Aktien aus Asien

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Aktien aus Asien Arbeiter

Aktien aus Asien

 
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Aktien aus Asien - Korea läuft Japan den Rang ab

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Mit dem Start der Fußballweltmeisterschaft Ende dieses Monats richten sich die Augen der Sportwelt auf Japan und Korea. Doch Sport bringt auch Geld und viele Analysten, die in den letzten Wochen die Region untersucht haben, heben die positiven Effekte der WM hervor. Wo zwischen den beiden Gastgebern dieser Tage die Sympathien der Anlageexperten liegen, ist allerdings leicht ausgemacht. Korea findet allenthalben Lob und Anerkennung für seine erfolgreiche Wirtschaftserholung, während es in Japan – trotz Erholung in einzelnen Branchen - immer noch wacklig aussieht. Lehman Brothers geht davon aus, dass Südkorea den Rest der Region in diesem Jahr outperformen wird, in Taiwan und Singapur rechnen die Analysten mit einer "moderaten Erholung".

Insgesamt konnten die asiatischen Länder (ohne Japan) ihre Lagerbestände stark abbauen, der Export hat sich erholt und die Inflation ist niedrig. Doch diese neu erlangte Balance ist sensibel. Eine Krise in Japan könnte die Region durch eine deutliche Abwertung des Yen erschüttern und eine Verschlechterung der Situation im Nahen Osten könnte die Ölpreise auf längere Sicht in die Höhe treiben.



Japan - nicht mehr als eingedämmtes Risiko


Dennoch herrscht vorsichtiger Optimismus - auch in Japan. Die Anzeichen, dass die Produktion die Talsohle erreicht habe, mehren sich und stärken die Hoffnung auf eine Erholung. Sollten nun auch noch die Rohstoffpreise sinken, könnte diese Entwicklung deutlich gestärkt werden. Credit Suisse First Boston konnte über die letzten Monate zahlreiche Hinweise für eine Konjunkturerholung in Nippon erkennen, besonders aus zyklischer Sicht. Die Analysten warnen aber vor überstürztem Optimismus. Die größte Bedrohung für Japan ist derzeit ihrer Meinung nach die verlangsamte Konjunktur in den USA.

Lehman Brothers bleibt ähnlich vorsichtig. Zwar habe die japanische Regierung verlauten lassen, dass man geeignete Maßnahmen einsetzen werde, um eine "harte Landung" zu vermeiden, doch das ist den Analysten nicht genug. Damit könne allerdings nur das Risiko eingeschränkt werden und Lehman vermisst ein "wirklich effektives und entschiedenes politisches Handeln". Die Analysten gehen daher davon aus, dass die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr eher gedämpft verlaufen wird.

Diese Ansicht wird von der Bank of Japan selbst unterstützt. Nippons Staatsbank sieht noch keine echte Erholung im Lande, sondern nur eine moderate Abschwächung des Rückgangs. Gegen Ende des Jahres werde die Verlangsamung sich allerdings wieder verstärken, meinen die Ökonomen. Die Mehrheit der Beobachter ist zu diesem Zeitpunkt der Ansicht, dass Japan ein weiteres Jahr mit Deflation und ökonomischen Schwierigkeiten bevorsteht.



Korea - der nächste Tiger?


Wer gute Nachrichten hören will, muss sich über das Japanische Meer nach Korea bequemen. "Südkoreas Wirtschaft erholt sich rapide" weiß Lehman Brothers zu berichten. Das Land werde Taiwan im großen Erholungsmarsch anführen. Neben der Weltmeisterschaft stehen Korea in diesem Jahr auch die Asiatischen Spiele im Oktober und eine Präsidentschaftswahl im Dezember ins Haus.

Im März konnte die Produktion leicht gesteigert werden, im Jahresvergleich um rund 4,5 Prozent. Credit Suisse geht davon aus, dass die kommenden Monate eine weitere Verbesserung bringen werden. Die Kapazitätsauslastung konnte das beste Niveau der vergangenen anderthalb Jahre verzeichnen, nur ein leichter Anstieg zwar, aber immerhin. Erfreulich auch die Entwicklung bei Lagerbeständen, die im März gegenüber dem Vorjahr um über 11 Prozent sanken. "Mit einer starken Nachfrage im Inland befindet sich Korea derzeit in einer ausgesprochenen Bullenposition", so die Analysten von Credit Suisse.

Aber auch hier sind von der Zentralbank vorsichtige Töne zu hören. Der Präsident der Bank von Korea hat vor einer "wirtschaftlichen Überbelastung" gewarnt und das schnelle Wachstum sowie die rapide Erholung bei Nachfrage und Export in den vergangenen Monaten weisen tatsächlich darauf hin, dass die Konjunktur ihre volle Kapazitätsauslastung schon so gut wie erreicht hat. Darüber hinaus erhöht ein angestrengter Arbeitsmarkt und ein boomender Immobilienmarkt den Druck auf Löhne und Hauspreise.



In Sachen Aktien...


Weltmeisterschaft hin oder her, lohnt es sich denn für Privatanleger zu diesem Zeitpunkt, den Blick auf ferne Asien zu richten? Zahlreiche Analysten setzten dieser Tage auf Werte aus China, doch obwohl es hier sicher Chancen gibt, hat das Reich der Mitte mit hoher Arbeitslosigkeit und unflexiblen Staatsbetrieben zu kämpfen. Und in Japan und Korea? Im Gewühl des Börsen Auf und Ab findet sich doch der ein oder andere interessante Titel.



Toshiba – optimistische Prognosen


Goldman Sachs hat den japanischen Elektronikriesen Toshiba auf seiner "Recommended List" (Empfehlungsliste), mit einem Kursziel zwischen 850 und 900 Yen. Die neuen Prognosen des Unternehmens kamen für die Analysten als positive Überraschung. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem operativen Gewinn von rund 130 Milliarden Yen, während Konsensschätzungen bei nur 50 Milliarden gelegen hatten. Goldman Sachs selber war von 80 Milliarden ausgegangen. Die sehr bullige Haltung des Unternehmens wird durch die starke Verbesserung der fundamentalen Situation gestützt, meinen die Analysten.

Dagegen scheint die Prognose des Unternehmens für einen vierprozentigen Umsatzanstieg bei Halbleitern eher konservativ. Dies bezieht nach Meinung der Goldmänner nicht die jüngste erstaunliche Verbesserung bei den Auslastungsraten mit ein. Sie gehen vielmehr davon aus, dass Toshiba von einer zyklischen Erholung bei Halbleitern weit mehr profitieren wird als der Markt bisher angenommen hatte. Auch wenn das Unternehmen noch strukturelle Fragen im Managementbereich lösen muss, sei die Aktie bisher noch unterbewertet. Goldman Sachs sieht hier noch viel Potenzial, zumal die Verbesserung der fundamentalen Situation und die Auswirkungen von Kosteneinsparungen bisher noch nicht eingepreist sind.



Honda lässt die Reifen quietschen


Mit "Strong Buy" empfiehlt Credit Suisse derzeit Honda Motor. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen im Jahresvergleich einen 57prozentigen Ertragsanstieg verzeichnen. Grund war der schwache Yen sowie gute Verkaufszahlen in Japan und den USA. Die optimistischen Prognosen des Unternehmens zeigen, dass Honda zuversichtlich ist, was die weitere Umsatzentwicklung und die Implementierung von Kosteneinsparungen angeht.

Prognostiziert werden für dieses Jahr neben einem Anstieg der Verkaufszahlen um neun Prozent in Nordamerika und fünf Prozent in Japan, eine weltweite Absatzsteigerung bei Motorrädern um ganze 36 Prozent. Credit Suisse hält diese Vorgaben angesichts der kontinuierlichen Verbesserung in Asien für durchaus realistisch. Außerdem sieht es so aus, als werde Honda erstmals auch Aktien im Wert von 100 Milliarden Yen zurückkaufen. Die extrem gute fundamentale Situation verbunden mit dem Aktienrückkauf, sowie der guten Entwicklung im Vergleich mit anderen Auto-Aktien und die gegenwärtig niedrige Bewertung machen Honda zu einer hochattraktiven Aktie, meint Credit Suisse. Die Analysten haben daher ihr Rating von "Buy" auf "Strong Buy" heraufgestuft und das Kursziel von 6 500 Yen auf 7 000 angehoben.



Versorger profitiert von Deregulierung


Die Ergebnisse des ersten Quartals bei der Korea Electric Power Corporation (Kepco) kamen bei den Analysten von Merrill Lynch sehr gut an. Solide Energieverkäufe und eine verantwortliche Kostenkontrolle sorgten dafür, dass der Gewinn je Aktie um 91 Prozent anstieg - 60 Prozent mehr als die Analysten erwartet hatten. Da Marktbeobachter in den nächsten Monaten mit einer generellen Exportverbesserung in Korea rechnen und Kepco dem Industriesektor mit über 50 Prozent seiner Produktion stark ausgesetzt ist, geht Merrill Lynch davon aus, dass auch in den kommenden beiden Quartalen eine Ergebnisüberraschung bevorsteht. Hinzu kommt auch die Stärke des Wons gegenüber dem Dollar, die sich positiv auf die Zahlen auswirken wird.

Während sich die Aktie derzeit auf ihrem niedrigsten Kurs seit 10 Jahren befindet, sieht Kepcos fundamentale Situation eine deutliche Verbesserung. Gleichzeitig engagiert sich die koreanische Regierung gegenwärtig sehr stark in Sachen Deregulierung, eine Angelegenheit, die Kepcos verständlicherweise sehr am Herzen liegt. Merrill Lynch verspricht sich aus diesen Bemühungen in den nächsten beiden Quartalen positive Auswirkungen auf den Kurs. Aus Branchensicht und vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage sei Kepco derzeit unterbewertet. Die Analysten empfehlen die Aktie daher mit "Buy" und langfristig als "Strong Buy", mit einem Kursziel von 31 000 Won oder 13,50 Dollar.



Überraschende Hochstufung für Arcelik


HSBC hat den koreanischen Produzenten von elektronischen Geräten Arcelik von "Reduzieren" auf "Kaufen" heraufgestuft. Die Analysten geben drei Gründe für diese selten gesehene Ratingsveränderung: Die anhaltend hohe Nachfrage im Inland, die weiterhin positiven Aussichten und die damit verbesserte Bewertung des Unternehmens sowie Neuakquisitionen, die nach Ansicht der Analysten zu einer Verbesserung der Exportmargen führen werden. Außerdem habe das Unternehmen damit Gelegenheit, seine Präsenz in Westeuropa weiter auszubauen.

So rechnet HSBC damit, dass die Exportzahlen für Kühlschränke in diesem Jahr um 20 Prozent steigen werden. Für die nächsten zwei Jahre gehen die Experten von einer Wachstumsrate von 45 Prozent aus. Aus langfristiger Sicht sieht HSBC die Bewertungslücke zwischen Arcelik und der Konkurrenz geschlossen.

Wer also nächste Woche nach Tokio oder Seoul fliegt, der sollte neben der Fahne und dem Bier vielleicht auch Platz für ein paar Aktien im Gepäck lassen. Nur eines nicht vergessen: Anders als beim Fußball gibt es an der Börse keinen Schiedsrichter, der mit der gelben Karte warnt.
multexinvestor

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