12,1 Millionen Dollar für Boni, 14,4 Millionen für Abfindungen: Der vom US-Staat gerettete Versicherungsriese AIG hat laut internen Dokumenten neue umstrittene Zahlungen bewilligt. Dabei hat Präsident Obama erst kürzlich angekündigt, derlei Vergütungen bei Krisenkonzernen begrenzen zu wollen.
Washington - Der Versicherungsriese AIG musste mit Steuermilliarden vor der Pleite gerettet werden - dennoch hat er einer Gruppe von Top-Managern hohe Boni gezahlt. Wie am Wochenende aus einem Dokument des Unternehmens an die Börsenaufsicht SEC hervorging, zahlte AIG am Freitag vier Millionen Dollar an vier Führungskräfte, unter ihnen Finanzvorstand David Herzog, der mit einer Million bedacht worden sei. Eine weitere Gruppe von Mitarbeitern habe zusammen 8,1 Million Dollar erhalten.
AIG begründete die Bewilligung der vorübergehend "freiwillig" ausgesetzten Boni-Zahlungen damit, dass andernfalls die Motivation der besten Kräfte des Unternehmens sinken und dies den Sanierungsbemühungen schaden könnte.
Zudem zahlte der US-Riese den Angaben zufolge eine Abfindung an den im laufenden Jahr ausgeschiedenen Leiter der Lebensversicherungssparte, Edmund Tse. Laut "Wall Street Journal" soll er 14,4 Millionen Dollar bekommen.
Erst am Donnerstag hatte die US-Regierung bekanntgegeben, die Gehalts- und Bonuszahlungen an Spitzenmanager von Krisenunternehmen künftig begrenzen zu wollen. Demnach müssen die 175 bestbezahlten Manager der sieben Unternehmen, welche die höchsten Staatshilfen in Anspruch genommen haben, mit Einbußen von 50 Prozent rechnen.
Betroffen seien sollen neben den Top-Managern von AIG auch die Chefs von Bank of America, Citigroup, General Motors, GMAC, Chrysler und Chrysler Financial. Deren Gehälter sollen nach Regierungsangaben durchschnittlich um 90 Prozent sinken. Allein AIG erhielt im vergangenen Jahr mehr als 170 Milliarden Dollar vom Staat, um einen Kollaps abzuwenden.
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