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40 Jahre Mauerbau


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Katjuscha:

Da muss ich maxperformence 100% widersprechen

 
13.08.01 17:50
Grundsätzlich bin ich dafür alle Waffen und alle Grenzen abzuschaffen! Dann erübrigt sich diese Diskussion!

Leider gibt es aber Grenzen, und deshalb ist es einfach eine Grundsatzfrage!

Was passiert denn wenn heute ein Verbrecher einen Grenzdurchbruch versucht? Er wird aufgefordert stehenzubleiben, oder es wird von der Schußwaffe gebrauch gemacht.
Und erzählt mir bitte nicht, daß ein Verbrecher von einem politischen Flüchtling aufgrund des Äußeren unterschieden werden kann.

Sicherlich, auch ich würde in die Luft schießen, weil ich einfach keinen Menschen verletzen kann, aber das sind nunmal Grenzpolizisten!




Das war doch auch nicht mein Anliegen! Mir ging es um die Toleranz gegenüber Andersdenkenden! Das wird doch immer von den ehemaligen Bürgerrechtlern eingefordert. Also sollte auch die PDS dieses Recht in Anspruch nehmen dürfen!
Antworten
Reila:

@katjuscha

 
13.08.01 17:55
Die Grenzen sollten allen Menschen offenstehen. Mit dem Recht auf Freizügigkeit hatte die DDR ja ihre Probleme. Hier geht es nicht um Verbrecher, sondern um das partielle Wegsperren eines Volkes gegen dessen Willen.

R.

PS: Die momentan wichtigere Frage ist aber, sind alle weiblichen PDS-Mitglieder hübsch?
Antworten
woody w:

Lieber katjuscha !

 
13.08.01 17:56
In einem Punkt muss ich Dir heftigst widersprechen:

Wir leben hier nicht im Kapitalismus, sondern in einem Sozialstaat (Artikel 20 GG) mit sozialer Marktwirtschaft.

Wenn wir im Kapitalismus Marxscher Kennzeichnung leben würden, hätten wir hier
keine Sozialhilfe, keine Sozialversicherung, keine Tarifverträge, kein Kündigungsschutz-, Mitbestimmungs-, Schwerbehindertengesetz usw., kein Wettbewerbs- und Kartellrecht usw.
Alle westlichen Parteien propagieren in diesem Zusammenhang das Prinzip der "Sozialen Marktwirtschaft" nach Ludwig Erhard. Im Westen haben wir jahrzehntelang die Diskussion um die optimale Wirtschaftsverfassung geführt, und der weitaus größte Teil der Westdeutschen ist der Überzeugung - bei allen Mängeln -, dass die Soziale Marktwirtschaft die beste Wirtschaftsverfassung ist. Im westlichen Ausland werden wir übrigens überall darum beneidet.

Die Frage ist doch nur, wie kann man den Sozialstaat mit seiner sozialen Marktwirtschaft à la Erhard verbessern?

Zum anderen Thema schrieb ich schon oben:
"Als Wessi mit vielen Ossi-Bekannten glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Ossis der DDR nachtrauern.

Die PDS hat nur deshalb so viel Erfolg, weil die westdeutschen Parteien sich kaum um die ostdeutschen Probleme kümmern und auch sonst wohlgefällig pennen."

MfG
ww
Antworten
AlanG.:

Habe immer CDU gewählt

 
13.08.01 18:02
aber seit die Blockflöten - inklusive  Merkel - in der CDU sind
wähle ich nur noch Mickey Mouse
Antworten
Katjuscha:

@Reila

 
13.08.01 18:16
No No No,

Es gibt wahnsinnig häßliche PDS-Mitglieder! Aber ich bin ja tolerant!

hahahahaha


@woody w, Wer sagt, daß ich Anhänger der Marxschen Theorien bin?

Mir gehts auch weniger um die Marktwirtschaft in der BRD, sondern viel mehr um die ungerechte Verteilung des Reichtums in der Welt. Und da ist das gesamte Wirtschaft-und vor allem Finanzsystem als Ursache auszumachen.
Solange es immernoch Leute gibt, die mit ihrer wirtschaftlichen Situation in der Bundesrepublik unzufrieden sind, und deshalb möglichst wenig Ausländer ins Land lassen wollen, geschweige dazu bereit sind für arme Länder zu Spenden, solange wird sich auch die Politik nicht bewegen.
Der Wähler ist nun mal König in der Demokratie! Und der Wähler hat zu oft Stammtisch-Niveau!


Ich schweife ab!

Antworten
Reila:

Vielleicht hätte ich meine Frage doch anders

 
13.08.01 18:21
formulieren sollen.

R.

PS: Zur nebensächlichen Politik. Ich würde im Zweifel den Wähler entscheiden lassen und nicht noch einmal "die Avantgarde des Proletariats".
Antworten
woody w:

Verstanden, lieber katjuscha , viel Erfolg! o.T.

 
13.08.01 18:23
Antworten
klecks1:

Kat.: in der DDR gab es immer tolle

 
13.08.01 18:44
Wahlen: 99,9 % für eine Partei. Grossartig.

Ich wünsche Dir viel Glück an der Börse, damit Du mit der Umverteilung Deines Geldes beginnen kannst.

Antworten
mod:

sehr gut, klecks, lol,

 
13.08.01 19:04
meine Lebenserfahrung mit Linken:

Sie reden immer von Gerechtigkeit, Umverteilung in der Welt und handeln konkret danach,

.. d.h. sie haben wirklich nur ein Ziel:
Wie komme ich an das Geld anderer, ohne dafür zu arbeiten und ohne dass jemand  diese primitiven Motive merkt.

"NEID ist die ideologische Basis des Sozialismus und Kommunismus."

Deshalb sind auch so viele Linke als Börsianer und Zocker unterwegs

Viele Grüsse
mod
Antworten
Bankerslast:

Hallo zusammen

 
13.08.01 19:07
In der Politik und an der Börse sind Parallelen zu erkennen:
wir "kleinen" sind die "Bauern"-Figuren auf dem großen Schachbrett. Man schiebt uns hin und her und ab und zu - uups weg.
Selten hat sich ein Regiem dermaßen der traurigen Lächerlichkeit preisgegeben wie das der DDR.
Wasser gepredigt und Wein gesoffen - ja so warn's die alten DDR-Bosse. Bürger verfolgt, denunziert, eingesperrt, gefoltert, getötet, durch die Mauer eingeschlossen, kurzum menschliche und politische Unfähigkeiten ohne Ende.
Und nun gründen einige "Ewiggestrige" die PDS. Für viele ehemalige DDR-Bürger irgendwie verständlich.
Aber nun Wunder/Staun/Augenreib. Es vergeht kein Tag, wo sich nicht ein PDS-Vertreter in unseren Medien nahezu ohne Kritik aalen darf. Herzlichst willkommen und hofiert.
Ich sage es hier ganz deutlich, ich möchte in Deutschland keine extremistische Partei mehr sehen, sei es von links oder rechts. Dazu haben sich unsere Eltern und Großeltern nach dem Kriege zu sehr abgebuckelt... denn sonst könnte auch nicht nahezu eine Billion DM in die neuen Bundesländern geflossen sein.

Ach ja katjuscha: Stammtischgeschwafel ist oft konstruktiver als Politikergeschwafel.


Bankerslast
Antworten
wembly:

Meine aufrichtige Hochachtung

 
13.08.01 19:41
@Reila - stimme in allem 1000 % mit Dir überein und dass ist wirklich selten !!!!
@woody w - leider wird aus dem Sozialstaat immer mehr ein Parteistaat und wirklich dringend benötigte Reformen werden nicht durchgeführt, da man ja wieder gewählt werden will. Die Ideale eines Willi Brand oder Hans-Dietrich Genscher findest Du doch bei den Politikern, die heute was zu sagen haben nicht. Und da ist es wirklich sch...-egal, wen man wählt.
@das eigentliche Thema
Ich hatte ein schönes Leben im Osten. Aber jedem Menschen mit einem bisschen wirtschaftlichen Verständnis war klar, dass dieser Staat zu Grunde gehen musste.
Es tut mir Leid um die Leute, die wirklich einen besseren Staat aufbauen wollten, die ihr Leben lang dafür geschuftet haben und mit dem Untergang der DDR vor einem Trümmerhaufen standen.
Antworten
milkman:

40 Jahre Mauerbau ??? hätte man das mal gemacht !! o.T.

 
13.08.01 20:06
Antworten
hasenhaarsch.:

@klechs1 und Interessierte,

 
13.08.01 20:10
zu keiner Wahl in der DDR hat  e i n e  Partei 99,9 % erreicht:
die galten immer dem Block, d.h. allen Parteien und Massenorganisationen(FDJ,Gewerkschaft) als Zusammenschluss in der "Nationalen Front°-und die hatte das utopische Ergebnis.
Mir stinkts ,daß Diskutiert wird von den Einen, die nur in einem System lebten und von den Anderen,die jetz das zweite System kennen und immer noch nichts gelernt haben. Ist Politik nicht wie Börse ? Also was soll der Quark von gestern?
Wie war das ´89 ? ....Wir sind ein Volk ?  aber leider heute noch Ossi und Wessi...
Waren die Russen unsere Brüder oder unsere Freunde?.....Brüder bekommt man und Freunde kann man sich raussuchen !
Summa sumarum :wir Deutschen, sind wir Geschwister ?  die Politik sagts:
e i n  Volk
-und was für eins....  
Antworten
Elan:

Welche Firma stellte eigentlich die Steine und

 
13.08.01 20:11
Betonplatten für die Mauer her?
Antworten
Kritiker:

Der dressierte Bürger

 
13.08.01 20:27
Es war 17,56 Uhr - doch wo Woody w Recht hat, hat er recht; ich sehe dies genauso. Ich wohne 400 km entfernt, war aber 1985 noch drüben bei Verwandten.
Politiker und Medien wollen stets die Diskussion im Volk nur über nebensächliche
emotionale Begleithemen mit gezielt geschaffenen Pauschalbegriffen und so werden wir heute dressiert wie früher nur nach parteidemokrat. Muster.
Zur PDS: Ich glaube nicht, daß die eigentl. Verbrecher der DDR da heute noch drinsitzen nur ihr Geld. Außerdem vertritt diese Partei z.T. über 30% der Wähler
und zwar deswegen, weil sich außer denen keiner um die wirklichen Probleme der Bürger im Osten annimmt. Die Erfolge der PDS sind die Versäumnisse der FDP, CDU und auch der SPD. Ohne diese PDS hängen die Bürger im Osten doch im nirgendwo.
Ich sehe dies so tolerant und meine, daß in einer ECHTEN Demokratie jeder mit jedem können muß, sonst soll er als Volks-Politiker abtreten.
Vielleicht fehlt diesen allen auch ein echter - - Kritiker.
Antworten
rosch:

An die die vielen vernünftigen Ossis!

 
13.08.01 20:33
Selbstverständlich war Ostdeutschland der
betrogene Teil Deutschlands nach dem 2.Weltkrieg, von den Russen systematisch ausgeplündert.

Aber was ist eigentlich aus Eurem Traum von einer sozialistischen (gerechten) Zukunftsgesellschaft geworden?

Ich bin nach dem Oktober 1989 viele, viele Monate in der damaligen DDR rumgereist und hatte sehr viele private Kontakte. Nicht wie Ihr denkt, um Geschäfte zu machen, sondern in "halboffizieller" Mission. Was habe ich täglich erlebt?
Schrottstrassen, verfallene Häuser, von billiger Kohle verpestete Luft, ein nicht funktionierendes Telefonnetz aus der Kaiserzeit, primitivste Fabriken, frustierte, aggressive Autofahrer, leere Regale in den Läden, Lebensmittel, die nicht schmeckten, dreckige 4-Sterne-Hotels usw.
Ich habe lange mit den Bossen von Kombinaten geredet, die vielfach aus dem Militär kamen und 1300 Mark pro Monat erhielten, während ihre 3 bis 12 Tausend  
teils unbeschäftigten Genossen (Arbeitnehmer) 600 bis 700 Mark bekamen. Es mangelte in den Kombinaten an allem, Schrauben, Hölzer, Öl, Farben usw.
Sie kannten alle ihre äußerst missliche Lage, waren froh, dass sie u.USt. Hilfe aus dem Westen bekommen würden.
Nach jeweils 5 Tagen im Osten war ich angesichts der dortigen katastrophalen Lage derart depriemiert, dass ich den folgenden Sonnabend und Sonntag unbedingt brauchte, um ein wenig zu regenerieren.
Was wäre früher oder später passiert?
Ohne den Westen, der Billionen in diese marode Wirtschaft gepumpt hat, wäre die Masse der Ostdeutschen vor Not in den Westen übergesiedelt.

Natürlich gab es dort jede Menge krimineller Wessis und viele im Westen gescheiterte Besser-Wessis.

Aber angesichts der geschilderten Situation kommen heute die damaligen Täter aus der DDR und ihre Anhänger frech in die deutschen Medien, reissen ihre Fresse auf und anstelle dass man ihnen den Prozess machen könnte, werden sie hier hofiert.

Mein kurzes Fazit: Für mich ist die PDS klar der verlängerte Arm der SED, und Leute wie Gisy usw. sind mitverantwortlich für den dortigen Schlamassel.
Insgeheim verfolgen viele noch das Ziel der Weltrevolution, und gemäss der Leninschen Formel sollen wir ihnen den Strick liefern, an dem sie uns aufhängen können. Da die wenigsten Wessis den Marxismus-Leninismus weder gelesen noch begriffen haben, ahnen diese nichts davon.
Und der west- und ostdeutsche Arbeiter, Angestellte und Selbständige muss für den Schaden, den diese "Typen" angerichtet haben, tagtäglich zahlen.

Einen schönen Abend noch

PS: Wisst Ihr eigentlich, wo das riesige PDS-Vermögen geblieben ist. Dreimal dürft Ihr raten, wer wohl so stinkreich drüben ist.
Antworten
rosch:

Korrektur: "SED-Vermögen" natürlich. Freudsche

 
13.08.01 20:37
Fehlleistung!
Antworten
Reila:

@rosch

 
13.08.01 21:37
Wenn die Bosse von Kombinaten 1.300 Mark erhielten, muß das sehr lange her gewesen sein. Gegen Ende der DDR bekamen sie über 3.000 bis 5000 Mark, ein Hilfarbeiter etwa 600, ein Facharbeiter 800 bis 1.500, je nach Zuschlägen im Schichtdienst. Ein Offizier in der Armee verdiente je nach Dienststellung und Dienstgrad 1.000 bis 3.000 Mark, wobei der Regimentsarzt mehr verdiente als der Kommandeur oder Politstellvertreter. Auch nicht schlecht verdienten die Mitarbeiter der Stasi, die Listen wurden ja veröffentlicht. Übrigens konnte ein Melker in einer LPG je nach Milchleistung der Kühe bis zu 2.000 Mark verdienen. Ein LPG-Vorsitzender konnte bis 1.500 Mark verdienen und die Frauen auf dem Feld hatten 500 bis 800 Mark (alles netto). Dummerweise standen einer zunehmenden Lohnsumme bei stabilen Preisen für Mieten (meist 50-100 Mark), Lebensmittel, Energie und ÖPNV explodierende Preise bei sogenannten Luxusgütern und keine ausreichende Warendecke gegenüber. Mit den Mieten war die Instandhaltung insbesondere des privaten Mietwohnungsbestandes nicht mehr zu finanzieren. Entsprechend verfielen die Altstädte. Die Umverteilungen im Staat waren ungeheuerlich. Abgaben mußten Unternehmen nicht nur auf den Gewinn leisten, so daß vielfach die Substanz aufgezehrt wurde. Die Schwächen der Planwirtschaft zeigten sich besonders, nachdem Anfang der 70er Jahre die mittelständische private Wirtschaft verstaatlicht wurde.

Über das SED-Vermögen wird vielfach aus Unkenntnis Unsinn erzählt. Für DDR-Bürger war es in seiner wirklichen Höhe vor der Wende kaum ahnbar. (Gemessen am Wert von em-tv in besseren Tagen war es eher gering.) Viele wußten auch nicht, daß etliche "Partei-Betriebe" existierten, die natürlich auch besonders günstige Bedingungen in der DDR-Wirtschaft z.B. bei der Materialbeschaffung hatten. Unmittelbar nach der Wende versuchten einige Insider der damalige SED bzw SED-PDS einiges davon zu "retten" (was übrigens auch, aber nicht nur, durch Mitgliedsbeiträge entstanden war), es wurden Gelder ins Ausland verschoben, zinslose Darlehen an Spezies ausgereicht, Guthaben bei "befreundeten" Firmen im Ausland verschleiert ... Es wurde eine unabhängige Kommission wegen der Vermögen der DDR-Parteien eingesetzt. Die PDS mußte praktisch bis auf wenige Immobilien (m.E. max. 3), die wie der Parteisitz bereits vor 1945 der KPD gehörten sowie bis auf die nach der Wende eingenommenen Mitgliedsbeiträge und Spenden, auf das gesamte Altvermögen verzichten. Auch die von SED-Mitgliedern bis Herbst '89 eingezahlten Parteibeiträge bekam der Finanzminister. Und Du kannst sicher sein, keine Partei wurde nach der Wende so genau beobachtet wie die PDS.

R.

Hoffentlich werde ich jetzt nicht beobachtet. (War ein Scherz.)
Antworten
Bankerslast:

korrekt rosch

 
13.08.01 21:54
dem ist nichts mehr hinzuzufügen, siehe auch mein Posting

Bankerslast
Antworten
Arbeiter:

Hat der Bau der Mauer...

 
13.08.01 22:01
Hat der Bau der Mauer den Frieden in Europa gesichert?

Friedrich Schorlemmer, Ex-DDR-Bürgerrechtler, Pfarrer und SPD-Mitglied


40 Jahre Mauerbau 391654In aller Ruhe und in Würde könnte man heute des Mauerbaus vor 40 Jahren gedenken. Doch da ist der Streit um die PDS. Wegen einer möglichen Zusammenarbeit der SED-Nachfolgepartei mit der SPD in Berlin wollen die Verbände der Maueropfer nicht an der Gedenkfeier mit Kanzler und Bundestagspräsident teilnehmen. Auch die CDU-Spitze will separat Kränze niederlegen. Die Aufregung um den 13. August und die fehlende Entschuldigung der PDS für den Mauerbau ist groß.




NDR4 INFO: Herr Schorlemmer, können Sie das nachvollziehen?

Schorlemmer: Die PDS hat eine Erklärung veröffentlicht zum Mauerbau. Die lässt an Deutlichkeit, glaube ich, nichts zu wünschen übrig und hat es sich wirklich nicht leicht gemacht. Was hier gemacht wird, ist für mich nachholender kalter Krieg, ohne dass der Gegner des kalten Krieges, die sowjetischen Panzer und die Sicherheitsorgane des Staatssicherheitsapparates, noch da wären.

NDR4 INFO: Nun fordern viele ja eine explizite Entschuldigung von der PDS, die hat sie definitiv nicht geleistet. Aber verstehe ich Sie richtig, Ihnen genügt diese Erklärung?

Schorlemmer: Mir genügt überhaupt keine Erklärung. Aber dazu kann man gar nichts sagen, was das wegbringen könnte, 28 Jahre 17 Millionen Menschen einzusperren. Aber das, was sie inhaltlich dazu gesagt haben, reicht mir völlig aus. Sie haben sich in der Sache deutlich von diesem stalinistischen Sozialismusexperiment verabschiedet und verstehen sich als Partei in dem parlamentarischen Spektrum der Republik.

NDR4 INFO: Nun hat die PDS ja immer noch eine kommunistische Plattform, die ja auch von durchaus jungen Mitgliedern repräsentiert wird. Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die Teilnahme von PDS-Politikern an Gedenkveranstaltungen zum Mauerbau?

Schorlemmer: Ich denke, wenn Frau Pau oder Herr Bisky oder Herr Gysi da wären, dann halte ich das für angemessen und richtig und ich finde, man sollte sie davon nicht ausgrenzen.

NDR4 INFO: Wie würden Sie es finden, wenn zum Beispiel NPD-Vertreter an Gedenkfeiern zum 20. Juli teilnehmen würden oder nennen wir sie nicht NPD, sondern Partei des demokratischen Nationalsozialismus, vielleicht mit einer faschistischen Plattform in ihrer Mitte. Wären Sie da nicht auch empört?

Schorlemmer: Ich wäre auch empört. Nur finde ich es auch wieder empörend, die NSDAP mit der SED zu vergleichen oder die PDS mit einer nazistischen Partei. Da ist nichts militaristisches, nichts rassistisches, nichts menschenfeindliches, nichts die Menschenwürde anderer wegen ihrer Rasse oder Hautfarbe abwertendes oder verächtliches drin. Ich finde diese Vergleiche, die vor allem in der CSU angestellt werden, etwas komisch. Es ist komplizierter, wenn man 40 Jahre in einem totalitären Staat gelebt hat. Ich glaube den meisten PDS-Mitgliedern, dass sie klar gesehen haben, dass dieses Gesellschaftsexperiment gründlich gescheitert ist und dass die Demokratie der einzige Weg ist, Verhältnisse zu schaffen, in denen menschliche Leistung animiert und gleichzeitig für einen sozialen Ausgleich gesorgt wird. Ich glaube, eine linke demokratische Partei kann unser Land gebrauchen, auf Dauer nicht zwei.

NDR4 INFO: Wie bewerten Sie die Tatsache, dass sich ausgerechnet die Verbände der Maueropfer von der zentralen Gedenkveranstaltung fernhalten, also Bundeskanzler und Bundestagspräsident regelrecht meiden.

Schorlemmer: Ich weiß nicht, ob diese Opferverbände wirklich für alle Opfer sprechen. Hier passiert auch eine Verhärtung und eine Form der Dialogverweigerung, die ich auch öfter schon erlebt habe. Sowie man anfängt etwas differenzierter über die Vergangenheit zu reden, wird man schon als ein Rechtfertiger des Mauerstaates bezeichnet und angesehen. Also, hier gibt es auch Kommunikationsabbrüche, die psychologisch verständlich sind, aber mit denen ich ganz große Schwierigkeiten habe.

NDR4 INFO: Halten Sie ein würdiges Gedenken in diesem Jahr noch für möglich?

Schorlemmer: Nein, aber das liegt natürlich auch an der Wahl in Berlin. Ich finde es für unsere Demokratie fatal, dass uns das nicht gelingt, an diesem Tag die parteipolitischen Unterschiede hinten an zu stellen und darüber zu reflektieren, was das bedeutete, im gespaltenen Deutschland in der Nachkriegszeit so lange zu brauchen, bis die Mauer wieder weg war und es jetzt auch zu feiern, dass sie wieder weg ist und uns an die zu erinnern, die gelitten haben.
Antworten
Kicky:

Einspruch,so geht das nicht!

 
13.08.01 22:04
Als Westberlinerin kenne ich auch die Repressalien in der DDR ,die Angst vor Spitzeln und die wirtschaftliche Misere.Aber jetzt zu behaupten,die PDS sei der verlängerte Arm der SED und verfolge insgeheim das Ziel der Weltrevolution ist doch nun wirklich Unsinn.Erstens sind natürlich ich glaube 80% der Mitglieder über 60 Jahre alt,angeblich sterben jedenMonat 3900,da kannste Dir ausrechnen,was von den ursprünglich mal 2,5 Millionen Mitgliedern noch übrig ist.                                                                        Zweitens hat die PDS natürlich den Sozialismus und gerechte soziale Bedingungen für alle auf ihre Fahnen geschrieben und ist wohl mehr oder weniger die Partei,die sich der Probleme der Bürger in den Neuen Ländern annimmt und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger hier,die sich doch teilweise ganz schön angeschmiert fühlen,stärkt.Natürlich gibt es auch die ewig gestrigen,die Dir ständig vorhalten,was alles schlechter geworden ist,die die natürlich offensichtlichen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Verbesserungen nicht sehen wollen.Aber die sind doch teilweise längst aus der PDS ausgetreten und zu den Kommunisten übergegangen,weil sie ihre Ziele verraten fühlen,weil ihnen die PDS nicht links genug ist.
Ich halte die PDS in einem Grossteil ihrer Mitglieder für längst demokratiefähig ,und es wäre ein fundamentaler Fehler ,sie abzulehnen,wenn sie gewählt werden oder gar Berlin die Finanzzuschüsse zu streichen,wie es Bayern und Hessen verlangen.
Das hat gar nichts mit der Popularität von Gysi zu tun.Aber sehr viel mit Demokratie und Gerechtigkeit.
Antworten
rosch:

hi, Bankerslast , Dein Beitrag war für mich Anlass

 
13.08.01 22:08
mal Tacheles zu reden.

Aber trotzdem finde ich die Wiedervereinigung sehr gut; es müsste nur gezielt und wirtschaftlich vernünftig mehr für die Ostdeutschen gemacht werden, vor allem für die Arbeitslosen. Mit einer Bäder-Tournee ist das nicht getan.

MfG
r.
Antworten
Reila:

Polarisierung und Sachlichkeit

 
13.08.01 22:10
Hi Arbeiter und Kicky,
die Diskussion hier im Board widerspiegelt auch die Polarisierung im Volk. Schön wäre es, wenn Sachlichkeit die Oberhand gewänne.

Danke für das Beispiel mit Schorlemmer. Er war zu DDR-Zeiten nicht angepaßt an die Regierenden und er ist es heute auch nicht. Solche Leute hatten es früher nicht leicht, wie sie es auch heute nicht leicht haben. Aber gut, daß es solche Menschen noch gibt.

R.
Antworten
Happy End:

Berlin und seine Baumeister

 
13.08.01 22:11
40 Jahre Mauerbau 391660www.hellan.com/1961w.art" style="max-width:560px" >

Gruß
Happy End
Antworten
rosch:

Hi, Reila,

 
13.08.01 22:16
ich kann mich natürlich täuschen, was das Einkommen anbelangt; dafür ist es zulange her. Aber es war für eine derartige Funktion bitter wenig.
Im übrigen war es zwischenmenschlich äußerst angenehm; wir haben sehr viel gefeiert, und ich habe aus dieser Zeit viele Freunde, die ich teilweise auch beruflich unterstützen konnte.
Eigentlich möchte ich die Zeit nicht missen, allerdings hätte man bei ökonomischerer Verwendung der Mittel mehr für die Menschen erreichen können. So haben eben viele die Hand aufgehalten (nicht nur Wessis).
Zum Vermögen und der Gelddruckgeschichte gibt es andere Infos, die man hier aber nicht reinstellen kann.

Viele Grüße
Antworten
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