https://www.eqs-news.com/de/news/corporate/...0e-aa8c-98ab79bc3d80_en750 Mio EUR Perpetuls bei vierfacher Überzeichnung des Orderbuchs zu 5,125% emittiert... nochmal etwas günstiger als die letzte Emission zu 5,25%... der zwischenzeitlich gesehene Anstieg der Staatsanleiherenditen wird von der Zinsentwicklung bei AT1 konterkariert.
Die neue Tender Offer zielt nun vor allem auf den Rückkauf der 600 Mio EUR Perpetuals mit 1,625% Coupon und Resettermin 15.07.2026..
Die Zinsdifferenz i.H.v. 3,5% schlägt bei 600 Mio EUR Anleihevolumen mit 21 Mio EUR jährlicher Mehrbelastung auf den FFO1 durch.
Nach vollständiger Refinanzierung und Exit der letzten Niedrigzins Perpetuals aus der Nullzinsära werden die zukünftig nachhaltig erwartbaren Perpetualzinszahlungen endlich sichtbar. Ein wesentlicher Teil der wall of fear wird damit endlich verschwinden.
Danach bleibt noch die Angst vor der Refinanzierung der in 2027 und 2028 fällig werdenden 1% Anleihen im Nominalwert von gut 3 MRD EUR, in deren Folge Aroundtowns Durchschnittszins von aktuell noch 2% auf ca 3,5% und somit binnen 2 Jahren um drastische 75% steigen wird.
Um einen für den FFO1 kurzfristig verheerenden Anstieg der Finanzierungskosten um 75% binnen 2 Jahren zu verhindern, wird AT1 die Bruttofinanzverschuldung durch Einsatz eines Teils der verfügbaren Liquidität (aktuell ca 3 Mrd EUR) sowie weitere Immobilienverkäufe reduzieren. Bis 2028 erwartbare Mietsteigerungen i.H.v. ca 10% werden nur einen Teil des Zinsanstiegs kompensieren.
Sollte Aroundtown sich das Ziel setzen, das aktuelle FFO1 Niveau i.H.v 280 Mio EUR p.a. über 2028 hinaus halten zu wollen, wird man die Bruttofinanzverschuldung bis Ende 2028 gegenüber dem aktuellen Stand nochmals um min 1/3 reduzieren müssen.
Angesichts der positiven Immopreisentwicklung hielte ich einen solchen Entschuldungskraftakt für durchaus machbar.
Allerdings müsste man die Immoverkäufe dann deutlich gegenüber dem aktuellen Stand intensivieren.
Und es muss jedermann bewusst sein, dass die im NAV enthaltenen latenten Steuern im Verkaufsfall zu echten Steuerzahlungen führen, sprich der dem Unternehmen tatsächlich zufließende Verkaufserlös signifikant unter dem zu Marktwerten bilanzierten Buchwert der Immobilien liegt.
Eben diese im Verkaufsfall zahlungswirksam werdende Steuerlast macht es für Immokonzerne so unattraktiv, sich mittels Verkäufen endlich beherzt zu entschulden.
Wenn man indes die Bruttoverschuldung nicht signifikant senkt, wird der o.g. 75% Anstiegs des Durchschnittszinses spätestens 2028 voll auf den FFO1 durchschlagen.
Insofern sollte man als Aktionär nicht überrascht sein, wenn AT1 in 2026 bis 2028 die Dividende nicht auf das von Analysten bisher prognostizierte 5-6% Niveau anhebt, um zwecks Tilgung der Niedrigzinsanleihen in 2028 möglichst viel Cash im Unternehmen zu halten.
Solange das über 2028 hinaus nachhaltig erzielbare FFO1 Niveau nicht klar absehbar ist, dürfte die Aktie weiterhin keine Anstalten unternehmen, die riesige Kluft zwischen Kurs und NAV je Aktie zu verringern.
Es gibt kurzfristig sicher weitaus renditeträchtigere Aktien. Ich lasse mich indes trotz Risiken für die kurzfristige FFO1 Entwicklung nicht entmutigen und bleibe langfristig investiert.
Wichtig ist halt, sich der kurzfristig absehbaren FFO1 Risiken (siehe Perpetual Umschuldung) bewusst zu sein und nicht blauäugig nur auf steigende Mieten und Immowerte zu setzen, um dann enttäuscht festzustellen, dass die Cashflows dank signifikant steigender Durchschnittszinsen bis 2028 tatsächlich gesunken sind...
75% Zinsanstieg bei >50% FK Quote können mathematisch allein durch 10% Mietanstieg auf das Gesamtkapital nicht kompensiert werden. Es muss zusätzlich eine erhebliche Reduktion der Bruttoverschuldung her, um den FFO1 bis 2028 zumindest stabil halten zu können.
Ende 2028 wird AT1 das Ende der Nullzinsära endlich vollständig verdaut haben.
Im Interesse der Aktionäre, die nicht weitere 2 Jahre unter einer wall of Zinsangst leiden wollen kann ich AT1 nur ermutigen, die Refinanzierung der 2027 und 2028 fällig werdenden 1% Anleihen bereits in 2026 durch entsprechende Tender Offers möglichst vollständig abzuräumen, damit die Analysten ihre Schätzungen endlich an das aktuell geltende Zinsniveau anpassen können und nicht länger mit der Angst vor dem Zinsschock 2028 spielen...
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