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Meldung des Tages: Warum diese NASDAQ-Aktie jetzt im Januar eine außergewöhnliche Einstiegschance bietet

Aktien made in Germany


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bammie:

Aktien made in Germany

 
30.10.05 11:41
Deutschland-Fonds waren bisher sehr rentierliche Geldanlagen. Auch weiterhin überwiegt der Optimismus bei den Anlegern

Fällt er? Oder steigt er? So ganz genau scheint das niemand vorhersagen zu können. Diesmal ist der Ifo-Index gestiegen; steht inzwischen auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Das verheißt Gutes für die deutsche Wirtschaft. Ob das allerdings jeder Fonds, der Deutschland im Namen trägt, gleichermaßen wird nutzen können, ist mehr als fraglich.

Denn die deutsche Situation ist auch für Fondsmanager nicht ganz einfach einzuschätzen. Den einen gelingt das besser, wie den Managern des FPM Stockpicker Germany. Der Fonds legte in zwei Jahren um mehr als 61 Prozent zu. Den anderen deutlich weniger gut, wie dem Camco-Fonds Deutsche Aktien mit nur knapp 18 Prozent Zugewinn. Zu der Spanne trägt auch das bei, was Sascha Hirsch die politische Glocke nennt. "Die lagert über dem ganzen Land und überdeckt alles andere", so der Manager des Fonds Fortis Small Cap Europe.

"In den letzten zwei oder drei Jahren war das positiv. Denn Deutschland galt im Ausland als ein Ort, wo politische Reformen angepackt werden." Das haben auch die Börsianer honoriert und gern und oft deutsche Aktien gekauft. Der Dax war dementsprechend lange der Markt mit der stärksten Wertentwicklung in Europa. Doch diese Restrukturierungsgeschichte gilt nun nicht mehr. Jetzt müsse nachgelegt werden - auch von der Politik. "Zum Beispiel durch einen klaren Fahrplan dessen, was auf die Bürger zukommt."

Die Bürger ihrerseits scheinen sich inzwischen von der aktiven Teilhabe am Wirtschaftsgeschehen verabschiedet zu haben. Konsumiert wird kaum mehr, zumindest im Vergleich zum Ausland. Statt dessen lagert das Geld auf Bankkonten. Die Sparquote liegt in Deutschland bei zwölf Prozent. In England sind es zwischen vier und fünf Prozent. "Würde man die Sichteinlagen auflösen, wäre das ein gewaltiges Konjunkturprogramm von gut 20 Milliarden Euro", rechnet Hirsch vor. Diese Enthaltsamkeit schlägt auch auf das Bruttoinlandsprodukt durch, das dementsprechend nur zögerlich wächst.

Deutschlands wahres Wachstum kommt vielmehr aus dem Export. Denn international sind die deutschen Unternehmen voll wettbewerbsfähig, urteilt Henning Gebhardt. "Die haben ihre Chance zur Restrukturierung genutzt und stehen in der Kosteneffizienz der internationalen Konkurrenz in nichts nach", so der Manager des DWS Aktien Strategie Deutschland. Das Land sei nicht umsonst Exportweltmeister.

Aktien aus Deutschland sind günstig wie lange nicht, so Gebhardt. "Und das kann zweierlei heißen: Entweder da steckt ein gewaltiges Risiko drin oder sie sind wirklich schlicht und ungerechtfertigt günstig. Ich meine, daß sie günstig sind, auch im europäischen Vergleich."

Einfach jene Aktien aus dem Dax zu kaufen, hält Gebhardt aber dennoch für keine gute Idee. Deutschland hat viele gute Unternehmen, "aber die muß man suchen - und daraus ein konzentriertes Portfolio bauen. 40 bis 50 Aktien, das halte ich für angemessen." Das dürfte manchem Kollegen von anderen Fondsgesellschaften zu konservativ sein. Manfred Piontke und Martin Wirth, die zusammen den FPM Stockpicker wie auch dessen auf Small Caps konzentrierten Nachfolger verwalten, brauchen derzeit nur 34 Aktien, um den deutschen Standardmarkt abzubilden. Das wäre Geldverwaltern wie Heidrun Heutzenröder wiederum zu gewagt. Sie hält in ihrem Adig Fondak gut 80 Aktien - aber verwaltet auch über eine Milliarde Euro. So mancher der Aufwärtsschwünge dürfte dabei den Unternehmen aus der zweiten Reihe gutzuschreiben sein. "Die Small Caps sind bereits gut gelaufen", so Gebhardt. Jetzt sind sie "teurer als Blue Chips". Die Schwergewichte an der Börse sind also preiswert zu haben. Auf die Bewertung achten die Börsenprofis, weil günstige Aktien schon im Laufe der ganz normalen wirtschaftlichen Entwicklung an Wert zulegen, ohne daß außergewöhnliche Umstände eintreten müssen. Heutzenröder kann diese Einschätzung kalt lassen, da sie den Fondak grundsätzlich vielfach aus dem Arsenal der Blue Chips bestückt.

Leistungsstark seien die Konzerne und exportstark. Henning Gebhart holt zu einem weiten Vergleich aus. "Japan ist gar nicht so weit weg. Das Land hatte seine Krise allerdings viel früher als wir. Allerdings haben sie auch etwas länger gebraucht, um zu reagieren." Nur hat Premierminister Junichiro Koizumi für seine Reformen den Freibrief des Volkes erhalten - in Deutschland blieb das klare Votum per Wahl aus.

Günstige Bewertungen und leistungsstarke Unternehmen verdrängen das politische Zaudern. Zu lange indes sollte das Zaudern nicht andauern, sonst dürften sich die Zweifel an Deutschlands Reformfähigkeit mehren. Wachstumszweifel gibt es derzeit allerdings an allen Börsen. Selbst in den USA wird Unsicherheit darüber laut, ob die hohen Energiepreise nicht doch die schier unbegrenzte Einkaufslaune der Amerikaner trüben könnten. Kein Wunder: Der hohe Ölpreis schlägt überall durch. Selbst durch die politische Glocke über Deutschland. Arne Gottschalck


Artikel erschienen am 30. Oktober 2005
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