Von Xetra-Öffnung an heute ohne fundamental neue Nachrichten ein riesen Tagesumsatz.
Seit dem Angriff auf 0,90 € wird der Kurs unter hohen Umsätzen immer weiter hochgekauft.
Sehen wir hier gerade Shorteindeckungen oder echte Käufe nach dem Motto "genug ist genug"?
Die drastische Kurszielsenkung der Baader Bank gepaart mit hoher Nervosität wegen des unsäglichen USA-Schuldenstreits bieten heute den perfekten Giftcocktail für das mit Abstand schwächste Börsensegment - Immobilienwerte.
Ich kann mich nur wiederholen:
Aroundtown kann dem Abwärtssog nur durch ein radikales Entschuldungsprogramm entkommen!
Ich kann auch nicht verstehen, warum hier im Forum anscheinend einige so große Angst vor einem im hier und jetzt vollzogenen massiven Abbau des Immobilienvermögens haben. Glaubt hier jemand ernsthaft, die Immobilienwerte würden nächstes Jahr wieder sprunghaft steigen und Aroundtown müsste da jetzt einfach durchhalten? Angenommen Aroundtown müsste heute 10% höhere Abschläge auf den Kaufpreis der Immobilien in Kauf nehmen als nächstes Jahr, weil die Leitzinsen 2024 tatsächlich gesenkt werden. Der wirtschaftliche Vorteil aus einem höheren Kaufpreis würde konterkariert durch einen sprunghaften Anstieg der Anleihewerte, die aktuell am Boden liegen und einen Rückkauf weiter unter dem Nominalwert zulassen.
Wer glaubt, dass AT1 vor dem Hintergrund eines NAV von mehr als 8 EUR je Aktie ein super Investment ist, gleichzeitig aber bezweifelt, dass die mit Bewertungsgutachten zum Bilanzstichtag unterlegten Fair Values des Immobilienvermögens gar keine Fair Values sind, weil sie sich im Rahmen tatsächlicher Verkäufe gar nicht realisieren lassen, ist entweder ein gnadenloser Kurzfristzocker, der rein charttechnisch auf eine 20%-Chance spekuliert, oder ein Narr.
Wenn die Gutachtenwerte zum jeweiligen Stichtag seriös ermittelt werden, müssen diese Werte sich am Markt tatsächlich realisieren lassen. Sonst sind es definitionsgemäß keine Fair Values = Marktwerte! Wer also behauptet, AT1 sei ein super Investment, eine Komplettentschuldung zum aktuellen Zeitpunkt sei aber nur mit 40% Abschlag zum Buchwert möglich und würde die Aktionäre enteignen, sollte seine Investmentidee m.E. dringend überdenken.
Die Shortseller hier im Forum kann m.E. nur eine Nachricht wirklich schocken, die da heißt: Aroundtown legt einen Entschuldungsplan vor und führt bereits Gespräche mit Finanzinvestoren zur Übernahme von mindestens 50% des Immobilienportfolios. Unter der Maßgabe einer 100%-Entschuldung wäre jedwede Spekulation auf eine Insolvenz ad hoc vorbei und der NAV wäre endlich wieder ein ernst zu nehmendes Indiz für den fairen Aktienwert.
Wer hier glaubt, Aroundtown könnte das in der Nullzinsphase entwickelte Geschäftsmodell der fremdfinanzierten Immobilienspekulation in eine Normal- oder gar Hochzinsphase überführen, irrt m.E. gewaltig. Bei aktuell 4,5% Mietrendite, auf Sicht der nächsten drei Jahre vom aktuellen Buchwert inflationsbereinigt bestenfalls 0% Immowertsteigerung und ca. 4% bis 5% Zinssatz für 10-jährige gewerbliche Immobiliendarlehen, werden m.E. nur nahezu 100% eigenfinanzierte Geschäftsmodelle am Markt reüssieren. Verantwortlich dafür ist der sog. Leverage-Effekt, der Verschuldung nur solange betriebswirtschaftlich vorteilhaft (-> Steigerung der EK-Rendite) gestaltet, als die Gesamtkapitalrendite (= EBIT : (EK + FK)) des Unternehmens oberhalb der Fremdkapitalrendite (= FK-Zinssatz) liegt.
Bei Anleiherenditen von 8% bis 12% und einer Gesamtkapitalrendite von aktuell bestenfalls 5% ist das betriebswirtschaftliche Gebot der Stunde eindeutig... Komplettentschuldung!
Jeder Zinsaufwand oberhalb der Gesamtrendite führt zur Minderung der EK-Rendite und ist aus Sicht der EK-Geber (Aktionäre -> betriebswirtschaftliche Zielsetzung: Gewinnmaximierung = Maximierung der EK-Rendite!) unbedingt zu vermeiden.
Sollte AT1 tatsächlich der Auffassung sein, dass ein Verkauf des Immobilienportfolios zu durch Fair-Value-Gutachten belegten Buchwerten nicht näherungsweise möglich ist, wäre das als Eingeständnis der Bilanzmanipulation zu werten. Fair Value Bilanzierung zu "Marktwerten", die tatsächlich am Markt nicht realisierbar sind, ist schlicht rechtswidrig und mit dem Gebot des "True and Fair View" der IAS/IFRS unvereinbar.