Hinhaltungen und
vage Aussagen vor. „Seit 20 Jahren
bringen wir Aktionäre Geduld, Vertrauen
und Loyalität mit“, sagte Kutz.
„Und von Dividende spricht hier niemand
mehr.“ Dennoch stellten sich
die Aktionäre hinter das Unternehmen:
Der Vorstand wurde mit 98,88
Prozent der Stimmen entlastet, der
Aufsichtsrat mit 94,32 Prozent.
Die dezentrale Struktur kostet
das Unternehmen Millionen
Max Müller räumte ein, dass die Restrukturierung
des Unternehmens
länger dauere als geplant. Zudem
entwickle sich der Markt schlechter
als erwartet. „Wir brauchen noch
mindestens zwei Jahre, bis wir vernünftig
aufgestellt sind“, sagte der
Vorstandsvorsitzende. Bis Ende dieses
Jahres solle Alno über eine zentrale
Verwaltung und Finanzabteilung
verfügen. „Wir können uns eine
dezentrale Struktur nicht leisten“,
sagte Finanzvorstand Ipek Demirtas.
Harald Klein, Sprecher der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz,
wollte vom Alno-Vorstand
wissen, wie die „massiven Personaleinsparungen“
genau aussehen
sollen. „Wollen Sie zum Beispiel Abfindungen
zahlen oder Verträge auflösen?“,
fragte Klein. Eine konkrete
Antwort bekam er allerdings nicht.
Die schwankende Auslastung der
Werke kostete Alno im vergangenen
Jahr mehrere Millionen Euro. So
mussten Belastungsspitzen über
Sonderschichten und Leiharbeiter
ausgeglichen werden. „Allein im vergangenen
Jahr haben wir dafür am
Standort Enger rund fünf Millionen
Euro zusätzlich ausgegeben“, sagte
Müller. Mindestens diese Summe
werde Alno in Zukunft einsparen.
Möbelindustrie in Russland
rechnet mit 15 Prozent Wachstum
„Ich werde nicht müde zu betonen,
dass für uns das Wachstum im Ausland
von elementarer Bedeutung
ist“, sagte Max Müller. So solle die
Abhängigkeit vom wettbewerbsintensiven
deutschen Markt verringert
werden. Der Auslandsanteil am Umsatz
betrage inzwischen mehr als 50
Prozent. Mit der Übernahme von
AFP Küchen habe sich Alno 2014 die
Führungsposition im wachsenden
Küchenmarkt der Schweiz gesichert.
Die Kooperation mit der Pervaya
Mebel’naya Fabrica in St. Petersburg
forciere das Wachstum in einem der
größten Küchenmärkte Europas.
„Selbst in diesem Jahr rechnet die
Möbelindustrie in Russland mit einem
Wachstum von 15 Prozent –
trotz Krise“, sagte Müller. In China
verfüge Alno dank des Joint Ventures
mit der Nature Home Holding Company
über neun Vorzeige-Filialen
(„Flagshipstores“). Bis Ende des Jahres
soll die Zahl auf 20 anwachsen. In
Großbritannien habe Alno im vergangenen
Jahr einen neuen Umsatzrekord
von 35 Millionen Euro erreicht.
In Frankreich und Belgien
hätten sich die Umsätze „äußerst positiv“
entwickelt, sagte Müller. Mit
seinem Tochter-Unternehmen in
den USA werde Alno im Jahr 2015
erstmals Geld verdienen.
Dennoch räumte Max Müller ein,
dass das Jahr 2014 für Alno ein durchwachsenes
Jahr gewesen sei. „Nach
einem sehr positiven Start ging es im
weiteren Verlauf wieder deutlich
nach unten“, sagte der Vorstandsvorsitzende.
„Und nach der saisonal üblichen
Sommerflaute ist die Wiederbelebung
im Herbstgeschäft deutlich
schwächer ausgefallen als erhofft.“
Das Konzernergebnis betrug nach
Ertragssteuern minus 4,1 Millionen
Euro. „Operativ haben wir die uns
2014 gesteckten Ziele bei Weitem
nicht erreicht“, sagte Müller.
Experte stuft Risiken insgesamt
als „beherrschbar“ ein
Harald Klein bewertete Alnos zunehmendes
Engagement im Ausland
positiv. Vor dem Pfullendorfer Küchenmöbelhersteller
liege allerdings
noch ein schwerer Weg. Dennoch
teile er die Einschätzung des Vorstands,
dass die Risiken insgesamt
beherrschbar seien.
Dem Aufsichtsrat bescheinigte
Klein „gute Arbeit“ – nicht ohne darauf
hinzuweisen, dass 90 000 Euro
pro Jahr für dessen Vorsitzenden
Henning Giesecke „nicht unangemessen,
aber auch eine Menge Geld“
seien. Der Aufsichtsratsvorsitzende
von Energie Baden-Württemberg
(EnBW) verdiene mit 85 000 Euro
sogar etwas weniger. Max Müller
rechtfertigte allerdings Gieseckes
Gehalt: Angesichts des hohen Aufwands
bei Alno werde der Aufsichtsratsvorsitzende
noch „eher bescheiden“
bezahlt.
Alno will massiv Personal einsparen
Von Sebastian Korinth
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Bei der Hauptversammlung stellen sich die Aktionäre hinter Vorstand und Aufsichtsrat. FOTO: SEBASTIAN KORINTH
Aktionäre treffen sich zur Hauptversammlung – Unternehmen setzt auf Wachstum im Ausland
Alno-Chef Max Müller räumt ein,
die operativen Ziele 2014 nicht
erreicht zu haben. FOTO: DPA