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A K T I E N - Newsletter
DEUTSCHE BIBLIOTHEK - ISSN 1436-4131
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I N H A L T
MARKTUMFELD & ANLAGESTRATEGIE
1. EDITORIAL / Was kann der Privatanleger aus 2001 lernen?
2. ANLAGESTRATEGIE / Grundlagen: DISZIPLIN & LIMITTECHNIK
3. INDIZES / Entwicklung der wichtigsten Welt-Indizes
4. PROGNOSE ZUR ENTWICKLUNG DER MAERKTE IM NEUEN JAHR
HANDELSANREGUNGEN - TRADING-ALLOKATION DAX/MDAX
5. TECHNOLOGIE 2002 uebergewichten - wo lohnt der Einstieg?
6. INFINEON / Aussichten verbessert, Risiken weiter hoch
7. SIEMENS / kurzfristig recht wenig Bewertungspotential
8. EPCOS / chancenreichstes Technologieinvestment im DAX
9. SAP / langfristig kaufen, kurzfr. Unsicherheitsfaktoren
AKTUELLES & NACHRICHTEN
10. MERGERS & KOOPERATIONEN / Dyckerhoff, schlott sebaldus ...
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Knorr Capital, Brau & Brunnen ...
12. NACHRICHTEN & RESEARCH / AHAG, PROCON Multimedia AG ...
RUBRIKEN & HINWEISE
13. BANKANALYSEN / RATINGS - deutsche Standardwerte
14. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, Tradingtermine
15. DISCLAIMER / Haftungsausschluss und Risikohinweise
16. HINWEISE zu den Aktienservice.de Newslettern
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1. EDITORIAL / Was kann der Privatanleger aus 2001 lernen?
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Liebe Aktienservice-Leserinnen und Leser,
aufgrund unzaehliger Leseranfragen haben wir uns entschlossen,
unsere Newsletter um das Themengebiet ANLAGESTRATEGIE & TRADING
zu erweitern. Hierbei behandeln wir Themen wie HANDELSSTRATEGIEN,
CHARTTECHNIK, TECHNISCHE INDIKATOREN, LIMITTECHNIK etc. Lesen Sie
hierzu unter Menuepunkt 2 den Einstiegsartikel, der die rudimen-
taeren Grundlagen einer dauerhaft erfolgreichen Anlagestrategie
beschreibt.
Die letzten 1,5 Jahre waren insbesondere fuer Privatanleger recht
schmerzvoll - aber auch lehrreich. Vor drei Jahren kaufte der An-
leger eine Aktie - und sie stieg. Dabei konnte der Anleger nur
das Pech haben, dass die von ihm nach welchen Kriterien auch im-
mer ausgewaehlte Aktie weniger stark stieg als andere oder der
Gesamtmarkt. Das hat sich grundlegend geaendert. Die letzten Jah-
re haben auch dem deutschen Privatanleger, der im internationalen
Industriestaaten-Vergleich noch ueber recht wenig Boersenerfah-
rung verfuegt, gezeigt, dass die gewissenhafte Selektion - sprich
Stock-Picking - das eigentliche Erfolgsgeheimnis an der Boerse
ist.
Doch die Vielfalt der Investmentmoeglichkeiten und die kaum ue-
berschaubare Anzahl an Aktien ueberfordern Privatanleger. Will er
nicht selbst die Erfolgsaussichten mehrerer Tausend Unternehmen,
vorausgesetzt, er wuerde ueber das hierfuer erforderliche Fach-
wissen verfuegen, periodisch und vergleichend analysieren, muss
er auf fremdes Research zurueckgreifen. Hier beginnt das Dilemma:
wem glauben, wer ist unabhaengig, wer verfuegt ueber das notwen-
dige Fachwissen, welche Analysten weisen die besten Erfolgsquoten
auf.
Dass Analysten, die ihrer Taetigkeit im Auftrag von Banken nach-
gehen, nachhaltigen Gewissenskonflikten unterworfen sind, ist in-
zwischen allseits bekannt - daran aendern auch die haeufig zi-
tierten "chinese Walls" nichts. Die Interessenkonflikte liegen
auf der Hand: Investmentbanken werden dafuer bezahlt, Unternehmen
zu covern, d.h. sie erhalten Geld dafuer, durch gelegentliche Re-
searchberichte das Interesse an der Aktie ihres Auftraggebers
aufrecht zu erhalten. Wenn nun ein Wettbewerbsunternehmen eigent-
lich bessere Aussichten geniesst, kann von dem verantwortlichen
Analysten kaum verlangt werden, dies oeffentlich kundzutun - vor
allem dann nicht, wenn der Wert zusaetzlich noch in den Portfoli-
os der Investmentfonds dieser Gesellschaft prominent gewichtet
ist.
Ganz besonders heftig treten derartige Interessenskonflikte bei
IPO's zutage. Die Banken, die fuer den Verkauf der Neuemissionen
verantwortlich sind, koennen gar keine negativen Researchberich-
te ueber das Unternehmen verfassen, an deren Boersengang sie er-
heblich Geld verdienen. In der Regel generieren die den Boersen-
gang begleitenden Banken auch durch nachfolgendes Coverage wich-
tige Einnahmen.
Dies sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, welche die Unab-
haengigkeit von Bankanalysten in Frage stellen. Gerade in den USA
betreuen die wichtigen Investmentbanken eine Vielzahl von ver-
moegenden Kunden. Diese erhalten Reasearchberichte, nach denen
sie ihre Transaktionen ausrichten koennen. Nun wissen wir alle,
was geschieht, wenn beispielsweise Merrill Lynch, Goldman Sachs,
JP Morgan oder UBS Warburg ein Strong-Buy-Rating aussprechen. Die
Aktie steigt in der Regel ganz betraechtlich. Dass die Kunden
dieser Investmentbanken in der Regel einige Tage frueher Zugang
zu diesen Researchberichten haben, ist sowohl rechtens als auch
verstaendlich, stellen sie doch eine wichtige Einnahmequelle fuer
die Investmentbanken dar - ein Schelm, wer hier etwas Boeses
denkt.
Wir moechten an dieser Stelle nicht missverstanden werden, wir
verurteilen die Geschaeftspraxis der Investmentbanken keineswegs,
denn auch diese unterliegen dem Wettbewerb und sind ihrerseits
wiederum als Aktiengesellschaften ihren Aktionaeren zur Erwirt-
schaftung hoechstmoeglicher Gewinne verpflichtet. Diese Interes-
senskonflikte sind in der freien Marktwirtschaft nicht zu vermei-
den. Sie sind aus den besagten Gruenden auch nicht verwerflich,
denn professionelles, kompetentes Research ist unsagbar teuer. Es
kann von den Investmentbanken nicht verlangt werden, dieses kost-
bare Research Kunden anderer Banken zeitgleich und kostenlos zu-
gaenglich zu machen.
Wichtig ist nur, dass sich der Anleger ueber diese Vorgaenge be-
wusst ist. Er kann dann institutionelle Researchberichte adaequat
interpretieren und laeuft nicht jeder Strong-Buy-Empfehlung
blindlings hinterher. Meist sind die Kunden der Investmentbanken
zum Zeitpunkt der Veroeffentlichung dieser Empfehlung in den Mas-
senmedien bereits positioniert - und verkaufen ihre Positionen in
die Haende der Privatanleger, welche sich durch diese Empfehlung
zum Kauf animieren lassen.
Auf der anderen Seite werden die Researchberichte von Analysten
der Investmentbanken meist mit der notwenigen Kompetenz und mit
dem erforderlichen Fachwissen erstellt, waehrend die Empfehlungen
der unzaehligen Boersenzeitschriften oder diversen Online-Medien
oftmals von Marktbeobachtern verfasst werden, denen jegliche Pra-
xiserfahrung fehlt. Dies ist im Uebrigen oftmals auch ein Kern-
problem der Analysten von Investmentbanken, denn meist analysie-
ren sie nur die Unternehmensaussichten, verfuegen aber ueber kei-
nerlei praktische Investmenterfahrungen.
Unsere Tipps daher: Anleger sollten sich niemals von einzelnen An-
alysten oder Investmentbanken zu einer Transaktion verleiten las-
sen. Er sollte stattdessen mehrere Researchberichte verschiedener
Anbieter studieren, sich zusaetzlich ein eigenes Bild von Unter-
nehmen, Branche und Gesamtmarktverfassung machen. Erst dann,
kommt er hierbei zumindest auf ein zufriedenstellendes Ergebnis,
sollte er eine Investmententscheidung treffen. Darueber hinaus
sollte er nicht nur die Meinungen der meist theoretisch gepraeg-
ten Analysten zur Entscheidungsgrundlage heranziehen, er sollte
sich vor allem die Investmententscheidungen erfolgreicher Invest-
mentfonds-Manager sehr genau anschauen, denn die Fondsmanager
stehen mit beiden Beinen in der Praxis und werden nach Erfolg be-
zahlt. Wuerden auch Analysten nach dem Erfolgsprinzip bezahlt,
laege die allgemeine Trefferquote sicherlich hoeher.
Keine Analyse kann den Anleger von seiner Verpflichtung, aus-
fuehrlich eigenes Research zu betreiben, entbinden. Kein serioe-
ser Analyst kann und will Ihnen das eigene Denken abnehmen. Auch
wir wollen dies nicht. Der Anleger sollte Analysen im Zuge der
Informationsbeschaffung und zur Verbreiterung seiner Wissensba-
sis verwenden, sie aber keineswegs als alleinige Entscheidungs-
grundlage heranziehen. Hierbei wird schnell ersichtlich, dass
viel Anlageerfolg mit wenig Arbeit und Zeitaufwand ein Ding der
Unmoeglichkeit ist. Wenn der Privatanleger also nicht in der La-
ge ist, genuegend Zeit zur fundierten Meinungsbildung zu erueb-
rigen, sollte er besser auf erfolgreiche Investmentfonds zu-
rueckgreifen.
Wie schwierig es ist, langfristig erfolgreich an den Maerkten zu
agieren, sollte allein an der Tatsache ersichtlich werden, dass
es weniger als einem Drittel aller Fondsmanager gelingt, die
Benchmark bzw. den Referenzsektor dauerhaft zu uebertreffen -
und immerhin verfuegen die Fondsmanager im Idealfall sowohl ue-
ber die notwendige Zeit als auch ueber das erforderliche Fach-
wissen. Dies zeigt, dass auch viele Fondsmanager dramatische De-
fizite in ihrer Anlagestrategie aufweisen. Unserer Meinung nach
wird die psychologische Komponente im Anlagegeschaeft oft
straeflich vernachlaessigt.
Diesen Fehler muessen Sie nicht machen - lesen Sie dazu den fol-
genden Artikel:
Herzlichst, ihre Aktienservice.de-Redaktion
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R E N T A B I L I T A E T
MT "BALTIC CAPTAIN"
Mehr Wirtschaftlichkeit geht nicht!
Der Tanker faehrt im Auftrag der BP in einem Zeitchartervertrag
mit marktgerechter Charter. Trotz konservativer Kalkulation mit
hohen Zinssaetzen, vorsichtigem Waehrungsansatz und niedriger
Charter, betraegt die Anfangsausschuettung bereits 9 Prozent ab
2003. Dies eroeffnet Perspektiven, die selten zu finden sind.
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2. ANLAGESTRATEGIE / Erfolgsgeheimnis DISZIPLIN und LIMITTECHNIK
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Das allerwichtigste Erfolgskriterium im Aktienhandel ist und
bleibt DISZIPLIN:
"Ein erfolgreicher Anleger benoetigt Disziplin, Konzentration,
Disziplin, die Faehigkeit, Regelmaessigkeiten zu erkennen, Dis-
ziplin, die Faehigkeit, Gesetzesmaessigkeiten des Marktes zu er-
kennen. Habe ich Disziplin schon erwaehnt?"
Frei uebersetzt nach Harvey Houtkin, Trading-Legende
Die einfachste und zugleich effizienteste Art der Disziplin ist
die LIMITTECHNIK. Wenn es dem Anleger durch gewissenhaftes Re-
search gelingt, von 10 Transaktionen 6 gewinnbringend abzu-
schliessen, ist er sehr erfolgreich. Gelingt es ihm ferner, je
Gewinntrade mehr Geld zu verdienen, als er je Verlusttrade ver-
liert, ist er doppelt mit dabei.
Selbst bei einer Quote von eins zu eins gewinnt der Anleger,
wenn er eine disziplinierte Limittechnik beherzigt. Der Anleger
sollte bei jedem Aktien-Kauf ein Stop-Loss-Limit plazieren, das
maximal 5%, 10% bzw. 15% unter dem Einstandskurs liegt (Verlust-
begrenzungs-Stop). Dieser Wert repraesentiert bei kurz-, mittel-
bzw. langfristigem Anlagehorizont unserer Erfahrung nach den op-
timalen Kompromiss, um sich nicht durch natuerliche Marktschwan-
kungen aus dem Rennen werfen zu lassen, aber auch nicht der Ge-
fahr zu unterliegen, durch unlimitierte Verluste sein Anlageka-
pital zu verlieren.
Im Gewinnfall sollte das Stop-Loss je nach Anlagehorizont in
10%-Schritten nachgezogen werden (Trailing Stop). Weit in der
Gewinnzone kann der trailing-Stop mehr Spielraum aufweisen, um
sich nicht der Moeglichkeit zu berauben, an den ganz grossen
Trends zu partizipieren. Diese Hoffnung darf jedoch niemals im
Vordergrund stehen. Verkehrt ein Trade 40% im Gewinn, kann der
Trailing-Stop auf 15% erweitert werden, d.h. im schlechtesten
Fall sichert sich der Anleger einen 25%igen Gewinn. Verkehrt der
Trade 60% im Gewinn kann der Trailing Stop auf 20% erweitert wer-
den etc. etc.
Diese Stop-Strategie ist insofern hocheffizient, als dass sie den
verschiedenen Marktszenarien Rechnung traegt. So geht der Anleger
einen Trade mit einer bestimmten Erwartungshaltung ein, die Kurs-
aufschlaege impliziert. Dies kann bspw. ein ueber den Erwartungen
liegendes Geschaeftsergebnis oder eine besonders einladende
Chartkonstellation sein. Bewegt sich der Kurs trotzdem nicht auf-
waerts sondern in die entgegengesetzte Richtung, hat der Anleger
etwas nicht beruecksichtigt, uebersehen oder Begebenheiten falsch
interpretiert. In diesem Fall besteht keinerlei Grund, das Enga-
gement aufrecht zu halten. Dazu folgende Boersenweisheit:
"Sollte der Kurs hochgehen und er geht nicht hoch, geht er run-
ter. Sollte der Kurs runtergehen und er geht nicht runter, geht
er hoch."
Im Gewinnfall sichert sich der Anleger per Trailing Stop einen
Gewinn, der mit zunehmender Trendstaerke ebenfalls stets steigt.
Je staerker Kurse jedoch steigen, je groesser wird die Gefahr
temporaerer, aber heftiger Gegenbewegungen. Diese technischen
Korrekturen kommen auch oft in signifikanten Trends vor, ohne
dass dieser dadurch gebrochen wird. Nach erfolgter Gegenbewegung
in einem intakten Aufwaertstrend kehrt der Kurs haeufig in die
Trendrichtung zurueck. Dies ist der Grund, warum der Spielraum
per Trailing Stop bei zunehmendem Kursgewinn erhoeht werden soll-
te.
Ferner kann der Anleger die Chart- und Markttechnik zur Justie-
rung der Limits einsetzen (bspw. 38- und 200-Tageslinie, MACD,
Bollinger Bands etc.).
Der tiefere Sinn der eben aufgefuehrten Limitstrategie liegt in
dem Umstand, dass der Anleger hierbei selbst bei ausgeglichenem
Verhaeltnis von Gewinn- und Verlusttrades beeindruckende Gewinne
erwirtschaftet, denn er limitiert Verluste und laesst Gewinne
laufen. Diese Limitstrategie stellt ein erfolgreiches Grundge-
ruest dar, auf deren Basis der Anleger individuelle Optimierun-
gen und Verfeinerungen bspw. durch den Einsatz von markt- und
Charttechnik durchfuehren kann.
Die gesetzten Limitkurse duerfen jedoch niemals wieder aufgehoben
oder nach unten verlegt werden. Sie bleiben bestehen, solange der
Trade andauert. Genau an dieser Stelle ist die Disziplin des An-
legers gefordert, genau an dieser Stelle unterscheiden sich die
Gewinner von den Verlierern.
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3. INDIZES / Entwicklung der wichtigsten Welt-Indizes
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Index 03.01. % Vortag 12-M.hoch % AT-Hoch % 2002
DJIA 10.173 +0,98 % 11.350 -13,5 % + 1,5 %
NASDAQ 2.044 +3,29 % 2.892 -60,1 % + 4,8 %
DAX 30 5.270 +1,98 % 6.795 -35,2 % + 2,1 %
NEMAX ALL 1.187 +6,51 % 3.133 -86,1 % + 8,3 %
EUROSTOXX 50 3.833 +2,06 % 4.823 -30,5 % + 0,8 %
4. PROGNOSE ZUR ENTWICKLUNG DER MAERKTE IM NEUEN JAHR
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Am Freitag, dem 28. Dezember, dem letzten Handelstag an deut-
schen Boersen, ging ein turbulentes Boersenjahr zu Ende. In 2001
musste der DAX mit rund minus 20% das zweite Jahr in Folge deut-
liche Abschlaege hinnehmen. Bereits im Septembertief rieten wir
zum antizyklischen Einstieg bei gut positionierten DAX-BlueChips.
Diese Empfehlung bekraeftigen wir zum Jahresbeginn nochmals. Aus
unserer Sicht sollte der Anleger bei international gut positio-
nierten, fundamental attraktiv bewerteten Bluechips auf dem noch
ermaessigten Niveau des DAX weiter antizyklisch einsteigen und
nicht irgendwann im Verlauf des neuen Jahres der Marktentwicklung
prozyklisch hinterherlaufen.
Die historische Statistik stuetzt unsere Erwartungshaltung eines
positiven Jahresverlaufs fuer 2002. So hat der DAX seit ueber 40
Jahren niemals drei aufeinanderfolgende Jahre Verluste hinnehmen
muessen. Da wir nun zwei Jahre mit Verlusten abschlossen, stehen
die Chancen gut, dass es in diesem Jahr aufwaerts geht. Natuer-
lich stellt diese Betrachtungsweise kein Investmentkriterium als
solches dar, in Verbindung mit der fundamentalen Erwartungshal-
tung, dass uns im 2. Halbjahr 2002 eine Konjunkturerholung bevor-
steht, wird jedoch ersichtlich, dass die deutschen und US-ameri-
kanischen Aktienboersen im neuen Jahr deutlich mehr Aufwaerts-
als Rueckschlagspotential aufweisen.
Zu unserer positiven Erwartungshaltung einer im Laufe des 2.
Halbjahres 2002 aufkommenden Erholung der Weltwirtschaft traegt
entscheidend das niedrige Zinsniveau in den USA bei (das niedrig-
ste seit mehr als 40 Jahren). Die hierdurch deutlich gestiegene
Liquiditaet sollte sich in Verbindung mit der niedrigeren Teu-
rungsrate, dem deutlich ermaessigten Oel- und Energiepreisniveau
sowie der wieder normalisierten Lagerbestaende zum 2. Halbjahr
2002 auch auf Unternehmensseite realwirtschaftlich positiv be-
merkbar machen.
Aus marktpsychologischer Sicht machen sich die extrem niedrigen
Renditen am Geld- und Kapitalmarkt (Bonds, Renten) ebenfalls zu
Gunsten der Aktienanlage positiv bemerkbar. Darueber hinaus
duerfte auch der EPS-Basiseffekt in 2002 eine verbesserte Stim-
mung nach sich ziehen, da die Bilanzvergleiche zur Vorjahrespe-
riode im neuen Jahr deutlich konstruktiver als in 2001 ausfallen
werden.
Zu guter Letzt sehen wir bei vielen defensiven Standardwerten
derzeit Bewertungsrelationen, die aehnlich ueberzogen sind wie
die der Technologiewerte im Maerz 2000. So weist bspw. der Kon-
sumgueterhersteller BEIERSDORF (Nivea, Tesa) ein KGV von 34 bei
einer PEG-Ratio von knapp 3 aus. So hervorragend das Unternehmen
auch immer positioniert ist, fuer einen Konsumgueterhersteller
ist diese Bewertung auf Dauer nicht tragbar, genauso L'OREAL, der
weltmarktfuehrende Kosmetikhersteller (KGV 39, PEG-Ratio knapp
3).
Sobald im Jahresverlauf die ersten definitiven Anzeichen ersicht-
lich werden, die eine bevorstehende Erholung der Konjunktur im-
plizieren, werden viele Investoren vermehrt Gelder aus den defen-
siven Sektoren abziehen, um sie in aggressivere, zyklischere Wer-
te, die in positiven Konjunkturzyklen hoeheres Kurspotential be-
sitzen, umzuschichten. Auch dies wird den hochzyklischen Techno-
logiewerten im Jahresverlauf zu Gute kommen.
Sowohl im Hinblick auf eine zur zweiten Jahreshaelfte erwartete
Konjunkturerholung als auch bezueglich der unserer Meinung nach
bei vielen Defensiv-Titeln etwas ueberstrapazierten Bewertungsre-
lationen raten wir dazu, zyklische Titel, sowie Technologiewerte
ueberzugewichten. Bislang hat sich gezeigt, dass die Maerkte be-
reits in der Rezession begannen, einen bevorstehenden neuen Posi-
tiv-Konjunkturzykluss zu antizipieren. Vor diesem Hintergrund ist
es kein Widerspruch, wenn die Maerkte bereits jetzt deutlich an-
ziehen.
Im ersten Quartal des neuen Jahres erwarten wir eine solide,
nachhaltige Aufwaertsbewegung im DAX, die bis 5.700/5.800 Punkte
heranreichen wird. In Richtung Sommer/Jahresmitte 2002 erwarten
wir eine Konsolidierung, da dann Marktteilnehmer die ersten ech-
ten Anzeichen der Konjunkturerholung sehen wollen. Diese werden
zu Beginn der zweiten Jahreshaelfte auch kommen, so dass wir im
Spaetherbst 2002 einen neuen Kursschub sehen, der dann auch fun-
damental und nicht nur marktpsychologisch untermauert werden
kann. Den DAX sehen wir zum Ende des neuen Jahres bei 6.200 Punk-
ten.
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5. TECHNOLOGIE 2002 uebergewichten - wo lohnt der Einstieg?
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Erfahrungsgemaess profitieren besonders die hochzyklischen Tech-
nologiewerte von einem Marktaufschwung. Der kurz- und mittelfris-
tig ausgerichtete Anleger kann nun zur Uebergewichtung des Sek-
tors saemtliche Technologiewerte des DAX erwerben. Dabei sehen
wir jedoch das Problem, dass die Bewertung der meisten DAX-Tech-
nologiewerte nach der Erholungsrallye im Anschluss an die Septem-
bertiefs bereits wieder auf einem ambitionierten Niveau angelangt
ist. Anleger sollten also differenzieren. Auf Basis unserer Prog-
nosen folgender Bewertungsvergleich:
WERT 02e-KGV Umsatz KUV PEG RATING
EPCOS 39 1.700 2,1 n/a Strong Buy
INFINEON neg. 5.000 3,1 n/a Hold
SIEMENS 39 91.000 0,7 0,13 Long Term Buy
SAP 52 8.000 5,7 1,4 Long Term Buy
DTAG neg. 55.000 1,5 n/a Accumulate
Neben dem Umstand, dass die Bewertungen der DAX-Technologiewerte
bereits wieder ein recht anspruchsvolles Niveau erreicht haben
wird hierbei zum einen ersichtlich, dass die Bewertungen enorm
differieren und zum anderen, dass die Kursentwicklung der ent-
sprechenden Titel zum Teil recht wenig mit der Fundamental-Be-
wertung korreliert. Lesen Sie nachfolgend, bei welchen Technolo-
giewerten des DAX sich ein Investment noch lohnt.
Generell empfehlen wir dem Anleger, die Technologiewerte aus der
zweiten Reihe nicht zu vergessen. Fuer empfehlenswert halten wir
hierbei beispielsweise
- SOFTWARE AG
- JENOPTIK
- DATA MODUL
- LOEWE AG
Diese Technologiewerte aus der zweiten Reihe weisen bei aehnlich
prosperierenden Entwicklungschancen eine wesentlich attraktivere
Bewertung und somit im Vergleich zu den DAX-Techs ein deutlich
guenstigeres Chancen/Risiken-Profil auf. Diese Zukunftsaussich-
ten dieser Unternehmen werden wir in der kommenden Ausgabe ana-
lysieren.
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6. INFINEON / Aussichten verbessert, Risiken weiter hoch
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Der Kursanstieg des DRAM-Speicherherstellers INFINEON ist vorwie-
gend marktpsychologisch bedingt. Zwar befindet sich der Chip-Sek-
tor bereits am Beginn der lang erhofften Erholungsphase, doch bis
Infineon wieder die Gewinnphase erreicht, duerfte noch bis 2003/
2004 dauern. So stiegen die DRAM-Preise am Spotmarkt im Januar
wieder auf ueber 2,5 USD (im letzten Jahr lagen sie teilweise un-
ter 1 USD) - da die Gesamtproduktionskosten bei INFINEON je Chip
jedoch rund 5,5-6 USD betragen, muessen die Preise nochmals um
rund 130% steigen, bis INFINEON ueberhaupt kostendeckend produ-
zieren kann. Um wieder in die Gewinnzone vorzustossen, bedarf es
Preise von deutlich ueber 6 USD. Zu Boomzeiten in 2000 beliefen
sich die DRAM-CHIP-PREISE am Spotmarkt teilweise auf ueber 10
USD. In dieser Phase konnte INFINEON hohe Gewinne einfahren.
Grundsaetzlich haben sich die Aussichten fuer Infineon mit den
anziehenden Preisen am Spotmarkt verbessert. Nach den September-
tiefststaenden hatten wir INFINEON bei ca. 13 Euro zum Kauf em-
pfohlen. Im Zielkorridor von 21-25 Euro empfahlen wir Gewinnrea-
lisierungen, bzw. die Umschichtung in weniger risikobehaftete
Titel wie bspw. MICRON TECHNOLOGIES. INFINEON verkehrt nun im
oberen Bereich der prognostizierten Zielkorridors. Nachdem der
Halbleitermarkt nun deutliche Erholungstendenzen aufweist (ge-
stiegene Preise, stabilisierte Nachfrage, niedrige Lagebestaen-
de) stufen wir INFINEON auf "hold" herauf. Wir empfehlen ein
Nachziehen des Stop-Loss-Limits auf 23,80 Euro.
Dessen ungeachtet halten wir MICRON TECHNOLOGIES fuer aussichts-
reicher, da das Unternehmen ueber ein deutlich besseres finanzi-
elles Standing verfuegt und wesentlich preiswerter produziert,
d.h., dass MICRON TECHNOLOGIES mit einem Gesamtproduktionspreis
je 128ger CHIP von 3,60 USD (Infineon ca. 6 USD) entsprechend
frueher die Gewinnzone erreichen wird. Das Chancen/Risiken-Pro-
fil ist im Vergleich zu INFINEON somit attraktiver. Genauso wie
INFINEON konnte sich der Kurs von MICRON TECHNOLOGIES (NYSE: MU)
seit den Septembertiefststaenden nahezu verdoppeln. Ferner sehen
wir in strategischer Hinsicht bei INFINEON die Gefahr, dass noch
im ersten Halbjahr eine weitere Kapitalerhoehung durchgefuehrt
bzw. eine Wandelanleihe aufgelegt werden muss, zumal wir davon
ausgehen, dass die Nachfrageerholung im Chipsektor nur sehr
langsam vonstatten gehen wird. Dies koennte den Auftrieb der Ak-
tie deutlich bremsen.
INFINEON, WKN: 623100
Xetra-Kurs 03.01: 26,20
52-Wochen-Hoch: 49,75
52-Wochen-Tief: 12,04
Unser Anlage-Urteil: "hold"
empfohlenes Stop-Loss: 23,80 Euro
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7. SIEMENS / kurzfristig recht wenig Bewertungspotential
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SIEMENS besitzt eine 150-jaehrige Tradition und ist heute eines
der weltweit fuehrenden Unternehmen im Bereich Elektrotechnik
und Elektronik. Siemens beschaeftigt derzeit rund 460.000 Mit-
arbeiter und verfuegt ueber Niederlassungen/ Tochtergesellschaf-
ten in 190 Laendern. Die Siemens-Produktpalette umfasst knapp 1
Mio Produkte in 50.000 Produktkategorien. Hierbei demonstriert
Siemens beispielhaftes Innovationspotential - so wurden 80% der
Produkte innerhalb der letzten fuenf Jahre entwickelt. Mit
56.000 Mitarbeitern sind mehr als 10% der Belegschaft im Bereich
Forschung und Entwicklung taetig - jaehrlich werden ueber 6 MRD
Euro in den F&E-Bereich investiert. Das operative Geschaeft
gliedert sich in die Sparten Energie (Power), Industrie (Automa-
tion & Control), Information und Kommunikation (IC), Medizin
(Medical), Verkehr (Transportation), Elektronische Bauelemente
und Licht (Lighting).
Siemens halten wir angesichts der verbesserten Boersenstimmung
weiterhin fuer kaufenswert. In Anbetracht der bereits fortge-
schrittenen Bewertung sollten Anleger hierbei jedoch eine lang-
fristige Ausrichtung verfolgen, kurzfristig sehen wir kein sig-
nifikantes Bewertungspotential mehr. Die IC-Sparte hat im ver-
gangenen erhebliche Verwerfungen im Konzern verursacht, denen
mit extremen Einsparungsmassnahmen begegnet wurde. Insgesamt
zeigte sich der Mischkonzern aufgrund seines breiten Portfolios,
das auch sehr konjunkturresistente Bereiche wie Energiesysteme
und Medizintechnik umfasst, der Konjunkturbaisse im vergangenen
Jahr gewachsen. Die konjunkturresistenten Geschaeftssparten
konnten die Verluste der New-Economy-Bereiche nicht kompensie-
ren, jedoch deutlich abschwaechen.
Dabei agiert Siemens bilanztechnisch recht geschickt, so redu-
zierte man die Beteiligung an INFINEON auf unter 50%, so dass
INFINEON nicht mehr konsolidiert werden muss, sondern ad Equity
gefuehrt werden kann. Durch die Umstellung auf US-GAAP machen
sich zudem die Abschreibungen auf Akquisitionen (bspw. Atecs)
weniger bemerkbar, so dass der Gewinn optisch wesentlich ge-
ringer ausgewiesen werden kann. Diese beiden Faktoren, sowie
die im Jahr 2002 aufgrund der Steuerreform moeglichen steuer-
freien Beteiligungsverkaeufe werden dazu fuehren, dass Siemens
in 2002 einen deutlich hoeheren Gewinn ausweisen kann, waehrend
die im Jahr 2001 durchgefuehrten Einsparungsmassnahmen dem ope-
rativen Ergebnis sehr zu Gute kommen werden.
Mit einem 02e-KGV von knapp 40 ist der Titel zwar anspruchsvoll
bewertet, im Rahmen der zum 2. Halbjahr 2002 erwarteten Kon-
junkturerholung sehen wir jedoch eine wieder deutlich zunehmen-
de Gewinndynamik. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau kommt der
Titel jedoch nur fuer langfristig ausgerichtete Anleger in Be-
tracht.
SIEMENS, WKN: 723610
Xetra-Kurs 03.01.: 77,90
52-Wochen-Hoch: 105,77
52-Wochen-Tief: 37,44
Unser Anlage-Urteil: "Long Term Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 69 Euro
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8. EPCOS / chancenreichstes Technologieinvestment im DAX
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EPCOS - der Name steht fuer Electronic Parts and Components. Das
1989 gegruendete Gemeinschaftsunternehmen Siemens Matsushita Com-
ponents (S+M) wurde als EPCOS AG am 15. Oktober 1999, an die
Boerse gebracht. Lediglich 4 Monate spaeter wurde der Titel in
den DAX aufgenommen. Das Unternehmen zaehlt zu den weltweit fueh-
renden Herstellern passiver elektronischer Komponenten. Die Ange-
botspalette umfasst ueber 40.000 Produkte, die sich in die vier
Produktkategorien OFW-Komponenten, Keramische Bauelemente, Kond-
ensatoren und EMF-Bauelemente sowie Ferrite gliedern. In bedeu-
tenden Produktgruppen wie Oberflaechenwellen-Komponenten (OFW),
unverzichtbare Schluesselbauelemente im Bereich Mobilfunk, TV,
Video oder bei Satellitenempfaengern, avancierte man ferner zum
Marktfuehrer. So besitzt man in dieser Produktgruppe bei Mobilte-
lefonen bereits einen weltweiten Marktanteil von einem Drittel,
bei Fernseh- und Consumer Elektronik dominiert man den Weltmarkt
mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln deutlich.
Zu den Kunden zaehlen vorwiegend Unternehmen aus den Bereichen
Telekommunikation, Automobil-, Industrie- und Consumer Elektro-
nik, wobei rund die Haelfte der Umsatzerloese durch kundenspezi-
fische Produkte erzielt wird. Zu den groessten Kunden zaehlen
Siemens, Ericsson, Nokia, Bosch oder Philips. Produktion, Dis-
tribution, Forschung und Entwicklung erfolgen ueber ein weltwei-
tes Netz von Tochtergesellschaften und Niederlassungen auf allen
Kontinenten, wobei man vor allem in Asien und Europa mit einer
Vielzahl von Standorten praesent ist. Seit der Gruendung im Jahr
1989 verzeichnet Epcos, frueher M+S, gegenueber dem Gesamtmarkt
ein deutlich ueberdurchschnittliches Wachstum und beschaeftigt
mittlerweile knapp 13.000 Mitarbeiter. EPCOS gehoert nach wie
vor zu 12,5% Siemens und zu 12,5% Matsushita, der Rest befindet
sich im Streubesitz.
Unserer Ansicht nach ist die Talsohle in den Zielmaerkten von
EPCOS mittlerweile erreicht. Langfristig duerfte eine zunehmende
Ersatznachfrage nach Handys, hoehere Betriebsfrequenzen und die
Zunahme von mobilen Datendiensten die Nachfrage nach SAW-Filtern
und anderen Kernprodukten von EPCOS erhoehen. Die tiefgreifenden
Kosteneinsparungsmassnahmen im letzten Jahr sollten sich bei ei-
ner Erholung der Nachfrage, die wir im Jahresverlauf erwarten,
in ueberproportionalen Gewinnsteigerungen niederschlagen. Die
Bereiche Consumer und Industrial Electronics nehmen an Bedeutung
zu.
Bedenkt man, dass bspw. in einem Notebook aehnlich wie beim Han-
dy ueber 200 passive Elektronik-Komponenten enthalten sind, wird
EPCOS auch hier vom langfristigen Trend hin zur mobilen Gesell-
schaft in marktfuehrender Stellung ueberproportional profitie-
ren. Langfristig ebenfalls wachstumsstark ist der Consumer Elec-
tronics-Markt: 400 passive Bauelemente sind beispielsweise in
moderneren TV-Geraeten verbaut - Tendenz steigend. Auch der Au-
tomobilmarkt, bei dem die Elektronik immer staerker Einzug
haelt, bietet EPCOS langfristig attraktives Wachstumspotential,
so befinden sich in modernen KFZ des Premium-Segments rund
10.000 passive elektronische Bauteile - nicht wenige davon stam-
men von EPCOS.
An vorgenannter Aufzaehlung sollte ersichtlich werden, dass EP-
COS von einer Konjunkturerholung ueberproportional profitiert.
Bezeichnend dabei ist, dass EPCOS im Vergleich zu INFINEON oder
generell zu Halbleiterunternehmen oder spezialisierteren Elek-
tronikunternehmen wesentlich solider und breitgefasster positi-
oniert ist. In Anbetracht der dominierenden Marktstellung des
Unternehmens wird EPCOS von der bevorstehenden Konjunkturerho-
lung ueberproportional profitieren. Die Bewertung mit einem
02e-KGV von 39 halten wir daher fuer gerechtfertigt. In 2003
wird das Unternehmen wieder eine deutlich hoehere Gewinndynamik
ausweisen. Strategische, technologieorientierte Anleger finden
daher in EPCOS eine solide und aussichtsreiche Investitions-
moeglichkeit vor.
EPCOS, WKN: 512800
Xetra-Kurs 03.01.: 58,10
52-Wochen-Hoch: 102,47
52-Wochen-Tief: 32,20
Unser Anlage-Urteil: "Strong Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 51,20 Euro
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9. SAP / langfristig kaufen, kurzfr. Unsicherheitsfaktoren
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SAP bewegt sich ungeachtet des aktuellen Marktaufschwungs der-
zeit in einer Seitwaertsphase. Dies ist vornehmlich darauf zu-
rueckzufuehren, dass SAP im Vergleich zu anderen Software- und
Technologiewerten im vergangenen Jahr eine hohe Relative Staerke
bewies und das Jahr 2001 als einer der wenigen DAX-Werte mit
Kursgewinnen beendete. Dies lag an den angesichts der Konjunk-
turbaisse hervorragenden Geschaeftsergebnissen von SAP. Vor die-
sem Hintergrund stellen sich viele Anleger die Frage, wie lange
SAP diese positive Geschaeftsentwicklung angesichts der noch
keineswegs beendeten IT-Rezession fortsetzen kann. Hinzu kommt
die mit einem 02e-KGV von knapp 50 ambitionierte Bewertung, die
Rueckschlagsrisiken verstaerkt.
Dennoch gibt es Gruende, weshalb sich SAP vom negativen Marktum-
feld nahezu vollstaendig abkoppeln koennte. So gelang es SAP seit
Mitte 2000, sich komplett vom negativen Branchen- und Marktumfeld
abzukoppeln. Statt die Planungen zu unterschreiten, wie dies bei
jedem annaehernd vergleichbaren Wettbewerbstitel der Fall war,
gelang es dem Unternehmen in diesem Zeitraum, die eigenen Progno-
sen zum Teil sogar recht erheblich zu uebertreffen (bis auf das
letzte Quartal).
Insgesamt jedoch gibt es langfristig fuer SAP, die sich auf ERP-
Systeme spezialisiert hat, wenig ernsthafte Konkurrenten. So kann
weder Siebel-Systems, Nischenplayer im Bereich CRM, noch der Da-
tenbank-Softwareanbieter ORACLE, der oft mit SAP in Verbindung
gebracht wird, mit SAP verglichen werden, da sie zum Grossteil in
voellig verschiedenen Produktkategorien taetig sind. Auch die in-
zwischen an Bedeutung verlorene Baan Company oder die ERP-Sparte
von IBM kann nicht mit dem SAP-Geschaeft verglichen werden, ge-
schweige denn konkurrieren. Im ERP-Segment ist SAP somit inzwi-
schen der weltweit groesste Player.
Insgesamt gewinnt die internetbasierte ERP-Loesung mySAPcom zu-
nehmend an Marktakzeptanz, insbesondere auch in den USA. Daneben
verfolgt SAP die Strategie, nahezu saemtliche durch Software ab-
zubildende Unternehmensprozesse entweder durch eigene Loesungen
oder mittels Partnerschaften in ihre Softwareloesung einzubinden,
so dass die Angriffsflaeche fuer Wettbewerber deutlich kleiner
wird - so zum Beispiel die kapitalunterlegte Partnerschaft mit
dem US-amerikanischen B2B-Software-Hersteller COMMERCE ONE oder
die Partnerschaft mit YAHOO im Portalgeschaeft.
In regionaler Hinsicht spricht langfristig neben der zunehmend
erfolgreichen Marktpenetration des US-Marktes auch das solide,
zukunftstraechtige Engagement in Asien, dem bedeutendsten Wachs-
tumsmarkt der kommenden Jahrzehnte fuer Erfolg. Ferner verfolgt
SAP auch eine hervorragende Vermarktungsstrategie, die den meist
auf Teilbereiche spezialisierten Wettbewerbern wenig Angriffs-
flaeche bietet. Aufgrund vorgenannter Faktoren wird ersichtlich,
dass SAP eine absolute Sonderstellung inne hat, welche das Un-
ternehmen im Vergleich zum Wettbewerb in gewissem Ausmass vor
starken Konjunkturschwankungen schuetzt.
Derzeit weist SAP im Hinblick auf die anhaltend lahmende Welt-
konjunktur den Vorteil auf, dass die dem Sparzwang unterliegen-
den Unternehmen mit den SAP-Softwareprodukten mittelfristig er-
hebliche Einsparungen erzielen lassen, kurzfristig stehen dem
die Einstiegsinvestitionen entgegen. Desweiteren profitiert SAP
von dem Umstand, dass sich Unternehmen bei Unternehmenssoftware
insbesondere in konjunkturell schwierigen Marktphasen lediglich
auf grosse, etablierte Player wie SAP verlassen, eine Ge-
schaeftsbeziehung mit kleineren Anbietern ist mit zu hohen Aus-
fall- und Zukunftsrisiken beispielsweise hinsichtlich der pau-
schalen Servicevertraege verbunden. Unter anderem diese beiden
Faktoren waren dafuer verantwortlich, dass sich SAP im laufen-
den Jahr bisher der negativen Konjunkturentwicklung entziehen
konnte.
Allerdings ist die IT-Rezession noch lange nicht beendet, und
je laenger die Konjunkturschwaeche anhaelt, desto mehr steigt
auch bei SAP die Gefahr, dass die Prognosen zurueckgenommen
werden koennten. Dies wiederum haette in Anbetracht der ambiti-
onierten Fundamentalbewertung fatale Folgen. Ein moegliches
Szenario waere jedoch auch, dass sich die Konjunkturerholung
recht schnell, d.h. zur Jahresmitte 2002 einstellt, wobei SAP
wiederum von den wieder anziehenden IT-Investitionen profitie-
ren koennte.
Vor diesem Hintergrund muss der Anleger differenzieren. Lang-
fristig halten wir SAP fuer den aussichtsreistchen Software-
Blue-Chip, so dass strategisch ausgerichtete Anleger weiter in-
vestiert bleiben. Kurz- und mittelfristige Anleger sollten je-
doch den naechsten Gsechaeftsaublick abwarten.
Mit einem 02e-KGV von ueber 50 halten wir die SAP-Aktie in fun-
damentaler Hinsicht derzeit fuer gut bezahlt. Gleichzeitig hal-
ten wir diese Bewertung im Hinblick auf die hervorragende Auf-
stellung des Konzerns, was durch das deutliche Wachstum in Um-
satz und Ertrag ungeachtet des Konjunkturbaisse-Jahres 2001
hinlaenglich unter Beweis gestellt werden konnte, fuer gerecht-
fertigt.
SAP AG, WKN: 716460
Xetra-Kurs 03.01.: 148,15
52-Wochen-Hoch: 180,90
52-Wochen-Tief: 100,49
Unser Anlage-Urteil: "Long Term Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 139,00 Euro
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10. MERGERS & KOOPERATIONEN / Dyckerhoff, schlott sebaldus ...
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Dyckerhoff verkauft Feinmoertelgeschaeft
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2001 veraeussert die Dyckerhoff Aus-
bauprodukte GmbH, Wiesbaden, 51% der Stimmrechte an der Dycker-
hoff Sopro GmbH, Wiesbaden an die Mapei-Gruppe, Mailand, Italien.
Fuer die verbleibenden Anteile erhaelt Mapei eine Kaufoption und
Dyckerhoff eine Verkaufsoption mit jeweils unterschiedlichen
Laufzeiten. Ueber den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Sopro Gruppe hat im Jahr 2000 einen Umsatz in Hoehe von 80
Mio. EUR erwirtschaftet und beschaeftigt ca. 350 Mitarbeiter.
Wasag-Chemie AG
Die H&R Beteiligung GmbH mit Sitz in Hamburg hat am 28. Dezember
mitgeteilt, dass sie jetzt eine Beteiligung von mehr als 30% an
Wasag haelt.
schlott sebaldus: Konzentration auf Kerngeschaeft
Die schlott sebaldus AG veraeussert mit Wirkung zum 31.12.2001
ihre 25prozentige Beteiligung am Gong-Verlag. Der Verkauf erfolgt
im Rahmen einer bestehenden Optionsvereinbarung an die WAZ-Medi-
engruppe, Essen, die seit Oktober 2000 bereits 75 Prozent der Ge-
sellschaftsanteile am Gong-Verlag haelt. schlott sebaldus bewer-
tet die Beteiligungsveraeusserung als konsequenten Schritt zur
weiteren Fokussierung der drei Kerngeschaeftsfelder high perfor-
mance printing, direct marketing und digital services. Der Mit-
telzufluss aus der Transaktion eroeffnet neue Spielraeume fuer
die Entwicklung des Kerngeschaeftes. Neben dem positiven Liquidi-
taetseffekt wird die Beteiligungsveraeusserung das Ergebnis vor
Steuern im Jahr 2001 um rund 2,0 Mio. Euro erhoehen. Steuereffek-
te aufgrund der Aufdeckung stiller Reserven belasten hingegen den
Jahresueberschuss einmalig im Jahr 2001 in Hoehe von rund 1,0
Mio. Euro.
Otto Reichelt Aktiengesellschaft
Die EDEKA hat allen aussenstehenden Aktionaeren der Otto Reichelt
AG, Berlin, angeboten, in der Zeit vom 14. November 2001 bis zum
28. Dezember 2001 alle von ihnen gehaltenen, auf den Inhaber lau-
tenden Stueckaktien der Otto Reichelt AG zum Kaufpreis von EUR
6,75 je Aktie zu erwerben. Dieses freiwillige oeffentliche Kauf-
angebot wurde bis zum 11. Januar 2002 verlaengert.
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11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Knorr Capital, Brau und Brunnen ...
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KCP - Wertberichtigungen im Geschaeftsjahr 2001
Knorr Capital Partner AG wird zum 31.12.2001 Wertberichtigungen
auf ihre Beteiligungsunternehmen vornehmen, die zusaetzliche Ab-
schreibungen von rund Euro 20 Mio. im Jahresabschluss bedeuten.
Neben der schlechten Entwicklung vieler High-Tech-Branchen im 2.
Halbjahr 2001 ist auch das weiterhin schwierige Umfeld fuer Ex-
its insbesondere ueber den Kapitalmarkt dafuer verantwortlich.
Entgegen den bisherigen Planungen wird KCP daher ein Verlust aus-
gewiesen, der bei rund Euro 14,5 Mio. liegen wird. Auf Basis der
neuen Bewertungen des Portfolios aus derzeit rund 60 Unternehmen
wird der Net Asset Value der Gesellschaft per Jahresabschluss
2001 bei rund Euro 12,50 je Aktie liegen, der Wert der Beteili-
gungen bei rund Euro 90 Mio. Mit bereits durchgefuehrten Ab-
schreibungen und realisierten Wertverlusten durch Verkaeufe wur-
den damit im Jahr 2001 Euro 45,5 Mio. an Wertkorrekturen auf die
Beteiligungen vorgenommen. Dies entspricht rund 50% des aktuellen
Wertes des Beteiligungsportfolios. Fuer das Jahr 2002 rechnet der
Vorstand mit einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses.
Sanierung von Brau und Brunnen schreitet voran
Im Rahmen der voranschreitenden Sanierung von Brau und Brunnen
hat der Hauptaktionaer, die HypoVereinsbank, Muenchen, sich mit
30 Mio DM an der Restrukturierung beteiligt. Darueber hinaus wer-
den durch die Verlagerung der Geschaeftsanteile der Thueringer
Waldquell Mineralbrunnen GmbH von der Apollinaris Brunnen AG auf
die Brau und Brunnen AG stille Reserven von ca. 44 Mio DM freige-
setzt. Der Vorstandsvorsitzende, Michael Hollmann, erwartet fuer
2002 nur sehr geringe Verluste bzw. fuer 2003 schwarze Zahlen.
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12. NACHRICHTEN & RESEARCH / AHAG, PROCON Multimedia AG ...
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AHAG erhaelt Darlehen von 0,5 Mio Euro
Aktionaere haben der AHAG im Vorfeld der ausserordentlichen
Hauptversammlung ein Darlehen ueber 0,5 Mio Euro gewaehrt. In der
fuer Ende Februar 2002 geplanten ausserordentlichen Hauptversamm-
lung will der AHAG-Vorstand den Aktionaeren vorschlagen, einer
Kapitalherabsetzung mit anschliessender Barkapitalerhoehung zuzu-
stimmen. Mit diesen Massnahmen sollen dem Unternehmen weitere 3
Mio. EUR zugefuehrt werden.
PROCON - Kapitalerhoehung
Die PROCON MultiMedia AG hat beschlossen, das Grundkapital der
Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts um 540.000 EUR zu
erhoehen. Die Tranche wurde vollstaendig von dem strategischen
Investor Guenter Fielmann zu 5 Euro je Aktie gezeichnet. Das
Grundkapital betraegt nun 6.795.769 Mio. EUR. PROCON fliessen
durch die Kapitalerhoehung insgesamt 2,7 Mio. EUR zu. Damit
staerkt PROCON die Eigenkapitalbasis und schafft sich zusaetzli-
chen Spielraum fuer die Finanzierung des zukuenftigen Wachstums.
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13. BANKANALYSEN & RATINGS renommierter Institute - Standardwerte
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Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit Sie Ihre Favoriten
schnell auffinden koennen.
TITEL RATING INSTITUT DATUM
Altana "buy" SEB 27.12.
Altana "outperform" WestLB 02.01.
BASF reduzieren Delbrueck Asset Man. 03.01.
Deutsche Bank "hold" Bankhaus Metzler 02.01.
Deutsche Bank "outperform" HypoVereinsbank 02.01.
Deutsche Boerse Downgrade WestLB Panmure 27.12.
Deutsche Post halten Bankges. Berlin 27.12.
E.ON "Recommended List" Goldman Sachs 03.01.
Fresenius Med.
Care "underperform" BNP Paribas 03.01.
Heidelb. Druck uebergewichten Helaba Trust 02.01.
Infineon "hold" M.M.Warburg & CO 02.01.
Infineon "reduce" DZ BANK 02.01.
Infineon akkumulieren Delbrueck Asset Man. 03.01.
Lutfhansa neutral Delbrueck Asset Man. 02.01.
MAN uebergewichten Helaba Trust 27.12.
Merck "Market Outperform" Goldman Sachs 02.01.
Merck Outperformer Sal. Oppenheim 02.01.
SAP Ersteinschaetzung WR Hambrecht & Co 02.01.
SAP kurzfristig
Risikopotenzial Aktienservice Res. 27.12.
Schering akkumulieren Delbrueck Asset Mgmt 02.01.
Sixt "buy" Dresdner Kleinwort W.27.12.
Volkswagen "reduce" HSBC Investmentbank 02.01.
Alle Angaben ohne Gewaehr und ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit.
A K T I E N - Newsletter
DEUTSCHE BIBLIOTHEK - ISSN 1436-4131
Das aktuelle Boersengeschehen per E-Mail
Anzahl der Abonnenten: 131.388
.....
Ein kostenloser Dienst von www.aktienservice.de
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I N H A L T
MARKTUMFELD & ANLAGESTRATEGIE
1. EDITORIAL / Was kann der Privatanleger aus 2001 lernen?
2. ANLAGESTRATEGIE / Grundlagen: DISZIPLIN & LIMITTECHNIK
3. INDIZES / Entwicklung der wichtigsten Welt-Indizes
4. PROGNOSE ZUR ENTWICKLUNG DER MAERKTE IM NEUEN JAHR
HANDELSANREGUNGEN - TRADING-ALLOKATION DAX/MDAX
5. TECHNOLOGIE 2002 uebergewichten - wo lohnt der Einstieg?
6. INFINEON / Aussichten verbessert, Risiken weiter hoch
7. SIEMENS / kurzfristig recht wenig Bewertungspotential
8. EPCOS / chancenreichstes Technologieinvestment im DAX
9. SAP / langfristig kaufen, kurzfr. Unsicherheitsfaktoren
AKTUELLES & NACHRICHTEN
10. MERGERS & KOOPERATIONEN / Dyckerhoff, schlott sebaldus ...
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Knorr Capital, Brau & Brunnen ...
12. NACHRICHTEN & RESEARCH / AHAG, PROCON Multimedia AG ...
RUBRIKEN & HINWEISE
13. BANKANALYSEN / RATINGS - deutsche Standardwerte
14. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, Tradingtermine
15. DISCLAIMER / Haftungsausschluss und Risikohinweise
16. HINWEISE zu den Aktienservice.de Newslettern
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1. EDITORIAL / Was kann der Privatanleger aus 2001 lernen?
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Liebe Aktienservice-Leserinnen und Leser,
aufgrund unzaehliger Leseranfragen haben wir uns entschlossen,
unsere Newsletter um das Themengebiet ANLAGESTRATEGIE & TRADING
zu erweitern. Hierbei behandeln wir Themen wie HANDELSSTRATEGIEN,
CHARTTECHNIK, TECHNISCHE INDIKATOREN, LIMITTECHNIK etc. Lesen Sie
hierzu unter Menuepunkt 2 den Einstiegsartikel, der die rudimen-
taeren Grundlagen einer dauerhaft erfolgreichen Anlagestrategie
beschreibt.
Die letzten 1,5 Jahre waren insbesondere fuer Privatanleger recht
schmerzvoll - aber auch lehrreich. Vor drei Jahren kaufte der An-
leger eine Aktie - und sie stieg. Dabei konnte der Anleger nur
das Pech haben, dass die von ihm nach welchen Kriterien auch im-
mer ausgewaehlte Aktie weniger stark stieg als andere oder der
Gesamtmarkt. Das hat sich grundlegend geaendert. Die letzten Jah-
re haben auch dem deutschen Privatanleger, der im internationalen
Industriestaaten-Vergleich noch ueber recht wenig Boersenerfah-
rung verfuegt, gezeigt, dass die gewissenhafte Selektion - sprich
Stock-Picking - das eigentliche Erfolgsgeheimnis an der Boerse
ist.
Doch die Vielfalt der Investmentmoeglichkeiten und die kaum ue-
berschaubare Anzahl an Aktien ueberfordern Privatanleger. Will er
nicht selbst die Erfolgsaussichten mehrerer Tausend Unternehmen,
vorausgesetzt, er wuerde ueber das hierfuer erforderliche Fach-
wissen verfuegen, periodisch und vergleichend analysieren, muss
er auf fremdes Research zurueckgreifen. Hier beginnt das Dilemma:
wem glauben, wer ist unabhaengig, wer verfuegt ueber das notwen-
dige Fachwissen, welche Analysten weisen die besten Erfolgsquoten
auf.
Dass Analysten, die ihrer Taetigkeit im Auftrag von Banken nach-
gehen, nachhaltigen Gewissenskonflikten unterworfen sind, ist in-
zwischen allseits bekannt - daran aendern auch die haeufig zi-
tierten "chinese Walls" nichts. Die Interessenkonflikte liegen
auf der Hand: Investmentbanken werden dafuer bezahlt, Unternehmen
zu covern, d.h. sie erhalten Geld dafuer, durch gelegentliche Re-
searchberichte das Interesse an der Aktie ihres Auftraggebers
aufrecht zu erhalten. Wenn nun ein Wettbewerbsunternehmen eigent-
lich bessere Aussichten geniesst, kann von dem verantwortlichen
Analysten kaum verlangt werden, dies oeffentlich kundzutun - vor
allem dann nicht, wenn der Wert zusaetzlich noch in den Portfoli-
os der Investmentfonds dieser Gesellschaft prominent gewichtet
ist.
Ganz besonders heftig treten derartige Interessenskonflikte bei
IPO's zutage. Die Banken, die fuer den Verkauf der Neuemissionen
verantwortlich sind, koennen gar keine negativen Researchberich-
te ueber das Unternehmen verfassen, an deren Boersengang sie er-
heblich Geld verdienen. In der Regel generieren die den Boersen-
gang begleitenden Banken auch durch nachfolgendes Coverage wich-
tige Einnahmen.
Dies sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, welche die Unab-
haengigkeit von Bankanalysten in Frage stellen. Gerade in den USA
betreuen die wichtigen Investmentbanken eine Vielzahl von ver-
moegenden Kunden. Diese erhalten Reasearchberichte, nach denen
sie ihre Transaktionen ausrichten koennen. Nun wissen wir alle,
was geschieht, wenn beispielsweise Merrill Lynch, Goldman Sachs,
JP Morgan oder UBS Warburg ein Strong-Buy-Rating aussprechen. Die
Aktie steigt in der Regel ganz betraechtlich. Dass die Kunden
dieser Investmentbanken in der Regel einige Tage frueher Zugang
zu diesen Researchberichten haben, ist sowohl rechtens als auch
verstaendlich, stellen sie doch eine wichtige Einnahmequelle fuer
die Investmentbanken dar - ein Schelm, wer hier etwas Boeses
denkt.
Wir moechten an dieser Stelle nicht missverstanden werden, wir
verurteilen die Geschaeftspraxis der Investmentbanken keineswegs,
denn auch diese unterliegen dem Wettbewerb und sind ihrerseits
wiederum als Aktiengesellschaften ihren Aktionaeren zur Erwirt-
schaftung hoechstmoeglicher Gewinne verpflichtet. Diese Interes-
senskonflikte sind in der freien Marktwirtschaft nicht zu vermei-
den. Sie sind aus den besagten Gruenden auch nicht verwerflich,
denn professionelles, kompetentes Research ist unsagbar teuer. Es
kann von den Investmentbanken nicht verlangt werden, dieses kost-
bare Research Kunden anderer Banken zeitgleich und kostenlos zu-
gaenglich zu machen.
Wichtig ist nur, dass sich der Anleger ueber diese Vorgaenge be-
wusst ist. Er kann dann institutionelle Researchberichte adaequat
interpretieren und laeuft nicht jeder Strong-Buy-Empfehlung
blindlings hinterher. Meist sind die Kunden der Investmentbanken
zum Zeitpunkt der Veroeffentlichung dieser Empfehlung in den Mas-
senmedien bereits positioniert - und verkaufen ihre Positionen in
die Haende der Privatanleger, welche sich durch diese Empfehlung
zum Kauf animieren lassen.
Auf der anderen Seite werden die Researchberichte von Analysten
der Investmentbanken meist mit der notwenigen Kompetenz und mit
dem erforderlichen Fachwissen erstellt, waehrend die Empfehlungen
der unzaehligen Boersenzeitschriften oder diversen Online-Medien
oftmals von Marktbeobachtern verfasst werden, denen jegliche Pra-
xiserfahrung fehlt. Dies ist im Uebrigen oftmals auch ein Kern-
problem der Analysten von Investmentbanken, denn meist analysie-
ren sie nur die Unternehmensaussichten, verfuegen aber ueber kei-
nerlei praktische Investmenterfahrungen.
Unsere Tipps daher: Anleger sollten sich niemals von einzelnen An-
alysten oder Investmentbanken zu einer Transaktion verleiten las-
sen. Er sollte stattdessen mehrere Researchberichte verschiedener
Anbieter studieren, sich zusaetzlich ein eigenes Bild von Unter-
nehmen, Branche und Gesamtmarktverfassung machen. Erst dann,
kommt er hierbei zumindest auf ein zufriedenstellendes Ergebnis,
sollte er eine Investmententscheidung treffen. Darueber hinaus
sollte er nicht nur die Meinungen der meist theoretisch gepraeg-
ten Analysten zur Entscheidungsgrundlage heranziehen, er sollte
sich vor allem die Investmententscheidungen erfolgreicher Invest-
mentfonds-Manager sehr genau anschauen, denn die Fondsmanager
stehen mit beiden Beinen in der Praxis und werden nach Erfolg be-
zahlt. Wuerden auch Analysten nach dem Erfolgsprinzip bezahlt,
laege die allgemeine Trefferquote sicherlich hoeher.
Keine Analyse kann den Anleger von seiner Verpflichtung, aus-
fuehrlich eigenes Research zu betreiben, entbinden. Kein serioe-
ser Analyst kann und will Ihnen das eigene Denken abnehmen. Auch
wir wollen dies nicht. Der Anleger sollte Analysen im Zuge der
Informationsbeschaffung und zur Verbreiterung seiner Wissensba-
sis verwenden, sie aber keineswegs als alleinige Entscheidungs-
grundlage heranziehen. Hierbei wird schnell ersichtlich, dass
viel Anlageerfolg mit wenig Arbeit und Zeitaufwand ein Ding der
Unmoeglichkeit ist. Wenn der Privatanleger also nicht in der La-
ge ist, genuegend Zeit zur fundierten Meinungsbildung zu erueb-
rigen, sollte er besser auf erfolgreiche Investmentfonds zu-
rueckgreifen.
Wie schwierig es ist, langfristig erfolgreich an den Maerkten zu
agieren, sollte allein an der Tatsache ersichtlich werden, dass
es weniger als einem Drittel aller Fondsmanager gelingt, die
Benchmark bzw. den Referenzsektor dauerhaft zu uebertreffen -
und immerhin verfuegen die Fondsmanager im Idealfall sowohl ue-
ber die notwendige Zeit als auch ueber das erforderliche Fach-
wissen. Dies zeigt, dass auch viele Fondsmanager dramatische De-
fizite in ihrer Anlagestrategie aufweisen. Unserer Meinung nach
wird die psychologische Komponente im Anlagegeschaeft oft
straeflich vernachlaessigt.
Diesen Fehler muessen Sie nicht machen - lesen Sie dazu den fol-
genden Artikel:
Herzlichst, ihre Aktienservice.de-Redaktion
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R E N T A B I L I T A E T
MT "BALTIC CAPTAIN"
Mehr Wirtschaftlichkeit geht nicht!
Der Tanker faehrt im Auftrag der BP in einem Zeitchartervertrag
mit marktgerechter Charter. Trotz konservativer Kalkulation mit
hohen Zinssaetzen, vorsichtigem Waehrungsansatz und niedriger
Charter, betraegt die Anfangsausschuettung bereits 9 Prozent ab
2003. Dies eroeffnet Perspektiven, die selten zu finden sind.
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2. ANLAGESTRATEGIE / Erfolgsgeheimnis DISZIPLIN und LIMITTECHNIK
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Das allerwichtigste Erfolgskriterium im Aktienhandel ist und
bleibt DISZIPLIN:
"Ein erfolgreicher Anleger benoetigt Disziplin, Konzentration,
Disziplin, die Faehigkeit, Regelmaessigkeiten zu erkennen, Dis-
ziplin, die Faehigkeit, Gesetzesmaessigkeiten des Marktes zu er-
kennen. Habe ich Disziplin schon erwaehnt?"
Frei uebersetzt nach Harvey Houtkin, Trading-Legende
Die einfachste und zugleich effizienteste Art der Disziplin ist
die LIMITTECHNIK. Wenn es dem Anleger durch gewissenhaftes Re-
search gelingt, von 10 Transaktionen 6 gewinnbringend abzu-
schliessen, ist er sehr erfolgreich. Gelingt es ihm ferner, je
Gewinntrade mehr Geld zu verdienen, als er je Verlusttrade ver-
liert, ist er doppelt mit dabei.
Selbst bei einer Quote von eins zu eins gewinnt der Anleger,
wenn er eine disziplinierte Limittechnik beherzigt. Der Anleger
sollte bei jedem Aktien-Kauf ein Stop-Loss-Limit plazieren, das
maximal 5%, 10% bzw. 15% unter dem Einstandskurs liegt (Verlust-
begrenzungs-Stop). Dieser Wert repraesentiert bei kurz-, mittel-
bzw. langfristigem Anlagehorizont unserer Erfahrung nach den op-
timalen Kompromiss, um sich nicht durch natuerliche Marktschwan-
kungen aus dem Rennen werfen zu lassen, aber auch nicht der Ge-
fahr zu unterliegen, durch unlimitierte Verluste sein Anlageka-
pital zu verlieren.
Im Gewinnfall sollte das Stop-Loss je nach Anlagehorizont in
10%-Schritten nachgezogen werden (Trailing Stop). Weit in der
Gewinnzone kann der trailing-Stop mehr Spielraum aufweisen, um
sich nicht der Moeglichkeit zu berauben, an den ganz grossen
Trends zu partizipieren. Diese Hoffnung darf jedoch niemals im
Vordergrund stehen. Verkehrt ein Trade 40% im Gewinn, kann der
Trailing-Stop auf 15% erweitert werden, d.h. im schlechtesten
Fall sichert sich der Anleger einen 25%igen Gewinn. Verkehrt der
Trade 60% im Gewinn kann der Trailing Stop auf 20% erweitert wer-
den etc. etc.
Diese Stop-Strategie ist insofern hocheffizient, als dass sie den
verschiedenen Marktszenarien Rechnung traegt. So geht der Anleger
einen Trade mit einer bestimmten Erwartungshaltung ein, die Kurs-
aufschlaege impliziert. Dies kann bspw. ein ueber den Erwartungen
liegendes Geschaeftsergebnis oder eine besonders einladende
Chartkonstellation sein. Bewegt sich der Kurs trotzdem nicht auf-
waerts sondern in die entgegengesetzte Richtung, hat der Anleger
etwas nicht beruecksichtigt, uebersehen oder Begebenheiten falsch
interpretiert. In diesem Fall besteht keinerlei Grund, das Enga-
gement aufrecht zu halten. Dazu folgende Boersenweisheit:
"Sollte der Kurs hochgehen und er geht nicht hoch, geht er run-
ter. Sollte der Kurs runtergehen und er geht nicht runter, geht
er hoch."
Im Gewinnfall sichert sich der Anleger per Trailing Stop einen
Gewinn, der mit zunehmender Trendstaerke ebenfalls stets steigt.
Je staerker Kurse jedoch steigen, je groesser wird die Gefahr
temporaerer, aber heftiger Gegenbewegungen. Diese technischen
Korrekturen kommen auch oft in signifikanten Trends vor, ohne
dass dieser dadurch gebrochen wird. Nach erfolgter Gegenbewegung
in einem intakten Aufwaertstrend kehrt der Kurs haeufig in die
Trendrichtung zurueck. Dies ist der Grund, warum der Spielraum
per Trailing Stop bei zunehmendem Kursgewinn erhoeht werden soll-
te.
Ferner kann der Anleger die Chart- und Markttechnik zur Justie-
rung der Limits einsetzen (bspw. 38- und 200-Tageslinie, MACD,
Bollinger Bands etc.).
Der tiefere Sinn der eben aufgefuehrten Limitstrategie liegt in
dem Umstand, dass der Anleger hierbei selbst bei ausgeglichenem
Verhaeltnis von Gewinn- und Verlusttrades beeindruckende Gewinne
erwirtschaftet, denn er limitiert Verluste und laesst Gewinne
laufen. Diese Limitstrategie stellt ein erfolgreiches Grundge-
ruest dar, auf deren Basis der Anleger individuelle Optimierun-
gen und Verfeinerungen bspw. durch den Einsatz von markt- und
Charttechnik durchfuehren kann.
Die gesetzten Limitkurse duerfen jedoch niemals wieder aufgehoben
oder nach unten verlegt werden. Sie bleiben bestehen, solange der
Trade andauert. Genau an dieser Stelle ist die Disziplin des An-
legers gefordert, genau an dieser Stelle unterscheiden sich die
Gewinner von den Verlierern.
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3. INDIZES / Entwicklung der wichtigsten Welt-Indizes
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Index 03.01. % Vortag 12-M.hoch % AT-Hoch % 2002
DJIA 10.173 +0,98 % 11.350 -13,5 % + 1,5 %
NASDAQ 2.044 +3,29 % 2.892 -60,1 % + 4,8 %
DAX 30 5.270 +1,98 % 6.795 -35,2 % + 2,1 %
NEMAX ALL 1.187 +6,51 % 3.133 -86,1 % + 8,3 %
EUROSTOXX 50 3.833 +2,06 % 4.823 -30,5 % + 0,8 %
4. PROGNOSE ZUR ENTWICKLUNG DER MAERKTE IM NEUEN JAHR
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Am Freitag, dem 28. Dezember, dem letzten Handelstag an deut-
schen Boersen, ging ein turbulentes Boersenjahr zu Ende. In 2001
musste der DAX mit rund minus 20% das zweite Jahr in Folge deut-
liche Abschlaege hinnehmen. Bereits im Septembertief rieten wir
zum antizyklischen Einstieg bei gut positionierten DAX-BlueChips.
Diese Empfehlung bekraeftigen wir zum Jahresbeginn nochmals. Aus
unserer Sicht sollte der Anleger bei international gut positio-
nierten, fundamental attraktiv bewerteten Bluechips auf dem noch
ermaessigten Niveau des DAX weiter antizyklisch einsteigen und
nicht irgendwann im Verlauf des neuen Jahres der Marktentwicklung
prozyklisch hinterherlaufen.
Die historische Statistik stuetzt unsere Erwartungshaltung eines
positiven Jahresverlaufs fuer 2002. So hat der DAX seit ueber 40
Jahren niemals drei aufeinanderfolgende Jahre Verluste hinnehmen
muessen. Da wir nun zwei Jahre mit Verlusten abschlossen, stehen
die Chancen gut, dass es in diesem Jahr aufwaerts geht. Natuer-
lich stellt diese Betrachtungsweise kein Investmentkriterium als
solches dar, in Verbindung mit der fundamentalen Erwartungshal-
tung, dass uns im 2. Halbjahr 2002 eine Konjunkturerholung bevor-
steht, wird jedoch ersichtlich, dass die deutschen und US-ameri-
kanischen Aktienboersen im neuen Jahr deutlich mehr Aufwaerts-
als Rueckschlagspotential aufweisen.
Zu unserer positiven Erwartungshaltung einer im Laufe des 2.
Halbjahres 2002 aufkommenden Erholung der Weltwirtschaft traegt
entscheidend das niedrige Zinsniveau in den USA bei (das niedrig-
ste seit mehr als 40 Jahren). Die hierdurch deutlich gestiegene
Liquiditaet sollte sich in Verbindung mit der niedrigeren Teu-
rungsrate, dem deutlich ermaessigten Oel- und Energiepreisniveau
sowie der wieder normalisierten Lagerbestaende zum 2. Halbjahr
2002 auch auf Unternehmensseite realwirtschaftlich positiv be-
merkbar machen.
Aus marktpsychologischer Sicht machen sich die extrem niedrigen
Renditen am Geld- und Kapitalmarkt (Bonds, Renten) ebenfalls zu
Gunsten der Aktienanlage positiv bemerkbar. Darueber hinaus
duerfte auch der EPS-Basiseffekt in 2002 eine verbesserte Stim-
mung nach sich ziehen, da die Bilanzvergleiche zur Vorjahrespe-
riode im neuen Jahr deutlich konstruktiver als in 2001 ausfallen
werden.
Zu guter Letzt sehen wir bei vielen defensiven Standardwerten
derzeit Bewertungsrelationen, die aehnlich ueberzogen sind wie
die der Technologiewerte im Maerz 2000. So weist bspw. der Kon-
sumgueterhersteller BEIERSDORF (Nivea, Tesa) ein KGV von 34 bei
einer PEG-Ratio von knapp 3 aus. So hervorragend das Unternehmen
auch immer positioniert ist, fuer einen Konsumgueterhersteller
ist diese Bewertung auf Dauer nicht tragbar, genauso L'OREAL, der
weltmarktfuehrende Kosmetikhersteller (KGV 39, PEG-Ratio knapp
3).
Sobald im Jahresverlauf die ersten definitiven Anzeichen ersicht-
lich werden, die eine bevorstehende Erholung der Konjunktur im-
plizieren, werden viele Investoren vermehrt Gelder aus den defen-
siven Sektoren abziehen, um sie in aggressivere, zyklischere Wer-
te, die in positiven Konjunkturzyklen hoeheres Kurspotential be-
sitzen, umzuschichten. Auch dies wird den hochzyklischen Techno-
logiewerten im Jahresverlauf zu Gute kommen.
Sowohl im Hinblick auf eine zur zweiten Jahreshaelfte erwartete
Konjunkturerholung als auch bezueglich der unserer Meinung nach
bei vielen Defensiv-Titeln etwas ueberstrapazierten Bewertungsre-
lationen raten wir dazu, zyklische Titel, sowie Technologiewerte
ueberzugewichten. Bislang hat sich gezeigt, dass die Maerkte be-
reits in der Rezession begannen, einen bevorstehenden neuen Posi-
tiv-Konjunkturzykluss zu antizipieren. Vor diesem Hintergrund ist
es kein Widerspruch, wenn die Maerkte bereits jetzt deutlich an-
ziehen.
Im ersten Quartal des neuen Jahres erwarten wir eine solide,
nachhaltige Aufwaertsbewegung im DAX, die bis 5.700/5.800 Punkte
heranreichen wird. In Richtung Sommer/Jahresmitte 2002 erwarten
wir eine Konsolidierung, da dann Marktteilnehmer die ersten ech-
ten Anzeichen der Konjunkturerholung sehen wollen. Diese werden
zu Beginn der zweiten Jahreshaelfte auch kommen, so dass wir im
Spaetherbst 2002 einen neuen Kursschub sehen, der dann auch fun-
damental und nicht nur marktpsychologisch untermauert werden
kann. Den DAX sehen wir zum Ende des neuen Jahres bei 6.200 Punk-
ten.
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5. TECHNOLOGIE 2002 uebergewichten - wo lohnt der Einstieg?
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Erfahrungsgemaess profitieren besonders die hochzyklischen Tech-
nologiewerte von einem Marktaufschwung. Der kurz- und mittelfris-
tig ausgerichtete Anleger kann nun zur Uebergewichtung des Sek-
tors saemtliche Technologiewerte des DAX erwerben. Dabei sehen
wir jedoch das Problem, dass die Bewertung der meisten DAX-Tech-
nologiewerte nach der Erholungsrallye im Anschluss an die Septem-
bertiefs bereits wieder auf einem ambitionierten Niveau angelangt
ist. Anleger sollten also differenzieren. Auf Basis unserer Prog-
nosen folgender Bewertungsvergleich:
WERT 02e-KGV Umsatz KUV PEG RATING
EPCOS 39 1.700 2,1 n/a Strong Buy
INFINEON neg. 5.000 3,1 n/a Hold
SIEMENS 39 91.000 0,7 0,13 Long Term Buy
SAP 52 8.000 5,7 1,4 Long Term Buy
DTAG neg. 55.000 1,5 n/a Accumulate
Neben dem Umstand, dass die Bewertungen der DAX-Technologiewerte
bereits wieder ein recht anspruchsvolles Niveau erreicht haben
wird hierbei zum einen ersichtlich, dass die Bewertungen enorm
differieren und zum anderen, dass die Kursentwicklung der ent-
sprechenden Titel zum Teil recht wenig mit der Fundamental-Be-
wertung korreliert. Lesen Sie nachfolgend, bei welchen Technolo-
giewerten des DAX sich ein Investment noch lohnt.
Generell empfehlen wir dem Anleger, die Technologiewerte aus der
zweiten Reihe nicht zu vergessen. Fuer empfehlenswert halten wir
hierbei beispielsweise
- SOFTWARE AG
- JENOPTIK
- DATA MODUL
- LOEWE AG
Diese Technologiewerte aus der zweiten Reihe weisen bei aehnlich
prosperierenden Entwicklungschancen eine wesentlich attraktivere
Bewertung und somit im Vergleich zu den DAX-Techs ein deutlich
guenstigeres Chancen/Risiken-Profil auf. Diese Zukunftsaussich-
ten dieser Unternehmen werden wir in der kommenden Ausgabe ana-
lysieren.
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6. INFINEON / Aussichten verbessert, Risiken weiter hoch
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Der Kursanstieg des DRAM-Speicherherstellers INFINEON ist vorwie-
gend marktpsychologisch bedingt. Zwar befindet sich der Chip-Sek-
tor bereits am Beginn der lang erhofften Erholungsphase, doch bis
Infineon wieder die Gewinnphase erreicht, duerfte noch bis 2003/
2004 dauern. So stiegen die DRAM-Preise am Spotmarkt im Januar
wieder auf ueber 2,5 USD (im letzten Jahr lagen sie teilweise un-
ter 1 USD) - da die Gesamtproduktionskosten bei INFINEON je Chip
jedoch rund 5,5-6 USD betragen, muessen die Preise nochmals um
rund 130% steigen, bis INFINEON ueberhaupt kostendeckend produ-
zieren kann. Um wieder in die Gewinnzone vorzustossen, bedarf es
Preise von deutlich ueber 6 USD. Zu Boomzeiten in 2000 beliefen
sich die DRAM-CHIP-PREISE am Spotmarkt teilweise auf ueber 10
USD. In dieser Phase konnte INFINEON hohe Gewinne einfahren.
Grundsaetzlich haben sich die Aussichten fuer Infineon mit den
anziehenden Preisen am Spotmarkt verbessert. Nach den September-
tiefststaenden hatten wir INFINEON bei ca. 13 Euro zum Kauf em-
pfohlen. Im Zielkorridor von 21-25 Euro empfahlen wir Gewinnrea-
lisierungen, bzw. die Umschichtung in weniger risikobehaftete
Titel wie bspw. MICRON TECHNOLOGIES. INFINEON verkehrt nun im
oberen Bereich der prognostizierten Zielkorridors. Nachdem der
Halbleitermarkt nun deutliche Erholungstendenzen aufweist (ge-
stiegene Preise, stabilisierte Nachfrage, niedrige Lagebestaen-
de) stufen wir INFINEON auf "hold" herauf. Wir empfehlen ein
Nachziehen des Stop-Loss-Limits auf 23,80 Euro.
Dessen ungeachtet halten wir MICRON TECHNOLOGIES fuer aussichts-
reicher, da das Unternehmen ueber ein deutlich besseres finanzi-
elles Standing verfuegt und wesentlich preiswerter produziert,
d.h., dass MICRON TECHNOLOGIES mit einem Gesamtproduktionspreis
je 128ger CHIP von 3,60 USD (Infineon ca. 6 USD) entsprechend
frueher die Gewinnzone erreichen wird. Das Chancen/Risiken-Pro-
fil ist im Vergleich zu INFINEON somit attraktiver. Genauso wie
INFINEON konnte sich der Kurs von MICRON TECHNOLOGIES (NYSE: MU)
seit den Septembertiefststaenden nahezu verdoppeln. Ferner sehen
wir in strategischer Hinsicht bei INFINEON die Gefahr, dass noch
im ersten Halbjahr eine weitere Kapitalerhoehung durchgefuehrt
bzw. eine Wandelanleihe aufgelegt werden muss, zumal wir davon
ausgehen, dass die Nachfrageerholung im Chipsektor nur sehr
langsam vonstatten gehen wird. Dies koennte den Auftrieb der Ak-
tie deutlich bremsen.
INFINEON, WKN: 623100
Xetra-Kurs 03.01: 26,20
52-Wochen-Hoch: 49,75
52-Wochen-Tief: 12,04
Unser Anlage-Urteil: "hold"
empfohlenes Stop-Loss: 23,80 Euro
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7. SIEMENS / kurzfristig recht wenig Bewertungspotential
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SIEMENS besitzt eine 150-jaehrige Tradition und ist heute eines
der weltweit fuehrenden Unternehmen im Bereich Elektrotechnik
und Elektronik. Siemens beschaeftigt derzeit rund 460.000 Mit-
arbeiter und verfuegt ueber Niederlassungen/ Tochtergesellschaf-
ten in 190 Laendern. Die Siemens-Produktpalette umfasst knapp 1
Mio Produkte in 50.000 Produktkategorien. Hierbei demonstriert
Siemens beispielhaftes Innovationspotential - so wurden 80% der
Produkte innerhalb der letzten fuenf Jahre entwickelt. Mit
56.000 Mitarbeitern sind mehr als 10% der Belegschaft im Bereich
Forschung und Entwicklung taetig - jaehrlich werden ueber 6 MRD
Euro in den F&E-Bereich investiert. Das operative Geschaeft
gliedert sich in die Sparten Energie (Power), Industrie (Automa-
tion & Control), Information und Kommunikation (IC), Medizin
(Medical), Verkehr (Transportation), Elektronische Bauelemente
und Licht (Lighting).
Siemens halten wir angesichts der verbesserten Boersenstimmung
weiterhin fuer kaufenswert. In Anbetracht der bereits fortge-
schrittenen Bewertung sollten Anleger hierbei jedoch eine lang-
fristige Ausrichtung verfolgen, kurzfristig sehen wir kein sig-
nifikantes Bewertungspotential mehr. Die IC-Sparte hat im ver-
gangenen erhebliche Verwerfungen im Konzern verursacht, denen
mit extremen Einsparungsmassnahmen begegnet wurde. Insgesamt
zeigte sich der Mischkonzern aufgrund seines breiten Portfolios,
das auch sehr konjunkturresistente Bereiche wie Energiesysteme
und Medizintechnik umfasst, der Konjunkturbaisse im vergangenen
Jahr gewachsen. Die konjunkturresistenten Geschaeftssparten
konnten die Verluste der New-Economy-Bereiche nicht kompensie-
ren, jedoch deutlich abschwaechen.
Dabei agiert Siemens bilanztechnisch recht geschickt, so redu-
zierte man die Beteiligung an INFINEON auf unter 50%, so dass
INFINEON nicht mehr konsolidiert werden muss, sondern ad Equity
gefuehrt werden kann. Durch die Umstellung auf US-GAAP machen
sich zudem die Abschreibungen auf Akquisitionen (bspw. Atecs)
weniger bemerkbar, so dass der Gewinn optisch wesentlich ge-
ringer ausgewiesen werden kann. Diese beiden Faktoren, sowie
die im Jahr 2002 aufgrund der Steuerreform moeglichen steuer-
freien Beteiligungsverkaeufe werden dazu fuehren, dass Siemens
in 2002 einen deutlich hoeheren Gewinn ausweisen kann, waehrend
die im Jahr 2001 durchgefuehrten Einsparungsmassnahmen dem ope-
rativen Ergebnis sehr zu Gute kommen werden.
Mit einem 02e-KGV von knapp 40 ist der Titel zwar anspruchsvoll
bewertet, im Rahmen der zum 2. Halbjahr 2002 erwarteten Kon-
junkturerholung sehen wir jedoch eine wieder deutlich zunehmen-
de Gewinndynamik. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau kommt der
Titel jedoch nur fuer langfristig ausgerichtete Anleger in Be-
tracht.
SIEMENS, WKN: 723610
Xetra-Kurs 03.01.: 77,90
52-Wochen-Hoch: 105,77
52-Wochen-Tief: 37,44
Unser Anlage-Urteil: "Long Term Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 69 Euro
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8. EPCOS / chancenreichstes Technologieinvestment im DAX
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EPCOS - der Name steht fuer Electronic Parts and Components. Das
1989 gegruendete Gemeinschaftsunternehmen Siemens Matsushita Com-
ponents (S+M) wurde als EPCOS AG am 15. Oktober 1999, an die
Boerse gebracht. Lediglich 4 Monate spaeter wurde der Titel in
den DAX aufgenommen. Das Unternehmen zaehlt zu den weltweit fueh-
renden Herstellern passiver elektronischer Komponenten. Die Ange-
botspalette umfasst ueber 40.000 Produkte, die sich in die vier
Produktkategorien OFW-Komponenten, Keramische Bauelemente, Kond-
ensatoren und EMF-Bauelemente sowie Ferrite gliedern. In bedeu-
tenden Produktgruppen wie Oberflaechenwellen-Komponenten (OFW),
unverzichtbare Schluesselbauelemente im Bereich Mobilfunk, TV,
Video oder bei Satellitenempfaengern, avancierte man ferner zum
Marktfuehrer. So besitzt man in dieser Produktgruppe bei Mobilte-
lefonen bereits einen weltweiten Marktanteil von einem Drittel,
bei Fernseh- und Consumer Elektronik dominiert man den Weltmarkt
mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln deutlich.
Zu den Kunden zaehlen vorwiegend Unternehmen aus den Bereichen
Telekommunikation, Automobil-, Industrie- und Consumer Elektro-
nik, wobei rund die Haelfte der Umsatzerloese durch kundenspezi-
fische Produkte erzielt wird. Zu den groessten Kunden zaehlen
Siemens, Ericsson, Nokia, Bosch oder Philips. Produktion, Dis-
tribution, Forschung und Entwicklung erfolgen ueber ein weltwei-
tes Netz von Tochtergesellschaften und Niederlassungen auf allen
Kontinenten, wobei man vor allem in Asien und Europa mit einer
Vielzahl von Standorten praesent ist. Seit der Gruendung im Jahr
1989 verzeichnet Epcos, frueher M+S, gegenueber dem Gesamtmarkt
ein deutlich ueberdurchschnittliches Wachstum und beschaeftigt
mittlerweile knapp 13.000 Mitarbeiter. EPCOS gehoert nach wie
vor zu 12,5% Siemens und zu 12,5% Matsushita, der Rest befindet
sich im Streubesitz.
Unserer Ansicht nach ist die Talsohle in den Zielmaerkten von
EPCOS mittlerweile erreicht. Langfristig duerfte eine zunehmende
Ersatznachfrage nach Handys, hoehere Betriebsfrequenzen und die
Zunahme von mobilen Datendiensten die Nachfrage nach SAW-Filtern
und anderen Kernprodukten von EPCOS erhoehen. Die tiefgreifenden
Kosteneinsparungsmassnahmen im letzten Jahr sollten sich bei ei-
ner Erholung der Nachfrage, die wir im Jahresverlauf erwarten,
in ueberproportionalen Gewinnsteigerungen niederschlagen. Die
Bereiche Consumer und Industrial Electronics nehmen an Bedeutung
zu.
Bedenkt man, dass bspw. in einem Notebook aehnlich wie beim Han-
dy ueber 200 passive Elektronik-Komponenten enthalten sind, wird
EPCOS auch hier vom langfristigen Trend hin zur mobilen Gesell-
schaft in marktfuehrender Stellung ueberproportional profitie-
ren. Langfristig ebenfalls wachstumsstark ist der Consumer Elec-
tronics-Markt: 400 passive Bauelemente sind beispielsweise in
moderneren TV-Geraeten verbaut - Tendenz steigend. Auch der Au-
tomobilmarkt, bei dem die Elektronik immer staerker Einzug
haelt, bietet EPCOS langfristig attraktives Wachstumspotential,
so befinden sich in modernen KFZ des Premium-Segments rund
10.000 passive elektronische Bauteile - nicht wenige davon stam-
men von EPCOS.
An vorgenannter Aufzaehlung sollte ersichtlich werden, dass EP-
COS von einer Konjunkturerholung ueberproportional profitiert.
Bezeichnend dabei ist, dass EPCOS im Vergleich zu INFINEON oder
generell zu Halbleiterunternehmen oder spezialisierteren Elek-
tronikunternehmen wesentlich solider und breitgefasster positi-
oniert ist. In Anbetracht der dominierenden Marktstellung des
Unternehmens wird EPCOS von der bevorstehenden Konjunkturerho-
lung ueberproportional profitieren. Die Bewertung mit einem
02e-KGV von 39 halten wir daher fuer gerechtfertigt. In 2003
wird das Unternehmen wieder eine deutlich hoehere Gewinndynamik
ausweisen. Strategische, technologieorientierte Anleger finden
daher in EPCOS eine solide und aussichtsreiche Investitions-
moeglichkeit vor.
EPCOS, WKN: 512800
Xetra-Kurs 03.01.: 58,10
52-Wochen-Hoch: 102,47
52-Wochen-Tief: 32,20
Unser Anlage-Urteil: "Strong Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 51,20 Euro
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9. SAP / langfristig kaufen, kurzfr. Unsicherheitsfaktoren
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SAP bewegt sich ungeachtet des aktuellen Marktaufschwungs der-
zeit in einer Seitwaertsphase. Dies ist vornehmlich darauf zu-
rueckzufuehren, dass SAP im Vergleich zu anderen Software- und
Technologiewerten im vergangenen Jahr eine hohe Relative Staerke
bewies und das Jahr 2001 als einer der wenigen DAX-Werte mit
Kursgewinnen beendete. Dies lag an den angesichts der Konjunk-
turbaisse hervorragenden Geschaeftsergebnissen von SAP. Vor die-
sem Hintergrund stellen sich viele Anleger die Frage, wie lange
SAP diese positive Geschaeftsentwicklung angesichts der noch
keineswegs beendeten IT-Rezession fortsetzen kann. Hinzu kommt
die mit einem 02e-KGV von knapp 50 ambitionierte Bewertung, die
Rueckschlagsrisiken verstaerkt.
Dennoch gibt es Gruende, weshalb sich SAP vom negativen Marktum-
feld nahezu vollstaendig abkoppeln koennte. So gelang es SAP seit
Mitte 2000, sich komplett vom negativen Branchen- und Marktumfeld
abzukoppeln. Statt die Planungen zu unterschreiten, wie dies bei
jedem annaehernd vergleichbaren Wettbewerbstitel der Fall war,
gelang es dem Unternehmen in diesem Zeitraum, die eigenen Progno-
sen zum Teil sogar recht erheblich zu uebertreffen (bis auf das
letzte Quartal).
Insgesamt jedoch gibt es langfristig fuer SAP, die sich auf ERP-
Systeme spezialisiert hat, wenig ernsthafte Konkurrenten. So kann
weder Siebel-Systems, Nischenplayer im Bereich CRM, noch der Da-
tenbank-Softwareanbieter ORACLE, der oft mit SAP in Verbindung
gebracht wird, mit SAP verglichen werden, da sie zum Grossteil in
voellig verschiedenen Produktkategorien taetig sind. Auch die in-
zwischen an Bedeutung verlorene Baan Company oder die ERP-Sparte
von IBM kann nicht mit dem SAP-Geschaeft verglichen werden, ge-
schweige denn konkurrieren. Im ERP-Segment ist SAP somit inzwi-
schen der weltweit groesste Player.
Insgesamt gewinnt die internetbasierte ERP-Loesung mySAPcom zu-
nehmend an Marktakzeptanz, insbesondere auch in den USA. Daneben
verfolgt SAP die Strategie, nahezu saemtliche durch Software ab-
zubildende Unternehmensprozesse entweder durch eigene Loesungen
oder mittels Partnerschaften in ihre Softwareloesung einzubinden,
so dass die Angriffsflaeche fuer Wettbewerber deutlich kleiner
wird - so zum Beispiel die kapitalunterlegte Partnerschaft mit
dem US-amerikanischen B2B-Software-Hersteller COMMERCE ONE oder
die Partnerschaft mit YAHOO im Portalgeschaeft.
In regionaler Hinsicht spricht langfristig neben der zunehmend
erfolgreichen Marktpenetration des US-Marktes auch das solide,
zukunftstraechtige Engagement in Asien, dem bedeutendsten Wachs-
tumsmarkt der kommenden Jahrzehnte fuer Erfolg. Ferner verfolgt
SAP auch eine hervorragende Vermarktungsstrategie, die den meist
auf Teilbereiche spezialisierten Wettbewerbern wenig Angriffs-
flaeche bietet. Aufgrund vorgenannter Faktoren wird ersichtlich,
dass SAP eine absolute Sonderstellung inne hat, welche das Un-
ternehmen im Vergleich zum Wettbewerb in gewissem Ausmass vor
starken Konjunkturschwankungen schuetzt.
Derzeit weist SAP im Hinblick auf die anhaltend lahmende Welt-
konjunktur den Vorteil auf, dass die dem Sparzwang unterliegen-
den Unternehmen mit den SAP-Softwareprodukten mittelfristig er-
hebliche Einsparungen erzielen lassen, kurzfristig stehen dem
die Einstiegsinvestitionen entgegen. Desweiteren profitiert SAP
von dem Umstand, dass sich Unternehmen bei Unternehmenssoftware
insbesondere in konjunkturell schwierigen Marktphasen lediglich
auf grosse, etablierte Player wie SAP verlassen, eine Ge-
schaeftsbeziehung mit kleineren Anbietern ist mit zu hohen Aus-
fall- und Zukunftsrisiken beispielsweise hinsichtlich der pau-
schalen Servicevertraege verbunden. Unter anderem diese beiden
Faktoren waren dafuer verantwortlich, dass sich SAP im laufen-
den Jahr bisher der negativen Konjunkturentwicklung entziehen
konnte.
Allerdings ist die IT-Rezession noch lange nicht beendet, und
je laenger die Konjunkturschwaeche anhaelt, desto mehr steigt
auch bei SAP die Gefahr, dass die Prognosen zurueckgenommen
werden koennten. Dies wiederum haette in Anbetracht der ambiti-
onierten Fundamentalbewertung fatale Folgen. Ein moegliches
Szenario waere jedoch auch, dass sich die Konjunkturerholung
recht schnell, d.h. zur Jahresmitte 2002 einstellt, wobei SAP
wiederum von den wieder anziehenden IT-Investitionen profitie-
ren koennte.
Vor diesem Hintergrund muss der Anleger differenzieren. Lang-
fristig halten wir SAP fuer den aussichtsreistchen Software-
Blue-Chip, so dass strategisch ausgerichtete Anleger weiter in-
vestiert bleiben. Kurz- und mittelfristige Anleger sollten je-
doch den naechsten Gsechaeftsaublick abwarten.
Mit einem 02e-KGV von ueber 50 halten wir die SAP-Aktie in fun-
damentaler Hinsicht derzeit fuer gut bezahlt. Gleichzeitig hal-
ten wir diese Bewertung im Hinblick auf die hervorragende Auf-
stellung des Konzerns, was durch das deutliche Wachstum in Um-
satz und Ertrag ungeachtet des Konjunkturbaisse-Jahres 2001
hinlaenglich unter Beweis gestellt werden konnte, fuer gerecht-
fertigt.
SAP AG, WKN: 716460
Xetra-Kurs 03.01.: 148,15
52-Wochen-Hoch: 180,90
52-Wochen-Tief: 100,49
Unser Anlage-Urteil: "Long Term Buy"
empfohlenes Stop-Loss: 139,00 Euro
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10. MERGERS & KOOPERATIONEN / Dyckerhoff, schlott sebaldus ...
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Dyckerhoff verkauft Feinmoertelgeschaeft
Mit Wirkung zum 31. Dezember 2001 veraeussert die Dyckerhoff Aus-
bauprodukte GmbH, Wiesbaden, 51% der Stimmrechte an der Dycker-
hoff Sopro GmbH, Wiesbaden an die Mapei-Gruppe, Mailand, Italien.
Fuer die verbleibenden Anteile erhaelt Mapei eine Kaufoption und
Dyckerhoff eine Verkaufsoption mit jeweils unterschiedlichen
Laufzeiten. Ueber den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Sopro Gruppe hat im Jahr 2000 einen Umsatz in Hoehe von 80
Mio. EUR erwirtschaftet und beschaeftigt ca. 350 Mitarbeiter.
Wasag-Chemie AG
Die H&R Beteiligung GmbH mit Sitz in Hamburg hat am 28. Dezember
mitgeteilt, dass sie jetzt eine Beteiligung von mehr als 30% an
Wasag haelt.
schlott sebaldus: Konzentration auf Kerngeschaeft
Die schlott sebaldus AG veraeussert mit Wirkung zum 31.12.2001
ihre 25prozentige Beteiligung am Gong-Verlag. Der Verkauf erfolgt
im Rahmen einer bestehenden Optionsvereinbarung an die WAZ-Medi-
engruppe, Essen, die seit Oktober 2000 bereits 75 Prozent der Ge-
sellschaftsanteile am Gong-Verlag haelt. schlott sebaldus bewer-
tet die Beteiligungsveraeusserung als konsequenten Schritt zur
weiteren Fokussierung der drei Kerngeschaeftsfelder high perfor-
mance printing, direct marketing und digital services. Der Mit-
telzufluss aus der Transaktion eroeffnet neue Spielraeume fuer
die Entwicklung des Kerngeschaeftes. Neben dem positiven Liquidi-
taetseffekt wird die Beteiligungsveraeusserung das Ergebnis vor
Steuern im Jahr 2001 um rund 2,0 Mio. Euro erhoehen. Steuereffek-
te aufgrund der Aufdeckung stiller Reserven belasten hingegen den
Jahresueberschuss einmalig im Jahr 2001 in Hoehe von rund 1,0
Mio. Euro.
Otto Reichelt Aktiengesellschaft
Die EDEKA hat allen aussenstehenden Aktionaeren der Otto Reichelt
AG, Berlin, angeboten, in der Zeit vom 14. November 2001 bis zum
28. Dezember 2001 alle von ihnen gehaltenen, auf den Inhaber lau-
tenden Stueckaktien der Otto Reichelt AG zum Kaufpreis von EUR
6,75 je Aktie zu erwerben. Dieses freiwillige oeffentliche Kauf-
angebot wurde bis zum 11. Januar 2002 verlaengert.
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11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Knorr Capital, Brau und Brunnen ...
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KCP - Wertberichtigungen im Geschaeftsjahr 2001
Knorr Capital Partner AG wird zum 31.12.2001 Wertberichtigungen
auf ihre Beteiligungsunternehmen vornehmen, die zusaetzliche Ab-
schreibungen von rund Euro 20 Mio. im Jahresabschluss bedeuten.
Neben der schlechten Entwicklung vieler High-Tech-Branchen im 2.
Halbjahr 2001 ist auch das weiterhin schwierige Umfeld fuer Ex-
its insbesondere ueber den Kapitalmarkt dafuer verantwortlich.
Entgegen den bisherigen Planungen wird KCP daher ein Verlust aus-
gewiesen, der bei rund Euro 14,5 Mio. liegen wird. Auf Basis der
neuen Bewertungen des Portfolios aus derzeit rund 60 Unternehmen
wird der Net Asset Value der Gesellschaft per Jahresabschluss
2001 bei rund Euro 12,50 je Aktie liegen, der Wert der Beteili-
gungen bei rund Euro 90 Mio. Mit bereits durchgefuehrten Ab-
schreibungen und realisierten Wertverlusten durch Verkaeufe wur-
den damit im Jahr 2001 Euro 45,5 Mio. an Wertkorrekturen auf die
Beteiligungen vorgenommen. Dies entspricht rund 50% des aktuellen
Wertes des Beteiligungsportfolios. Fuer das Jahr 2002 rechnet der
Vorstand mit einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses.
Sanierung von Brau und Brunnen schreitet voran
Im Rahmen der voranschreitenden Sanierung von Brau und Brunnen
hat der Hauptaktionaer, die HypoVereinsbank, Muenchen, sich mit
30 Mio DM an der Restrukturierung beteiligt. Darueber hinaus wer-
den durch die Verlagerung der Geschaeftsanteile der Thueringer
Waldquell Mineralbrunnen GmbH von der Apollinaris Brunnen AG auf
die Brau und Brunnen AG stille Reserven von ca. 44 Mio DM freige-
setzt. Der Vorstandsvorsitzende, Michael Hollmann, erwartet fuer
2002 nur sehr geringe Verluste bzw. fuer 2003 schwarze Zahlen.
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12. NACHRICHTEN & RESEARCH / AHAG, PROCON Multimedia AG ...
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AHAG erhaelt Darlehen von 0,5 Mio Euro
Aktionaere haben der AHAG im Vorfeld der ausserordentlichen
Hauptversammlung ein Darlehen ueber 0,5 Mio Euro gewaehrt. In der
fuer Ende Februar 2002 geplanten ausserordentlichen Hauptversamm-
lung will der AHAG-Vorstand den Aktionaeren vorschlagen, einer
Kapitalherabsetzung mit anschliessender Barkapitalerhoehung zuzu-
stimmen. Mit diesen Massnahmen sollen dem Unternehmen weitere 3
Mio. EUR zugefuehrt werden.
PROCON - Kapitalerhoehung
Die PROCON MultiMedia AG hat beschlossen, das Grundkapital der
Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts um 540.000 EUR zu
erhoehen. Die Tranche wurde vollstaendig von dem strategischen
Investor Guenter Fielmann zu 5 Euro je Aktie gezeichnet. Das
Grundkapital betraegt nun 6.795.769 Mio. EUR. PROCON fliessen
durch die Kapitalerhoehung insgesamt 2,7 Mio. EUR zu. Damit
staerkt PROCON die Eigenkapitalbasis und schafft sich zusaetzli-
chen Spielraum fuer die Finanzierung des zukuenftigen Wachstums.
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13. BANKANALYSEN & RATINGS renommierter Institute - Standardwerte
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Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit Sie Ihre Favoriten
schnell auffinden koennen.
TITEL RATING INSTITUT DATUM
Altana "buy" SEB 27.12.
Altana "outperform" WestLB 02.01.
BASF reduzieren Delbrueck Asset Man. 03.01.
Deutsche Bank "hold" Bankhaus Metzler 02.01.
Deutsche Bank "outperform" HypoVereinsbank 02.01.
Deutsche Boerse Downgrade WestLB Panmure 27.12.
Deutsche Post halten Bankges. Berlin 27.12.
E.ON "Recommended List" Goldman Sachs 03.01.
Fresenius Med.
Care "underperform" BNP Paribas 03.01.
Heidelb. Druck uebergewichten Helaba Trust 02.01.
Infineon "hold" M.M.Warburg & CO 02.01.
Infineon "reduce" DZ BANK 02.01.
Infineon akkumulieren Delbrueck Asset Man. 03.01.
Lutfhansa neutral Delbrueck Asset Man. 02.01.
MAN uebergewichten Helaba Trust 27.12.
Merck "Market Outperform" Goldman Sachs 02.01.
Merck Outperformer Sal. Oppenheim 02.01.
SAP Ersteinschaetzung WR Hambrecht & Co 02.01.
SAP kurzfristig
Risikopotenzial Aktienservice Res. 27.12.
Schering akkumulieren Delbrueck Asset Mgmt 02.01.
Sixt "buy" Dresdner Kleinwort W.27.12.
Volkswagen "reduce" HSBC Investmentbank 02.01.
Alle Angaben ohne Gewaehr und ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit.