AUSBLICK: BT wird am Montag Strategie und Sparkurs bekannt geben - Experten
LONDON (dpa-AFX) - Der neue Vorstandsvorsitzende der BT Group Plc Ben Verwaayen wird am kommenden Montag ein Restrukturierungsprogramm für die defizitären Europa-Aktivitäten des britischen Telekomkonzerns vorlegen. Experten versprechen sich davon Aufschlüsse über Einsparungen und Personalabbau. BT selbst hielt sich vor der Präsentation der Pläne bedeckt. "Es wird ein zukunftsgerichtetes Programm für die nächsten drei Jahre sein, das alle Geschäfte miteinbezieht", sagte ein Unternehmenssprecher.
Der wichtigste Punkt für Investoren wird sein, welchen Kurs Verwaayen bei der verlustbringenden Dienstleistungssparte BT Ignite einschlagen will. Die Mehrzahl der Analysten rechnet mit massiven Stellenstreichungen in diesem Geschäftsbereich. Einige Experten erwarten, dass der BT-Chef den Breakeven für Ignite beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) für März nächsten Jahres ankündigt. Zudem sollte sich BT Analysten zufolge fortan mehr auf seine Großkunden konzentrieren.
IGNITE MIT EBITDA-VERLUST VON 94 MIO GBP
In den letzten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001 hatte BT Ignite einen EBITDA-Verlust von 94 Millionen britischen Pfund ausgewiesen. Grund hierfür waren massive Ausgaben zum Aufbau eines 290 Städte umspannenden Netzwerkes in Europa. Die Nachfrage war bisher allerdings sehr gering.
ABN Amro zufolge hatte BT-Ignite-Chef Alan Green vergangene Woche angekündigt, der Dienstleistungszweig werde in drei bis vier Jahren eine EBITDA-Marge von 15 Prozent abwerfen. Die würde sich mit den eigenen Schätzungen bei der Marge von 8,7 Prozent für 2005 decken, teilte ABN Amro mit.
EINSPARUNGEN BEI PERONAL UND INVESTITIONEN
Credit Suisse First Boston (CSFB) sieht nicht nur im Personalbereich, sondern auch bei den Investitionen weiteres Einsparpotenzial. "Auf der Ausgabenseite müsste BT seine Investitionen zurückfahren, aber weniger als die 15 bis 30 Prozent von anderen Betreibern wie KPN und Deutsche Telekom ."
Den Experten zufolge dürfte Verwaayen zudem die Zielvorgaben für das Wachstum bei Umsatz, EBITDA, Cashflow und dem Ertrag je Aktie (EPS) geben. Merrill Lynch rechnet mit einem jährlichen Umsatzplus von 5,3 Prozent und einem Wachstum beim EBITDA von 4,3 Prozent./FX/sh/bi/hi