Am 2. Oktober 2026 erholte sich der US-Aktienmarkt weiter, nachdem der Druck durch die Makrodaten etwas nachgelassen hatte. Der S&P 500 ETF SPY stieg um 0,74 % auf 769,64 USD, und nahezu alle Sektoren schlossen im Plus. Besonders Konsum, Technologie und Industrie zeigten Stärke. Gleichzeitig blieb der Finanzsektor schwächer, was darauf hindeutet, dass die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin besteht. Entscheidend ist nun, ob sich die Erholung über die kommende Woche hinweg fortsetzt.
Auf Einzeltitelebene lieferten TSLA und SPCX die stärksten positiven Impulse. Auch ORCL, AMD, BE, AMZN und NVDA unterstützten den Markt. Auf der negativen Seite fielen insbesondere MU, MSTR, SNDK und WDC auf. Bei SPY, IWM, CRWD und MSFT überwogen ebenfalls negative Beiträge.
Bei SPY zeigte sich zunächst eine starke Nachfrage nach Calls: Die Call-Prämien erreichten am Morgen etwa +250 bis +300 Mio. USD. Diese Unterstützung ließ jedoch im Tagesverlauf deutlich nach und war zum Börsenschluss negativ. Gleichzeitig blieben die Put-Prämien deutlich negativ, was als positives Zeichen interpretiert wird, weil der Absicherungsdruck nach unten abgenommen hat. Die Rally wird damit zwar unterstützt, die Call-Nachfrage ist aber noch nicht stabil genug, um von einer nachhaltig bestätigten Aufwärtsbewegung zu sprechen.
Für die kommende Woche wird deshalb ein volatiler Markt erwartet, in dem sich zeigen muss, ob die Erholung Bestand hat. Die Zero-DTE-Daten sind insgesamt relativ ausgeglichen: Bei Aktien leicht bullisch, bei Indizes beide Prämien negativ und bei ETFs leicht positiv. Insgesamt liegen Call- und Put-Prämien nahe beieinander, weshalb eine weiterhin unruhige bzw. seitwärts schwankende Marktphase möglich ist.
Die Gamma-Struktur von SPY ist in allen betrachteten Bereichen positiv. Das Modell befindet sich in einem sogenannten „Dampening“-Regime, bei dem das Hedging der Market Maker stärkere Kursbewegungen tendenziell abfedern kann. Eine Verlangsamung der Rally oder eine Konsolidierung wäre unter dieser Struktur daher nicht automatisch ein Zeichen für das Ende der Erholung.
Im Darkpool zeigt sich ein gemischtes Bild: Institutionelle Anleger kaufen weiterhin ausgewählte große Unternehmen wie AAPL, META, WMT, MSFT und MU, während gleichzeitig breite Index-ETFs wie SPY, QQQ und IWM eher auf der Verkaufsseite stehen. Das deutet darauf hin, dass Anleger gezielt einzelne Unternehmen bevorzugen, aber beim breiten Marktrisiko vorsichtiger bleiben. Gleichzeitig ist das Interesse an bestimmten Indexprodukten wie IVV, SSO und DIA weiterhin vorhanden.
Das **Fear-&-Greed-Niveau liegt bei 40 („Fear“) **. Die Stimmung hat sich verbessert, aber für größeres Vertrauen müssen sich Kursmomentum und Unterstützung aus dem Kreditmarkt weiter stabilisieren.
Makroökonomisch war der wichtigste Faktor der schwache US-Arbeitsmarktbericht: Im September wurden lediglich 29.000 neue Stellen geschaffen, gegenüber erwarteten 90.000. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,2 %, die Erwerbsquote bei 61,8 %. Die Stundenlöhne stiegen nur um 0,1 % gegenüber dem Vormonat bzw. 3,0 % gegenüber dem Vorjahr. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen für Juli und August zusammen um 60.000 nach unten revidiert. Das spricht für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes und einen geringeren Lohndruck, wodurch der kurzfristige Druck auf die Fed, die Zinsen weiter anzuheben, abnehmen könnte. Die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober sank auf etwa 22,7 %.
Allerdings reagierte der Anleihemarkt nicht dauerhaft positiv: Die Renditen fielen zunächst nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten, stiegen anschließend aber wieder. Damit zeigt sich eine wichtige Divergenz: Die Aktienmärkte begrüßten die schwachen Arbeitsmarktdaten als mögliche Entlastung für die Geldpolitik, während die langfristigen Finanzierungskosten nicht entsprechend zurückgingen.
Auch am Energiemarkt gibt es Veränderungen. Die G7 wollen über vier Monate rund 100 Mio. Barrel Öl und Dieselreserven freigeben. Das könnte kurzfristig Versorgungsengpässe reduzieren. Gleichzeitig bleibt das Risiko rund um Iran, Transportwege und die Straße von Hormus ein Beobachtungspunkt. Eine Freigabe strategischer Reserven ist nicht dasselbe wie eine nachhaltige Normalisierung von Produktion, Transport und Handel.
In der kommenden Woche stehen mehrere wichtige Termine an: ISM Services am 5. Oktober, FOMC-Protokoll am 7. Oktober sowie CPI am 14. und PPI am 15. Oktober. Besonders wichtig wird sein, ob sich der Preisdruck im Dienstleistungssektor abschwächt und welchen geldpolitischen Kurs die Fed signalisiert.
Fazit: Der Markt hat einen weiteren Schritt in Richtung Erholung gemacht. Breitere sektorale Stärke, nachlassender Lohndruck und geringere Zinserhöhungserwartungen sprechen kurzfristig für bessere Bedingungen. Gleichzeitig fehlen noch wichtige Bestätigungen: Die Call-Nachfrage verlor zum Handelsschluss an Kraft, institutionelle Anleger bleiben bei den großen Indizes vorsichtig, die Anleiherenditen stiegen wieder und der Kreditmarkt liefert noch kein eindeutiges positives Signal. Die zentrale Frage für die kommende Woche lautet daher: Kann die Erholung ihre Gewinne halten und beginnen die Kapitalflüsse die steigenden Kurse zu bestätigen?