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40 Jahre Mauerbau


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Arbeiter:

Thierse hahaha

 
13.08.01 14:30
Dann hat er ja Geld genug für einen Friseur, um sich das Sauerkraut aus dem Gesicht zuschneiden. Was hat denn der Wolle als Schriftsetzer in Weimar verdient?
Antworten
Katjuscha:

Vielleicht sollte sich mal ein Ossi zu Wort melden

2
13.08.01 14:41
Es gibt glaube ich kaum Ossis die die DDR zurück haben wollen! Und das sage ich als PDS-Wähler und einer Familie angehörig, der auch Offiziere bei den Grenztruppen angehörten.

Ich glaube ich spreche für 90% der PDS-Wähler, wenn ich behaupte, daß ich weiß wie viel Leid das SED-Regime über die Menschen gebracht hat. Das betrifft den Mauerbau, die Stasi-Bespitzelung und die kleinen Nickligkeiten des Alltags.

Was den gemeinen Ossi heute stört ist vielmehr die Bevormundung durch die Bevölkerung der alten Bundesländer, die ohne hier gelebt zu haben, sich jetzt ein Urteil über die Lebensbedingungen im Osten erlaubt. Wie ich sagte: Keiner will die DDR zurück (auch die Kommunistische Plattform nicht), aber es muß doch möglich sein die heutige Gesellschaft zu kritisieren ohne gleich als alter SED-Kader beschimpft zu werden, nur weil man sich für eine Partei angagiert, die in meinen Augen die einzige ist, die über grundlegende gesellschaftlich Veränderungen nachdenkt.

Dieser Prozeß ist nämlich mit dem Untergang dieses auch von mir verhassten Regimes lange noch nicht beendet!

Und was den heutigen Jahrestag angeht: Die PDS kann sich doch endschuldigen wie sie will. Die Opfer der Mauer werden es wenn auch aus historischen Gründen verständlich, der PDS nie abnehmen, daß sie sich geändert hätte. Leider muß ich aber auch diese Opfer kritisieren, da sie sich nur aus Rache-Gefühlen leiten lassen, dabei nicht vergeben können.

Ich habe jedenfalls den Stalins und Honeckers vergeben, auch wenn sie meinen Traum einer besseren Gesellschaft Steine in den Weg legten, an denen wahrscheinlich die Leute, die heute für bessere Lebensbedingungen in der ganzen Welt kämpfen noch jahrelang drüber stolpern werden.


Fazit: Ich verstehe den Schmerz der Opfer und dieser Jahrestag muß auch für eine historische Aufarbeitung genutzt werden! Diese Aufarbeitung sollte dann aber auch von allen Seiten beleuchtet werden, daß heißt von seiten der Opfer aber auch von seiten der Täter, die sich und da spreche ich aus eigener Erfahrung nicht immer als Täter sehen, weil sie sich in ihrem Staat wohl fühlten und die Grenze als Staatsgrenze eines legitimen anerkannten Staates sahen.
Es war und ist nun einmal schwer die eigene Schuld zu erkenne, wenn man in seinem kleinen Mikrokosmos lebt und eine Schuld eingestehen soll, die doch eher einen übergeordneten philosophischen Hintergrund hat.
Letztlich bleibt es trotzdem eine Schuld!
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klecks1:

katjuscha

 
13.08.01 15:15
PDS wählen, den Kommunismus propagieren, die Westparteien verteufeln und mit Aktien handeln. Verdammt gute Mischung. Wie ich schon sagte: schnell gelernt
Antworten
Reila:

Hi katjuscha,

 
13.08.01 15:16
wie ich bereits erwähnte, bin ich aus dem Osten.
Ich sehe übrigens keine Bevormundung durch die Bevölkerung der alten Bundesländer. Das sind Leute, die haben auch ihre Probleme. Manche glauben (gerade in Westberlin und dem ehemaligen "Zonenrandgebiet" wohl mit Recht), daß es ihnen heute materiell eher etwas schlechter geht, als vor dem Fall der Mauer. Aber sie bevormunden mich nicht.
Problematisch ist es eher mit der politischen Führungselite und den hohen Verwaltungsbeamten, die weit überproportional aus dem Westen kommen, als hätten wir hier keine fähigen Leute.
Einige Leute aus dem Führungskreis der von Dir genannten Partei kenne ich übrigens persönlich und halte sie für integer. Trotzdem wünsche ich nicht, daß diese Partei überregional eine wichtige Rolle spielen wird. Wir leben zufällig in einem modernen Industriestaat mit international herausragenden Sozialleistungen. Man kann vieles kritisieren oder verbessern. Aber wer grundlegende gesellschaftliche Veränderungen möchte, sollte das nicht noch einmal am deutschen Volk testen. Und solange nicht irgendwo auf der Welt bewiesen wurde, daß es wirklich und praktisch noch besser geht als hier, glaube ich auch nicht an sinnvolle grundlegende Änderungen.
Könnt Ihr Eure Vorschläge nicht erstmal auf einer auf einer abgelegenen Insel im Pazifik testen?

R.
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woody w:

Hi, katjuscha, bei aller Achtung vor Deinem

 
13.08.01 15:26
Statement:

Was erwartest Du denn von den Opfern?

Ein Bekannter hat als junger Mann als "Staatsfeind der DDR" (wegen einer Bagatelle) viele Jahre in Stasi-Gefängnissen gesessen, wurde auch gefoltert, bis er dann gegen viel Geld "freigekauft" wurde (wie viele andere auch).
Wie soll er der DDR verzeihen, dass sie ihm viele Jahre seines Lebens wegen einer unbedachten, harmlosen Äußerung gestohlen haben?
Ein anderer Bekannter hat als Mitglied der SED im engen Parteikreis beim Bier sich kritisch geäußert. Folge: Gefängnis, Berufsverbot, danach "Assi".
Er ist drüben geblieben.

.. und, und, und viele, viele Fälle.

Verharmlost bitte nicht das SED-Regime:
"Uns ist es gut gegangen und wir haben damals gerne  hier gelebt"!
Das trifft auf eine Minderheit der 1000%igen SED-Aktivisten zu, der herrschenden "Feudalklasse" der DDR!

Viele junge Menschen hier glauben Dir sicherlich noch diese verlogene Ostalgie.
Die Realität sah leider für die meisten Menschen in Ostdeutschland vor 1989 ganz anders aus!

MfG
ww
 
Antworten
klecks1:

woody w / reila

 
13.08.01 15:36
nicht schlecht; stimme ich fast 100 % zu
Antworten
Spitfire33:

Mauertote

 
13.08.01 15:36
Stichwort: Mauertote
Auch zwölf Jahre nach dem Mauerfall ist die genaue Zahl der Todesfälle an der innerdeutschen Grenze nicht ermittelt. Die Berliner Staatsanwaltschaft geht von 267 Todesfällen aus, die nachweislich auf einem Gewaltakt - Schusswaffengebrauch oder Mineneinwirkung - beruhten. Nach den Recherchen der Berliner "Arbeitsgemeinschaft 13. August" kamen zwischen 1948 und 1989 insgesamt 957 Menschen durch das DDR-Grenzregime ums Leben, 254 davon an der Berliner Mauer.
Tod Fechters sorgte für Unruhe
Für das größte Aufsehen sorgte 1962 der Tod des 18-jährigen Maurergesellen Peter Fechter. Aufgebrachte West-Berliner beschimpften damals nicht nur die Ost-Berliner Grenztruppen tagelang mit "Mörder, Mörder"-Rufen, auch die Westalliierten wurden angepöbelt und beschimpft.

Blieb im Todesstreifen liegen
Fechter und ein gleichaltriger Freund durchbrachen am 17. August 1962 gegen 14 Uhr die Grenzbefestigungen in der Nähe des Checkpoint Charlie und gelangten auf den Todesstreifen. Während dem Freund die Flucht über die Mauer gelang, wurde Fechter im Kugelhagel schwer verwundet und fiel von der Mauerkrone rückwärts wieder hinunter in den Todesstreifen, wo er schwer verwundet liegen blieb.

Vor den Augen der Grenzler verblutet
Etwa 50 Minuten lang beobachteten DDR-Grenzposten mit Maschinenpistolen im Anschlag die Szene ohne einzugreifen. Fechters Schreie hallten bis zum damaligen Ausländerübergang Checkpoint Charlie. Doch auch von dort kam keine Hilfe für den im Todesstreifen Verblutenden, obwohl die westlichen Schutzmächte das Recht hatten, den Ostsektor der Stadt zu betreten.

Nach einer Stunde davongetragen

Erst nach knapp einer Stunde zogen DDR-Polizisten den inzwischen leblosen Fechter durch den Stacheldrahtverhau und trugen ihn davon. Wenig später vermeldete die DDR-Nachrichtenagentur ADN den Tod des 18-Jährigen.

"Mörder, Mörder"-Rufe
Während Fechter im Sperrstreifen verblutete, versammelten sich auf beiden Seiten der Grenze Berliner. Auf der Ostseite standen rund 150 Meter entfernt etwa 100 Menschen, die von der Grenzpolizei aber abgedrängt wurden. Auf West-Berliner Seite fanden sich 250 Menschen ein, die den Grenzpolizisten "Mörder" und "Banditen" zuriefen. Auf die Sprechchöre hin begannen die Grenzer ein Tränengasbombardement, welches die West-Berliner Polizei erwiderte.

Ausschreitungen an der Grenze
Noch in der Nacht nach dem Tod Fechters demonstrierten im Westteil rund 500 empörte Menschen, am folgenden Tag versammelten sich erneut 500 Berliner an einem Gedenkkreuz für den Erschossenen und riefen "Mörder, Mörder" über die Mauer. Einen Tag später waren es bereits 5.000 Demonstranten, die sich an verschiedenen Stellen der Sektorengrenze versammelten. Demonstranten warfen Steine über die Mauer, beschimpften amerikanische Soldaten und randalierten am sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten. Ein stundenlanger Protestzug zwischen Checkpoint Charlie und dem Schöneberger Rathaus, dem Sitz des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt, löste sich erst in den frühen Morgenstunden auf.

Steine auf West-Polizisten
Auch am dritten Tag nach dem Tod Fechters gingen die Demostrationen weiter: Trotz des Aufrufs Brandts, Ruhe zu bewahren, wuchs die Zahl der Demonstranten erneut auf 5.000. Steinhagel ging auf West-Berliner Polizisten nieder, die die Menge von der Mauer fern halten wollten. Die Ordnungskräfte setzten Gummiknüppel und Wasserwerfer gegen die Protestierenden ein. Die Demonstrationszüge dauerten bis nach Mitternacht. Am folgenden Morgen errichtete die West-Berliner Polizei einen umfangreichen Sperrgürtel an der Mauer und verhinderte so weitere Demonstrationen. Die zerrissene Stadt kam so erst nach vier Tagen wieder zur Ruhe.

Antworten
ecki:

Hackt nicht auf Katjuscha rum.

 
13.08.01 15:39
Wer kann sich seine Biographie frei aussuchen?

Übrigens, ich weiß zwar nicht ob das noch aktuell ist, aber vor ca. 4 Jahren habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen, über selbständige und PDS.
Die PDS hat die höchste Quote aller Parteien (gehabt?) im Osten. Natürlich auch, weil viele wegen ihrer Vergangenheit geflogen sind, und sich dann selbst was aufbauen mussten. Ex-SEDler sind doch nicht alles Doofis!
Wir Deutschen als Gesamtheit müssen auch diesen Leuten eine Chance geben an unserer Gesellschaft teilzuhaben, natürlich in Verantwortung ihrer eigenen Geschichte. Ausgestorben sind die erst in 50 oder 60 Jahren.

Ich z.B. habe den Kohl nicht gemocht, aber das er bei der HJ war, ist mir doch egal.
Antworten
tom68:

Das wird ja immer besser hier, nicht mehr lange

 
13.08.01 15:43
und der "Sterneregen" beginnt....

mfg tom68

P.S.übrigens auch aus'm "Osten"
Antworten
woody w:

ecki, das kannst Du nicht wissen:

 
13.08.01 15:48
HJ war eine Zwangsorganisation, d.h. ab einem bestimmten Alter wurde man von Seiten der Schule zwangsrekrutiert, d.h. eingeschrieben.

MfG
Antworten
ecki:

Aber woody, woher weißt du was ich wissen kann?

 
13.08.01 15:52
Also gut, Angie Merkel war Sekretärin für Agitprop an ihrer Uni. Durchaus ein freiwilliges Ehrenamt. Schmeisst die endlich aus der CDU raus! Ach so, die darf was dazulernen im Leben? Aber die mit dem falschen Parteibuch nicht?
Antworten
woody w:

..im übrigen, ecki, ich finde es sehr bedauerlich,

 
13.08.01 16:00
dass, wenn wir k. widersprechen, Du dies als "rumhacken" bezeichnest!

Für mich gilt:
Ich setze mich für die Meinungsfreiheit anderer im Sinne der Grundrechte des GG ein, auch, wenn sie meinem Standpunkt nicht entspricht.

MfG
ww
Antworten
woody w:

Lieber ecki, ich bin nie Mitglied

 
13.08.01 16:04
der CDU gewesen und werde es auch nie sein!

Nimm das bitte zur Kenntnis und unterstell mir bitte nicht so etwas!

MfG
wew
Antworten
klecks1:

ecki

 
13.08.01 16:17
das sind ja ganz neue Seiten, die ich von Dir als Unternehmer kennenlerne.

Ich bin erstaunt und überrascht.
Antworten
modeste:

Bin seit 3 Wochen hier in Frankreich in Urlaub,

 
13.08.01 16:17
habe viele persönliche Kontakte, sehe die TV-Nachrichten und lese Zeitung. Durch die Bank wird mit einigem Befremden zur Kenntnis genommen, dass die SED, die inzwischen PDS heißt, in Deutschland vor allem im Berliner Wahlkampf eine so große Rolle spielen kann...  


PS: Die DDR-Hymne habe ich allerdings immer gut gefunden, rein musikalisch gesehen natürlich....

urlaubsgrüße
modeste
Antworten
Boersiator:

@Arbeiter

 
13.08.01 16:25
Absolut richtig, wir haben das Tor zum Osten absolut frei gemacht! Und das stört mich persönlich gewaltig.
Außerdem, nennt mir mal den Zusammenhang der SED und den Nationalsozialisten?
Bin ja mal gespannt!

B O E R S I A T O R  
Antworten
Reila:

@woody w

 
13.08.01 16:28
Hitlerjugend: Mein Vater ist erst eingetreten, nachdem der (sozialdemokratische) Lehrer meinen Großvater darauf hingewiesen hatte, daß ohne HJ-Mitgliedschaft des Sohnes sicher Probleme für meinen Großvater auftreten würden. (Der Lehrer war übrigens gegen das NS-System aktiv.) Die Mitgliedschaft in der HJ war zwar freiwillig, es gab jedoch einen "gesellschaftlichen" Zwang, ähnlich wie später mit der Mitgliedschaft in der FDJ.

Und zur Frage, ob man in der DDR gut gelebt hat:
Ein ehemaliger Politiker und heutiger Journalist hat das Wort von der "Nischengesellschaft DDR" geprägt. Die Masse der Leute war nach Außen hin unpolitisch, absolvierte die Pflichtübungen am 1. Mai und 7. Oktober. Sie hatten eine Wohnung mit Fernseher, Kühlschrank, Arbeit, die meisten einen Trabi und viele ein Wochenendgrundstück(chen). Die Leute lebten insofern in bescheidenem Wohlstand. Natürlich war es eine ständige Mangelgesellschaft, von der all die profitieren konnten, die begehrte Waren und Leistungen anboten: Handwerker, Verkäufer in bestimmten Geschäften. Führungskader hatten unverdiente Privilegien. Allerdings beschränkte sich das auf einen relativ kleinen Personenkreis und bezog keinesfalls die Masse der SED-Mitglieder ein. Aus Sicht westlichen Wohlstands waren diese Privilegien vielfach lächerlich. (Ein Bericht über Wandlitz, das Wohnghetto des Politbüros löste bei Freunden in Australien Befremden aus. Die konnten nicht verstehen, was an diesen Häusern und dem Einkaufsladen besonderes sein sollte. Den Ostdeutschen lief bei Betrachtung der selben Bilder vergleichsweise das Wasser im Mund zusammen und der Schaum über.) Aber die Privilegien waren eben unmoralisch, weil unverdient.
Man predigte Wasser und soff heimlich Wein.

Wer allerdings das System grundsätzlich kritisierte, hatte keine Chance. Bei Einführung eines Gemisches aus Kaffe- und Ersatzstoffen sprühten Jugendliche aus einem Nachbarort auf die Straße: "Teurer Kaffe, dünnes Bier - Erich wir danken Dir." Klar kam die Stasi, klar hat man sie erwischt, klar mußten sie in den Bau. Das System duldete eben keinen Widerspruch.

Persönliche Freiheit ist ein hoher Wert, den man erst richtig schätzen kann, wenn man sie nicht oder nur eingeschränkt genießt. Ich habe sie schätzen gelernt und möchte sie nie wieder missen.
Allerdings werden diejenigen, die keine Arbeit haben - das dürften hier im Osten weit über 10 % der arbeitsfähigen Bevölkerung sein - vornehmlich über andere gerade unerreichbare Werte nachdenken als über die Segnungen des kapitalistischen Systems und der bürgerlichen Demokratie. Etwas Verbitterung ist da verständlich und Nährboden für (N)ostalgie sicher vorhanden.

R.
Antworten
woody w:

Hi, Reila, vollkommen einverstanden mit Deiner

 
13.08.01 16:44
Schilderung der damaligen soziologischen Situation. Ich kenne mehr davon aus erlebter Anschauung als ich hier äußern möchte.
Deshalb kann ich auch den damaligen Zustand vieler großer Unternehmen in der DDR beurteilen. In Ostberlin war vieles aus Gründen, die ich Dir nicht zu schildern brauche, bedeutend besser.

Zur HJ: ab 1936 Staatsjugend,
ab 1939 Pflichtmitgliedschaft.
Im Nazi-Regime waren die äußeren Zwänge jedoch noch bedeutend restriktiver als in der DDR.

MfG
ww  
Antworten
mod:

Hier wohnte die DDR-Prominenz?

 
13.08.01 16:51
Pankow gehört zu den am dünnsten besiedelten und zugleich zu den grünsten Bezirken Berlins. Knapp 45 Prozent der Bezirksfläche werden land- bzw. forstwirtschaftlich genutzt; 750 Hektar sind Parks bzw. Kleingärten. Statistisch gesehen entfallen somit auf jeden Pankower Bürger gut 300 Quadratmeter Grün. Da kaum Industrie in Pankow angesiedelt ist, galt der Bezirk schon zu früheren Zeiten als bevorzugte Wohngegend der Privilegierten, wie zum Beispiel auch der DDR-Politprominenz. Pankow wurde so zum Synonym für das DDR-Regime.

Pankow besteht aus 6 ehemals selbständigen Dörfern; neben Pankow sind das Blankenfelde, Buch, Rosenthal, Buchholz und Niederschönhausen. In Pankow gibt es von allem etwas: großzügige Mietshäuser, kleine Villenviertel und ausgedehnte Einfamilienhaussiedlungen, aber auch vereinzelte Plattenbauten.

Antworten
Reila:

Wo wohnte die DDR-Prominenz?

 
13.08.01 17:02
Bevor aus "Sicherheitsgründen" die Politbürosiedlung Wandlitz entstand, wurde in Pankow-Niederschönhausen der schönste Teil eines Villengebietes rund um den heutigen Majakowkskiring und in Nähe zum Schloß Niederschönhausen abgeriegelt und der Partei- und Staatsführung um Ulbricht als Wohnungen zur Verfügung gestellt. Interessant dürfte sein zu schauen, wessen Name heute auf den Briefkästen steht, falls überhaupt Namen darauf stehen.

R.
Antworten
mod:

Hallo klecks1

 
13.08.01 17:09
Während der rechte Flügel der SPD, der sich um Helmut Schmidt scharte, immer strikt antikommunistisch war, symphatisierte der linke Flügel immer mit der SED bzw. den Kommunisten (siehe Lafontain).
Da die westdeutschen Linken den "Marsch durch die Instanzen" auf ihre Fahnen schrieben und vielfach konsequent beschritten, sitzen heute viele Altlinke in führenden Positionen von Verlagen, Zeitungen, Fernsehern, der Richterschaft, der Politik usw.
Nach außen hin sind sie bei ihrem hohen Lebensstandard zwar angepasst, träumen zuweilen jedoch noch im kleinen Kreis von ihren alten Idealen.
Kennst Du solche Leute nicht?
Sicherlich lebst Du nicht in einer feudalen Villengegend.
Bei uns nennt man die Leute einfach "verlogen".

Viele Grüße
mod
Antworten
Katjuscha:

Irgendwie habt Ihr meinen Beitrag falsch

 
13.08.01 17:12
interpretiert!

@klecks, Ich propagiere keinen Kommunismus! Weiterhin verteufel ich auch keine West-Parteien! Ich habe mich nur dagegen gewandt die PDS ausschließlich als Nachfolge-Partei der SED zu sehen, und damit keinerlei Vorschläge der PDS anzuhören, geschweige zu akzeptieren.
Was die Aktien angeht hast Du recht! Selbst da versuche ich aber auch auf gewisse Prinzipien zu achten. Außerdem: Schließt eine linke tolerante Weltanschauung einen Aktienhandel aus???

@Reila, Ich bin auch nicht der Meinung, daß man gesellschaftliche Veränderungen am deutschen Volk testen sollte, aber man sollte wenigstens darüber diskutieren dürfen, und daß wird mir nach dem Fall der Mauer zu wenig getan. Immer nach dem Motto: Der Kapitalismus hat sich als überlegen herausgestellt!
Mit der Bevormundung hab ich auch nicht mich persönlich gemeint, aber viele Ossis sehen das nun mal so.

@woody w,  Erstmal: Du hast absolut Recht mit Deinem Statement! Das widerspricht auch überhaupt nicht meinem. Ich habe auch betont, daß jeder von uns Schuld auf sich geladen hat, und das die Opfer sehr viel Leid angetan wurde. Deshalb kann ich die Unmutsäüßerungen absolut verstehen. Aber ist für das Leid die PDS verantwortlich??? Ich denke nein!
Hier liegt die Quintessenz meiner Aussage!

Die Verantwortlichen müssen zur Verantwortung gezogen werden, Geschichte muß aufgearbeitet werden, und der PDS muß die Möglichkeit gegeben werden ihre Kompetenz zu zeigen, sofern sie diese dem Wähler deutlich machen kann.




Trotzdem möchte ich noch einmal zu den "Tätern" an der Mauer etwas sagen, was vielleicht nicht Eure Zustimmung findet.

Sicherlich hat ein Todesschütze oder auch ein Befehlsgeber aus heutiger Sicht Schuld auf sich geladen, aber versucht Euch doch bitte mal in die damalige Zeit zu versetzen!
Ein Offizier der als Kind noch die Nazi-Zeit miterlebt hat, und in der BRD eine imperialistische Bedrohung sah (stimmt zwar nicht, aber so war die damalige Propaganda), der sah in der Grenzsicherung nunmal die Sicherung des eigenen Staates mit seinen sozialistischen Errungenschaften. Das klingt für uns heute sicherlich antiquiert und lächerlich, aber als Bürger der DDR machte das durchaus Sinn.
Genauso wie ich mich in einen Flüchtling hineinversetzen kann, der einfach die Freiheit des Individuums als höchstes Gut ansieht, und diese DDR mit ihren Repressalien entfliehen will, genauso kann ich die Geschichte von den sogenannten Tätern verstehen.

Antworten
maxperforma.:

@katjuscha

 
13.08.01 17:34
könnte mich in einen Grenzer hineinversetzen, der einen
Eindringling erschießt, aber nicht in einen, der einem Flüchtenden in den Rücken schießt.
Antworten
ecki:

Da muss ich mich maxperformance 100% anschliessen.

 
13.08.01 17:41
Und @klecks: Was erstaunt dich? Das ich für Meinungsfreiheit bin? :-))
Antworten
Reila:

katjuscha

 
13.08.01 17:47
Die Mauer war auch für den dümmsten Offizier leicht ersichtlich ein Bollwerk gegen die Flucht der DDR-Bürger.
Sie wurde errichtet, weil der Staat ein weiteres Weglaufen seiner Bevölkerung nicht lange überlebt hätte. Über eine Million vor allem junge und wirtschaftlich aktive Menschen hatten das bis August '61 schon getan. Und andere hätten es weiter getan. Überwiegend dürften bei den Fluchten wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt haben.
Glaubten vielleicht viele in der DDR zu Anfang, daß die Abriegelung der Grenze bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die DDR-Wirtschaft bringen würde, konnte das in den 80er Jahren kaum noch jemand ernsthaft annehmen. Ein System, welches die Initiative der Menschen abwürgt, hat keine Zukunft.
Die Gerichte sind aber vermutlich in den meisten Fällen der falsche Platz für eine Geschichtsaufarbeitung. Und die einfachen Soldaten, die man an die Grenze stellte, sind wohl auch die falschen Adressaten der Anklagen. Es gefällt mir auch nicht sonderlich, wenn Leute aus dem Westen, die bei der Durchreise an den Grenzekontrollen immer schön den Mund gehalten haben und bloß nicht auffallen wollten, nun die Richter und großen Demokraten spielen möchten. Aber vielleicht findet unser Volk doch noch zu einem gemeinsamen Verständnis und zu Toleranz. Die Mauer in den Köpfen ist immer noch da. Es wäre schon hilfreich, wenn die Politiker zum Abbau dieser virtuellen Mauer mehr beitragen könnten. Aber im Zeichen des Wahlkampfes wird das wohl eher Wunschtraum bleiben.

Und was die PDS betrifft: Solange dort nur diskutiert wird, ist ja (fast) alles OK.

R.

PS: Die PDS hatte die schönste Bundestagsabgeornete. Gilt das auch für andere Mitglieder?
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