die Turbulenzen an den Rentenmärkten wirken sich jetzt am Devisenmarkt aus. Der Euro fällt und fällt. Was ist die Ursache? Natürlich erstmal die Ausweitung zwischen den US-Renditen und europäischen Renditen ( der Spread zwischen US-Zinsen und deutschen Zinsen hat sich auf Jahressicht um über 40bp erhöht), aber auch die Schwäche einiger Länder wie Frankreich wirkt sich auf die Devisenkurse aus.
Witzigerweise funktioniert das nicht wirklich beim Yen, der trotz massivem Zinsanstieg kaum besser aussieht. Man muss feststellen, dass wir im Prinzip 3 grosse Krisenregionen haben: Japan mit massivem Zinsanstieg und einem Schuldenstand bei über 200% vom BIP.
Europa mit Frankreich und den Südländern
Die USA mit einem massiven Staatsdefizit, aber auch mit einem immensen Kapitalbedarf der Unternehmen durch KI.
Um das Thema zumindest nicht weiter eskalieren zu müssen braucht die Welt eine Lösung im Nahen Osten und am besten auch in der Ukraine. Wir brauchen wieder billigeres Öl; das würde zumindest psychologisch helfen. Im Moment ist da wenig in Sicht.
Anderer Ausweg: Regulierung. Man muss die Kapitalsammelstellen zwingen mehr Staatsanleihen zu halten ( zu Lasten der Aktienquote).
Überraschend stabil sind weiterhin die Aktienmärkte. Der N100 machte letzte Woche ein neues ATH, angetrieben durch gute Micron-Zahlen. Der immer höher werdende Abdiskontierungsfaktor verringert eigentlich die fairen Bewertungskurse, aber Bewertung spielt momentan absolut keine Rolle. Es bleibt ein Momentum-Markt. Und das Momentum bleibt wahrscheinlich mit den nächsten Quartalszahlen erhalten.
Wir werden gute Zahlen sehen und mit Sicherheit warme Worte zur Länge des KI- und Semizyklusses.
Wir sollten aber auch auf die Cashsituation achten, wie stark die zusätzliche Kreditaufnahme ausfallen wird. Denn irgendwann wird das Auswirkungen auf die wichtigsste Käufergruppe haben: nämlich die Unternehmen selbst über Aktienrückkaufprogramme. Wird der Markt Kreditaufnahme akzeptieren wenn gleichzeitig gigantische Rückkaufprogramme laufen? Ein Thema, das weiterhin unter dem Radarschirm läuft, aber ein wichtiges werden wird. Wer kündigt als erster an weniger Aktien zurückzukaufen?
Wir sehen schon lange bei allen großen Techs Insiderverkäufe. Auch das verzeiht der Markt noch. Bei einem Small Cap würden die Alarmglocken klingeln.
Wir gehen auf die statistisch gesehen beste Zeit für Aktien zu. Shorts bleiben damit m.E. risikoreich. Ich meine dabei nicht das Daytrading a la Wahnsee.
Ich selbst habe meine größte Position weiterhin in physischem Gold, die unter den hohen Zinsen leidet. Ich habe letzte Woche auch eine kleine Position Kryptos reingenommen obwohl sich mir der Wert von Kryptos immer noch nicht erschlossen hat. . Der nächste Monat ist der statistisch gesehen beste Monat für Kryptos. Einen Versuch ist es vielleicht wert.
Ansonsten gab´s keine Aktionen.
Wünsche einen guten Wochenstart.