Al-Kaida-Kämpfer bei Tora Bora kapitulieren


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zombi17:

Al-Kaida-Kämpfer bei Tora Bora kapitulieren

 
11.12.01 20:49
ftd.de, Di, 11.12.2001, 8:28, aktualisiert: Di, 11.12.2001, 20:06  
Al-Kaida-Kämpfer bei Tora Bora kapitulieren

Die Kämpfer der al-Kaida-Organisation von Osama bin Laden in der ostafghanischen Region um Tora Bora sollen aufgegeben haben. Am Mittwoch sei der Kampf vorbei, sagte die Nordallianz.

 




Die al-Kaida-Kämpfer hätten zugestimmt, sich afghanischen Milizen zu ergeben, teilte der Kommandeur Hadschi Mohammed Saman am Dienstag vor Journalisten im Kampfgebiet mit. Die schätzungsweise 1500 Männer würden sich am Mittwochmorgen um acht Uhr Ortszeit (04.30 Uhr MEZ) seinen Soldaten stellen, fügte Saman hinzu. Saman ist einer von drei Kommandeuren vor Ort, die gegen die Truppen des mutmaßlichen Terroristenführers kämpft.

Die seit Tagen andauernden Gefechte um die Bergfestung hatten am Morgen aufgehört. Gegen Mittag waren nur noch vereinzelt Schüsse zu hören. Die Truppen von Saman sowie den verbündeten Kommandeuren Hasrat Ali und Hadschi Saher sollen mehrere Schlüsselstellungen der El-Kaida-Kämpfer eingenommen haben.



USA vermuten Bin Laden weiter in Afghanistan


"Es gab keine Bedingungen bei der Kapitulation", sagte Saman. "Sie müssen kommen, ihre Höhlen und Verstecke verlassen und ihre Waffen übergeben." Nach dem Aufenthaltsort von Bin Laden gefragt, sagte Saman: "Darüber haben wir nicht gesprochen." Bis heute sei er sicher gewesen, dass auch Bin Laden sich in Tora Bora versteckt habe. "Jetzt weiß ich es nicht so genau."


Das US-Militär scheint sich in dieser Frage allerdings sicher zu sein. Die USA seien davon überzeugt, dass sich der saudische Geschäftsmann und Topterrorist in den riesigen Bunkern verschanzt habe. US-Flugzeuge warfen "Steckbriefe" Bin Ladens ab, die 25 Mio. $ Belohnung für seine Ergreifung versprechen. Zugleich werde die Bevölkerung davor gewarnt, Bin Laden und anderen El-Kaida-Terroristen Unterschlupf zu gewähren.


 





Suche nach hochrangigen Taliban


Die afghanischen Oppositionstruppen machen offenbar ebenfalls Jagd auf hochrangige Taliban-Funktionäre. Nach Angaben des Pentagon wurden der höchste Militärchef der Taliban und einer der wichtigsten Vertreter des Geheimdienstes der radikalislamischen Miliz gefangengenommen. Die Nordallianz habe die beiden Taliban-Anführer bei Kämpfen in den vergangenen Tagen in ihre Gewalt gebracht, sagte ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums am Montagabend (Ortszeit) in Washington. Die Namen der beiden Gefangenen nannte er nicht.



Belastendes Video


Wo sich Osama Bin Laden aufhält, scheint immer noch nicht festzustehen. Allerdings bereiten die USA offenbar schon den "informellen" Boden für seine Verhaftung vor. So habe die US-Regierung entschieden, ein neues Video zu veröffentlichen, das angeblich schlüssige Beweise für die Verwicklung des Terroristenchefs in die Anschläge vom 11. September enthält. Wie der Nachrichtensender CNN am Montag unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten weiter berichtete, soll das Band nach bisherigen Plänen am Mittwoch zu sehen sein.


Das rund 40-minütige Video wurde bei der Durchsuchung eines Hauses in Dschalalabad gefunden. Bisher war es nur von Präsident George W. Bush, engsten Beratern sowie von Sicherheits- und Geheimdienstexperten zugänglich. Wie der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienst-Ausschusses des Senats, Richard Shelby, am Montag bestätigte, prahlt Bin Laden auf dem Band über die Anschläge, die noch größeren Schaden angerichtet hätten als von ihm - dem Terroristenchef - erhofft.


Angesichts der angekündigten Kapitulation der El-Kaida-Kämpfer in der ostafghanischen Bergfestung Tora Bora hat Pakistan seine Truppen im Grenzgebiet zu Afghanistan verstärkt. "Die Grenzregion zu Tora Bora ist praktisch vollständig abgesperrt und Hubschrauber garantieren eine ständige Überwachung", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag in Islamabad. Tausende Soldaten und Paramilitärs seien auf einem 40 Kilometer langen Grenzstreifen in der Bergregion Koh-i-Safed stationiert worden.



© 2001 Financial Times Deutschland



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