Ich habe natürlich auch überall reingehört oder die Transkripte durchgelesen.
Ich muss sagen, im Vergleich zum Business Update hat sich das bei der Konferenz bei Cowen wieder versöhnlicher angehört. Bei Business Update musste man wirklich annehmen, dass viel Gegenwind entgegen kommt. Bei Cowen dagegen wurde einiges wieder relativiert. Beispielsweise gerade dass man für A2342 und eventuell sogar auch für A3907 einen Partner suchen könnte. Gerade für A2342 habe ich schon länger vermutet dass das verpartnert werden könnte, da wurde schon im letzten Jahr mal erwähnt, dass A2342 vor allem in Kombinationsstudien untersucht werden soll, da Hepatitis so vielfältig ist. Durch eine Verpartnerung bei A3907 würde ich mir vor allem eine flottere Entwicklung in vielen Indikationen gleichzeitig wünschen (NASH; PBC, PSC, viele weitere Indikationen mit Juckreiz). Obwohl Albireo selbst immer gesagt hat, auf dem Rücken von Odevixibat werden dann die weitere Programme voran gebracht. Beide Programme sind natürlich noch in einer frühen Phase und spiegeln noch nicht vollumfänglich den potenziellen Wert wider. Für eine Verpartnerung spricht auch die Verpflichtung von Constantine Chinoporos sowie die Vorstellung, dass dieser an mehr als 20 Lizenzdeals beteiligt war.
Bei Cowen wurde ja auch erwähnt dass gerade in China bald und in LATAM in Zukunft weitere Partnerschaften anstehen könnten. Gerade Mirum hat beispielsweise verkündet, dass ihr Partner in Südkorea eine Zulassung beantragt hat. Von Albireo erwarte ich auch, dass sie uns im Falle von News in diesen Drittstaaten informieren, bzw. ein Update geben bis wann mit Zulassung / Launch zu rechnen ist.
Meinem Gefühl nach hat sich Mirum schon voll auf die Konkurrenz mit Albo eingeschossen. Beispielsweise war die March-Pfic Studie zu Beginn eigentlich nur auf 30 Patienten ausgelegt, die Verzögerungen resultierten also daraus noch möglichst viele Patienten abzugreifen und über die Langzeitstudie an Mirum und Maralixibat zu binden? Die Studie steht auch immer noch auf enrolling, nimmt also weitere Patienten auf?
clinicaltrials.gov/ct2/show/...alixibat&draw=2&rank=6
90 Patienten sind eine ordentliche Hausnummer, Albo hat jetzt nach 6 Monaten im Markt 90 Patienten auf Odevixibat und weitere 90 potenzielle Patienten, vor allem in Europa. Die Daten von Mirum werden vermutlich gegen Oktober, also early Q4 veröffentlicht.
Mirum hat natürlich eine doppelt so große Indikation, verkauft aber bisher ausschließlich in den USA. Obwohl ja Albireo auch nur in den USA und in D bisher verkauft, wobei die Preise in D geringer sind. Von daher kann man meiner Meinung nach schon ein paar Rückschlüsse zulassen. Auf der anderen Seite sieht man bei Mirum, so einfach ist die Patientenrekrutierung zu Beginn nicht, denn auch Mirum schaffte in dem ersten vollen Quartal „nur“ 3 Millionen und peilt im 2. Quartal mindestens 8 Mio. an (wie das dann abgeschlossen wird, kommt noch auf). Insgesamt in 2022 dann auch „nur“ 50 Mio, was durchschnittlich 12,5 Mio. pro Quartal entspicht, nachdem in Q1 schon mind. 8 erwartet werden, sind da keine große Steigerungsraten eingeplant.
Ich glaube Albireo könnte locker auch angeben, mindestens 30 Mio. in 2022 umzusetzen (etwas mehr als die Hälfte von Mirum). Wären wir dann aber zufriedener? Ich würde sagen an sich haben wir schon auch hohe Erwartungen oder wünschen uns zumindest, dass es viel schneller voran geht. Albireo handelt eben so wie wir sie kennen, erst eine Einschätzung abgeben, wenn wirklich alle Faktoren bekannt sind und wenn man die Umsätze auch wirklich erst halbwegs ordentlich abschätzen kann.