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Aixtron: Sind die goldenen Zeiten vorüber?
Martin Weiß
Trotz bärenstarker Q1-Zahlen: Unicredit stutzt die Aixtron-Aktie auf "Halten" zurück. Die Analysten glauben, dass Aixtron den Zenit bei den Auftragseingängen überschritten hat. An der Börse nehmen die Anleger das Downgrade gelassen hin, Aixtron führt mit plus fünf Prozent die Gewinnerliste im TecDAX souverän an.
Wie es am Montag in der Studie von Unicredit heißt, ist die Zeit, in denen Aixtron seine Gewinnprognosen massiv nach oben korrigiert hat, vorüber. Analyst Günther Hollfelder sieht zudem bei den Auftragseingängen ein Plateau erreicht. Nach seiner Einschätzung ist es auch unklar, ob die starke Nachfrage nach LEDs zur Display-Beleuchtung nahtlos in eine für die allgemeine Beleuchtung übergeht.
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Zwei von Dreien empfehlen: "Kaufen"
Gemeinsam mit dem Downgrade auf "Halten" hat Unicredit das Kursziel auf 25 Euro (alt: 30 Euro) gekappt - und steht damit ziemlich allein auf weiter Flur. Von den 20 Analysten, die sich seit dem 29. April zu Aixtron zu Wort gemeldet haben, erneuerten 19 ihre Einschätzung. Neben UniCredit schätzen lediglich SES Research und die LBBW Aixtron mit "Halten" ein, Hauck & Aufhäuser und Commerzbank empfehlen die Aktie sogar zu verkaufen. Die verbleibenden 15 Analysten (65 Prozent) führen Aixtron mit "Kaufen" oder "Übergewichten" in ihren Listen. Die Spanne der Kursziele reicht dabei bis 40 Euro (Exane BNP, Chevreux).
Unicredit-Analyst Hollfelder wertet die nachlassende Dynamik bei den Auftragseingängen (Q1: +3 Prozent gg. Q4) als Zeichen, dass Aixtron hier die besten Zeiten gesehen hat. Bei JPMorgan kommt man zu einem ganz anderen Schluss. Sandeep Deshpande ist sich nämlich sicher, dass Aixtron bei den Auftragseingängen extrem konservativ zu Werke gegangen ist und dadurch das wahre Wachstum verschleiert wurde. Sämtliche Orders berücksichtigt, so Deshpande, beträgt das sequenzielle Wachstum nicht drei, sondern 63 Prozent.
100 Prozent daneben
An der Börse haben die Q1-Zahlen den Aixtron-Aktionären bislang vor allem eines gebracht: Verluste. Auf Sicht von einer Woche hat der Titel 15 Prozent an Wert verloren - trotz des Anstiegs von fünf Prozent am Montag. DER AKTIONÄR geht dennoch davon aus, dass die Kursschwäche temporärer Natur ist und mittelfristig deutlich höhere Notierungen erreicht werden. Grund für diese Zuversicht? In der Vergangenheit haben 100 Prozent aller Analysten zumindest in einem Punkt gleich gelegen: Sie haben den LED-Boom unterschätzt.
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