Aktienanleger weltweit tief verunsichert
Gewinnwarnungen und die Angst vor neuen Bilanzmanipulationen lassen die internationalen Börsen nicht zur Ruhe kommen.
NEW YORK/WIEN (red/ag). Nach den schweren Kurseinbrüchen vom Montag und Dienstag bleibt die Nervosität an den internationalen Aktienmärkten weiter hoch. An den europäischen Börsen dominierten gestern, Mittwoch, die Minuszeichen. Gegen den Trend leicht zulegen konnten hingegen die fernöstlichen Märkten, was Analysten allerdings nur als technische Reaktion auf die jüngsten Verluste bezeichnen.
USA: Angst vor 4. Juli
Die amerikanischen Märkte eröffneten gestern nahezu unverändert. Die neuesten Arbeitsmarktdaten waren zwar relativ günstig, konnten die Börse aber nicht beflügeln. Vor dem heutigen Unabhängigkeitstag, an dem die Börsen geschlossen bleiben, steigt die Angst vor neuen Terroranschlägen.
Für eine neue Hiobsbotschaft sorgte der amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD), der nach Intel größte Chiphersteller für Personal Computer. Er revidierte seine Umsatzerwartungen bereits zum zweiten Mal binnen eines Monats nach unten. Die AMD-Aktie verlor daraufhin um bis zu elf Prozent.
Für den schwer angeschlagenen US-Telekomkonzern WordlCom gibt es inzwischen wieder einen Funken Hoffnung. Bei WorldCom aufgeflogene Falschbuchungen im Ausmaß von knapp vier Mrd. Dollar hatten in der Vorwoche die internationalen Aktienmärkte in helle Aufregung versetzt. Seit damals kämpft das Unternehmen ums Überleben. Gestern, Mittwoch, hat nun der US-Telekomkonzern IDT WorldCom angeboten, seine Lokal- und Ferngesprächssparten für insgesamt 5 Mrd. Dollar (5,04 Mrd. €) zu übernehmen.
Der Wechsel an der Spitze von Vivendi (siehe auch Seite 19) konnte den Kursverfall beim zweitgrößten Medienkonzern der Welt (nach AOL Time Warner) nicht stoppen. Spekulationen über Finanzmanipulationen und Zahlungsschwierigkeiten ließen den Aktienkurs in Paris zeitweise um mehr als 15 Prozent abstürzen.
Wie sehr die Finanzwelt selbst Großkonzernen mißtraut, zeigt eine Mitteilung des französischen Telekomausrüsters Alcatel. Weil der Aktienkurs gestern im Tagesverlauf um bis zu 20 Prozent abstürzte, gab das Unternehmen in Paris eilig bekannt, es könne alle seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen. Zuvor hatten französischen Zeitungen gemeldet, die Alcatel-Anleihen wurden bei nur noch 75 Prozent ihres Nominalwertes - was fast Junk-Bonds entspricht - gehandelt.
Vom allgemeinen Mißtrauen gegen Telekom-, Medien- und Technologiekonzerne blieb auch der britische Mobilfunkkonzern Vodafone nicht verschont. Der Aktienkurs fiel gestern auf den tiefsten Stand seit Dezember 1997, obwohl es keine neuen unternehmensspezifischen Nachrichten gab.
Noch schlimmer erwischt es gestern das niederländische Biotechunternehmen Qiagen, das am Frankfurter Neuen Markt und der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Nachdem Qiagen seine Umsatz- und Gewinnprognose für heuer deutlich nach unten revidierte, brach der Kurs der Aktie in Frankfurt zeitweise um mehr als 43 Prozent ein. Die Panikverkäufe rissen den gesamten Neuen Markt mit nach unten.
Dem internationalen Negativtrend konnte sich der Wiener Aktienmarkt nicht entziehen. Unter den größten Verlierern befanden sich voestalpine, auch die Indexschwergewichte TA und Erste Bank gaben nach.
Gewinnwarnungen und die Angst vor neuen Bilanzmanipulationen lassen die internationalen Börsen nicht zur Ruhe kommen.
NEW YORK/WIEN (red/ag). Nach den schweren Kurseinbrüchen vom Montag und Dienstag bleibt die Nervosität an den internationalen Aktienmärkten weiter hoch. An den europäischen Börsen dominierten gestern, Mittwoch, die Minuszeichen. Gegen den Trend leicht zulegen konnten hingegen die fernöstlichen Märkten, was Analysten allerdings nur als technische Reaktion auf die jüngsten Verluste bezeichnen.
USA: Angst vor 4. Juli
Die amerikanischen Märkte eröffneten gestern nahezu unverändert. Die neuesten Arbeitsmarktdaten waren zwar relativ günstig, konnten die Börse aber nicht beflügeln. Vor dem heutigen Unabhängigkeitstag, an dem die Börsen geschlossen bleiben, steigt die Angst vor neuen Terroranschlägen.
Für eine neue Hiobsbotschaft sorgte der amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD), der nach Intel größte Chiphersteller für Personal Computer. Er revidierte seine Umsatzerwartungen bereits zum zweiten Mal binnen eines Monats nach unten. Die AMD-Aktie verlor daraufhin um bis zu elf Prozent.
Für den schwer angeschlagenen US-Telekomkonzern WordlCom gibt es inzwischen wieder einen Funken Hoffnung. Bei WorldCom aufgeflogene Falschbuchungen im Ausmaß von knapp vier Mrd. Dollar hatten in der Vorwoche die internationalen Aktienmärkte in helle Aufregung versetzt. Seit damals kämpft das Unternehmen ums Überleben. Gestern, Mittwoch, hat nun der US-Telekomkonzern IDT WorldCom angeboten, seine Lokal- und Ferngesprächssparten für insgesamt 5 Mrd. Dollar (5,04 Mrd. €) zu übernehmen.
Der Wechsel an der Spitze von Vivendi (siehe auch Seite 19) konnte den Kursverfall beim zweitgrößten Medienkonzern der Welt (nach AOL Time Warner) nicht stoppen. Spekulationen über Finanzmanipulationen und Zahlungsschwierigkeiten ließen den Aktienkurs in Paris zeitweise um mehr als 15 Prozent abstürzen.
Wie sehr die Finanzwelt selbst Großkonzernen mißtraut, zeigt eine Mitteilung des französischen Telekomausrüsters Alcatel. Weil der Aktienkurs gestern im Tagesverlauf um bis zu 20 Prozent abstürzte, gab das Unternehmen in Paris eilig bekannt, es könne alle seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen. Zuvor hatten französischen Zeitungen gemeldet, die Alcatel-Anleihen wurden bei nur noch 75 Prozent ihres Nominalwertes - was fast Junk-Bonds entspricht - gehandelt.
Vom allgemeinen Mißtrauen gegen Telekom-, Medien- und Technologiekonzerne blieb auch der britische Mobilfunkkonzern Vodafone nicht verschont. Der Aktienkurs fiel gestern auf den tiefsten Stand seit Dezember 1997, obwohl es keine neuen unternehmensspezifischen Nachrichten gab.
Noch schlimmer erwischt es gestern das niederländische Biotechunternehmen Qiagen, das am Frankfurter Neuen Markt und der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Nachdem Qiagen seine Umsatz- und Gewinnprognose für heuer deutlich nach unten revidierte, brach der Kurs der Aktie in Frankfurt zeitweise um mehr als 43 Prozent ein. Die Panikverkäufe rissen den gesamten Neuen Markt mit nach unten.
Dem internationalen Negativtrend konnte sich der Wiener Aktienmarkt nicht entziehen. Unter den größten Verlierern befanden sich voestalpine, auch die Indexschwergewichte TA und Erste Bank gaben nach.