Klage wegen Boni - Kritik an Banken
AIG-Aktionäre wollen auf dem Rechtsweg erreichen, dass die Manager des krisengeschüttelten US-Versicherungskonzerns ihre Millionenboni und Dividenden zurückzahlen. Zudem wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen AIG ausweitet. Dass US-Steuergelder über die AIG an ausländische Banken wie die UBS fliessen, sorgt in der Öffentlichkeit für zusätzlichen Unmut.
In der Klage, die die Organisation Freedom Watch im Namen der Aktionäre vor dem Bezirksgericht in Los Angeles einreichte, wird auch eine finanzielle Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert.
165 Millionen Dollar Boni gezahlt
Durch Misswirtschaft und Verschwendung sei den Aktionären in den vergangenen achteinhalb Jahren ein Verlust in Höhe von 200 Milliarden Euro entstanden, hiess es weiter.
AIG zahlte in diesem Monat insgesamt 165 Millionen Dollar Boni und löste damit grosse Empörung in der Öffentlichkeit aus.
Wegen der Finanzkrise erhielt der Versicherer bereits Staatshilfen im Wert von 170 Milliarden Dollar. Ohne sie wäre das Unternehmen längst pleite.
Ermittlungen gegen AIG ausgeweitet
Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo weitet die Ermittlungen gegen den krisengeschüttelten US-Versicherer AIG nochmals aus. Cuomo habe Informationen über die von dem Konzern angebotenen Kreditversicherungen (Credit Default Swaps) angefordert, berichteten US-Medien übereinstimmend.
Die ausufernden Probleme mit den Kreditpapieren hatten AIG und das gesamte US- Finanzsystem im Herbst an den Rand des Abgrunds gebracht.
Regierung und Notenbank stützten den einst weltgrössten Versicherer mit bisher mehr als 170 Milliarden Dollar. AIG bediente mit dem Geld unter anderem Verpflichtungen aus den Kreditversicherungen gegenüber Finanzhäusern in den USA, aber auch in Europa.
US-Steuergelder für ausländische Banken in der Kritik
Zu den grössten Empfängern zählte die Deutsche Bank, die allein rund zwölf Milliarden Dollar (neun Mrd Euro) erhielt sowie die UBS. In der US-Öffentlichkeit wird zunehmend kritisiert, dass auf diese Weise mit Steuergeldern unter anderem ausländischen Banken Verluste erspart worden seien.
Für einen Sturm der Entrüstung sorgten zudem millionenschwere Bonuszahlungen bei AIG trotz der Schieflage. Ein Teil der Empfänger gab die Prämien inzwischen zurück. Neben Cuomo führen noch einige weitere Justizbehörden in anderen US-Bundesstaaten Untersuchungen gegen AIG.
(agenturen/halp)
Die tagelangen Proteste gegen die AIG-Bonuszahlungen (wie hier in San Francisco) mündeten jetzt in eine Klage gegen die Manager. (reuters)
Mehrwert
16.03.09: UBS kassiert US-Steuergelder
19.01.09: UBS: Millionen-Deal mit AIG
24.03.09: AIG-Manager zeigen Einsicht
22.03.09: Der Volkszorn reicht bis vor die Haustür
21.03.09: Noch mehr Manager-Boni
19.03.09: AIG-Manager zahlen Boni zurück
18.03.09: Obama will Kontrolle über Boni
03.03.09: Ex-AIG-Chef fühlt sich betrogen
02.03.09: AIG mit über 99 Mrd. Dollar Verlust
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